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Whistleblower: Diese Männer haben die Geschichte verändert

Whistleblower: Diese Männer haben die Geschichte verändert

Ihre Enthüllungen bringen Weltmächte ins Wanken, treiben Geheimdienste in die Enge und stürzen sogar Präsidenten. Seit Jahrhunderten kämpfen Einzelne gegen Verbrechen und deren Vertuschung – und werden dabei selbst zu Gejagten.
  • Barack Obama

    imago/UPI Photo

    „Wir müssen Whistleblower beschützen! Sie dienen uns als wertvolle Quelle über Betrug und Machtmissbrauch innerhalb der Regierung. Ihre Informationen können sogar Leben retten.“ Dieses Zitat stammt von Barack Obama – vor seiner Wahl zum US-Präsidenten 2008. Doch Fakt ist: Unter Obama sind mehr Whistleblower wegen Spionage angeklagt oder verurteilt worden als unter allen 43 vorherigen US-Präsidenten zusammen. Das Problem: Es gibt in den USA zwei Gesetze, die sich absolut widersprechen: Der „Whistleblower Protection Act“ von 1989 schützt Enthüller vor Repressalien und Strafverfolgung, wenn diese Verbrechen aufdecken. Gleichzeitig können Whistleblower mit dem sogenannten „Espionage Act“ von 1917 aber sogar zum Tod verurteilt werden. Hauptvorwürfe sind dann Geheimnisverrat und Unterstützung des Feindes…

  • Edward Snowden

    imago/Agencia EFE

    Wie schnell aus einem Whistleblower ein Verräter wird, zeigt der Fall von Edward Snowden: Der junge IT-Techniker legte offen, wie der amerikanische Geheimdienst NSA systematisch die US- sowie die Weltbevölkerung bespitzelt – und damit nicht nur gegen internationales Recht verstößt, sondern auch gegen diverse nationale Gesetze. Doch statt Snowden für die Enthüllung zu danken, erwirken Obama und das FBI am 14. Juni 2013 einen Haftbefehl wegen Spionage. Auch wenn das Wort „Whistleblower“ erst seit wenigen Jahren geläufig ist, solche Enthüller haben schon oft Einfluss auf den Lauf der Geschichte genommen: Das Ende des Vietnamkriegs, der Rücktritt eines US-Präsidenten, das Aufdecken von Massenmorden verdankt die Welt einigen Mutigen, die mit ihren Enthüllungen ein großes persönliches Risiko eingegangen sind. Viele haben ihren Mut mit dem Leben bezahlt. Trotzdem nehmen immer wieder Menschen die Gefahr in Kauf, um die Wahrheit offenzulegen...

  • Schatten Whistleblower

    istock/wildpixel

    Während der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg seinen blutigen Höhepunkt erreicht, kämpfen zwei Männer für Menschlichkeit. Der Politiker Samuel Shaw und der Leutnant Richard Marven erleben, wie britische Gefangene brutal gefoltert werden. Sie machen es publik und gelten als die ersten Whistleblower der USA. Der schuldige US-Kommandeur lässt daraufhin beide festnehmen. Um Shaw und Marven zu schützen, verabschiedet der Kongress im Juli 1778 das erste Gesetz zum Schutz vor Strafverfolgung bei brisanten Enthüllungen. Erst später wird der Begriff „Whistleblower“ geprägt: jemand, der Alarm pfeift und damit auf etwas aufmerksam macht. Denn in den USA sind Whistleblower per Definition genau das: Sie bringen geheime Informationen an die Öffentlichkeit, die von allgemeinem Interessen sind. Dabei gehen sie meistens ein großes persönliches Risiko ein, werden als Verräter angeklagt, als Nestbeschmutzer beschimpft oder gar ermordet.

  • Julian Assange

    imago/i Images

    Wenn man heute von Whistleblowern und ihren Enthüllungen hört, geschieht dies fast ausschließlich über WikiLeaks. Das war nicht immer so: Der Australier Julian Assange betreibt zunächst seine kleine „Hacker-Organisation“ mit wenigen Mitarbeitern – bis sie 2008 das Benutzerhandbuch von Scientology auf ihrer Internetplattform veröffentlichen und damit die Prinzipien und Manipulationsstrategien der Sekte offenbaren. Über Nacht wird WikiLeaks zum Hit – mit 10.000 Aufrufen pro Stunde. Immer mehr Whistleblower und freiwillige Helfer unterstützen die Organisation. Bis heute veröffentlichten Assange und sein Team etliche Millionen geheimer Dokumente über illegale Bankgeschäfte, industrielle Umweltverschmutzung, Korruptionsfälle und Kriegsverbrechen. Der Australier sitzt seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Zu sehen ist die Geschichte von Assange im Kinofilm „Inside WikiLeaks – die fünfte Gewalt“.

