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Lebenselixier Schlaf: Warum der Sandmann täglich kommt

Lebenselixier Schlaf: Warum der Sandmann täglich kommt

Für die einen ist es die schönste Beschäftigung der Welt, für die anderen der Zeitfresser schlechthin: Schlafen. Niemand kann sich der nächtlichen Pflicht entziehen – sie ist lebensnotwendig. Warum wir täglich mindestens sechs Stunden schlafen sollten und was passiert, wenn wir ins Land der Träume reisen …
  • Warum schlafen wir?

    imago/McPHOTO

    Ob groß oder klein, männlich oder weiblich, alt oder jung: Jeden Abend fällt der Mensch in sein Bett, um ins Land der Träume abzutauchen. Doch warum schlafen wir? Abends signalisiert der Körper: Auszeit, bitte! Er möchte sich vom Tag erholen und schüttet das Hormon Melatonin aus, das den Körper auf Sparflamme setzt. Die Körpertemperatur fällt ab, Atmung und Puls werden langsamer, der Blutdruck sinkt. Kurz gesagt: Wir fühlen uns müde. Liegen wir dann im Bett, setzt das Gehirn chemische Substanzen frei, die das Bewusstsein einfach abschalten – wir schlafen ein, ohne es bewusst mitzubekommen. Danach wechseln sich Tiefschlaf- und Traumphasen etwa im 90-Minuten-Takt ab. In der Tiefschlafphase entspannt das Gehirn und der Körper regeneriert sich. In der Traumphase dagegen ist unser Gehirn aktiv – wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Forscher raten, sechs bis acht Stunden pro Tag zu schlafen.

  • Wach bleiben – lebenswichtig?

    imago/Unimedia Images

    Ein Mädchen sitzt in ihrem Zimmer und spült löffelweise Kaffeepulver mit koffeinhaltiger Cola herunter. Im Hintergrund läuft ohrenbetäubende Musik. Der Teenager hat Angst. Angst, einzuschlafen und dann nie wieder aufzuwachen. Freddy Krüger, das fiese Sandmännchen mit dem vernarbten Gesicht, sucht seine Opfer in ihren Alpträumen heim und schlitzt sie mit seiner Messerhand auf. Aber keine Sorge: Freddy ist nur eine Kinofigur. Der amerikanische Regisseur Wes Craven – der Schöpfer der Horror-Reihe – hatte angeblich die Idee zum Film, als er einen Artikel über drei Menschen las, die aufgrund ihrer heftigen Albträume im Schlaf gestorben waren.

  • Was würde passieren, wenn wir nicht träumen?

    imago/Dean Pictures

    Fernab von Hollywood ist schlafen und träumen in Wirklichkeit lebensnotwendig: Träume stabilisieren das Immunsystem und wirken positiv auf den menschlichen Körper und die Psyche. Menschen, die im Rahmen von Studien am Träumen gehindert wurden, erkrankten sogar. Die Traumphase, also die Phase der Augenbewegungen (REM: Rapid Eye Movements), wiederholt sich circa drei- bis viermal in jeder Nacht. Sie wird auch Phase des paradoxen Schlafs genannt, weil das Gehirn im Wachzustand ist, während die Muskelspannung völlig fehlt. Die Augenbewegungen sind auf die Betrachtung der Traumszenen zurückzuführen – die Gehirnzellen werden dann regelrecht neu programmiert. In unserer modernen Industriegesellschaft wird Schlaf jedoch zur Seltenheit. Workaholics machen die Nacht zum Tag, andere wiederum leiden beispielsweise aufgrund des hohen Leistungsdrucks unter Schlafstörungen. Das kann gravierende Langzeitfolgen mit sich bringen: Bluthochdruck, Herzerkrankungen und psychische Störungen wie Depressionen sind nur einige Beispiele.

  • Kann man im Schlaf lernen?

    imago/Steinach

    Durch Schlaf schlauer werden – ist das möglich? Tatsächlich: Im Schlaf verarbeiten wir Sinnesreize, die wir den Tag über aufgenommen haben. Verschiedene Studien haben festgestellt, dass Schlafen damit wesentlich zur Gedächtnisbildung beiträgt – es ist für bestimmte, sehr elementare Formen der Gedächtnisbildung sogar absolut notwendig. Wissenschaftler von der Universität Wisconsin konnten zeigen, dass das menschliche Gehirn Sinneseindrücke, die kurz vor dem Schlafengehen wahrgenommen wurden, besonders gut verarbeitet. Sie ließen ihre Probanden vor dem Schlaf Vokabeln pauken und konnten anschließend beobachteten, dass in der Gehirn-Region, in der am Abend der Lernprozess stattgefunden hatte, das Gehirn tiefer schlief und sich dadurch die Gedächtnisspuren festigten.

