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Volk der Stubenhocker: So ungesund leben die Deutschen

Volk der Stubenhocker: So ungesund leben die Deutschen

7,5 Stunden täglich sitzt der erwachsene Deutsche im Schnitt auf seinem Hosenboden, meistens vor dem Fernseher. Wir bewegen uns viel zu wenig und sind damit ein schlechtes Vorbild für Kinder, wie eine neue Studie deutlich zeigt.
  • DKV-Report

    imago/Westend61

    „Wie gesund lebt Deutschland?" – Dieser Frage widmeten sich die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die Deutsche Krankenversicherung (DKV) und die Sporthochschule Köln im großangelegten DKV-Report 2015, dessen Ergebnisse am Montag veröffentlicht wurden. Mehr als 3.000 Versicherte wurden telefonisch über ihre Lebensweise, ihr Gesundheitsbewusstsein, ihre Ernährung und ihre sportlichen Aktivitäten befragt. Einige Umfrage-Ergebnisse verblüffen, einige erschrecken. So kam heraus, dass sich die meisten zu wenig bewegen, vor allem Akademiker, aber auch Kinder. Knapp 90 Prozent der Deutschen könnten wesentlich mehr für ihre Gesundheit tun. Die wichtigsten Ergebnisse zeigt unsere Bildergalerie.

  • Frauen

    ERGO Versicherungsgruppe

    Nur elf Prozent der Befragten, also jeder Neunte, lebt rundum gesund, und das obwohl 57 Prozent ihren eigenen Gesundheitszustand als gut oder sogar sehr gut einschätzen. Dabei zeigt der DKV-Report Unterschiede bei den Geschlechtern. 14 Prozent der Frauen leben vollkommen gesund, bei den Männern sind es nur neun Prozent. Außerdem sind ältere Menschen gesundheitsbewusster als junge. Bei den 18-29-Jährigen leben gerade mal zehn Prozent vorbildlich, bei den Menschen zwischen 30 und 45 Jahre sind es nur sieben Prozent, bei den über 65-Jährigen 15 Prozent.

  • Sitzen

    ERGO Versicherungsgruppe

    Die aktuellen Zahlen des DKV-Reports zeigen, dass die Deutschen im Durchschnitt 7,5 Stunden am Tag sitzen, junge Erwachsene sogar neun Stunden. „ Wir sind ein Volk der Sitzenbleiber geworden. Das dauerhafte Sitzen hat weitreichende Folgen für den Fett- und Blutzuckerstoffwechsel und macht die Menschen krank“, warnt Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV. Im Bundesdurchschnitt sitzen die Menschen am längsten vor dem Fernseher. Statistisch gesehen erhöht jede tägliche zusätzliche Fernsehstunde auf dem Sofa die Sterblichkeit um elf Prozent. Der zweithäufigste Grund für das Sitzen ist die Arbeit am Schreibtisch. Akademiker sitzen am längsten bei der Arbeit, durchschnittlich vier Stunden pro Tag.

  • Kinder

    ERGO Versicherungsgruppe

    „Kinder wachsen praktisch im Sitzen auf und kopieren den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern“, informiert DKV-Chef Muth bei der Präsentation der Studie. Jedes zweite Kind bewege sich demnach zu wenig. Nur ein Viertel der Kinder halte sich an die Empfehlung, nicht länger als eine Stunde pro Tag Bildschirmmedien zu nutzen. 72 Prozent der Kinder haben sogar einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer, 50 Prozent einen Internetzugang. Kinder sitzen im Durchschnitt sogar länger vor dem Fernsehen als an den Hausaufgaben. Weniger als die Hälfte der sechs- bis zwölfjährigen Kinder ist ausreichend körperlich aktiv: Die Mehrzahl der Kinder ist nicht die empfohlene eine Stunde pro Tag aktiv. Das Marktforschungsinstitut befragte 337 Eltern zum Gesundheitsverhalten ihrer sechs- bis zwölfjährigen Kinder.

  • Berlin

    imago/Westend61

    Im Vergleich der Bundesländer hat sich gezeigt, dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit 19 Prozent am häufigsten die Vorgaben für ein rundum gesundes Leben erfüllen. Damit steht das norddeutsche Bundesland zum dritten Mal an der Spitze des DKV-Reports. Die Berliner und die Menschen in Nordrhein-Westfalen sind mit acht Prozent die Schlusslichter und damit diejenigen, die am ungesündesten leben. „Die Menschen in NRW leiden vor allem unter Stress und Bewegungsmangel. Und die Berliner rauchen viel und trinken gerne Alkohol.“, erklärt Dr. Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule und wissenschaftlicher Leiter des DKV-Reports. Mit neun Stunden am Tag sitzen die Berliner durchschnittlich auch am meisten.