  • Mann mit

    imago/ZUMA Press

    „Sieh dir diese toten Bastarde an!“, lacht der US-Soldat, nachdem er am 12. Juli 2007 minutenlang aus einem Kampfhubschrauber auf eine Menschengruppe in Bagdad gefeuert hat. Die Geschosse wirbeln Unmengen Staub auf, der später zwölf Leichen freigibt, alle Zivilisten. Zwei Kinder überleben schwer verletzt. Eigentlich hätte die Welt von diesem Massaker nie erfahren sollen, doch ein Informant leitet 2010 das Video an WikiLeaks weiter. Dort wird es unter dem Titel „Collateral Murder“ veröffentlicht. Die Welt erhält einen so detaillierten Einblick in die vertuschten Verbrechen der US-Streitkräfte wie nie zuvor. Der Informant Bradley Manning (seit einer geschlechtlichen Angleichung Chelsea Manning) bezahlt einen hohen Preis: Im August 2013 wird er zu 35 Jahren Haft verurteilt. Im Mai 2016 legte Manning gegen die Verurteilung Berufung ein.

  • Waterboarding - Statue

    imago/Eckhard Stengel

    „Ich versuchte zu atmen. Vergeblich. Ich dachte, ich würde sterben.“ Ein Guantánamo-Häftling berichtet über die 35 Sekunden Todesangst, die er mehr als 80-mal im Gefangenenlager auf Kuba durchlebt hat – als Opfer des Waterboardings. Dabei wird dem Opfer ein Tuch über Nase und Mund gelegt, auf das Wasser gegossen wird, um das Ertrinken zu simulieren. Bekannt wurden die Technik und ihre weitverbreitete Anwendung durch die CIA und das FBI erst 2007 durch den ehemaligen CIA-Agenten John Kiriakou, der Waterboarding als „grausame Foltermethode“ beschreibt. Damit hat er seine Schweigepflicht gebrochen und wird von einem US-Gericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Infolge der öffentlichen Empörung wird im Januar 2009 Waterboarding von der US-Regierung verboten. Im Juli 2013 gibt Kiriakou dem flüchtigen Edward Snowden den Ratschlag: „Was immer du tust, kooperiere niemals, unter keinen Umständen mit dem FBI!“

  • Zeugenschutzprogramm

    imago/Jochen Tack

    Es sind verstörende Bilder, die im Mai 2004 vom US-Militärgefängnis Abu Ghraib westlich von Bagdad an die Öffentlichkeit gelangen. US-Soldaten foltern und quälen irakische Gefangene. Traurige Berühmtheit erlangt Lynndie England, die als einzige Soldatin bei den Misshandlungen zu sehen ist. Dabei waren sie und das gesamte US-Militär in den Irak gekommen, um das Land von Saddam Hussein zu befreien. Unteroffizier Joseph Darby ist schließlich derjenige, der die Folterpraktiken aufdeckt. Er sammelt die Beweise und leitet sie an den zuständigen Kommandanten weiter – dabei wird ihm Anonymität zugesichert. Doch nach den Medienberichten verkündet Donald Rumsfeld, der damalige US-Verteidigungsminister, in einem Interview den Namen des Informanten. Folge: Darby wird von Nachbarn und Fremden schikaniert, er erhält Morddrohungen und muss ins Zeugenschutzprogramm.

  • Atombombe explodiert

    istock/CUTWORLD

    Besitzt der Irak Massenvernichtungswaffen? Ja, sagt ein US-Untersuchungsbericht. Für die britische Regierung reicht das aus, um 2003 an der Seite der USA in den Krieg zu ziehen. Doch dann sendet der britische Sender BBC, dass die Berichte gefälscht wurden. Die Regierung unter Tony Blair gerät unter massiven Druck. Die geheime Quelle des BBC-Berichts wird schnell vom britischen Secret Service ausfindig gemacht: der Waffeninspekteur David Kelly. Vor einem Untersuchungsausschuss gesteht Kelly, die Informationen an die BBC weitergegeben zu haben. Sollte der Waffeninspekteur jetzt seine Aussagen bestätigen können, wäre die Blair-Regierung nicht zu halten. Doch dazu kommt es nicht. Zwei Tage nach seiner Enttarnung als Whistleblower wird er tot im Wald aufgefunden, mit aufgeschnittener Pulsader. Diagnose: Selbstmord. Doch warum sind keine Fingerabdrücke auf dem Messer? Und: Kelly hat eigentlich zu wenig Blut verloren, um daran sterben zu können. Bis heute hält sich der Verdacht, dass Kelly ermordet worden ist …

