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Wie ein kleines Mädchen die Welt bewegte

Wie ein kleines Mädchen die Welt bewegte

„Gibt es einen Weihnachtsmann?“, fragte die damals achtjährige Virginia O’Hanlon aus New York City in einem Brief an die Zeitung „New York Sun“. Was diese einfache Frage auslöste, hätte sie sich jedoch im Traum nicht denken können.
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    Es ist das Jahr 1897: „Den Weihnachtsmann gibt es gar nicht“, so ein paar Freunde zu der kleinen achtjährigen Virginia. Als sie – ganz erschrocken darüber – ihren Vater fragt, ob das wahr sei, konnte er ihr jedoch keine zufriedenstellende Antwort geben. Kurz entschlossen wandte sie ihre Frage an das Lieblingsblatt ihrer Eltern - der damaligen Zeitung „New York Sun“. „Gibt es einen Weihnachtsmann?“, fragte sie in einem rührenden Brief. Dieser ging in der Redaktion der New York Sun ein und wurde an den Journalisten Francis Pharcellus Church weitergeleitet.

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    Francis P. Church hatte bereits während des Amerikanischen Bürgerkrieges über das Leid und Elend des Krieges berichtet. All der Schmerz den er zu Gesicht bekam, machte ihn zu einem grimmigen Menschen, für den der Tod allgegenwärtig war. Seine Erfahrungen hatten Francis allerdings auch in einen Denker verwandelt. Er setzte sich gerne mit philosophischen und theologischen Themen auseinander, an die sich andere ungern herantrauten. Deshalb war es er, der diese schwierige Aufgabe bekam, Virginias Brief zu beantworten. Einem kleinen Mädchen die Illusion nehmen? Nein, das war nicht in seinem Sinne. Später sollte der Brief als Artikel abgedruckt werden und ihn nach seinem Tod zu einem bekannten Autor machen.

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    „Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.“, war die berühmte Antwort, die Virginia zusammen mit einem kompletten Leitartikel als Antwort zurückbekam. Dieser erschien am 21. September 1897 auf Seite sechs der New York Sun. Er versteckte sich in einer kleinen Spalte zwischen anderen Meldungen. Doch bereits ein Jahr später erschien der Artikel auf der Titelseite der New York Sun und füllte bis zur Einstellung der Zeitung 1950 jedes Jahr zur Weihnachtszeit die Titelseite. Welche Worte waren es, die so eine breite Leserschaft in ihren Bann zog?

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    „Virginia, deine kleinen Freunde haben Unrecht“, schrieb Church in seinem Antwortbrief. „Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, was sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann…“. Weiter erklärte er: „O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen.“

  • Imago/Xinhua

    Seine Begründung: Nur weil man den Weihnachtsmann nicht sähe, sei es kein Zeichen dafür sei, dass es ihn nicht gäbe. „Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen“, so die abschließenden Worte des Journalisten.

  • Imago/United Archives

    Francis philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema bewegte so viele Menschen weltweit, dass sein Artikel immer mehr und mehr Zeitungen jährlich zur Weihnachtszeit zierte. Die deutsche Zeitung „Welt am Sonntag“ druckt ihn bereits seit 1977 jedes Jahr. Außerdem adaptierten das Thema zahlreiche Medien - wie etwa der Film „Und den Weihnachtsmann gibt es doch“ oder das Musik-Album „Yes, Virginia…“ von der Gruppe „The Dresden Dolls“.

  • Imago/Westend61

    „Sei bestrebt, deinen Verstand von Heuchelei freizuhalten“, war das Motto des Journalisten Francis P. Church. So tat er auch nach seinem bekanntesten Artikel weiterhin das, was er am besten konnte: schreiben und sich mit philosophischen Themen auseinandersetzen. Er schrieb zahlreiche Artikel und Editorials und versuchte damit die Welt ein Stückchen besser zu machen.

  • Imago/Westend61

    Leben der kleinen Virginia O‘Hanlon richtete sich, wie bereits ihr Brief, sehr geradlinig aus. So studierte sie bis zu ihrem Mastergrad, wurde Lehrerin und später sogar Direktorin. Alles in allem führte sie ein relativ normales Leben, heiratete und gebar eine Tochter. Doch durch ihre „Fanpost“ wurde sie immer wieder an das kleine Mädchen erinnert, das die Welt bewegt hatte. Sorgfältig und mit schönen Kopien des Artikels von Francis P. Church, beantwortete sie stets die Briefe ihrer Fans. Im Alter von 81 Jahren verstarb sie schließlich und hinterließ ein beinahe unerfüllbares Erbe von Edelmut und bescheidenem Ruhm.

„Gibt es einen Weihnachtsmann?“, fragte die damals achtjährige Virginia O’Hanlon aus New York City in einem Brief an die Zeitung „New York Sun“. Was diese einfache Frage auslöste, hätte sie sich jedoch im Traum nicht denken können.

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