  • Rauchen

    imago/PEMAX

    Die Zahl der Raucher hat gegenüber 2012 von 22 auf 24 Prozent leicht zugenommen. Sechs Prozent der Berliner greifen zur Zigarette, damit hat Berlin anteilig die meisten Raucher der Republik gegenüber 24 Prozent im Bundesdurchschnitt. Der Raucheranteil in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 22 Prozent und ist damit etwas niedriger.

  • Alkohol

    imago/Peter Widmann

    Insgesamt sinkt der Alkoholkonsum:13 Prozent der Befragten trinken noch zu viel Alkohol. Im Vergleich: 2010 waren es noch 19 Prozent, im Jahr 2012 16 Prozent. Aber auch beim Alkohol ist Berlin das Gesundheitsschlusslicht: 23 Prozent der Berliner trinken mehr Alkohol als für die Gesundheit empfohlen. Am wenigsten trinken die Menschen in Hessen und Brandenburg.

  • Ernährung

    imago/Westend61

    Beim Thema Ernährung liegen die Berliner im Mittelfeld der Bundesländer, 47 Prozent ernähren sich gesund. Am gesündesten ernähren sich die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern: 52 Prozent der Befragten ernähren sich abwechslungsreich, das ist mehr als in allen anderen Bundesländern. Abwechslungsreich heißt: Vollkornprodukte und Milchprodukte, nicht zu viel Fleisch, einmal die Woche Fisch, viel Obst und Gemüse und nicht zu viel Süßes.

  • Bewegung

    imago/Westend61

    46 Prozent der Menschen sind nicht ausreichend körperlich aktiv. Der größte Teil der Bewegung beschränkt sich auf die Arbeit im Beruf und Zuhause. Diese Aktivität nimmt mit dem Alter kontinuierlich ab, damit aber auch die Aktivität in der Freizeit. Hier sticht Berlin ausnahmsweise positiv hervor: 57 Prozent der Menschen bewegen sich ausreichend, nur in Bayern ist diese Quote noch höher.

  • Stress

    imago/Westend61

    In Nordrhein-Westfalen lebt der höchste Anteil Menschen, die unter Stress leiden. Nur 47 Prozent der Befragten dort gehen gesund mit Stress um. Das bedeutet, nur wenig Stress zu empfinden und gute Ausgleichsmechanismen kennen. In Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich 55 Prozent der Menschen nicht oder nur wenig gestresst, das ist der höchste Wert gegenüber 52 Prozent im Bundesdurchschnitt.

  • Bildung

    imago/Rüdiger Wölk

    Am gesündesten leben Menschen mit mittlerer Reife, nämlich 13 Prozent davon. Das gelingt nur zehn Prozent der Personen mit einem abgeschlossenen Studium. Akademiker geben zwar häufiger an, wenig Alkohol zu trinken und sich ausgewogen zu ernähren, allerdings bewegen sich nur 41 Prozent von ihnen ausreichend. Bei den Teilnehmern mit Hauptschulabschluss ernähren sich nur 40 Prozent gesund. Beim Stressempfinden zeigen sich keine Unterschiede zwischen den Bildungsgraden.

  • Studie

    ERGO Versicherungsgruppe

    Das Meinungsforschungsinstitut GfK Nürnberg hat 3.102 Personen befragt, davon 337 Eltern sechs- bis zwölfjähriger Kinder. Pro Bundesland gab es mindestens 200 Befragte (außer Bremen und Saarland). Die wissenschaftliche Leitung lag bei Ingo Froböse und Birgit Wallmann-Sperlich vom Zentrum für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Erfragte Themenkomplexe waren wie in den Vorgängerstudien 2010 und 2012 fünf Gesundheitsbereiche: Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkohol und der Umgang mit Stress. Außerdem wurden in der Umfrage 2014 vier neue Themen hinterfragt: Sitzverhalten von Erwachsenen und Kindern sowie Bewegung und Medienverhalten von Kindern.

7,5 Stunden täglich sitzt der erwachsene Deutsche im Schnitt täglich auf seinem Hosenboden, meistens vor dem Fernseher. Wir bewegen uns viel zu wenig und sind damit ein schlechtes Vorbild für Kinder, wie eine neue Studie deutlich zeigt.

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