  • Gustl Mollath

    imago/Lindenthaler

    Am 11. Juni 2003 zeigt Gustl Mollath (Bild) seine Frau an: Sie soll als Mitarbeiterin der bayerischen HypoVereinsbank unseriöse Geldgeschäfte abgewickelt haben. Doch vier Jahre vor der weltweiten Finanzkrise kann sich kaum jemand illegale Aktivitäten in deutschen Banken vorstellen. Nur intern ermittelt die HypoVereinsbank und entlässt Mollaths Frau noch 2003. Diese zeigt wiederum ihren Mann wegen Körperverletzung an. Bei der Verhandlung unterbricht der zuständige Richter Mollath schroff, wenn dieser auf die Schwarzgeldkonten zu sprechen kommt – diese Anschuldigungen seien eine paranoide Wahnvorstellung des Angeklagten. Der Richter setzt sich sogar persönlich dafür ein, dass das Schwarzgeldverfahren nicht weiterverfolgt wird. Gustl Mollath wird in die Psychiatrie Bayreuth eingewiesen und kommt erst sieben Jahre später, im August 2013, frei. Sein Fall wird wiederaufgenommen, nachdem sich herausgestellt hat, dass seine Beschuldigungen gegenüber seiner damaligen Ehefrau in weiten Teilen der Wahrheit entsprechen.

  • Central Intelligence Agency

    imago/UPI Photo

    Im Jahr 2000 entwickelt die CIA einen geheimen Plan, um die Atomwaffenentwicklung des Iran aufzuhalten oder um diese zumindest zu bremsen. Die Idee: Über russische Wissenschaftler spielt man der iranischen Regierung eine fehlerhafte Gebrauchsanweisung zum Bau einer Atombombe zu. Der Iran würde dann viel Zeit und Geld in eine falsche Entwicklung stecken. Die Operation „Merlin“ wird aber zum größten Fiasko des Geheimdienstes seit Ende des Kalten Krieges – und zu einem brandgefährlichen Risiko: Denn einer der russischen Wissenschaftler entdeckt die Fehler in der Anleitung, weist die Iraner auf diese hin und bietet seine Hilfe beim Bau der Bombe an. So lieferte die CIA den Iranern die korrigierte Anleitung zum Bau der Atombombe frei Haus. James Risen, Journalist der „New York Times“ veröffentlicht diese Geschichte 2006 in seinem Buch „State of War“, die Identität seines Informanten in der CIA will er trotz Gerichtsbeschluss nicht preisgeben. Doch die US-Regierung hat den E-Mail- und Telefonverkehr des Journalisten überwacht und stößt so auf den CIA-Agenten Jeffrey Alexander Sterling, der wegen Verstoßes gegen den Espionage Act angeklagt wird. Juli 2013: Das Gericht verpflichtet James Risen, auszusagen, den Namen des Informanten zu nennen, um diesen verurteilen zu können. Mitte Oktober lässt Risen über seinen Anwalt verlauten, dass er deswegen den Supreme Court, den Obersten Gerichtshof der USA, anrufen werde.

  • Christoph Meili

    imago/EQ Images

    Der 8. Januar 1997: In der Schweizerischen Bankgesellschaft in Zürich, heute die United Bank of Switzerland (UBS), herrscht am späten Abend noch reger Betrieb. Mitarbeiter der Bank tragen Hunderte Dokumente zusammen, die geschreddert werden sollen. Der Nachtwächter Christoph Meili (Bild) kann einen Blick auf die Akten werfen: Es sind Unterlagen, die die Vermögen von ermordeten Juden und deren Verbleib dokumentieren. Es gelingt Meili, mehrere Dokumente zu retten, und er übergibt diese an eine jüdische Organisation. Zwar stellt sich später heraus, dass die Akten Fälle behandeln, die vor der Nazidiktatur stattgefunden haben. Doch es ist der Startschuss zur Aufklärung der Beteiligung von Schweizer Banken am Raubmord der Nazis. Folge: 1998 stimmen die UBS und Credit Suisse einer Zahlung von 1,25 Milliarden Dollar als Entschädigung an die jüdischen Opfer zu. Meili flieht in die USA und kehrt erst 2009 verarmt zurück.