  • Warum schlafwandeln wir?

    imago/imagebroker

    Die einen geistern durch die Wohnung und reden wirr, andere laufen nackt in den Garten und mähen dort den Rasen. Schlafwandler machen verrückte Sachen und schlafen dabei so fest, dass sie selber nichts davon mitkriegen. Wie kommt es dazu, dass Leute nachts umherschleichen, ohne es zu merken? Schlafwandeln ist ein instinktiver Vorgang, der im Tiefschlaf stattfindet. Dabei sorgen unbewusste Abläufe im Gehirn dafür, dass der Mensch während des Schlafens Bewegungen ausführt. Betroffene können sich teilweise orientieren, wissen später aber nichts mehr von ihren Erlebnissen. Angelockt wird ein Schlafwandler von verschiedenen Lichtquellen, die der Orientierung dienen. Die sogenannten Mondsüchtigen klettern während des Schlafens gerne auf Dächer, Mauern oder Berge, um dem Mondschein näher zu kommen. Noch immer wird über mögliche Ursachen des Schlafwandelns diskutiert. Mit Sicherheit spielen Störungen des Biorhythmus, wie Schlafmangel, Stress oder körperliche sowie seelische Überanstrengungen eine große Rolle. Setzt die Störung erst im Erwachsenenalter ein, nimmt sie oft einen chronischen Verlauf.

  • Schlafen wir schlechter bei Vollmond?

    imago/Anka Ageny International

    Immer wieder diskutieren Wissenschaftler darum, ob die Menschen bei Vollmond schlechter und kürzer schlafen. Forscher der Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel hatten 2013 im Rahmen einer Studie die Hirnaktivität, Augenbewegungen und Hormonveränderungen bei 33 Probanden analysiert. Das Ergebnis: Die Versuchspersonen brauchten im Schnitt fünf Minuten länger, um einzuschlafen und hatten insgesamt 20 Minuten weniger Schlaf pro Nacht. Zurückzuführen sei dies unter anderem auf einen sinkenden Melatonin-Spiegel. Das Hormon steuert die Schlaf- und Wachphasen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München halten allerdings dagegen: Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl seien die Befunde eher Zufall. Sie berufen sich auf Analysen mit rund 1.200 Probanden und sagen: Es besteht kein Zusammenhang zwischen menschlichem Schlaf und den Mondphasen.

  • Warum zucken wir im Schlaf?

    imago/Gerhard Leber

    Kaum haben wir abends im Bett unsere Augen geschlossen, passiert es: Unser Körper wird von einem heftigen Zucken gepackt. Plötzlich sind wir wieder wach. Doch woher kommen diese seltsamen, unbewussten Zuckungen? Kurz nach dem Einschlafen befindet sich unser Gehirn in einer Art Mischzustand aus Schlafen und Wachsein. Während beispielsweise Bereiche im Großhirn, die für Gedanken und Gefühle zuständig sind, schon schlafen, bleiben andere Bereiche, verantwortlich für Motorik, weiterhin wach. Diese Hirnareale reagieren auf Informationen unseres Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Liegen wir im Bett, fühlen wir uns quasi "schwerelos" – ein nahezu unbekannter Zustand für unser Gehirn, den es nur aus Situationen des Fallens oder Stürzens kennt. Deshalb verbindet es dieses Gefühl häufig auch mit einem Traum vom Fallen, auf den wir dann automatisch mit einer Schreckbewegung reagieren – dem Zucken.

