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Kriminalität

Mord und Totschlag: Die gefährlichsten Städte der Welt

Mord und Totschlag: Die gefährlichsten Städte der Welt

Stundenlange Schießereien, Bombenanschläge und Viertel, in die sich kaum die Polizei hineinwagt. In vielen Städten gehören solche Ereignisse zum traurigen Alltag…
  • Caracas, Venezuela

    iStock/drywater_photography

    Mit ihren 3,3 Millionen Einwohnern gilt Venezuelas Hauptstadt Caracas als die gefährlichste Stadt der Welt. Mit 3.946 Tötungsdelikten im Jahr 2015 werden statistisch gesehen pro 100.000 Einwohner fast 120 ermordet. Die Kriminalität in Caracas' Straßen ist extrem hoch. Die Woche beginnt hier in den Nachrichten üblicherweise damit, dass die am Wochenende verübten Morde verlesen werden. Zu Regierungszeiten von Hugo Chávez war Venezuela gefährlicher denn je. Die Mordrate in Caracas ist die zweithöchste der Welt. Laut einem Welt Online-Bericht starben hier 2009 4.644 Zivilisten einen gewaltsamen Tod, in ganz Venezuela waren es über 16.000 – dreimal so viele wie 1998, als Chávez gewählt wurde. Jeden Tag werden in dem 26-Millionen-Staat 44 Menschen ermordet. Die Morde bei den alltäglichen Schießereien ereignen sich vor allem in den Barrios, den Armenvierteln an den Hängen der Berge entlang des Ávila-Gebirges im Westen und Osten der Stadt. Auch der amtierende Präsident Maduro steht massiv in der Kritik, vor allem wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes, die die Kriminalität zusätzlich beflügelt. Unter den Top zehn der gefährlichsten Städte tauchen auch das venezolanische Maturín und Valencia auf.

  • Transport eines Sarges

    Imago/ZUMA Press

    Auf Platz zwei der gefährlichsten Orte der Welt liegt San Pedro Sula in Honduras. Vier Jahre lang hatte die Stadt den traurigen Spitzenplatz der Statistik inne. Es herrscht eine hohe Gewaltbereitschaft und eine geringe Hemmschwelle beim Gebrauch von Schusswaffen. 2015 gab es 111 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner, damit ist die zweitgrößte Stadt Honduras sicherer geworden. Drei Jahre zuvor lag die Mordrate bei 169. Auch die Zwillingsstädte Tegucigalpa und Comayagüela im Süden Honduras kämpfen gegen wachsende Gewaltbereitschaft, Entführungen und Überfälle mit Schusswaffen.

  • Schusswaffen

    iStock/sundrawalex

    Vor allem aufgrund der Bandenkriminalität ist die Verbrechensrate in San Salvador extrem hoch, deshalb belegt sie den dritten Platz des Rankings. Die beiden verfeindeten Gangs Barrio18 und Mara salvatrucha herrschen in der Hauptstadt El Salvadors. Gemeinsam sollen die Banden etwa 100.000 Mitglieder haben. Sie sind vor allem im Drogen- und Waffenhandel tätig. Die Zahl der gewaltbedingten Todesopfer hat sich in dem mittelamerikanischen Staat im Vergleich zu 2014 mehr als verdoppelt, in der Hauptstadt wurden fast 2.000 Menschen getötet.

  • Ciudad Juárez, Mexiko

    iStock/Phototreat

    Jahrelang galt sie als gefährlichste Stadt der Welt: Von 2008 bis 2010 war Ciudad Juárez die Stadt mit der höchsten Mordrate. Mehr als 3.000 Morde pro Jahr, abgetrennte Köpfe auf der Straße und ein Krieg zwischen Kriminellen und Polizei, der selbst am Tag nicht zur Ruhe kommt: Der Drogenkrieg macht Ciudad Juárez so gefährlich – auch bedingt durch die geografische Lage, direkt an der Grenze zu den USA. Hier wird die Hälfte des in den Vereinigten Staaten konsumierten Kokains ins Land geschleust. 2012 sind in der Stadt 3.117 Menschen getötet worden – das entspricht acht bis neun Morden pro Tag.

