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Wahr oder falsch: 33 Mythen des Alltags – Teil 3

Wahr oder falsch: 33 Mythen des Alltags – Teil 3

Kocht salziges Wasser schneller? Schützt ein Türrahmen bei Erdbeben? Kann man Gläser zersingen? Welt der Wunder testet hartnäckige Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt…
  • Salzwasser

    iStock/Helmut Seisenberger

    Es sind zwei gegensätzliche Effekte, die hier zum Tragen kommen: Zum einen erhöht sich durch eine Prise Salz die Siedetemperatur des Wassers um ein bis zwei Grad. Das bedeutet, es braucht etwas mehr Energie und Zeit, um zu kochen. Zum anderen erhöht sich mit dem Salz aber auch dessen Fähigkeit zur Wärmespeicherung. Das bedeutet wiederum, es wird mit der gleichen Energiemenge schneller heiß. In der Praxis heben sich diese beiden Effekte nahezu auf, ein zeitlicher Unterschied ist kaum messbar. Zum Energiesparen taugt der „Trick“ also nicht – aber man kann Speisen anschließend etwas heißer und damit schneller garen.

  • Erdbeben

    iStock/zygotehasnobrain

    Oft bleiben nach einem Erdbeben die Eingangswände eines Gebäudes übrig. Doch die Illusion täuscht: Ein Türrahmen ist nicht stabiler und damit sicherer als der Rest eines Hauses – im Gegenteil: Wahrscheinlich droht eine Verletzung durch die schwingende Tür. Besser: unter einem Tisch zusammenkauern.

  • Wasser

    iStock/NejroN

    Diese Empfehlung ist völlig veraltet, sie stammt vom US-Ernährungsrat aus dem Jahr 1945. Und sie bezieht sich nicht auf die Trinkmenge, sondern auf den Flüssigkeitsbedarf insgesamt. Aber auch Lebensmittel enthalten Wasser, die rund zwei bis 2,5 Liter Flüssigkeit ersetzen können, die ein Mensch im Schnitt täglich verliert. Eine Kartoffel hat schon einen Wassergehalt von 75 Prozent. Feste Lebensmittel liefern im Durchschnitt etwa 900 Milliliter Wasser pro Tag. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Getränken am Tag reichen aus. Zu viel Wasser kann sogar schädlich sein: Ab sechs Litern droht ein Kreislaufkollaps, weil der Körper zu viele Salze ausschwemmt.

  • Gehirn

    iStock/Nerthuz

    Muskeln, Knochen und auch Nervenzellen verkümmern, werden sie nicht benutzt. Wäre dieser angeblich Albert Einstein zugeschriebene Mythos wirklich wahr, würde in unseren Köpfen Ödnis herrschen. Tatsächlich haben aber Jahrzehnte von Forschung auf Mikro- und Makroebene keine „schlafenden“ Bereiche in unseren Gehirnen entdecken können, schon gar keine 90 Prozent. Alle Areale sind irgendwann aktiv, nur die Stärke der Nutzung schwankt.

  • zersprungenes Glas

    iStock/Rkankaro

    Fensterscheiben, Waschmaschinen oder Brücken – all diese Objekte schwingen bzw. vibrieren, wenn man sie im richtigen Rhythmus anschiebt. Dieser Rhythmus nennt sich Eigenfrequenz, je nach Material liegt sie bei Glas zwischen 200 bis 2.000 Schwingungen pro Sekunde. Schallwellen sind Schwingungen der Luftteilchen. Treffen sie in der richtigen Frequenz und mit genügend Druck – also Lautstärke – auf ein Glas, schaukelt sich dessen Vibration bis zum Bruch auf. Professionelle Sänger können Gläser mit Hilfsmitteln wie einem Verstärker tatsächlich „zersingen“.

  • Formel-1-Wagen

    iStock/cla78

    Bis zu 370 Kilometer pro Stunde schafft ein Formel-1-Wagen, normale Autos sind da längst aus der Kurve geflogen. Doch die fast 700 Kilogramm schweren Renner entwickeln durch ihre Aerodynamik einen sogenannten Anpressdruck, der sie förmlich auf der Straße kleben lässt. Bei Tempo 240 bringen sie etwa das 2,7-Fache ihres Eigengewichts auf die Piste. Ab etwa 190 Kilometern pro Stunde könnte ein Bolide an der Decke fahren, ausprobiert hat das aber noch niemand.

