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Lebensmittelindustrie

Wie giftig ist mein Essen? – Teil 2

Wie giftig ist mein Essen? - Teil 2

Pestizide gegen Schädlinge, hocheffiziente Aquafarmen, genveränderte Sojapflanzen und Antibiotika gegen Krankheiten: Was uns einen riesigen Lebensmittelvorrat sichern soll, beinhaltet in Wahrheit einen gefährlichen Giftcocktail. Mit welchen perfiden Tricks Lebensmittelkonzerne uns belügen und was scheinbar gesundes Essen mit unserem Körper anstellt …
  • Sojabohnen mit Spritze

    imago/eyevisto

    Die Sojapflanze war das erste genmanipulierte Gewächs, das kommerziell angebaut wurde. Innerhalb der EU ist die Zucht von genverändertem Soja bis heute illegal. In den USA, Brasilien und Argentinien – den drei Haupt-Exportländern für Soja – existiert kein solches Verbot. Hier ist der überwiegende Großteil bereits verändert. Warum man das macht? Um den Ertrag zu erhöhen. Dafür wird die Sojabohne so manipuliert, dass sie resistent gegenüber den verwendeten Pflanzenschutzmitteln wie Herbiziden ist. Allerdings: Mehrere Studien beweisen, dass der Anbau von solchen Bohnen den Ernteertrag nicht fördert. Im Gegenteil: Eine Untersuchung von 8.200 Feldversuchen ergab, dass die genmanipulierten Pflanzen 6,7 Prozent weniger Ertrag lieferten. Dennoch boomt der Anbau von Gen-Soja, dem große Flächen in den Regenwäldern weichen werden müssen.

  • Laborratte

    iStock/lculig

    Deutschland importiert die manipulierten Bohnen vor allem als Futtermittel. Wir nehmen Gen-Soja dann wiederum in Form von Fleisch, Milch und Käse zu uns – ohne es zu wissen. Denn die indirekte Verwendung von Gen-Soja bei der Lebensmittelherstellung muss nicht deklariert werden. Welche Folgen der Verzehr für Menschen hat, wurde noch nicht genauer erforscht. Im Rahmen von Studien konnten jedoch bei Ratten auffällige Organveränderungen, wie Verfärbungen der Hoden, festgestellt werden. Bei Mäusen führt der Verzehr von Gen-Soja nach drei Monaten zum einen dazu, dass weiße Blutkörperchen ins Bindegewebe eindringen und zum anderen zu krebsähnlichen Zellwucherungen in Magen und Darm.

  • Ernte von Sojabohnen

    iStock/Jevtic

    2014 wurden weltweit 286,8 Millionen Tonnen Sojabohnen angebaut. Davon waren 80 Prozent, das heißt rund 230 Millionen Tonnen, genetisch verändert.

  • Aquafarm

    imago/All Canada Photos

    Was kaum jemand weiß: Fast jeder zweite Speisefisch stammt aus Aquafarmen. Aber was bedeutet das für die Tiere und für den Verbraucher? Im Schnitt hat jeder Fisch einen Raum von einem Viertel-Kubikmeter. Das größte Problem dabei: Krankheiten breiten sich rasant aus. Um einem möglichen Massensterben vorzubeugen, setzen die Züchter große Mengen Antibiotika ein. Doch das ist nicht das Einzige, was wir über den Verzehr zu uns nehmen. Der Zuchtlachs enthält Wachstumshormone, Schwermetalle wie Quecksilber, Pestizide und Industriechemikalien.

  • Zuchtlachse

    imago/Döhm

    Trotzdem gelangt er auf unseren Teller: So erhöhte die EU 2013 den Grenzwert für das verbotene und hochgiftige Insektizid Endosulfan im Zuchtlachs um das Zehnfache. Die Substanz kann Krämpfe, Übelkeit, Bewusstlosigkeit und Atemnot verursachen. Die Folge: In China trieben Fische urplötzlich tot im Minjiang-Fluss. Die Ursache: Abwässer von nahegelegenen Fabriken gelangten in großen Mengen in das Wasser und vergifteten die Tiere. Insgesamt starben rund neun Millionen binnen weniger Tage. Aus China und Vietnam importierter Fisch und andere Meeresfrüchte gelten grundsätzlich als stark verseucht, weil es dort kaum Gesetze und Kontrollen gibt. Dabei bezieht Deutschland 60 Prozent der hier verkauften Fische, besonders den Pangasius, aus Asien.

