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„Stichwahl“: Erstaunliche Tattoo-Fakten

„Stichwahl“: Erstaunliche Tattoo-Fakten

Tätowierungen sind nur etwas für Seefahrer und Häftlinge? Diese Ansicht ist längst nicht mehr zeitgemäß: Der dauerhafte Körperschmuck ist regelrecht zum alltäglichen Modetrend avanciert. Woher sie kommen, wer sie trägt und was sie bedeuten.
  • Sticheleien unter Promis

    Imago/APress

    Auch ein schöner Rücken kann entzücken – so wie der von Angelina Jolie. Neben einem Gebet in Khmer, der Amtssprache Kambodschas, liest man: „Know Your Rights!“ Aus ihrem Oberarm hat die Film-Diva zudem eine private Landkarte gemacht: Dort sind die Koordinaten der Geburtsorte ihrer Kinder verewigt. Kein Einzelfall: Prominente wie Jolie, Madonna, Robbie Williams und Johnny Depp haben Tattoos salonfähig gemacht. In Deutschland sorgte sogar die damalige Bundespräsidenten-Gattin Bettina Wulff mit ihrer Tätowierung für Schlagzeilen.

  • Woher stammen die ersten Tattoos?

    Imago/Südtirolfoto

    Es gibt kein zweifelsfrei identifizierbares Herkunftsland der Tätowierungen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass verschiedene Kulturen rund um den Globus unabhängig voneinander auf die Idee kamen, ihre Körper für die Ewigkeit zu verzieren. Schon die berühmte Alpen-Mumie Ötzi hatte Zeichen auf der Haut, die vermutlich mit Nadeln gestochen wurden. In Chile gefundene Mumien mit Tätowierungen an Händen und Füßen beweisen, dass man dort bereits vor 7.000 Jahren Modetrends setzte.

  • Tattoos mit einer Botschaft

    Imago/Mint Images

    Auch moderne Tätowierungen können geheime Botschaften enthalten, doch besaßen Tattoos in früheren Zeiten rituelle und religiöse Bedeutungen . Bei den Maori beispielsweise wiesen die Hautzeichen, die Körper und Gesicht schmückten, auf den sozialen Status hin. Das Tätowieren war damals äußerst schmerzhaft, denn das Werkzeug für die Verzierungen war ein zum Meißel umfunktionierter, geschärfter Knochen.

  • Stimmt das Klischee von den Knastzeichen?

    Imago/Haytham Pictures

    Von altmodischen Kritikern müssen sich Tattoo-Fans bis heute noch anhören, die Körperverzierungen seien typisch für das Verbrechermilieu. Das ist natürlich Unsinn. Der wahre Kern: Tätowierungen drückten manchmal die Mitgliedschaft in kriminellen Gruppen aus. Beispielsweise von den japanischen Yakuza. Sogenannte Knast-Tätowierungen sind selten reiner Körperschmuck. Sie können unter Insidern Hinweise auf die hierarchische Stellung, die Straftaten oder auch Drohungen sowie Ausbruchspläne geben.

  • Wo treffen die meisten Tätowierten aufeinander?

    Imago/Lars Reimann

    Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Besonders gut kann man sich vom Wahrheitsgehalt dieser Redewendung auf der Tattoo Convention in Berlin überzeugen. Der Event in der Hauptstadt findet Anfang August statt und genießt den Ruf als wichtigste Tattoo-Messe Deutschlands. Weltweit gilt die Las Vegas Tattoo Show als bedeutendstes Event der Stichkunst.

  • Wie entsteht eine Tätowierung?

    Imago/Xinhua

    Was haben Smartphone-Display, Fernseher und Tattoo gemeinsam? Das Gesamtbild entsteht durch die Anordnung kleiner Punkte. Bei einer Full HD-Auflösung sind dazu über zwei Millionen solcher Bildpunkte – besser bekannt als Pixel – nötig. Zum Glück benötigen Tätowierer nicht Millionen von Punkten, um ein gestochen scharfes Bild zu produzieren. Bei der Punktierung wird ein Farbmittel in die mittlere Hautschicht (Dermis) gebracht. In der Regel wird mit einer elektrischen Tätowiermaschine, in der Szene „Gun“ genannt, gearbeitet. Diese schafft zwischen 800 bis 7.500 Bewegungen pro Minute. Dass die Tätowierung dauerhaft erhalten bleibt, ist dem natürlichen Heilungsprozess der Haut zu verdanken: Die Farbpigmente werden durch körpereigene Zellen eingekapselt. So wird das Körpergemälde „konserviert“.

