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Tierwelt

Weiß und wild: Tierische Überlebenskünstler in der Arktis

Weiß und wild: Tierische Überlebenskünstler in der Arktis

Sie jagen im Schnee, schwimmen durch eiskaltes Wasser und wandern auf Eisschollen durch ihr Jagdrevier: Die tierischen Bewohner der Arktis leben unter extremen Bedingungen. Doch Eisbär, Polarfuchs und Co. sind für den täglichen Kampf um Nahrung und Überleben bestens gewappnet.
  • Imago Blickwinkel

    Mehrere Stunden wartet der Eisbär am Wasser oder an einem Loch im Packeis auf seine Beute – vorzugsweise Robben. Aber auch Walrösser und verschiedene Polarvögel stehen auf seinem Speiseplan. Mit seinen riesigen Pranken versucht er, die flinken Robben beim Luftholen zu fassen. Hinterhältig – doch für ihn ist es die einzige Möglichkeit, die schnellen Schwimmer zu jagen; denn im Wasser hat der weiße Riese gegen Robben keine Chance.

  • Imago /McPhoto

    Aufgrund seiner enormen Größe – Männchen können bis zu drei Meter groß werden – ist der Eisbär das größte Landraubtier der Arktis und steht in der Nahrungskette ganz oben. Nach dem Kodiakbär ist er sogar das zweitgrößte Landraubtier überhaupt. Ein ausgewachsenes Männchen bringt bis zu 600 Kilogramm auf die Waage. Da Eisbären keine natürlichen Feinde besitzen, scheuen sie den Kontakt mit Menschen nicht. Im Gegenteil: Bewohner am Rande der Arktis werden des Öfteren von hungrigen Bären besucht. Die Bären durchstöbern den Hausmüll nach Essbarem – denn die Robbenjagd wird durch den Klimawandel und das Schmelzen des Packeises immer schwieriger.

  • Imago/ All Canada Photos

    Durch die Reflexion der Sonne erscheint das Fell der Eisbären immer weiß – obwohl es gar keine Farbpigmente hat. Die Haut unter dem dichten Pelz der Bären ist komplett schwarz, wie man auch an der Nase und den Pfoten erkennen kann. Dank des Fells können sie den eisigen Temperaturen trotzen, die manchmal sogar noch unter minus dreißig Grad Celsius liegen. Die weißen Riesen sind unglaublich ausdauernd. Sie können kilometerlange Strecken auf dem Packeis zurücklegen – und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu vierzig Stundenkilometern.

  • Imago/Bluegreen Pictures

    Der Tatsache, dass sie extrem schnelle und wendige Schwimmer sind, verdanken Robben häufig ihr Überleben. Denn sobald ihnen ein Eisbär auflauert und sie in einem Moment der Unachtsamkeit erwischt, sind ihm die Robben schutzlos ausgeliefert. Neben Eisbär und Polarfuchs ist auch der Mensch ihr Feind: Vor allem die Jungtiere waren jahrhundertelang begehrte Beute der Robbenjäger, wegen ihres sehr dichten und dicken Felles.

  • Imago / Bluegreen Pictures

    Um sich gegenseitig vor drohender Gefahr zu schützen, benutzen die Robben hochfrequente Klicklaute zur Kommunikation. Sie jagen bevorzugt im Wasser nach kleineren Fischen und Krebsen. Dabei können sie bis zu 700 Metern tief nach ihrer Beute tauchen und über 70 Minuten lang ohne Sauerstoff verbringen. Nach erfolgreicher Jagd ruhen sich die tierischen Leistungsschwimmer auf dem Festland aus. Da Robben keine Einzelgänger sind, findet man sie in großen Kolonien auf Eisschollen dicht aneinander gekuschelt. Besonders zur Paarungszeit im Herbst siedeln sie sich mit bis zu tausenden Tieren an die südlicheren Wurfplätze an. Die Jungtiere der Robben besitzen anfangs noch ein dichtes Fell, welches sich aber im Erwachsenenalter komplett verwächst. Danach schützt sie eine dicke Hautschicht von bis zu zehn Zentimetern vor den eisigen Temperaturen im Wasser und am Land.

  • Imago / blickwinkel

    Groß, schwer und gemütlich: Walrosse sind wahre Faulenzer. Und das, obwohl sie Raubtiere sind und mit ihren langen Stoßzähnen und ihrem massig schweren Körper alles andere als harmlos wirken. Doch die schweren Dickhäuter lassen sich von nichts aus der Ruhe bringen. Die meiste Zeit liegen sie bewegungslos mit ihren Artgenossen auf dem Packeis oder schwimmen gemütlich im nahen Wasser. Nur zur Jagd nach Muscheln und Krebsen bewegen sie ihre fast 1,7 Tonnen Körpergewicht. Ihre fünfzehn Zentimeter dicke Hautschicht schützt sie vor den frostigen Temperaturen im Wasser und an Land. Mit ihren langen Stoßzähnen, auch Hauer genannt, können sie allerdings nicht jagen. Diese dienen nur als Abschreckung und als Verteidigungswaffe gegen Eisbären – oder bei Bedarf auch als Eispickel.