  • El Chapo

    Imago/Xinhua

    Die Frontlinie ist dabei nicht genau auszumachen. Oft ist das tödliche Gefecht ein Konflikt zwischen den zwei großen Drogenkartellen Mexikos, dem "Juárez-Kartell" und dem "Sinaloa-Kartell" des Drogencapos Joaquín "El Chapo" Guzman (Bild). Aber auch Polizei und Militärs sollen in das Morden verwickelt sein. 2006 hatte Mexikos konservativer Präsident Felipe Calderón den "Krieg gegen den Drogenschmuggel" ausgerufen. Dieser "Guerra contra el narcotráfico" hatte nach offizieller Zählung bis dahin bereits mehr als 70.000 Menschen das Leben gekostet. Inzwischen hat sich die Situation verbessert. Der Drogenboss El Chapo sitzt seit Januar 2016 wieder im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano, aus dem er im vergangenen Juli durch einen Tunnel ausgebrochen war. Ciudad Juárez ist aus der Liste der 50 gefährlichsten Städte weltweit verschwunden, dennoch sind fünf mexikanische Orte im Ranking. Auf Platz vier liegt die folgende Stadt…

  • Leiche am Strand

    Imago/ZUMA Press

    Einst trafen sich hier die Schönen und Reichen – heute hat Acapulco seinen Glanz jedoch verloren. Drogenkartelle liefern sich einen unbarmherzigen Kampf, bei dem Morde, Entführungen und Überfälle auf der Tagesordnung stehen. Die Zivilbevölkerung der Stadt an der mexikanischen Pazifikküste traut sich nicht, der Polizei mit Informationen zu helfen. Zu fest haben die Drogenkartelle ihre Schlinge um die Stadt gelegt. Seit den Neunzigern nimmt die Gewalt in den Straßen des einstigen Urlaubsparadieses immer weiter zu. Touristen kommen zwar noch, es werden aber immer weniger. Diejenigen, die sich trotzdem hierher trauen, werden so gut wie möglich von der Außenwelt abgeschirmt – Leichen am Badestrand sind aber dennoch keine Seltenheit für Urlauber. Doch Acapulco ist längst nicht die einzige Stadt, die mit solchen großen Gewaltproblemen zu kämpfen hat...

  • Rio de Janeiro, Brasilien

    iStock/dolphinphoto

    Brasiliens zweitgrößte Stadt ist ein Hort der organisierten Bandenkriminalität – für Außenstehende ein drastischer Kontrast zur Lebenslust der Karneval- und Samba-Metropole mit ihren malerischen Stränden. Vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ging die brasilianische Regierung zwar hart gegen die Kriminalität in den Elendsvierteln ("Favelas") vor, dennoch ist die Lage dort weiterhin angespannt. Nur wenige Kilometer vom Zentrum Rios entfernt herrscht bis heute ein brutaler Drogenkrieg – als Tourist sollte man solche Viertel daher unbedingt meiden.

  • Polizeieinsatz  in einem Favela

    Imago/Cityfiles

    Die Favela "Vila Cruzeiro" galt lange als das gefährlichste Viertel Rio de Janeiros. Beherrscht wurde es vom "Comando Vermelho", einem berüchtigten Drogenkartell. Viele Jahre lang hat die Regierung einfach nur zugesehen, wie dort vor allem Jugendliche in den Kreislauf von Drogen und Gewalt hineingezogen wurden. 2010 kam es dann zur Erstürmung der Favela: Mit Panzern, Hubschraubern und Spezialeinheiten ging die brasilianische Polizei gegen die Drogenmafia vor. Bei der Aktion starben nach offiziellen Angaben 30 Menschen, der Erstürmung folgten gewalttätige Ausschreitungen, die bürgerkriegsähnliche Zustände annahmen. Seither gilt Vila Cruzeiro als "befriedet", wie mehrere Dutzend andere Favelas in Rio auch. Doch gegenüber der schier überwältigenden Zahl von geschätzten 1.000 solcher Elendsviertel im Großraum Rio wirkten die Aktionen der brasilianischen Polizei eher wie gezielte Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Weltmeisterschaft 2014. Dazu passt, dass vor allem solche Favelas befriedet wurden, die entweder für den Immobilienmarkt oder aber fürs öffentliche Ansehen der Stadt wichtig sind.

