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Versunkene Städte: Warum sind viele antike Metropolen untergegangen?

Versunkene Städte: Warum sind viele antike Metropolen untergegangen?

Überall auf der Welt liegen antike Städte im Erdboden versunken. Nur durch Zufall wurden viele von ihnen entdeckt. Wer lebte hier einst? Welche Sprache sprachen die Menschen? Und warum gingen die einst so lebendigen Metropolen plötzlich unter?
  • Quang Nam Provinz

    Imago/Westend61

    Ob Pompeji am Fuß des Vesuvs oder die geheimnisumrankten Dschungeltempel von Angkor in Kambodscha - versunkene Städte aus längst vergangenen Zeiten stellen Archäologen und Altertumsforscher auf aller Welt vor immer neue Rätsel. Nicht wenige von ihnen wurden nur durch Zufall wiederentdeckt, oft erst nach Jahrhunderten. Waren sie einst wirtschaftliche Hochburgen, Mittelpunkte mächtiger Königreiche und blühende Metropolen, zeugen heute nur mehr ihre Ruinen von den glanzvollen Zeiten der Vergangenheit.

  • Machu Picchu

    Imago/Mint Images

    Hoch in den peruanischen Anden thront Machu Picchu, die spektakuläre „Wolkenstadt“ der Inka. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert war sie Teil des mächtigen Inka-Reichs, dessen Einfluss sich auf den kompletten Westteil Südamerikas erstreckte. Aufgrund ihrer einzigartigen Lage blieb sie sogar den spanischen Eroberern verborgen - und damit eine der wenigen Stätten der Inka, die von den Spaniern nicht im Goldrausch geplündert wurde.

  • Hiram Bingham

    Imago/Leemage

    Ihre erstaunlich hochentwickelten Häuser und Tempelanlagen blieben über zweihundert Jahre unentdeckt. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts zeigten Aufzeichnungen wieder erste Hinweise auf Machu Picchu. Und schließlich - im Juli 1911 - also vor ziemlich genau 100 Jahren, stieß der amerikanische Archäologe Hiram Bingham bei einer Expedition auf die Ruinen von Machu Picchu. Zwei Jahre dauerte es, bis er und sein Team weite Teile der vom Dschungel überwucherten Bauten freigelegt hatten. In den Ruinen entdeckte Bingham reiche Schätze - und das königliche Anwesen der Inka erstrahlte wieder in seiner ganzen Pracht.

  • Machu Picchu

    Imago/Westend61

    Warum die Inka ausgerechnet hier oben, in der Abgeschiedenheit des Gebirges von Peru, die Stadt Machu Picchu errichteten, ist bis heute unklar: Wahrscheinlich bereiteten sich ihre Könige dort auf ihre Eroberungszüge vor. Auch ist unbekannt, was mit der Bevölkerung geschah. Flohen sie vor den Spaniern? Wurden sie von einer Krankheitsepidemie ausgelöscht? Bis heute gibt es keine eindeutige Erklärung.

  • Pyramide in Teotihuacán

    Imago/imagebroker

    Die mexikanische Pyramidenstadt Teotihuacán existierte bereits um 600 vor Christus und war über 1.500 Jahre hinweg eine blühende Metropole. Die für damalige Verhältnisse gigantische Stadt - man schätzt, dass zu Hochzeiten rund 200.000 Menschen hier lebten - war das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Mesoamerikas. Bis heute weiß niemand, wer Teotihuacán gegründet hat, welches Volk hier lebte, welche Sprache es sprach oder warum die Stadt um das Jahr 750 herum aufgegeben wurde.

