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Fotografie

Polaroid: Die Kamera mit dem eingebauten Fotolabor

Polaroid: Die Kamera mit dem eingebauten Fotolabor

Ein Klick, ein lautes Brummen, ein bisschen warten: Seit mehr als fünfzig Jahren ermöglichen uns Polaroid-Kameras, farbige Bilder sofort in der Hand zu halten. Dabei ist die Technik dahinter schon wesentlich älter als der Kult um die kleinen individuellen Fotos.
  • Polaroid-Kamera

    imago/teutopress

    Lächeln, abdrücken, ein paar Minuten warten: Fertig ist das Foto. Vor über fünfzig Jahren kam die Sofortbildkamera erstmals mit Farbfotografien auf den Markt. Heute sind Polaroid-Kameras Kultobjekte – heiß begehrte Relikte aus der Ära der analogen Fotografie und richtige Sammlerstücke. Eine beeindruckende Technik, die es ohne die ungeduldige Tochter eines findigen Tüftlers vielleicht gar nicht gegeben hätte…

  • Edwin Herbert Land

    Imago/United Archives International

    Die ursprüngliche Idee, Fotos sofort ohne langen Prozess entwickeln zu können, stammt von dem US-amerikanischen Wissenschaftler und Erfinder Edwin Herbert Land. Da seine damals dreijährige Tochter ein ungeduldiger Quälgeist war und nicht lange auf die gerade erst geschossenen Urlaubsfotos warten wollte, entwickelte er ein Verfahren, um die Papierabzüge seiner Fotografien sofort anfertigen zu können – das war 1937.

  • Negativfilm

    Imago/imagebroker/schauhuber

    Bereits 1933 entwickelte Land, damals Chemiestudent in Harvard, Papierfolien mit einer lichtempfindlichen Schicht, die der eines Negativfilms ähnelt. Die notwendigen Chemikalien, die man zum Entwickeln von Fotografien braucht – unter anderem Jod – sind schon auf dem Fotopapier vorhanden.

  • Chemikalien zur Fotoentwicklung

    Imago/UIG

    Da Negativ-, Positiv- und Fixierentwickler in mehreren Schichten auf dem Papier vorhanden sind, war eine aufwendige Entwicklung im Fotolabor mit Hilfe von diversen Chemikalien nun nicht mehr notwendig. Zur damaligen Zeit eine außergewöhnliche Innovation in der Technik der Fotografie.

  • Frau mit erster Polaroid-Kamera

    Die erste Polaroid-Kamera

    Die passende Kamera dazu baute Edwin Herbert Land vier Jahre später, 1937. Im Inneren der Kamera befand sich, anstelle eines üblichen Negativfilms, ein Stapel mit lichtempfindlichem Fotopapier, auch Polarisationsfolien genannt.

  • Polaroid-Foto aus Kamera

    Imago/CTK Photo

    Beim Drücken des Auslösers wird das chemische Papier belichtet und durch eine Walze nach außen gepresst. Negativ- und Positivbild waren nun auf einem Papier und der Fotograf konnte beim Entwickeln seines Bildes zuschauen. Das Fotolabor war sozusagen direkt in der Kamera eingebaut. Zeitgleich gründete Land zusammen mit seinem ehemaligen Physiklehrer die Firma „Polaroid“. Einige Jahre zuvor hatte er bereits ein Patent für die Polarisationsfolien angemeldet.

  • Polaroid 600

    Imago/teutopress

    Knapp 15 Jahre später, 1963, schossen aus den Sofortbildkameras endlich auch farbige Fotografien heraus. Die „Polaroid 600“ sollte das bekannteste Kameramodell der Firma werden. Die Bildqualität der Polaroids wurde im Laufe der Jahre deutlich verbessert: Statt eines unscharfen Schwarz-Weiß-Fotos, entstanden jetzt scharfe, farbige Abzüge.

  • Polaroid-Bilder von Models

    Imago/Matteo Gribaudi

    Die Technik der Kameras blieb dabei dieselbe, nicht jedoch die der Papierfolien. Statt nur einer Negativschicht besitzt das Fotopapier jetzt gleich drei – jeweils eine Schicht für die Grundfarben Blau, Rot und Gelb. Vor allem in der Modefotografie und in der Kunst wurden Sofortbildkameras häufig eingesetzt.

  • Andy Warhol

    Imago/Sven Simon

    Andy Warhol zählt zu dem bekanntesten Künstlern, der mit den Polaroid-Aufnahmen von Hollywoodstars ganze Ausstellungen füllte. Studiofotografen nutzten das „schnelle Bild“ zur Überprüfung der richtigen Studiobeleuchtung für Fotoshootings.

  • Mädels mit Polaroid-Foto

    Imago/Westend61

    Aber auch Hobbyfotografen waren von der Sofortbildkamera begeistert: Denn natürlich hatte nicht jeder ein eigenes Fotolabor im Haus oder die Zeit und das Geld, die er für die Entwicklung der Schnapsschüsse benötigte. Heute erfreuen sich die Polaroid-Kameras wieder großer Beliebtheit – und liegen als kultige Retro-Technik schwer im Trend.

  • Polaroid-Snap

    Polaroid

    2015 kehrte die Retromarke mit einer neuen Entwicklung in Sachen Sofortbildkamera zurück: Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin stellt das Unternehmen die Polaroid Snap vor, eine Digitalkamera mit integriertem Drucker. Auf der Rückseite befindet sich ein kleines Fach für das Fotopapier. Einen entscheidenden Vorteil bringt die Snap ganz offensichtlich mit: Wo man bei den klobigen Retro-Vorgängern noch eine Tasche oder gleich einen Rucksack zum Transport benötigte, ist die Polaroid Snap deutlich kleiner und flacher.

Seit mehr als fünfzig Jahren ermöglichen uns Polaroid-Kameras, farbige Bilder sofort in der Hand zu halten. Dabei ist die Technik dahinter schon wesentlich älter.

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