  • Gibt es Risiken?

    Imago/Pixsell

    Bei der Wahl des Tätowierers sollte man nicht nur auf dessen Kunstfertigkeit vertrauen, sondern auch schauen, dass er die Hygienevorschriften einhält. Sonst kann es zu Infektionen kommen. Selbst eine Hepatitis- oder gar HIV-Infektion ist möglich, wenn auch äußerst unwahrscheinlich. Einen verantwortungsbewussten Tätowierer erkennt man nicht nur daran, dass er sich Zeit für ein beratendes Vorgespräch nimmt, sondern auch die Instrumente sterilisiert und die Haut desinfiziert. Ein Risiko, vor allem für Allergiker, stellt zudem die Tätowierfarbe dar. Auch stehen manche Bestandteile der Farben im Verdacht, unter Sonnenlicht in gesundheitsgefährdende Stoffe zu zerfallen.

  • Gezeichnet für immer?

    Imago/Karina Hessland

    Will man den Rest seines Lebens das gleiche Motiv anstarren? Neben der Angst vor Schmerzen hält genau dieser Gedanke viele von der Hautverzierung ab. Mittlerweile gibt es allerdings die Möglichkeit, sich Tattoos mit Lasertechnik entfernen zu lassen. Bei der Laserbehandlung bricht die Hitze die Zellen auf, in welche die Farbpigmente eingeschlossen sind. Diese zerbersten durch die Lichtabsorption. Möglich ist dies allerdings nur, wenn abbaubare Farbstoffe zum Einsatz kamen. Auch flüssige Tattoo-Entferner mit Milchsäure sowie Diathermie stehen zur Wahl. Bei letzterer Methode werden umliegende Hautzellen zerstört und mitsamt den Farbpigmenten abgeschieden.

  • Aus der Schublade in den Mainstream

    seelen-photographie.de

    Digital Artist Sven Seele arbeitet gern mit Tattoo-Models. „Jedes Model ist durch seine Tattoos einzigartig, so gleicht kein Foto dem anderen.“ Er beobachtet die veränderte öffentliche Wahrnehmung des Themas. „Früher wurden Menschen mit Tattoos gern in eine Schublade gesteckt, heute ist daraus eine Art Lebenskultur geworden.“

  • Einblicke in die Seele

    seelen-photographie.de

    Seelen bringt auf den Punkt, was seiner Meinung nach die Faszination der Körperkunst ausmacht: „Die Menschen versuchen, durch Ihre Tattoos ihre Seele zu zeigen. Jedes Tattoo hat eine Bedeutung, die man mit sich trägt und nach außen zeigt - aber nicht jeder kennt direkt die Bedeutung.“

  • Lebendige Leinwand

    carloskella.de

    Auch Fotograf Carlos Kella aus Hamburg weiß den „Mehrwert“ eines tätowierten Models zu schätzen: „Jedes Model allein ist quasi schon ein Kunstwerk für sich.“

  • Sind Tattoos bald spießig?

    carloskella.de

    Während Tattoos zunächst in Jugend-Subkulturen eine Renaissance erlebten, sind sie heute ein alltäglicher Körperschmuck. Ihre zunehmende Beliebtheit sagt Kella bereits voraus: „Ich gehe davon aus, dass dieser Trend – gerade in der Fotografie – ins Gegenteil umschlagen könnte. Dann werden nicht mehr die tätowierten Modelle das Besondere sein, sondern die Nichttätowierten.“ Bis man am Badestrand ohne Tattoo als Exot gilt, dürfte noch einige Zeit vergehen…

  • Sind Tattoos sexy?

    carloskella.de

    Ob man den Körperschmuck anziehend findet oder nicht, ist ebenso eine Geschmackssache wie die Frage, wie viel Körperfläche Tattoos in Anspruch nehmen dürfen, bevor man zu viel des Guten auf der Haut trägt. Wer so gar nichts mit der Stichkunst anfangen kann, sollte einen Blick in Carlos Kellas Bildband „Photos, Love & Stories (SWAY Books) werfen. Der Fotograf setzt attraktive Models gekonnt in Szene – egal ob mit oder ohne Tattoo.

Tätowierungen sind nur etwas für Seefahrer und Häftlinge? Diese Ansicht ist längst nicht mehr zeitgemäß: Der dauerhafte Körperschmuck ist regelrecht zum alltäglichen Modetrend avanciert. Woher sie kommen, wer sie trägt und was sie bedeuten.

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