  • Stufen einer Pyramide in Teotihuacán

    Imago/imagebroker

    Die Azteken, die Mittelamerika erst fünfhundert Jahre später beherrschten, fanden lediglich einen verlassenen Ort vor. Beeindruckt von den spektakulären Pyramiden und Tempelanlagen gaben sie ihm den Namen Teotihuacán („wo der Mensch zu Gott wird“) - sie sahen in ihm den Geburtsort der Götter und verehrten ihn als Wallfahrtsstätte. Bis heute zieht die geheimnisvolle Stadt Touristen aus aller Welt an. Bis heute beeindruckt die Anlage vor allem durch ihre beiden großen Pyramiden, die nach Sonne und Mond benannt werden.

  • Modell von Tenochtitlán

    Imago/imagebroker/slepmann

    Rund fünfzig Kilometer von Teotihuacán befindet sich Tenochtitlán, die Hauptstadt des Aztekenreichs. Die Stadt fiel 1521 der spanischen Eroberung zum Opfer. Zwar hatten sich die Bewohner erbittert zur Wehr gesetzt, gegen die skrupellosen Konquistadoren hatten sie jedoch keine Chance. Dabei war Tenochtitlán im 16. Jahrhundert eine der größten Städte weltweit; man vermutet, dass hier damals rund hunderttausend Menschen lebten.

  • Kalender der Azteken

    Imago/Leemage

    Aquädukte, Pyramiden, Tempelanlagen und prächtige Plätze gehörten zum Stadtbild. Zwar gestatteten die Spanier den überlebenden Azteken, nach der Eroberung in die Stadt zurückzukehren. Sie hatten jedoch kein Interesse daran, mit ihnen das alte Tenochtitlán wieder aufzubauen. Aus den Überresten der zerstörten Häuser und Tempel schufen sie ihre eigene, neue Stadt: das heutige Mexiko-Stadt. Viele der ursprünglichen Anlagen sind daher für immer verloren.

  • Säulengang in Pompeji

    Imago/United Archives

    Am 24. August des Jahres 79 nach Christus brach der Vesuv aus - und begrub die antike Stadt Pompeji unter sich. Die Häuser und ihre Bewohner versanken in einer meterhohen Schicht aus Asche und Bimsstein. Zwar hatte es Anzeichen für einen bevorstehenden Vulkanausbruch gegeben, doch nur wenige Einwohner hatten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Die meisten der etwa acht- bis zehntausend Menschen wurden von dem Ausmaß der Katastrophe völlig überrascht.

  • Das Haus des Fauns

    Imago/Insidefoto

    Siebenhundert Jahre lang war Pompeji eine blühende Metropole am Mittelmeer gewesen, doch nach dem Vulkanausbruch geriet die Stadt völlig in Vergessenheit. Angehörige der Bewohner und Grabräuber hatten Wertgegenstände mitgenommen; die komplette Region blieb lange nur dünn besiedelt. Erst im 18. Jahrhundert entdeckten Forscher, dass im Erdboden eine nahezu perfekt konservierte römische Stadt schlummerte. Heute gilt Pompeji als eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten der Welt.

  • Akrotiri

    Imago/imagebroker

    Ein ähnliches Schicksal wie Pompeji erlitt die griechische Stadt Akrotiri auf der Kykladeninsel Santorin. Hier ereignet sich um das 17. Jahrhundert vor Christus einer der vermutlich stärksten Vulkanausbrüche der letzten 10.000 Jahre. Wie groß die so genannte „Minoische Eruption“ tatsächlich war, lässt sich heute nur erahnen. Viele Forscher glauben, dass er für das Ende der Minoer, der auf Kreta entstandenen ersten europäischen Hochkultur, verantwortlich war.

  • Akrotiri

    Imago/Westend61

    Die Bewohner von Akrotiri hatten noch versucht, sich mit Schiffen in Sicherheit zu bringen. Immerhin hatte ein Erdbeben rund fünfzig Jahre zuvor schon einmal weite Teile der Stadt zerstört. Doch offensichtlich kamen sie nicht weit: Auf keiner der Nachbarinseln finden sich Hinweise auf eine größere Einwanderungswelle. Vermutlich kamen die Menschen in den Schwefelgasen oder einem durch den Ausbruch ausgelösten Tsunami ums Leben. Akrotiri wurde erst 1967 von Archäologen wiederentdeckt. Sagenhafte 3.500 Jahre hatte die Stadt im Erdboden verschüttet gelegen.