  • Strommasten

    iStock/Konstantinks

    Reines Wasser leitet Strom nur etwa ein Billionstel so gut wie ein Metall, also fast überhaupt nicht. Denn erst gelöste Teilchen, wie etwa Salze, machen aus Wasser einen Leiter. Leitungswasser leitet Strom schon 1.000-mal besser als destilliertes Wasser, Meerwasser sogar eine Million Mal.

  • Zitronen

    iStock/idildemir

    Die vorbeugende Einnahme von Vitamin C schützt nicht vor Erkältungen – sie lindert allenfalls ein wenig die Krankheitssymptome, wenn man bereits erkältet ist. Nur bei Spitzensportlern konnten jahrzehntelange Vergleichsstudien einen kleinen Schutzeffekt feststellen. Vitamin C verbessert zwar die Wirksamkeit der zur Immunabwehr des Körpers gehörenden Fresszellen – doch einen Schutzschild gegen Schnupfenviren bildet es nicht.

  • Kuh

    iStock/alexmak72427

    Quatsch, dann dürften Cowboys ihre Kühe niemals durch einen tiefen Fluss treiben. Sie würden Totalverlust erleiden. Im Gegenteil: Kühe mögen das Wasser zwar nicht wirklich gern, sie können aber wie die meisten Säugetiere mehr oder weniger gut schwimmen.

  • explodiertes Auto

    iStock / Arindambanerjee

    Wer kennt es nicht: In Hollywood reicht ein gezielter Schuss in den Fluchtwagen – und schon geht das Fahrzeug mit einem Knall in Flammen auf. Doch in Wahrheit könnte das selbst eine ganze Maschinengewehrsalve nicht vollbringen. Für jedes so explodierende Auto hat das Drehteam Sprengstoff benutzt. Denn um eine Explosion zu zünden, ist ein Gemisch aus Brennstoff und Sauerstoff sowie die Brenntemperatur notwendig. In einem Tank fehlt diese spezielle Konstellation, die sich erst im Motor bildet. Höchstens ein minutenlanger Beschuss könnte einen Brand (aber keine Explosion) auslösen – und selbst das ist schon unwahrscheinlich, da die notwendige Temperatur nicht erreicht wird. Das Prinzip ähnelt dem einer brennenden Kerze: Nur am Docht brennt das Wachs, weil sich dort das Luft- Gas-Gemisch bilden kann. Der Rest der Kerze entzündet sich aber nicht. Rund 40.000 Autos brennen pro Jahr in Deutschland – laut Auskunft der Feuerwehr geht aber selbst dann keine Explosionsgefahr vom Tank aus. Im Unterschied zu überhitzten und deswegen platzenden Reifen: Sie können Trommelfellschäden hervorrufen und Stichflammen erzeugen.

  • Sinne

    iStock/RossellaApostoli

    Sehen, hören, riechen, schmecken und tasten – so hat Aristoteles vor 2.400 Jahren die menschlichen Sinne definiert, und darauf beschränkt sich unsere Auffassung gemeinhin heute immer noch. Doch wir sind viel „sinnvoller“, als wir glauben – und damit ist nicht der sogenannte Sechste Sinn gemeint, mit dem gerne eine übernatürliche, intuitive Eingebung beschrieben wird. Zu unseren Fähigkeiten zählen vielmehr eine Reihe handfester Begabungen: Wir können das Gleichgewicht selbst auf kleinsten Flächen halten und finden mit der Hand jedes Körperteil auf Anhieb – sogar bei völliger Dunkelheit. Wir können ziemlich genau Temperaturen abschätzen und fast überall an unserem Körper sowie im Inneren Schmerzen empfinden. Auch Hunger und Durst sind letztlich lebenswichtige Sinneswahrnehmungen. Und wir können sogar neue Fähigkeiten ausbilden: Blinde gewinnen etwa über das Echo eigener Schallwellen einen Eindruck vom sie umgebenden Raum – auf diese Weise funktioniert übrigens auch das Echolot der Fledermäuse. Zudem verfügt unser Körper über weitere Messstationen, die wir aber nicht bewusst wahrnehmen können, wie etwa die Blutdruck-Rezeptoren im Bereich der Kehle. Und das ist immer noch nicht alles: Wir Menschen haben höchstwahrscheinlich auch die Anlagen für ein sogenanntes Jacobson-Organ, mit dem Pheromone wahrgenommen werden. Das sind Duftstoffe, die ganz bestimmte chemische Reaktionen im Körper auslösen, etwa die Bevorzugung eines bestimmten Partnertyps. Zum Beispiel lässt Androstenon Männer bei Frauen attraktiver wirken.

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