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Urlaub 2022

Die besten Reise-Tipps für Sommer, Sonne, Meer

Die besten Reise-Tipps für Sommer, Sonne, Meer

Ein Strand an der Küste Kalabriens.

Mit sinkenden Corona-Inzidenzahlen beginnt bei vielen Deutschen wieder die Urlaubsplanung. Doch wohin soll es in diesem Jahr gehen? Und wie sehr schränkt die Corona-Pandemie die Auswahl ein? 

Ein Strand an der Küste Kalabriens.
PolonioVideo/Envato

In Kalabrien warten noch eher unbekannte Traumziele.

Aufgrund der Corona-Pandemie kommen Zweifel auf, was die Urlaubsplanung für 2022 angeht. Einige beliebte Länder gelten als Risikogebiete oder Hochrisikogebiete. Deshalb zieht es die Reisenden wie auch in den vergangenen Jahren in Länder innerhalb Europas oder in nicht von der Pandemie gebeutelte Regionen „Wir stellen uns auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Eine Belebung erwarten wir erst ab dem zweiten Quartal. Ein Umsatzniveau annähernd wie vor der Pandemie wird sich wohl frühestens 2023 einstellen“, sagt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), im Gespräch mit Welt der Wunder. Allerdings betont er auch: „Die Lust am Verreisen ist zweifelsohne da: Sobald ein beliebtes Urlaubsziel wieder bereist werden kann, steigen auch die Buchungen an. Allerdings besteht nach wie vor Unsicherheit durch sich zum Teil schnell ändernde Einreisebestimmungen.“ Wie also vorgehen bei der Urlaubsplanung – und wohin geht die Reise dieses Jahr? 

Diese Reiseziele lohnen sich im Frühjahr

Zu den Top-Reisezielen bis April gelten nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes  (DTV) die Kanaren, die Malediven, Ägypten, die Dominikanische Republik, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Türkei. Den Großteil aller Buchungen machen mit einem Drittel die Kanaren aus. „Die Kanaren bieten für jeden etwas, egal ob Sie Aktivurlauber  oder mit  Familie und kleinen Kindern unterwegs sind. Je nachdem, welche Insel der Kanaren sie auswählen, gibt es verschiedene Angebote“, erklärt DTV-Pressesprecherin Kerstin Heinen im Interview mit Welt der Wunder. Der Vorteil der spanischen Inselgruppe ist das beständige Wetter. Es ist zwar windig, aber selbst im Winter recht warm. Dazu kommen die relativ kurzen Flugzeiten von vier bis fünf Stunden. Das macht die Kanaren während der kalten Jahreszeit so attraktiv. 

Was der Verband beobachtet: Seit Beginn der Corona-Pandemie fokussieren sich Reisende sehr stark auf Ziele, die sie kennen. Das ist ein psychologisches Phänomen. Dinge, die mir vertraut sind, machen mir keine Angst. Und vor allem in unsicheren Zeiten weiß ich am liebsten, in welches Hotel ich gehe oder wo ich einkaufen kann“, erklärt Heinen.

Sommerurlaub 2022: Wann soll er gebucht werden?

„Wenn Sie auf die Ferienzeit angewiesen sind, ist jetzt die Zeit, um zu buchen“, rät Heinen. Denn Reiseveranstalter hätten günstige Frühbucher-Angebote in petto. Da jedoch nicht klar ist, welche Reisebedingungen wegen der Corona-Pandemie im Sommer vorherrschen werden, empfiehlt die Reise-Expertin, eine Pauschalreise zu buchen, anstatt alles auf eigene Faust zu planen.

Die Pauschalreise sei „die bessere Absicherung für die Reisenden“. „Die Veranstalter haben in ihren Pauschal-Angeboten meist ein Krisenmanagement vor Ort und das bedeutet: Reisende haben rund um die Uhr einen Ansprechpartner, an den sie sich wenden können.“ Wer von der Angebotsflut im Internet überfordert ist, kann sich auch im Reisebüro beraten lassen. Die Buchungsbedingungen variieren von einem Veranstalter zum anderen und auch bei einzelnen Angeboten sehr stark, erklärt Heinen. 

Frühbuchen ist kein Muss

Frühbuchen ist jedoch kein Muss. „Wer flexibel ist und kein bestimmtes Hotel haben möchte, kann auch warten. Es gibt immer Angebote, die kurzfristig noch verfügbar sind – dann ist aber Flexibilität gefragt“, sagt Heinen. Allerdings könnte es sein, dass der Urlaub insgesamt etwas teurer wird.

In den vergangenen Jahren waren die Preise zwar stabil, „aber je geringer das Angebot und je stärker die Nachfrage ist, umso eher kommt es zu Preissteigerungen. Das könnte etwa der Fall sein, wenn die Corona-Regelungen in einem beliebten Urlaubsland gelockert werden und daraufhin viele Menschen innerhalb kurzer Zeit ihren Urlaub buchen.

