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Sternklare Finsternis: Die dunkelsten Orte der Erde

Sternklare Finsternis: Die dunkelsten Orte der Erde

Manche Regionen der Erde sind so dünn besiedelt, dass es nachts einfach nur stockfinster ist. Der Sternenhimmel bietet dort fantastische Schauspiele, die Milchstraße wirkt fast dreidimensional. Auch in Deutschland gibt es einen solchen „Sternenpark“.
  • Milchstraße im Nachthimmel

    iStock/standret

    Nirgendwo in Deutschland strahlen die Sterne klarer, heller und zahlreicher als in Gülpe: Das 160-Seelen-Nest gilt als dunkelster Ort des Landes. Etwa 80 Kilometer westlich von Berlin im Naturpark Westhavelland gelegen, ist es hier so dunkel wie nur noch an wenigen anderen Orten der Welt. Grund genug für die „International Dark Sky Association“ (IDA), den Naturpark am 12. Februar 2014 als Deutschlands ersten „Sternenpark“ auszuzeichnen.

  • Milchstraße

    iStock/sripfoto

    Das Bundesland Brandenburg ist generell dünn besiedelt, der Naturpark Westhavelland ganz besonders. In Regionen ohne große menschliche Siedlungen strahlt kaum künstliches Licht in den Nachthimmel, die Sterne funkeln hier besonders spektakulär. Trotz der nahen Metropole Berlin kann man im Westhavelland die Milchstraße mit ihren unzähligen Einzelsternen als plastisches Gebilde am Firmament erleben. Nach ersten Lichtmessungen im Jahr 2009 liefen die Planungen für einen Sternenpark und Lichtschutzgebiet an. Jetzt umfasst der neue Sternenpark, der in Kern-, Puffer- und Außenzone unterteilt ist, den gesamten Naturpark mit seinen 1.315 Quadratkilometern. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten für Astronomen und andere Sternenfreunde bestehen in der 40 Quadratkilometer großen Kernzone, zwischen Gülpe und Nennhausen.

  • Sternenhimmel

    iStock/idizimage

    Genau wie Naturschutzgebiete, können auch Gebiete mit besonders dunklem Himmel geschützt werden. In unserer modernen Gesellschaft wird jede Menge künstliches Licht erzeugt, das den Nachthimmel aufhellt und die Sterne verschleiert. Ein Sternenpark ist ein speziell ausgewiesenes Gebiet mit weitgehend natürlicher Nachtlandschaft und sternenreichem Himmel. Ziele sind auch der Schutz und die Erforschung nachtaktiver Tiere sowie eine Sensibilisierung im Umgang mit künstlichem Licht. Der begehrte Titel „Sternenpark“ wird nur an wenige ausgewählte Regionen verliehen. 24 Sternenparks gibt es bislang weltweit, davon acht in Europa.

  • hell erleuchtete Metropole

    iStock/Meinzahn

    Mehr als sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde – und nutzen jede Menge künstlicher Lichtquellen. Betrachtet man unseren Planeten aus dem All, erkennt man die Ballungsräume menschlicher Siedlungen als leuchtende Felder. In anderen Regionen wiederum ist es stockfinster. Hier leben keine oder nur wenige Menschen, es gibt keine Großstädte, Industriegebiete oder Flughäfen. An solchen Orten lässt sich der Sternenhimmel besonders gut erforschen. Mit speziellen Geräten können Astronomen die Helligkeit des Himmels messen – und so auch diejenigen Regionen aufspüren, die besonders gut für ihre Forschungszwecke geeignet sind.

  • hell erleuchtete Straßen in Großstadt

    iStock/snvv

    Zu hohe Lichtmengen, unnötige oder falsch platzierte Beleuchtung und grelle Lichtfarben sorgen dafür, dass in dicht besiedelten Gebieten oft kaum noch Sterne am Himmel zu sehen sind. Auch nachtaktive Tiere werden durch das Licht in ihrer Lebensweise beeinträchtigt oder gleich ganz verdrängt. Als „Lichtverschmutzung“ wird jenes Licht bezeichnet, das mit künstlichen Quellen erzeugt wird und den Nachthimmel unnatürlich erhellt. Über Millionen von Jahren hat sich das Leben an den Wechsel von hell und dunkel angepasst – und ist abhängig von ihm. Deshalb greift Lichtverschmutzung auch störend in den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus von uns Menschen ein. Die Beobachtung des Sternenhimmels gilt hingegen als eine der ältesten Wissenschaften der Menschheitsgeschichte – und damit auch als zu schützendes Kulturgut.