  • Warum niest der Mensch nicht im Schlaf?

    imago/ARCO IMAGES

    Bereits der griechische Philosoph Aristoteles fragte: "Warum nur tritt das Niesen bei uns nicht im Schlaf ein, sondern sozusagen ganz und gar im Wachen?" Die Antwort auf diese Frage ist in einem körpereigenen Mechanismus zu suchen, der uns im Schlaf schützen soll. Niesen ist ein Reflex auf einen Reiz der Schleimhäute. Man zieht Luft ein, hält sie an und stößt sie dann abrupt wieder aus. Diese Schutzreaktion kann beispielsweise durch Staub, Allergien oder Krankheitserreger hervorgerufen werden. Den Ablauf kann man nicht gänzlich kontrollieren, sondern lediglich teilweise unterdrücken – es läuft unbewusst ab. Während der Traumphase befindet sich der menschliche Körper allerdings in einer Schlafstarre, also der nahezu vollständigen Bewegungsunfähigkeit des Körpers. Dies verhindert, dass im Traum erlebte Muskelbewegungen auch in der Realität ausgeführt werden – gäbe es diese Funktion nicht, könnten wir uns im Schlaf beispielsweise selbst verletzen. Ausgenommen sind Funktionen wie die Atem- oder die Augenmuskulatur – aber eben nicht das Niesen: Die Signale, welche den Niesreflex auslösen sollen, werden vom Gehirn nicht verarbeitet. Ist das Signal, welches die Sensoren der Nase an das Gehirn sendet, stark genug, wacht der Schlafende auf.

  • Schlafen Pferde im Stehen?

    imago/Frank Sorge

    Es ist ein weit verbreitetes Gerücht, dass Pferde im Stehen schlafen. Viele Menschen glauben sogar, Pferde bräuchten überhaupt keinen richtigen Schlaf. Doch das ist falsch: Auch Pferde müssen schlafen – und zwar im Liegen. Allerdings verteilen sie ihren Schlaf in mehrere Phasen über den Tag. Sie schlafen nur dann, wenn sie sich völlig sicher fühlen. Deshalb legen sich innerhalb einer Herde auch nie alle Tiere gleichzeitig schlafen – eines oder mehrere Artgenossen bleiben stehen, um die anderen vor Gefahren zu warnen. Kurze Nickerchen können die Vierbeiner im Stehen halten. Anders als für uns Menschen erfordert das Stehen vom Pferd kaum Kraftanstrengung, da es seine Beine quasi "einrasten" lassen kann. Typischerweise heben sie dabei eines ihrer Hinterbeine leicht an, um Muskeln und Sehnen zu entspannen. Zusätzlich senken Pferde dann auch den Kopf und lassen die Ohren hängen. Für den Betrachter wirken sie in dieser Phase des Dösens völlig teilnahmslos und "gedankenverloren". Das Tier selbst aber nimmt seine Umwelt noch deutlich wahr und kann bei drohender Gefahr den Rest der Herde warnen oder fliehen.

  • Warum ertrinken Wale im Schlaf nicht?

    imago/blickwinkel

    Wale müssen, um Luft zu holen, regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen. Wenn sie ausatmen, schießt ihre Fontäne bis zu zehn Meter hoch in die Luft. Dann tauchen sie wieder ab in die Tiefe. Doch wie holen die Tiere Luft, während sie schlafen? Schläft ein Mensch, wird seine Atmung vom Unterbewusstsein gesteuert. Bei Walen ist das anders: Jeder Atemzug muss bewusst getätigt werden – auch im Schlaf. Außerdem müssen sie Feinde im Blick haben und möglichen Hindernissen, wie zum Beispiel Frachtschiffen, ausweichen. Um trotzdem zur Ruhe zu kommen, haben die Meeressäuger einen genialen Mechanismus entwickelt. Das Rätsel, wie Wale schlafen und gleichzeitig aufmerksam sein können, haben russische Forscher schon vor über 30 Jahren gelöst: Bei Versuchen an Delphinen und Schweinswalen entdeckten sie, dass während des Schlafs immer nur eine Hälfte des Gehirns im Ruhezustand ist, während die andere für die nötige Aufmerksamkeit sorgt. Alle zwei Stunden etwa weckt die aktive Hälfte ihren schlafenden Nachbarn und ruht sich aus. Das der aktiven Gehirnhälfte gegenüber liegende Auge ist dabei geöffnet und weist dem Wal den Weg durch die Nacht.

Für die einen ist es die schönste Beschäftigung der Welt, für die anderen der Zeitfresser schlechthin: Schlafen. Niemand kann sich der nächtlichen Pflicht entziehen – sie ist lebensnotwendig. Warum wir täglich mindestens sechs Stunden schlafen sollten und was passiert, wenn wir ins Land der Träume reisen …

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