  • Tiertransport von Schweinen

    imago/Kai Horstmann

    Mett, Schinken, Teewurst, Salami: Von 63 Proben dieser Produkte aus Schweinefleisch waren zehn mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Beim Putenfleisch sind noch mehr betroffen: Der Bund für Umwelt und Naturschutz testete 57 Portionen aus deutschen Discountern – 50 davon waren von multiresistenten Keimen befallen. Für Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem kann der Verzehr tödlich enden. Der Grund für die unausrottbaren Bakterien: der massive Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht.

  • Schwein hinter einer Spritze

    imago/imagebroker

    Schweine aus der Massentierhaltung bekommen sehr häufig durchgehend Antibiotika. So wollen die Züchter vermeiden, dass die Schweine überhaupt krank werden. Die Amtsveterinäre der deutschen Bundesländer berichten, dass jeder vierte Landwirt nicht notiert, welche Mittel er wann einsetzt – obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

  • Schwein und Kuh vor Bio-Logo

    imago/Ralph Peters

    Etwa 170 Milligramm Antibiotika pro erzeugtem Kilogramm Fleisch werden in Deutschland eingesetzt. Insgesamt sind es rund 1.450 Tonnen jährlich – 40-mal mehr als in unseren Kliniken. Die Folge: Einige Keime überleben die Behandlung mit Antibiotika, verändern ihre Struktur und werden so unzerstörbar. Selbst Bio-Fleisch enthält geringe Mengen des Medikaments. Nach Angaben des Robert Koch Instituts sterben in deutschen Krankenhäusern jedes Jahr bis zu 15.000 Menschen, weil sie an Bakterien erkranken, bei denen kein Antibiotikum mehr wirkt.

  • Traktor versprüht Pestizide

    imago/blickwinkel

    In der Lebensmittelindustrie gilt das Prinzip „Die Dosis macht das Gift“. Das bedeutet, dass jeder Stoff in geringen Mengen unschädlich ist und gleichzeitig, dass höhere Mengen (zum Beispiel auch von Sauerstoff) toxisch wirken. Doch dieser Grundsatz stammt vom Mediziner Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert. Unabhängige Forscher halten ihn schlichtweg für falsch. So gibt es bei vielen aggressiven Pestiziden keine bedenkenlose Dosis. Deshalb wurde beispielsweise Endosulfan, eines der giftigsten Pestizide überhaupt, nach jahrzehntelanger Verwendung in der EU verboten. Vor allem aber stellen sich viele die Frage: Wie wirken die ganzen Gifte in Kombination miteinander?

  • Indische Frauen auf Feld

    imago/blickwinkel

    „Wir nennen das den Cocktail-Effekt“, erklärt Linda Birnbaum vom National Institute of Environmental Health Sciences in den USA, „denn verschiedene Pestizide vervielfachen ihre toxische Wirkung. Wie genau sie das tun, wissen wir nicht, denn es gibt kaum Studien. Dabei ist es unglaublich naiv von uns Wissenschaftlern, immer nur ein Pestizid auf seine Giftigkeit zu untersuchen. Denn in Wirklichkeit ist keiner von uns nur einer Substanz ausgesetzt – und so führt die Industrie ein gefährliches Experiment an der Bevölkerung durch.“ Welchen Unterschied ein Verzicht auf die Chemikalien ausmacht, zeigt ein Blick auf Indien: Bis zu 30-mal weniger Krebsfälle gibt es hier im Vergleich zu Europa. In manchen Regionen ist die Krankheit sogar völlig unbekannt. Der Grund: Genau in diesen Gegenden existiert nahezu keine Belastung durch Umweltgifte, und der Anbau erfolgt ohne einen einzigen Tropfen Pestizide.

  • Hubschrauber versprüht Pestizide

    imago/imagebroker

    40.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel werden jährlich in Deutschland versprüht. Kontrollen ergaben, dass die Rückstände in den Lebensmitteln oft höher als die zulässigen Grenzwerte sind: Bei 88,5 Prozent der getesteten Weintrauben und rund 33 Prozent der Äpfel war dies der Fall. Teilweise wurden verbotene Pestizide nachgewiesen. An der Mosel besprühen Hubschrauber schwer zugängliche Stellen in den Weinbergen mit Pestiziden.

Pestizide, Aquafarmen, Genmanipulation und Antibiotika: Was uns einen riesigen Lebensmittelvorrat sichern soll, beinhaltet in Wahrheit einen gefährlichen Giftcocktail.

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