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Unterhaltung ohne Zuckerguss: Die Serie „Girls“ zeigt das echte Leben in New York

Unterhaltung ohne Zuckerguss: Die Serie „Girls“ zeigt das echte Leben in New York

Vier junge Frauen im Big Apple, auf der Suche nach sich selbst, gefangen in den Wirren menschlicher Beziehungen. Manch einer denkt da spontan an die US-Erfolgsserie „Sex and the City“. Doch die Serie „Girls“ zeigt das Gegenteil: Hier geht es um schlechten Sex, menschliche Abgründe und das Leben von gebildeten Mittzwanzigern.
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    Hier lebt niemand nach den Regeln von Frauenzeitschriften oder Modemagazinen: Vor knapp drei Jahren lief die erste Folge der Serie „Girls“ in den USA an und sorgt seither für ordentlich Gesprächsstoff. Die Heldinnen der Serie sind weder einem Schönheitswahn verfallen, noch kümmern sie sich darum, die große Liebe zu finden. Stattdessen sind sie alle etwas kaputt und schonungslos ehrlich. Wie auch die Generation Y. Die Menschen dieser Generation, auch als Millennials bezeichnet, waren zwischen 1990 und 2010 Teenager, sind gut ausgebildet und mit der Digitalisierung groß geworden. „Girls“ spricht genau diese Zielgruppe an und erzählt somit die Geschichte von vier jungen Frauen, die das Leben im alternativen Brooklyn in New York in einer Zeit der Wirtschaftskrise, Digitalisierung und Selbstfindung meistern.

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    Von 1998 bis 2004 entführte „Sex and the City“ (SATC) die Zuschauer weltweit in eine Welt, in der New York bonbonfarben war und das Leben aus wenig Arbeit, dafür jedoch aus ausgiebigen Shopping-Touren und täglichen Abendessen in Restaurants bestand. Immer mit dabei waren die besten Freundinnen, die Suche nach der großen Liebe und das leichte Leben in einer Weltmetropole. Ohne Geldnot, ohne Ängste und ohne Probleme, verkaufte „SATC“ ein Leben, welches in Zuckerwatte gehüllt war. Auch die beiden Filme zeigten nur bedingt Schattenseiten im Leben von Carrie, Miranda, Samantha und Charlotte. Das ist jetzt vorbei: Statt Manolo Blahniks in Manhattan, zeigt „Girls“ Menschen mit Sorgen, Ängsten und schlechter Kleidung in Brooklyn.

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    Von links nach rechts auf dem Bild: Shoshanna (Zosia Mamet), Hannah (Lena Dunham), Jessa (Jemima Kirke) und Marnie (Allison Williams) sind Mitte 20, gebildet, leben in New York und versuchen ihr Leben mit wenig Geld und Gelegenheitsjobs zu meistern. Die Hauptfigur Hannah verfolgt eine Schriftstellerkarriere, scheitert jedoch meistens an ihrer egozentrischen Art und ihren psychischen Problemen. Sie und Marnie kennen sich bereits aus Unizeiten und teilen sich anfangs eine Wohnung. Marnie ist schön, bedacht und stammt aus guten Familienverhältnissen. Die lebensfrohe, jedoch unzuverlässige Jessa spielt gern mit ihren Reizen und verbreitet mit ihren Drogenexzessen ständiges Chaos, während ihre jüngere Cousine Shoshanna diszipliniert versucht einen guten Uniabschluss zu machen. In Zeiten der „Bad Economy“ in den USA, suchen die vier Frauen in erster Linie nach sich selbst. Dabei geraten sie von einer unangenehmen Situation in die nächste.

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    In „SATC“ ging es vor allem um eines: die Suche nach der großen Liebe. Zwar dauerte es sechs Staffeln und einen Kinofilm bis Carrie und ihr Mr. Big endlich richtig zueinanderfanden, doch war die Serie größtenteils auf Liebesbeziehungen ausgelegt. Obwohl Samantha sexuell sehr offen war und ständig wechselnde Partnerschaften hatte, provoziert „Girls“ beim Thema Sex auf ganz andere Weise. Die gezeigten Sexszenen sind für amerikanische Verhältnisse sehr offen gedreht. Die dargestellten Bilder sind weder romantisch, noch geschönt. Stattdessen gibt es viel nackte Haut, wenig perfekte Körper und unbeholfene, fast schon peinliche Szenen. Lena Dunham, der kreative Kopf hinter „Girls“, hat sich bewusst dazu entschieden, die Thematik auf diese Weise zu behandeln. Sie selbst spielt nicht nur die Hauptrolle der Hannah, sondern schreibt, produziert und führt Regie für die Serie mit. Ihrer Meinung nach sei Sex oftmals weder schön, noch romantisch. Sie selbst geht in der Rolle der Hannah sehr offen mit ihrer eigenen Sexualität um und hat kein Problem damit ihren Körper – trotz fehlender Modelmaße – häufig zu entblößen.

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    Carrie Bradshaw aus „SATC“ konnte sich als Kolumnistin ein Leben in einer großen Wohnung in Manhattan, tägliche Abendessen mit Freundinnen und sehr viele Designerklamotten leisten. Dass diese Tatsache nur wenig mit einem realistischen Leben in einer Großstadt wie New York zu tun hat, war den Fans der Serie bewusst. Dennoch feierte „SATC“ weltweit unglaubliche Erfolge. Selbst die Wiederholungen der Sendung liefen in Deutschland vor wenigen Jahren noch mit über zwei Millionen Zuschauern pro Folge. Bei „Girls“ schauen derzeit im Schnitt konstant knapp eine Millionen Menschen in den USA zu. In dieser Serie ist der Big Apple im Gegensatz zu „SATC“ eine graue Stadt, in der es nur knappen Wohnraum, dafür jedoch Platz für menschliche Abgründe gibt. „Girls“ spielt mit dem unperfekten Bild einer Generation, die wenig Geld zur Verfügung hat und die in einer digitalisierten Welt lebt, in der es keinen Raum für romantische Vorstellungen von Partnerschaften gibt. Stattdessen gibt es Drogen, Arbeitslosigkeit und den harten Kampf um berufliche Anerkennung. Was bleibt, sind die alten Träume der Selbstverwirklichung von jungen Menschen und dem Leben in einer großartigen Metropole.