  • Imago/All Canada Photos

    Auch der Polarfuchs ist hervorragend für die arktischen Temperaturen gerüstet: Unter allen Landsäugern ist er am besten mit isolierendem und wärmendem Fell ausgestattet. Vor allem seine Pfoten sind dicht mit weichem Pelz besetzt. Seine Fellfarbe kann der Polarfuchs den Jahreszeiten anpassen – und ist immer bestens getarnt: An kalten, schneereichen Tagen besitzt er eine graue bis weiße Fellfarbe, im Sommer wechselt es zu einem warmen Rot-Braun-Ton.

  • Imago/All Canada Photos

    Der Polarfuchs ist ein sehr schlauer Jäger. Mit seinem sensiblen Geruchssinn spürt er die Bauten von Lemmingen und andere Nagetiernester selbst durch den dichten Schnee auf. Auch vor Vogelnestern macht er nicht halt – und raubt sie gnadenlos aus. So sichert er sein Überleben. In schlechten Zeiten versucht er sogar, dem deutlich überlegenen Eisbär seine Beute zu stehlen – oder zumindest das, was davon übrig bleibt. Um sich und seine Familie zu ernähren, nimmt er auch gerne kilometerlange Strecken in Kauf, um anderswo jagen zu können.

  • Imago / Blickwinkel

    Fast so groß wie ein Uhu, ist die Schnee-Eule der größte Vogel in arktischen Gefilden. Im Gegensatz zu anderen Eulen sind die weißen Jäger nicht nur nachts, sondern auch tagsüber unterwegs. Dank ihres hellen dichten Federkleids sind sie bestens an ihren Lebensraum angepasst. Wie alle anderen Eulenarten ist auch die Schnee-Eule ein sehr leiser Jäger. Ihr Flug ist für uns Menschen und andere Tiere nahezu geräuschlos. Das ist für die Jagd extrem wichtig: Ein lauter Anflug würde die Beute nur vorwarnen. Anders als andere Eulenarten kann die Schnee-Eule Körperfett speichern. Falls die Jagd wegen heftigem Schneefall oder starkem Nebel mal ausfallen muss, kann sie mehrere Tage auf Nahrung verzichten und von ihren Fettreserven zehren.

  • Imago/blickwinkel

    Der Polarwolf ist, im Gegensatz zu anderen Wölfen, ein sehr soziales Tier. Allein in der eisigen Kälte der Arktis kann ein Einzelner nämlich nicht lange überleben. Polarwölfe gehen meistens im Rudel zur Jagd. Auf ihrer Beuteliste steht fast alles, was sich bewegt: etwa Rentiere, Lemminge, Moschusochsen und Vögel. Dafür legt er auch gerne einmal weitere Strecken zurück: Bis zu dreißig Kilometer am Tag wandert der weiße Wolf durch die endlose Weite, um für sich und sein Rudel etwas zu fressen zu finden. „Amarok“, so nennen ihn die Inuit, bevorzugt das Leben in den eher abgeschiedenen Regionen der Arktis, wo Menschen nur selten seinen Weg kreuzen. Doch wegen seines dicken, weißen Fells, wurde er früher von den Inuit intensiv bejagt.

  • Imago/blickwinkel

    Gemeinsam gegen die Kälte: Nicht nur ihr isolierendes Fell schützt die Schneehasen vor dem dauerhaften Winterklima in den nördlichen Polargebieten, auch das gemeinsame „Gruppenkuscheln“ lässt die weißen Hasen nicht unnötig in der Kälte zittern. An sehr kalten Wintertagen findet man Gruppen von mehr als hundert Schneehasen, die sich gegenseitig Wärme spenden. Da Schneehasen viele natürliche Feinde haben, wie etwa den Polarwolf, den Polarfuchs und die Schneeeule, müssen sie immer auf der Hut sein: Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 65 Stundenkilometern können sie in der Not den Angreifern davonhoppeln. Sie selbst ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen, Wurzeln und Beeren, die sie mühevoll während der Sommermonate zusammensuchen.

