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Was die Erdnuss zum idealen Snack macht

Was die Erdnuss zum idealen Snack macht

Für uns Europäer sind Erdnüsse ein wahres Genussmittel. Jeder Bundesbürger verzehrt durchschnittlich ein Kilogramm davon im Jahr. In anderen Teilen der Erde wie Afrika, China und Indien ist die Erdnuss ein Grundnahrungsmittel – auch, weil sie so gesund ist.
  • Erdnussfiguren

    Imago/Westend61

    Die Erdnuss stammt ursprünglich aus Südamerika und gedeiht am besten im warmen, tropischen Klima. Heute liefert sie Millionen von Menschen wertvolles Eiweiß und Pflanzenfett zu einem erschwinglichen Preis. Allein in den USA existieren etwa 55.000 Erdnussfarmen. Dort herrschen ideale Bedingungen für den Anbau. Die Erdnuss hat in Georgia sogar ein eigenes Festival, denn dank ihr gibt es die von den Amerikanern so heiß geliebte Erdnussbutter.

  • Erdnussfigur mit Orange

    Istock Nailia Schwarz

    Erdnüsse enthalten viele wichtige Nährstoffe in konzentrierter Form. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sie den Cholesteringehalt im Blut senken können. Außerdem kann man mit ihnen Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Erdnusskerne bestehen zu einem Viertel aus hochwertigem Eiweiß, das alle essentiellen Aminosäuren enthält. Sie sind reich an Mineralstoffen und den Vitaminen B und E.

  • Erdnussernte

    iStock WellfordT

    Um den Menschen deutlich zu machen, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist, feiert man in Georgia zum Erntebeginn jedes Jahr das ‚Peanut Festival’. Selbst berühmte Personen wie der ehemalige US-Präsident Carter waren im Jahr 2005 dort zu Gast. Er kommt selbst aus einer Erdnussfarmerfamilie und weiß, wie wichtig die Erdnuss für die Region ist.

  • Erdnussbüsche

    Istopck Myistock88

    Die Böden in Georgia sind sandig und mineralstoffreich. Sie eignen sich hervorragend für den Anbau von Erdnüssen. Im April und Mai, nachdem der letzte Nachtfrost vorbei ist, werden die Erdnusskerne gepflanzt. Bereits zwei Wochen später sind die ersten Triebe zu sehen. Aus ihnen entwickeln sich 30 bis 60 Zentimeter hohe Büsche mit leuchtend gelben Blüten. Nach der Befruchtung senken sich die Fruchtknoten in den Boden und bilden Schoten. In den Schoten wachsen zwei bis drei Kerne heran.

  • Erdnusspflanze

    Istock Yogesh more

    Nach fünf Monaten ist es endlich soweit. Im September und Oktober werden die Pflanzen mit Hilfe von Maschinen aus dem Boden geholt. Anschließend müssen die Erdnüsse getrocknet werden, da sie nach der Ernte noch 25 bis 30 Prozent Feuchtigkeit enthalten. Deshalb lässt man sie noch zwei bis drei Tage auf den Feldern liegen. Obwohl die Nüsse in der Erde wachsen, bedeutet das englische Wort Peanut eigentlich nicht Erdnuss, sondern Erbsennuss. Die Erdnuss ist nämlich eine Hülsenfrucht und demzufolge mit der Erbse verwandt.

  • Erdnüsse beim Trocknen

    Istock Narongcp

    Nach der Trocknungszeit werden die Erdnusspflanzen eingesammelt und die Nüsse mit Hilfe von Maschinen von den Pflanzen getrennt. In Containern, in denen heiße Luft zirkuliert, werden sie nochmals getrocknet, bis der Feuchtigkeitsgehalt bei maximal acht bis zehn Prozent liegt. Anschließend werden die Nüsse an die Firmen verkauft, die sie weiterverarbeiten.