  • Zigaretten - Packungen

    imago/STPP

    150 Jahre lang gilt die Zigarette als absolut harmloses Vergnügen. Dass Nikotin aber krebserregend ist und wie eine Droge süchtig macht, wissen in der Tabakindustrie alle. Und die Firmen tun alles, um dieses Wissen geheim zu halten. Jeffrey Wigand, Vizepräsident der Abteilung für Forschung und Entwicklung der Firma British American Tobacco, bricht 1996 sein Schweigen. Mehr noch: Wigand erklärt, wie die Hersteller giftige Substanzen wie Ammoniak hinzufügen, um die Sucht zu verstärken. Folge: Verschiedene Tabakunternehmen müssen nach dem sogenannten Tobacco Master Settlement Agreement 206 Milliarden US-Dollar Schadensersatz zahlen. Wigand und seine Familie erhalten damals mehrfach Morddrohungen. Heute setzt er sich für die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen zum Thema Rauchen ein.

  • Mordechai Vanunu

    imago/David Vaaknin

    Es ist eine der neun Atommächte der Welt: Bis heute hat Israel aber nie zugegeben, nukleare Waffen zu besitzen. Durch einen Mann wissen wir jedoch, dass es so ist: Mordechai Vanunu (Bild), ehemaliger Kontrolleur am Dimona Nuclear Research Center südlich von Jerusalem, schickt 1986 Beweisfotos der nuklearen Sprengsätze an eine britische Zeitung. Dann hört wochenlang niemand mehr von ihm. Vanunu wird vom israelischen Geheimdienst in Rom entführt und zu 18 Jahren Haft verurteilt. Wie die Welt davon erfährt? Durch eine Botschaft, die sich der Whistleblower auf die Handinnenfläche schreibt und aus einem Polizeibus hält: „Vanunu M – was hijacked – in Rome ITL – 30.9.86 – came to Rome – by BA Fly 504“. Als Journalisten davon erfahren, wird der Welt klar, mit welchen Mitteln Israel seine Atomwaffen geheim halten will. Nach seiner 18-jährigen Haft darf Vanunu Israel nie wieder verlassen, kein Handy oder das Internet benutzen, nicht mit Journalisten sprechen. Doch Vanunu lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Nach zahllosen Interviews muss er immer wieder ins Gefängnis.

  • Richard Nixon

    imago/ZUMA, Keystone

    Am 8. August 1974 tritt US-Präsident Richard Nixon (Bild) vor die Kameras und verkündet seinen Rücktritt. Es ist ein in den USA einmaliger Vorgang: Zum ersten Mal legt ein Präsident sein Amt nieder – nicht weil er krank ist, sondern weil ihm ein Strafprozess droht. Was war passiert? 1972 will Richard Nixon zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt werden. Um seine politischen Gegner in Verruf zu bringen, lässt das Komitee zur Wiederwahl des Präsidenten das Hauptquartier der demokratischen Partei im Watergate-Gebäudekomplex mit Abhörmikrofonen versehen. Die fünf Einbrecher werden dabei aber von der Polizei überrascht und verhaftet. Es ist der Beginn der sogenannten Watergate-Affäre, und alle beschäftigt nur eine Frage: Wie viel wusste Nixon von dieser illegalen Aktion? Sofort beteuert das Weiße Haus die Unschuld der Regierung. Zwei Journalisten der „Washington Post“ bohren aber weiter: Bob Woodward und Carl Bernstein. Doch auch sie stoßen schon bald auf eine Mauer des Schweigens – bis ein Informant aus höchsten Staatskreisen diese durchbricht. In geheimen Treffen weist der Mann, der nur unter dem Pseudonym Deep Throat auftritt, den Journalisten den Weg. Das Besondere: Der Whistleblower gibt selbst keine Informationen preis, sondern beurteilt nur den Stand der Ermittlungen von Woodward und Bernstein. Doch das reicht vollkommen aus: Der US-Senat leitet einen Untersuchungsausschuss ein, der Nixon zum Rücktritt zwingt. 33 Jahre lang bleibt Deep Throat ein Phantom. Erst 2005 geht er an die Öffentlichkeit. Sein Name: Mark Felt, damals die Nummer 2 des FBI.