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    Menschliche Beziehungen haben ihre Höhen und Tiefen. Carrie und ihre drei besten Freundinnen genossen in „SATC“ für die meiste Zeit gemeinsame Höhen. Streit gab es in der Comedy-Serie nur äußerst selten. Im neuen New York sieht das anders aus: Hannah, Marnie, Jessa und Shoshanna geraten häufig aneinander, sind nicht immer einer Meinung und führen sehr unterschiedliche Leben. Die vier jungen Frauen haben viel mit sich selbst zu kämpfen und können sich dabei nicht immer aufeinander verlassen. Hannah verletzt mit ihrer egozentrischen Art häufig ihre Freundinnen; auch auf Jessa ist zum größten Teil kein Verlass. „Girls“ zeigt die Schattenseiten von Freundschaften und beweist damit, dass auch negative Erfahrungen und zwischenmenschliche Enttäuschungen zum normalen Alltag gehören. Besonders in einer Stadt wie New York, wo viele Abenteuer, Reize und auch neue Freundschaften auf die Bewohner warten. Die direkte, ehrliche und unverblümte Art der Umgangsweise miteinander, macht die Charaktere aus „Girls“ so interessant.

  • imago/United Archives International

    Am 12. April 2012 lief die erste Folge von „Girls“ auf HBO im US-amerikanischen Fernsehen. Kritiker lobten die Serie von Anfang an für das ehrliche und authentische Bild, das die jungen New Yorkerinnen vermitteln. Seit dem Start räumt „Girls“ sämtliche Preise ab: darunter bereits mehrere Emmy‘s, Golden Globes und sogar den Critics Choice Award. Wenige Monate nach dem Serienstart in den USA lief die Sendung erstmals in Deutschland. Auch Kritiker hierzulande zeigten sich begeistert, vor allem davon, dass sich jemand nach der „SATC“-Ära traute, ein anderes Bild vom Leben in New York zu zeigen. Derzeit läuft bereits die vierte Staffel von „Girls“.

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    Sie ist der kreative Kopf hinter der Serie: Lena Dunham. Die gerade einmal 28-Jährige feiert weltweit Erfolge. Sie ist in New York geboren, studierte Kreatives Schreiben am renommierten Oberlin College in Ohio und stammt aus einer Künstlerfamilie. Im zarten Alter von 20 Jahren drehte sie bereits ihren ersten Spielfilm namens „Tiny Furniture“. Kritiker wurden daraufhin auf sie aufmerksam und ebneten somit ihren Weg zum amerikanischen Kabelsender HBO, der unter anderem für Produktionen wie „Breaking Bad“ bekannt ist. Dunham spielt in der Serie „Girls“ nicht nur die Hauptrolle der Hannah Horvath, sondern wirkt auch gleichzeitig als Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin mit. Für ihre ehrliche und direkte Darstellung und Beschreibung des New Yorker Lebens der heutigen Zeit, wird die junge Frau umjubelt und als Ikone des modernen Feminismus gefeiert.

  • imago/UPIPhoto

    Lena Dunham ist keins dieser typischen It-Girls mit Modelmaßen und einem süßen Auftreten. Trotzdem war sie die erste Schriftstellerin, die es seit geraumer Zeit auf die amerikanische Vogue geschafft hat. Selbst Präsident Barack Obama hat Lena Dunham darum gebeten, einen kurzen Videofilm für seinen Wahlkampf zu drehen. Mit über zwei Millionen Followern auf Twitter zählt die Schauspielerin zu einer wichtigen Persönlichkeit ihrer Generation. Sie schreibt nicht nur für eins der einflussreichsten Magazine Amerikas – den New Yorker – sondern hat auch im vergangenen Jahr ihr erstes Buch „Not That Kind of Girl“ veröffentlicht. New York beschreibt sie darin im Satz: „Wir machen uns zum Sklaven eines Ortes, der uns eigentlich gar nicht will“. Lena Dunham präsentiert sich in der Serie „Girls“ schamlos nackt und steht dabei zu ihrem ganz normalen Körper. Dafür wurde sie vielfach gelobt. Das Time Magazine wählte sie 2013 zu den 100 einflussreichsten Menschen weltweit.

  • imago/FutureImage

    „Girls“ musste trotz weltweiter Erfolge auch große Kritik einstecken. Dunham wird häufig vorgeworfen, sie sei zu jung und zu narzisstisch, um sie als Künstlerin tatsächlich ernst zu nehmen. Zudem stammen alle vier Hauptdarstellerinnen aus der privilegierten Bourgeoisie und würden somit aus Sicht einer gebildeten, weißen Mittelschicht heraus argumentieren und spielen. Auch rassistische Vorwürfe gab es bereits, da keine Darsteller anderer Hautfarbe in der Serie zu sehen seien. Mit diesen Argumenten solle der Anspruch auf realitätsnahe und wahre Schilderung des Lebens von Mittzwanzigern in New York widerlegt sein, obwohl Dunham angibt, in der Serie auch autobiografische Elemente zu verbauen.

Vier junge Frauen im Big Apple, auf der Suche nach sich selbst, gefangen in den Wirren menschlicher Beziehungen. Die Serie „Girls“ zeigt das echte Leben in New York.

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