  • Imago/Westend 61

    Belugas sind richtige Plappermäuler: Die Weißwale stehen untereinander in ständiger Kommunikation. Ihr ungewöhnliches Konzert aus melodischen Gesang, hohem Pfeifen und tiefem Summen fasziniert Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten. Ihre Vermutung: Belugas sind schlaue und kommunikationsstarke Tiere. Ihre Stimme erreicht Frequenzen von 0,7 bis 20 Kilohertz – die menschliche Stimme gerade einmal 80 Hertz bis zwölf Kilohertz. Erst 2012 entdeckten Meeresbiologen, dass Weißwale auch im Stande sind, bewusst die menschliche Stimme zu imitieren.

  • Imago/All Canada Photos

    Riesiges Geweih, starker Körper, lange schlanke Beine: Auch Rentiere leben nördlich des Polarkreises – und lieben den kühlen Norden. Gerade einmal 1,40 Meter hoch werden ausgewachsene Rentiere. Viele tausend Tiere kann eine Rentierherde fassen. Auf ihren Wanderungen suchen sie nach Futter, vorzugsweise Gräser, Pilze und Moose. Jährlich legen sie eine Strecke von bis zu 5.000 Kilometern zurück.

  • Imago/Anka Agency International

    Durch die vermehrte Jagd auf den Vielfraß, ist er nur noch mit wenigen Tieren in der Natur vertreten - in einigen seiner ursprünglichen Verbreitungsregionen ist er heute sogar komplett ausgerottet. Der ausgewachsene Vielfraß ist etwa so groß wie ein mittelgroßer Hund und lebt vorzugsweise allein. Sein Jagdverhalten passt er der Jahreszeit an: Im Sommer frisst er hauptsächlich Aas, plündert Vogelnester und sucht nach essbaren Beeren. Im Winter jagt er Schneehasen und kleinere Nagetiere. Bekommt er die Gelegenheit, kann der Vielfraß auch schon einmal ein Rentier erlegen. Dabei schleicht er sich leise an seine Beute heran, springt auf sie drauf und versucht sie mit einem Nackenbiss zu erledigen. Seine Zähne haben eine enorme Kraft und könnten sogar Metall zerbeißen. Findet er selbst nichts Fressbares, vertreibt der gierige Vielfraß auch Wölfe, Bären und Füchse von ihrer Beute – denn mit ihm legt sich keiner freiwillig an, weder Tier noch Mensch.

  • Imago/blickwinkel

    Krawumm! So klingt es, wenn zwei Moschusochsen zusammenstoßen. Wer sich als Bulle in einer Herde behaupten will muss wortwörtlich einen dicken Schädel haben: Mit mehr als dreißig Stundenkilometern laufen zwei männliche Moschusochsen bei einem Duell aufeinander zu. Das zottelige Urviech ist bestens für kalte Tage in der Arktis gewappnet: Sein dickes Fettpolster und seine haarige Mähne lassen den Moschusochsen so schnell nicht erfrieren. Kommt es doch einmal kälter als gedacht, schließen sich Moschusochsen zu einer riesigen Herde mit bis zu einhundert Tieren zusammen, die sich gegenseitig wärmen.

  • Imago/blickwinkel

    Der gesellige Papageientaucher ist der unangefochtene Paradiesvogel nördlich des Polarkreises: Sein clownsähnliches Gesicht, seine knallorangen Füße und sein knatterndes Rufen machen ihn zum heimlichen Star der Arktis. Im Sturzflug anfliegend fischt der Papageientaucher nach kleinen Fischen und Krebsen im Wasser, die er anschließend seinen Jungvögeln bringt. Papageientaucher brüten an steilen Küstenklippen, wo sie in kleinen Felsspalten und -höhlen ihre Nester errichten.

  • Imago/ All Canada Photos

    Ständig in Alarmbereitschaft ist die Schneegans, denn als leichte Beute steht sie bei fast allen Raubtieren in der Arktis auf dem Speiseplan. Vor allem zur Brut- und Paarungszeit haben es die Jäger auf sie und ihre Eier abgesehen. Doch die Schneegans weiß sich gegen Angreifer zu wehren: Während Muttergans die Eier brütet, bewacht der Ganter das Nest. Nähert sich ein Feind, so schlägt er mit wilden Flügelschlägen um sich und versucht mit einem lauten Schnattern die Nesträuber zu vertreiben. Ende des kurzen polaren Sommers ziehen die Schneegänse Richtung Süden, um vor den kalten Wintertagen zu fliehen. Zum Frühjahr kehren sie dann an ihre alten Brutplätz am Rande des Polarkreises zurück.

Sie jagen im Schnee, schwimmen durch eiskaltes Wasser und wandern auf Eisschollen durch ihr Jagdrevier: Die tierischen Bewohner der Arktis leben unter extremen Bedingungen. Doch Eisbär, Polarfuchs und Co. sind für den täglichen Kampf um Nahrung und Überleben bestens gewappnet.

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