  • Daniel Ellsberg

    imago/ZUMA Press

    Der Vietnamkrieg ist nicht mehr zu gewinnen. Das weiß die US-Regierung bereits 1969, doch keiner will die Blamage zugeben. Darum wird weiter gekämpft, weiter getötet und gestorben. Doch im Juni 1971 beendet Daniel Ellsberg (Bild), ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums, das Täuschungsmanöver – mit der Weitergabe der brisanten, streng geheimen „Pentagon-Papiere“ an US-Zeitungen. Die Presseberichte enthüllen vor allem, wie die Regierung ihre Bevölkerung bewusst angelogen und getäuscht hat. Durch den Aufstand der Bürger wächst der Druck auf Präsident Richard Nixon so stark, dass er den Krieg beenden muss. Daniel Ellsberg wird für seine Enthüllungen als Spion nach dem Espionage Act angeklagt, ihm drohen 115 Jahre Haft, den Zeitungen wird die Veröffentlichung verboten. Die Richter des Obersten Gerichts sehen das aber anders und fällen ein Grundsatzurteil: „Nur eine freie, uneingeschränkt agierende Presse kann effizient Täuschungen durch die Regierung aufdecken.“ Heute, 2013, besagt eine Studie: Die Pressefreiheit in den USA ist unter Barack Obama so stark eingeschränkt wie in den letzten 50 Jahren nicht.

  • Anthrax

    istock/vchal

    Es ist eines der grausamsten Menschenexperimente nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Unter dem Codenamen MKULTRA testete die CIA ab 1950 Drogen und andere Mittel zur Gedankenkontrolle an Menschen. Auch biochemische Waffen wie Anthrax werden erprobt. Zahlreiche – unfreiwillige! – Versuchspersonen kommen dabei ums Leben. Der Biochemiker und CIA-Mitarbeiter Frank Olson arbeitet bei MKULTRA und will den Tests ein Ende setzen. Doch er trifft eine tödliche Entscheidung: Anstatt sich direkt an die Öffentlichkeit zu wenden, legt er bei der CIA Protest ein. Am 28. November 1953 stürzt Frank Olson in den Tod. Der CIA-Agent fällt aus dem 13. Stockwerk des Hotels „Pennsylvania“ in New York, schlägt schwer auf das Pflaster der 7th Avenue auf. Die Ermittler sind sich schnell einig: Selbstmord. 1975 tauchen aber Dokumente auf, die Olsons Protest gegen die Tests protokollieren. Olsons Sohn Eric lässt daraufhin die Leiche seines Vaters exhumieren und untersuchen. Das Resultat: Frank Olson war mit einem stumpfen Gegenstand getötet worden, bevor man ihn aus dem Fenster warf.

  • Statue Jan Karski

    imago/ZUMA Press

    Als die Alliierten Anfang 1945 die deutschen Konzentrationslager befreien, bietet sich ihnen ein Anblick, den sie nie wieder vergessen werden. Dass die Nationalsozialisten mörderische Verbrecher sind, wussten sie. Doch diese Grausamkeiten hätten sie sich selbst in ihren schlimmsten Albträumen nicht ausmalen können: den fabrikmäßigen Massenmord an Männern, Frauen und Kindern. Hier zeigt sich, wie wichtig Whistleblower sein können – wenn man ihnen glaubt. Aber genau das ist nicht passiert. Der polnische Offizier Jan Karski bringt während des Zweiten Weltkriegs Nachrichten aus dem von den Nazis besetzten Polen zur Exilregierung in London – immer unter Einsatz seines Lebens. Um an die Informationen zu kommen, schleust er sich ins Warschauer Ghetto ein, sieht dort hungernde Kinder und sterbende polnische Juden. Als Wachmann verkleidet, verschafft er sich sogar Zutritt zu einem Konzentrationslager und wird dort Zeuge des Massenmordes. Am 28. Juli 1943 steht Jan Karski im Oval Office im Weißen Haus und berichtet US-Präsident Franklin D. Roosevelt vom Holocaust. Roosevelt schickt Karski zu weiteren Regierungsvertretern. Ein Richter des Obersten Gerichtshofes gibt später zu Protokoll: „Ich sagte nicht, dass er lügt. Ich sagte, dass ich ihm nicht glauben kann.“ Karskis Karten verzeichnen Transportwege von Durchgangslagern zu Todeslagern: Eine gezielte Aktion der alliierten Truppen sofort nach Karskis Bericht hätte rund eine Million Menschen retten können. Nur: Man wollte sich das Ausmaß der Nazi-Verbrechen nicht vorstellen.

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