  • Getrocknete Erdnüsse

    Istock Nayladen

    Bevor die Nuss endlich geknackt wird, muss sie gründlich gereinigt werden. Auf Rüttelbändern werden zu kleine Nüsse, Steine und Erde aussortiert. Auch die Krautreste müssen entfernt werden. Danach kommen die Erdnüsse auf ein Förderband. Hier werden sie so stark aneinander gerieben, dass die Schalen aufbrechen. Die Kerne fallen heraus und werden nach Größe sortiert. Abschließend prüft ein Scanner jede einzelne Nuss auf Verunreinigungen wie Stein- und Metallstückchen.

  • Befallene Erdnuss

    Istock PhanuwatNandee

    Bis zur Weiterverarbeitung müssen die Erdnusskerne bei vier Grad Celsius und geringer Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Der Grund ist Aflatoxin, ein stark krebserregendes Stoffwechselprodukt eines Schimmelpilzes. Es wurde 1961 im Erdnussmehl entdeckt. Die Ausbreitung lässt sich nur durch eine sorgfältige Lagerung verhindern. Von jeder Ernte werden Proben auf Aflatoxin getestet, bevor die Erdnüsse weiterverarbeitet und exportiert werden dürfen.

  • Qualitätscheck

    Istock LiudmylaSupynska

    Um eine Infektion mit Aflatoxin auszuschließen, müssen die Proben in einem Lebensmittellabor untersucht werden. Die Kerne werden gemahlen. Die daraus entstandene Masse wird in mehreren Durchläufen verdünnt, um eventuell vorhandenes Aflatoxin herausfiltern zu können. Da das Schimmelpilzgift krebserregend ist, sind aus Verbraucherschutzgründen strenge Höchstgrenzwerte festgelegt worden. Heutzutage sind Aflatoxine bei Erdnüssen recht selten.

  • Erdnuss

    Istock Ralf Menache

    Das Lebensmittellabor der Universität von North Carolina beschäftigt sich bereits seit langer Zeit mit Erdnüssen. Die Nüsse werden in rohem und geröstetem Zustand, mit und ohne Häutchen auf ihren Geschmack getestet. Dies ist wichtig, um die Auswirkungen der Aufzucht zu untersuchen. Werden die Erdnüsse bei verschiedenen Temperaturen getrocknet, verändert sich auch der Geschmack. Außerdem werden Neuzüchtungen untersucht, die besonders widerstandsfähig sind. Nur so können sich die Züchter sicher sein, dass der Geschmack nicht darunter leidet.

  • Erdnussbutter

    Istock Elkeflorida

    Heißgeliebt bei den Amerikanern ist die Erdnussbutter. Sie hat einen ganz besonderen Stellenwert. Bei ihrer Herstellung kommen die rohen Erdnüsse in den Ofen. Die Verbrennungsluft wird in der ersten Zone von unten nach oben durch die Nüsse geblasen, in der zweiten und dritten Zone von oben nach unten. Nur so wird eine möglichst gleichmäßige Röstung erreicht. Bei der Herstellung werden keine Farbstoffe verwendet. Allein die Röstung bestimmt die Farbe.

  • Kiste mit Erdnüssen

    Istock Davizro

    Nach etwa 22 Minuten kommen die Erdnüsse aus dem Ofen. Die Häutchen sind spröde geworden und trennen sich auf dem Schüttelband ganz von alleine. Anschließend kommt Salz, Zucker und Konservierungsmittel hinzu. Riesige Mixer zerkleinern die Kerne und vermischen die Zutaten. Einige Male umrühren, und fertig ist die weltberühmte Erdnussbutter. Aber Achtung: Auch wenn die Erdnuss sehr gesund ist, Erdnussbutter ist eine Kalorienbombe. Entscheidend ist die richtige Menge. Drei Esslöffel pro Tag sind ein guter Kompromiss.

Für uns Europäer sind Erdnüsse ein Genussmittel. In anderen Teilen der Erde wie Afrika, China und Indien ist die Erdnuss ein Grundnahrungsmittel – auch, weil sie so gesund ist.

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