  • Die hängenden Gärten von Babylon

    Imago/United_Archives

    Die biblische Stadt Babylon war eine der wichtigsten Metropolen des Antiken Orients. Hier befanden sich die berühmten Hängenden Gärten der Semiramis, eines der damaligen sieben Weltwunder. Rund zweitausend Jahre lang stand die Stadt im Zentrum verschiedener Kriege, Völkerwanderungen und politischer Veränderungen. Zuletzt regierte hier Alexander der Große, der Babylon zum Hauptsitz seines Reiches machte und schließlich, im Jahr 323 vor Christus, hier verstarb.

  • Statue von Alexander dem Großen

    Imago/imagebroker/theissen

    Nach seinem Tod verlor die Stadt alsbald an Bedeutung. Die Bewohner siedelten in andere Städte um, etwa in das aufstrebende Seleukia. Zurück blieben Ruinen - fast 1.900 Jahre lang. Heute liegt die Stadt im Irak, rund hundert Kilometer südlich von Bagdad. Der ehemalige Diktator Saddam Hussein hatte während seiner Herrschaft einige Teile des alten Babylons rekonstruieren lassen. Im Irakkrieg wurden diese allerdings erneut stark beschädigt.

  • Antonius-Pius Thermen in Karthago

    Imago/Peter Wildmann

    „Außerdem bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss...“ Mit diesen Worten beendete der römische Staatsmann Cato jede seiner Reden im Senat. Die Eroberung der nordafrikanischen Metropole hatten sich die Römer über hundert Jahre lang auf die Fahnen geschrieben. Kein Wunder: Karthago galt lange Zeit als die reichste Stadt des Mittelmeerraums, fast eine halbe Million Menschen sollen in und um Karthago gelebt haben.

  • Sieg der Römer über die karthagische Flotte

    Imago/imagebroker

    Dem aufstrebenden römischen Imperium war die Konkurrenz auf der anderen Seite des Mittelmeers ein Dorn im Auge. Während der drei Punischen Kriege setzten die Römer alles daran, Karthago zu zerstören - was ihnen im Jahr 146 vor Christus auch gelang. Seine Bedeutung verlor Karthago allerdings erst Jahrhunderte später - durch die Eroberung der Araber. Im siebten Jahrhundert zerstörten sie die Stadt und verlegten alle wichtigen Einrichtungen ins nahgelegene Tunis. Bis heute ist Karthago ein Vorort der tunesischen Hauptstadt geblieben. Die verbliebenen Ruinen sind eine beliebte Touristenattraktion.

  • historischer Raddampfer

    Imago/Imagebroker/strigl

    Auch nördlich von Mexiko, auf dem Gebiet der heutigen USA, gibt es versunkene Städte. Sie entstanden vor allem durch die Mississippi-Kultur, der einzigen Indianerkultur Nordamerikas, die befestigte Städte errichtete. Zentrum der Mississippi-Kultur und damals eine der größten Städte Nordamerikas war Cahokia im heutigen Bundesstaat Illinois. Schätzungen zufolge lebten bis zu 20.000 Menschen in der blühenden Metropole mitten in der Prärie. Die Bewohner lebten auf künstlich errichteten Hügeln, so genannten "Mounds". Der größte von ihnen ist bis heute zu besichtigen. Cahokia wurde etwa im Jahr 700 gegründet und existierte bis ins 15. Jahrhundert hinein. Warum die Stadt verlassen wurde, konnte bis heute nicht geklärt werden. Forscher vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt eine "kleine Eiszeit" über die Region hereinbrach und die Bewohner zur Aufgabe zwang. Auch Seuchen waren wohl ein ernstes Problem gewesen. Erst mit der Gründung heutiger Metropolen wie New York City oder Philadelphia entstanden auf dem Gebiet der USA wieder Städte von vergleichbarer Größe.