In Deutschland bleiben oder weiter weg?

Grundsätzlich stellt sich – auch Corona-bedingt – die Frage, ob es denn überhaupt weiter weg gehen muss. „Die Deutschen lieben auch ihr eigenes Land. Deutschland ist das beliebteste Reiseziel der Deutschen im Sommerurlaub“, meint Heinen. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) sieht in der Corona-Pandemie auch eine Chance für den Tourismus im eigenen Land. Viele Deutsche haben in den vergangenen Jahren zum ersten Mal erfahren, welche reizvollen Reiseziele es vor der Haustüre zu entdecken gibt“, berichtet DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz Welt der Wunder. 

 Allerdings hegt er auch Zweifel, was das Jahr 2022 angeht: „Angesichts der angespannten Pandemielage können wir nur hoffen, dass die Infektionszahlen sinken und sich die Situation für die Reisenden und die Anbieter weitestgehend stabilisiert, damit Tourismus in Deutschland wieder in all seinen Facetten für Geschäftsreisende, Strand- und Städteurlauber, Freizeitpark- oder Konzertbesucher aus dem In- und Ausland uneingeschränkt möglich ist.

Der Sommerurlaub in Deutschland beinhaltet also keine Garantie. Doch das Gleiche gilt auch für Reisen ins Ausland. Erfahrungsgemäß sinken die Corona-Infektionszahlen im Sommer jedoch und Urlaub in traditionellen Ländern wie Spanien und Italien ist ohne weitreichende Einschränkungen möglich. Laut Heinen sind vor allen Spanien, egal ob Festland, die Kanaren oder die Balearen, beliebt. „Griechenland ist auch immer stark gefragt, die Türkei steht ebenfalls hoch im Kurs – vor allem bei Familien mit Kindern. Die Türkei bietet ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis“, berichtet sie.  

Ihr Tipp lautet jedoch: Am besten Urlaub in Regionen, die noch ein wenig unbekannter sind. „Kleinere Inseln, die noch nicht so stark gebucht werden, die bereist werden können, etwa in Griechenland. Auch Kroatien ist zwar bereits gut gebucht, aber nicht so stark. Da gibt es noch einige schöne Fleckchen.“ Zudem gebe es auch in Italien viele schöne, noch eher unbekannte Ziele, wie zum Beispiel Kalabrien. Und sie fügt an: „Spannend und von den Urlaubenden meist unentdeckt ist auch das Hinterland Tunesiens. 

Comeback für die Kreuzfahrt

Überraschend dürfte sein, dass das Interesse an Kreuzfahrten wieder ansteigt. Schließlich gab es zahlreiche Corona-Fälle auf den Schiffen und diese Urlaubsvariante gilt als besonders umweltschädigend. Heinen erklärt: Viele Menschen, die einmal eine Kreuzfahrt gemacht haben, wollen sie immer wieder machen und finden diese Art des Reisens sehr schön. Die Fan-Gemeinde ist groß.

Hinzu kommt, laut Heinen, dass die Kreuzfahrt-Industrie in Sachen Nachhaltigkeit viel nachgebessert hat. Was Corona angeht, haben die Kreuzfahrt-Unternehmen frühzeitig umfassende Maßnahmen ergriffen“, erklärt sie weiter. Bei fast allen gilt 2G, Reisende müssen also geimpft oder genesen sein. Die Ausflüge finden in festgelegten Gruppen statt. Hinzu kommen regelmäßige Tests, sodass schnell erkannt wird, wenn sich jemand infiziert hat.

Daraufhin würden sofort entsprechende Maßnahmen ergriffen. „Das heißt, die Infizierten werden von den anderen Passagieren getrennt und quasi in eine kleine Quarantäne auf dem Schiff gebracht; oder aber sie müssen das Schiff verlassen und dann im Zielgebiet in Quarantäne. 

Nachhaltiges Reisen wird wichtiger

Nicht nur Kreuzfahrtschiffe, auch Verkehrsflugzeuge emittieren CO2, das dem Klima schadet. Somit steigt das Interesse an nachhaltigen Reisen.

Nachhaltiger bedeutet nicht notgedrungen teurer, weiß Heinen. Sie appelliert jedoch: „Flugreisen per se haben einen relativ großen CO2-Fußabdruck. Da kann man sich überlegen: Macht es Sinn, übers Wochenende weit weg zu reisen, etwa zum klassischen Shopping nach New York? Oder macht es vielleicht mehr Sinn, länger zu bleiben und zu erkunden, was man vor Ort und in der Umgebung noch unternehmen kann?

Obwohl nachhaltiges Reisen ein großes Thema ist, sieht die Expertin noch reichlich Luft nach oben. Viele Reisende behaupten, dass ihnen Nachhaltigkeit wichtig sei. Wenn sie aber gefragt werden, ob sie ihren Flug bei der Buchung kompensieren möchten, lautet die Antwort meist ‘Nein, das ist mir zu teuer’.