  • Diebe

    Imago/Xinhua

    "Nairobbery": Der Spitzname der Kenianischen Hauptstadt kommt nicht von ungefähr. Er setzt sich zusammen aus "Nairobi" und "Robbery", dem englischen Wort für Raub, und drückt aus, was in Nairobis Straßen allgegenwärtig ist. Hohe Arbeitslosigkeit und Armut sind der Nährboden für tägliche Gewaltverbrechen in Kenias Hauptstadt.

  • Demonstration

    Imago/Xinhua

    Drogenhandel, bewaffnete Überfälle, Morde und Bandkriege sind Alltag in Guatemala Stadt. Ihre Kriminalitätsrate ist eine der höchsten Lateinamerikas. Tödliche Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Drogenkartellen sowie zwischen Drogenkartellen und staatlichen Sicherheitskräften nehmen zu – häufig mit zivilen Opfern. Sogar Teile der Polizei sind in das organisierte Verbrechen verstrickt, und so ist es nicht selten der Fall, dass Gewaltverbrechen und Vergewaltigungen durch Polizisten selbst verübt werden. Das Bild zeigt eine Großdemonstration gegen Korruption.

  • Ausschreitungen

    Imago/Xinhua

    Armut, Kriminalität, Bürgerkriege: In Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, ist Gewalt alltäglich. Die kleinste Auseinandersetzung endet häufig tödlich. In dem von jahrelangen Kriegen zerrütteten Land haben viele Menschen nie ein anderes Verhalten kennengelernt. Obwohl das Land über reichlich Bodenschätze verfügt, lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung von weniger als einem Dollar pro Tag. Die hohe Armutsrate führt zu Beschaffungskriminalität und bewaffneten Raubüberfällen. In Bandenkriegen sterben immer wieder auch Unschuldige. Das Bild zeigt Ausschreitungen nach der Präsidentenwahl 2006. Die Opposition warf der Regierung Wahlfälschung vor, internationale Wahlbeobachter kritisierten Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung.

  • Kriegsdenkmal

    Imago/imagebroker

    Mafia, Straßengangs und tödliche Minen: Zwei Kriege hat Tschetscheniens Hauptstadt weitgehend zerstört; und auch Jahre später kehrt in Grosny keine Normalität ein. Plünderungen gehören immer noch zum Alltag. In vielen Teilen der Stadt leben die Menschen ohne fließendes Wasser und Strom. Der Neuaufbau geht nur langsam voran. Auch politische Morde sowie bewaffnete Raubüberfälle und Entführungen lassen die Stadt nicht zur Ruhe kommen. Während der Kriege flohen viele Menschen in die benachbarten Länder. Inzwischen kehren sie teilweise in ihre zerstörte Heimat zurück – im Gepäck die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Das Bild zeigt ein Kriegsdenkmal in Grosny.

  • Ausgebrannter Bus

    Imago/Xinhua

    Auch in Karatschi, der größten Stadt Pakistans und Hauptstadt der Provinz Sindh, hält die Gewalt an. Eine der größten Städte Asiens hat sich zu einem Ort der Auseinandersetzung verschiedener extremistischer Gruppierungen entwickelt. Zuletzt verübte eine IS-nahe Terrorgruppe am 13. Mai 2015 in der Stadt Anschläge auf einen Bus, bei denen 43 Menschen zu Tode kamen. Die meisten Opfer gehörten der schiitischen Minderheit an. Die Menschenrechtskommission von Pakistan (HRCP) sieht in dem plötzlichen Gewaltausbruch vor allem das Ergebnis eines demografischen Wandels: Eine Art Territorialkampf unter den ethnischen Bevölkerungsgruppen sei entbrannt. Dabei ist die Stadt auch die wirtschaftliche Hochburg des Landes.