  • Sternenhimmel auf La Palma

    Imago/GranAngular

    Die Kanareninsel La Palma gilt als eines der astronomischen Paradiese der Erde und ist ein Mekka für Sternbeobachter. Weil die nächtliche Beleuchtung auf der gesamten Insel streng geregelt ist, herrschen optimale Bedingungen für die Himmelsbeobachtungen. Hot Spot für Experten ist der rund 2.400 Meter hohe Berg Roque de los Muchachos, auf dem ein leistungsstarkes Observatorium steht. Das 2009 in Betrieb genommene Spiegelteleskop GRANTECAN gilt als weltweit größtes seiner Art.

  • Alma-Observatorium in der Atacama-Wüste

    Imago/Xinhua

    Riesenhafte Antennen ragen in den sternklaren Himmel über der chilenischen Atacama-Wüste: Das ALMA-Observatorium steht auf dem Chajnantor-Plateau, in rund 5.000 Meter Höhe. Das weltweit größte Radioteleskop verfügt über 66 gigantische Einzelantennen. Die Atacama-Wüste gilt als einer der trockensten und einsamsten Orte der Welt. Auch deshalb wurde die abgelegene Region als Standort für das 2013 fertiggestellt Super-Teleskop ausgewählt.

  • Ayers Rock im Sonnenuntergang

    Imago/BE&W

    Kein Kunstlicht weit und breit, nirgendwo im Outback Australiens: Das Landesinnere des Kontinents bietet fantastische Beobachtungsmöglichkeiten für den Sternenhimmel der Südhalbkugel. Ein beliebter Anlaufpunkt für Himmelsgucker ist der Ayers Rock. Nach einem spektakulären Sonnenuntergang über dem 350 Meter hohen Monolith herrscht freie Sicht auf das Kreuz des Südens.

  • Zelt im Death Valley National Park bei Nacht

    Imago/imagebroker

    Der Death Valley National Park ist das größte Lichtschutzgebiet der USA – und das zweitgrößte weltweit. Weit entfernt schimmern die Lichter der Spielermetropole Las Vegas. Der Himmel über dem in der Mojave-Wüste gelegenen Death Valley ist laut International Dark Sky Association fast so dunkel „wie vor Entstehung der Städte“. Die astronomischen Objekte, die von hier aus sichtbar sind, können nur von den allerfinstersten Orten der Erdoberfläche aus beobachtet werden.

  • Mauna Kea Observatorium auf Hawaii

    Imago/Westend61

    Der 4.205 Meter hohe Gipfel des Vulkans Mauna Kea auf Hawaii ist eine fantastische Welt über den Wolken. Er beherbergt eines der bedeutendsten astronomischen Observatorien unserer Zeit. Obwohl die Teleskope am Mauna Kea von Universitäten und Institutionen aus insgesamt elf Nationen betrieben werden, werden sie kollektiv als „Mauna-Kea-Observatorium“ bezeichnet. Der Standort eignet sich optimal für die Sternenbeobachtung, da die Luft in dieser Höhe sehr dünn und extrem trocken ist – eine Voraussetzung für die Infrarotastronomie. Weiterhin ist die Luft so gut wie frei von Verwirbelungen und die Zahl der klaren Nächte besonders hoch.

  • Kitt Peak Observatorium in Arizona

    Imago/All Canada Photos

    Etwa 50 Kilometer westlich der Stadt Tucson im US-Bundesstaat Arizona steht auf dem 2.095 Meter hohen Kitt Peak eine ganze Reihe optischer Teleskope. Nicht nur professionelle Sternenforscher, auch Hobbyastronomen können von den 24 Kuppeln aus in den Himmel schauen und nach unbekannten Objekten suchen. Bereits im Jahr 1958 wurde der Kitt Peak als Standort für das Nationalobservatorium der USA ausgewählt.

  • Dunkler Sternenhimmel

    Imago/imagebroker

    Ist der Naturpark Westhavelland das einzige Paradies für Sternenbeobachter in Deutschland? Mitnichten: Auch im Biosphärenreservat Rhön und einer Handvoll weiteren Gegenden gibt es Initiativen für die Einrichtungen eines Sternenparks. Im Nationalpark Eifel wurde bereits bei Einrichtung des Schutzgebietes die Möglichkeit eines Lichtschutzgebietes angedacht. Nun erhielt auch diese Region das Prädikat eines Sternenparks der International Dark Sky Association – zumindest vorläufig. Das Anerkennungsverfahren läuft weiter. Und von wo aus auch immer man den Himmel beobachtet: Mit ein bisschen Glück kann jeder spannende Objekte, Sternenbilder und weitere Himmelskörper entdecken.

Manche Regionen der Erde sind so dünn besiedelt, dass es nachts einfach nur stockfinster ist. Der Sternenhimmel bietet dort fantastische Schauspiele, die Milchstraße wirkt fast dreidimensional. Auch in Deutschland gibt es einen solchen „Sternenpark“.

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