  • Çatalhöyük

    Imago/blickwinkel

    Eine der älstesten Städte der Welt ist Çatalhöyük (sprich: "Tschatal Höjük") in der Türkei. Ihre Anfänge reichen bis ins Jahr 9.400 vor Christus zurück. Die damaligen Siedler schlossen sich zusammen, um 7.400 vor Christus wurden die ersten Häuser errichtet, bald wuchs eine Stadt daraus. Archäologen glauben, dass in der Jungsteinzeit bis zu 8.000 Menschen in Catalhöyük lebten.

  • Çatalhöyük

    Istock FSYLN

    Höhlenmalereien, Grabbeigaben, Teile von altertümlichen Werkzeugen und Brandspuren erzählen heute von der einstigen Metropole. In Çatalhöyük gab es weder Gassen noch Straßen. Dicht an dicht standen die Lehmziegelhäuser; die Bewohner gelangten über Dachluken ins Innere. Vermutlich war die Stadt damals aufwändig geplant worden und kein Zufallsprodukt primitiver Siedler. Die Menschen waren Jäger und Sammler, betrieben aber auch Viehzucht und Ackerbau. Warum Çatalhöyük um das Jahr 5.700 vor Christus aufgegeben wurde, ist unklar.

  • Angkor

    Imago_fotoimedia

    In der Sprache der Khmer bedeutet Angkor "Stadt". Dennoch bestand die Region im heutigen Kambodscha genau genommen aus mehreren Städten. sie bildeten das zentrale Siedlungsgebiet der Khmer und den Mittelpunkt ihres historischen Königreichs. Berühmt ist Angkor bis heute für Angkor Wat, die größte Tempelanlage der Welt.

  • Yaksha-Wächter

    Imago/Imagebroker

    Vermutlich siedelten die ersten Menschen bereits um 5.000 vor Christus in Angkor. Zu Hochzeiten sollen sogar bis zu einer Million Menschen hier gelebt haben - damit wäre sie die damals größte Stadt der Welt gewesen. Da es jedoch keine schriftlichen Dokumente aus der Zeit des historischen Khmer-Königreichs gibt, beruhen viele Aussagen auf Vermutungen.

  • Kambodscha

    Imago/Westend61

    Angkor erlebte zahlreiche Höhen und Tiefen in seiner langen Geschichte und verlor erst im 15. Jahrhundert an Bedeutung. Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen verlegten die Khmer ihre Schaltzentrale nach Phnom Penh. Lange Zeit wurden die prunkvollen Bauten vom Urwald überwuchert. Völlig vergessen waren die Anlagen jedoch nie. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begann man schließlich mit einer umfangreichen Restaurierung der Ruinen.

  • Karakorum

    Imago/Xinhua

    Karakorum war die Hauptstadt des von Dschingis Khan gegründeten Mongolenreiches. War sie zu seinen Lebzeiten noch mehr eine Residenz gewesen, so wurde sie von seinem Sohn später zu einer umfangreichen Stadtanlage ausgebaut. Bald wurde Karakorum zum politischen und religiösen Zentrum des mächtigen Mongolenreichs.

  • Ulan Bator

    Imago/Xinhua

    Doch die Stadt konnte sich keine zweihundert Jahre halten: Im Jahr 1388 unterlag sie den chinesischen Angriffen und wurde vollständig zerstört. Zwar gab es Versuche, Karakorum wieder aufzubauen, jedoch ohne langfristigen Erfolg. Nach dem 16. Jahrhundert verfiel die Stadt. Erst vor sechzig Jahren begannen Archäologen mit umfangreichen Ausgrabungsarbeiten. Dabei stießen sie auch auf den Palast von Dschingis Khans Sohn.

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