  • Township

    Imago/imagebroker

    Die Kriminalität in der drittgrößten Stadt nach Johannesburg und Durban konzentriert sich vor allem in den Townships am Rande der Stadt. Das sind die Wohnsiedlungen, einfache Baracken und Hütten, die die Regierung während der Zeit der Apartheid in Südafrika für die farbige Bevölkerung eingerichtet hat. Die Lage in den einzelnen Townships hat sich gegenüber der Situation von vor zehn Jahren erheblich verbessert. Eine Studie der Vereinten Nationen sah Südafrika in den Jahren 1998-2000 in den Bereichen Mord durch Feuerwaffen, Totschlag, Vergewaltigung und Körperverletzung ganz oben. Für die Fußballweltmeisterschaft 2010 investierte das Land rund 230 Millionen Euro für erhöhte Sicherheitsstandards. Zwar gab es laut Medienberichten im Zusammenhang mit der WM keine besonderen kriminellen Vorfälle, jedoch hat sich die Situation in den Townships bis heute nicht nachhaltig verbessert.

  • Kapstadt

    iStock/hessbeck

    Ursache für die hohe Kriminalität sind vor allem die großen sozialen Gegensätze von armen und reichen Bürgern. Die Kriminalitätsrate in ganz Südafrika konnte zwar in den vergangenen Jahren zunehmend reduziert werden, doch registrierte das Land von Mai 2008 bis Mai 2009 rund 2,1 Millionen Gewaltverbrechen. Auch wenn Südafrika deutliche Fortschritte erzielt, darunter ein Rückgang der Morde um 8,5 Prozent, der Körperverletzungen um 31,4 Prozent, haben trotz der Bemühungen von Regierung und Justiz andere Strafdelikte zugenommen: So stiegen etwa Sexualverbrechen und Drogendelikte um 86,9 Prozent im Zeitraum 2003-2009. 2015 gab es etwa 2.451 Tötungsdelikte in Kapstadt. Das Auswärtige Amt rät dazu, die Innenstadt von Kapstadt nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden und Townships nur in organisierten Touren zu besichtigen.

  • Zerbombte Häuser

    Imago/Xinhua

    Nach dem Ende des Irakkrieges zählt Bagdad nach wie vor zu einer der gefährlichsten Städte der Welt. Hier, in der irakischen Hauptstadt, ist auch nach dem Rückzug der US-Truppen auf Stützpunkte außerhalb der Städte die Gefahr eines Selbstmordattentats immer noch allgegenwärtig. Bei einem der schwersten Bombenanschläge in Bagdad im August 2015 starben mindestens 70 Menschen. Am 11. Januar 2016 kamen bei einem IS-Anschlag auf ein Einkaufszentrum und ein Café mindestens 30 Menschen ums Leben. Terroranschläge bleiben blutiger Alltag. Deswegen plant die irakische Hauptstadt einen drei Meter hohen Schutzwall und Gräben, um die Sicherheit zu erhöhen und Terroristen aus der Stadt fern zu halten.

  • Bogotá

    Imago/imagebroker

    Die kolumbianische Hauptstadt ist bekannt für ihre ausufernde Drogenkriminalität. Grund sind auch hier soziale Ungleichheiten. Die Stadt ist quasi zweigeteilt: In den nördlichen Stadtvierteln wohnen überwiegend die Mittelschicht und die Reichen, im Süden hingegen die sozial Benachteiligten, Arme und Vertriebene. Denn Jahr für Jahr strömen die "dezplazados" – Vertriebene aufgrund des Bürgerkriegs, der hier in Kolumbien seit über 40 Jahren tobt – in die Stadt, auf der Suche nach einem besseren Leben. So entstehen an der Peripherie der Stadt stetig neue Elendsviertel. Im Jahr 2003 lebten nach offiziellen Angaben 53 Prozent an der Armutsgrenze, was in etwa dem Verhältnis der Gesamtbevölkerung Kolumbiens entspricht. Erschreckend sind die Zahlen von Gewaltdelikten: Für das Jahr 2010 zählten die Behörden 1.670 Morde, 4.350 Überfälle und 15 Entführungen, wie auf dem Internetportal Goruma nachzulesen ist. Die Gewaltverbrechen konzentrieren sich hier in erster Linie in den armen Stadtvierteln, in denen sich der Bürgerkrieg ausbreitet. Guerillaeinheiten, Staat und Paramilitärs sind in die Auseinandersetzungen der Drogenbanden verwickelt.

