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Chinesische Dynastie

Terrakottasoldaten und tote Fische: Der erste Kaiser von China

Terrakottasoldaten und tote Fische: Der erste Kaiser von China

Er war der erste Kaiser Chinas, ein größenwahnsinniger Bautyrann und ein blutiger Kriegsmacher: Qin Shi Huangdi. Seine Dynastie war die kürzeste und vermutlich auch die brutalste in der chinesischen Geschichte. Doch er gründete auch das chinesische Kaiserreich und führte eine standardisierte Sprache für den Vielvölkerstaat China ein.
  • Statue von Qin Shi Huangdi

    Imago/Xinhua

    Qin Shi Huangdi ist vielen Chinesen als bauwütiger Tyrann bekannt: Er baute ein riesiges Mausoleum, verband als erster die chinesische Mauer zu einem gigantischen Schutzwall und ließ in seinem Kaiserreich zahlreiche Paläste bauen. Auch wenn es kaum zeitgenössische schriftliche Quellen oder Bilder über ihn gibt, haben Chinesen und Archäologen eine klare Vorstellung von Kaiser Qin. Der Großteil von dem, was heute über den Ersten Kaiser Chinas bekannt ist, stammt vor allem vom chinesischen Geschichtsschreiber Sima Qian. Knapp fünfzig Jahre nach der Qin-Dynastie schrieb er als erster die chinesische Geschichte nieder – vom Gelben Kaiser Huáng Dì (2696-2598 vor Christus) bis zum legendären Han-Kaiser Wǔdì (141-87 vor Christus).

  • Kaiserthron

    Imago/sepp spiegl

    Geboren wurde Chinas erster Kaiser als Yíng Zhéng im Jahr 259 vor Christus. Als Sohn des jüngsten Kronprinzen stand er in der Thronfolge sehr weit unten. Doch durch den frühen Tod seines Vaters und mit der Hilfe von geschickten Intrigen, die von seiner Mutter und dem Familienfreund Lü Büwei eingefädelt wurden, konnte er bereits mit 13 Jahren den Thron des Qin-Königreiches besteigen. Da Yíng Zhéng mit seinen 13 Jahren noch offiziell unmündig war, regierte er zusammen mit Lü Buwei von 247 bis 238 vor Christus, bis er diesen wegen Verdachts auf Verrat ins Exil schickt. Ab da stand das Königreich Qin unter seiner Alleinherrschaft – und nach weiteren 17 Jahren und zahllosen Kriegen ernannte er sich schließlich selbst zum Kaiser Qin Shi Huangdi, übersetzt „erster erhabener Gottkaiser von Qin“. Das Bild zeigt den Kaiserthron in der Verbotenen Stadt in Peking.

  • Grabstein

    Imago/Xinhua

    Qin war damals nicht nur das größte, sondern auch das reichste und militärisch bestaufgestellte Reich im damaligen China. Bis 221 vor Christus unterwarf Yíng Zhèng sechs einander verfeindete Reiche und gründete noch im selben Jahr das chinesische Kaiserreich. Nicht nur seine Feinde hatten große Verluste, auch Qins Armee musste Opfer bringen. Knapp 17 Jahre lang herrschte im Reich der Mitte ein grausamer und blutiger Krieg, da auch andere Königreiche ein Kaisertum anstrebten.

  • Chinesische Schrift

    Imago/imagebroker/grassegger

    Nachdem Kaiser Qin die kämpfenden Königreiche unter Zwang vereinte, führte er im gesamten Kaiserreich ein einheitliches System für Schrift, Währung und Gewicht ein. Die heutige standardisierte Sprache in der Volksrepublik China geht auf ihn zurück.

  • Chinesische Mauer

    Imago/Westend61

    Im heutigen China ist der erste Kaiser als ein größenwahnsinniger Bautyrann verrufen. Schon zu Beginn seiner Regierungszeit gab er den Bau seiner eigenen Grabanlage in Auftrag. Zu dem verband er, wie etliche Kaiser nach ihm, bestehende Schutzwälle zur Chinesischen Mauer. Ebenso ließ er hunderte Paläste, Parks und Pavillons in der damaligen Hauptstadt Xianyang, etwa 25 Kilometer von Xi’an entfernt, errichten. Sein Kaiserpalast, heute unter dem Namen Epang-Palast bekannt, konnte vor seinem Tod im Jahr 210 vor Christus allerdings nicht fertig gebaut werden. Lediglich die Haupthalle und Terrassen des Palastes wurden fertiggestellt.

  • Terrakottaarmee

    Imago/Fabian Matzerath

    Qins Größenwahn wird vor allem durch die Größe seiner Grabanlage deutlich: Knapp zwanzig Quadratkilometer beträgt die Fläche der gesamten Anlage mit unzähligen Gruben, Gängen und Kammern. In ihr, also direkt in der Grabkammer, ließ der erste Kaiser Chinas eine 8.000 Mann große Terrakottaarmee fertigen, die ihn ins Jenseits begleiten sollte. Als Qin im Jahr 210 vor Christus auf einer Reise durch sein Kaiserreich starb, wurde sein Tod von seinen Ministern zwei Monate lang geheim gehalten. So sollten Aufstände der unterdrückten Bevölkerung verhindert werden. Laut Geschichtsschreiber Sima Qian wurde seine Leiche deshalb auch zusammen mit tausend Tonnen Fisch zur Grabanlage transportiert: Qins Minister hatten Angst, dass der Leichengeruch des Kaisers zu stark wäre, um seinen Tod erfolgreich zu verheimlichen.

  • Grabhügel

    Imago/Xinhua

    Zusammen mit seinen Konkubinen und den Handwerkern der Grabanlage, die allesamt lebendig begraben werden mussten, wurde der erste Kaiser Chinas in seiner riesigen Grabanlage beigesetzt. Unter einem 78 Meter hohen Grabhügel befindet sich das immer noch ungeöffnete Grab. In der chinesischen Antike spielte die Größe von Grabhügeln eine wichtige Rolle: Je höher dieser war, desto wichtiger war sein Status. Obwohl Archäologen lange bekannt war, dass sich Qins Mausoleum in der Nähe von Xi’an befindet, fand man erst 1974 ein Teil der 2.220 Jahre alten Grabanlage zufällig bei Brunnenarbeiten.

Er war der erste Kaiser Chinas, ein größenwahnsinniger Bautyrann und ein blutiger Kriegsmacher: Qin Shi Huangdi. Seine Dynastie war die kürzeste und vermutlich auch die brutalste in der chinesischen Geschichte. Doch er gründete auch das chinesische Kaiserreich und führte eine standardisierte Sprache für den Vielvölkerstaat China ein.

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