  • Zerstörte Häuser

    Imago/Xinhua

    Mogadischu, das bedeutet Gesetzeslosigkeit, Anarchie, Verzweiflung. Seit nunmehr rund 20 Jahren herrscht in dieser Stadt ein unerbittlicher Bürgerkrieg. Unterschiedlichste Gruppen, Rebellen und somalische Militärs liefern sich blutige Gefechte. Der Regierungsarmee scheint es nicht zu gelingen, der verzweifelten Lage endgültig Herr zu werden. Hinzu kommt, dass das kriegsgebeutelte Land aufgrund der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren von einer katastrophalen Hungersnot heimgesucht wurde. Seit Mitte 2011 sind mehr als drei Millionen Menschen und damit mindestens ein Drittel der Bevölkerung Somalias auf humanitäre Hilfe angewiesen. Vor allem Südsomalia ist betroffen. Hier fiel der Krieg zwischen den islamistischen Al Shabaab-Milizen einerseits und der Übergangsregierung und den Truppen der AMISOM andererseits mit dem Höhepunkt der Dürre zusammen. Anfang August 2011 vermeldete die somalische Regierung nach 20 Jahren Krieg einen ersten Erfolg. Nach eigenen Angaben hätte die Regierungsarmee die radikalislamischen Shabab-Milizen aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben. Al-Shabab kündigte allerdings Vergeltung an. Der Terror geht weiter, Al-Shabab griff im November 2015 ein Hotel in der somalischen Hauptstadt an, dabei wurden mindestens 15 Menschen getötet.

  • Zerstörtes Haus

    Imago/ZUMA Press

    Armut, Hoffnungslosigkeit, Isolation und ein ewiger Teufelskreis aus Terroranschlägen – so sieht der Alltag in Gaza-Stadt aus. Laut einem Spiegel Online-Bericht leben 89 Prozent der Bevölkerung von weniger als zwei Dollar pro Tag, über 60 Prozent sind arbeitslos. Seitdem nach der Wahl der radikalislamischen Hamas-Regierung im Januar 2006 die internationalen Hilfsgelder ausbleiben, ist die Lage noch ernster. Im Großraum Gaza-Stadt leben rund 1,5 Millionen Menschen eingepfercht und perspektivlos in einem 40 Kilometer langen und zehn Kilometer schmalen Streifen, dessen Ein- und Ausgänge nach wie vor von Israel kontrolliert werden. Regelmäßig kommt es zu Bombardierungen im nicht enden wollenden Gaza-Konflikt. Laut UN-Bericht kamen im siebenwöchigen Krieg im Juli und August 2014 hier allein 2.200 Menschen ums Leben, die Mehrheit von ihnen Zivilisten.

  • Trümmer

    Imago/CordonPress

    Haiti, das ärmste Land Amerikas, hat noch immer an den verheerenden Folgen des schweren Erdbebens zu leiden. Das Erdbeben der Stärke 7,1 auf der Richterskala, das 2010 mehr als 217.000 das Leben kostete, hat weite Teile der Hauptstadt Port-au-Prince zerstört. Hinzu kommt die seit Oktober 2010 grassierende Cholera, welche die Regierung immer noch nicht in den Griff bekommen hat. Laut Informationen des Deutschlandfunks starben bis 2015 mehr als 8.000 Menschen daran. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ beklagt im Kampf gegen Cholera mangelnde finanzielle Ressourcen, Fachpersonal und Medikamente.

  • Port-au-Prince

    Imago/GranAngular

    Die Verzweiflung der überlebenden Bevölkerung schlug nach dem Erdbeben in Gewalt um: Plünderungen und Morde gehören seitdem zur Tagesordnung. Anfang August 2011 warnten die US-Behörden eindringlich vor Reisen nach Haiti. Die Unruhen in der Zwei-Millionen-Hauptstadt Port-au-Prince stehen vor allem im Zusammenhang mit dem Ergebnis der Präsidentschaftswahl des rechtsliberalen Michael Martelly. Da seine Amtszeit im Februar 2016 endet, waren eigentlich Stichwahlen im Januar angesetzt - aus Sorge vor Gewalt und Ausschreitungen wurden diese allerdings verschoben.

Stundenlange Schießereien, ganze Stadtviertel in Anarchie – Bilder wie diese sind von unserer heilen Welt meilenweit entfernt. In vielen Städten gehören solche Ereignisse aber leider zum traurigen Alltag…

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