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Naturheilmittel

Kraft der Natur: Heilpflanzen in Gefahr

Kraft der Natur: Heilpflanzen in Gefahr

Umckaloabo, Arnika und Teufelskralle: Sie alle haben längst den Weg in die weltweiten Apotheken gefunden. Und gerade deswegen ist der Bestand der Heilpflanzen zum Teil akut gefährdet.
  • Kapland-Pelargonie

    David Newton / TRAFFIC

    Die Kapland-Pelargonie soll das Immunsystem stärken und gegen Atemwegsinfekte helfen. Vielen von uns ist der Extrakt als Umckaloabo bekannt. Als die Heilpflanze auf den europäischen Markt kam, stieg die Nachfrage so stark, dass die Wüstenblume in Gefahr geriet: Sie wächst nur langsam und braucht viel Zeit, um sich von der Entfernung von Pflanzenteilen zu erholen. Erst ein großflächiger Anbau der Pflanze entlastete die Wildbestände. Die meisten Heilpflanzen werden auch heute noch wild gesammelt und über die Hälfte aller Pflanzenarten ist in ihrem Bestand bedroht.

  • Arnika

    Frank Barsch / WWF

    Auch Heilpflanzen aus unserer Heimat wie Arnika und Schlüsselblume werden immer seltener und stehen in Deutschland unter Naturschutz. Zusätzlich zu übermäßigem Sammeln belastet die Pflanzen ihr schwindender Lebensraum. Schlüsselblumen helfen gegen Erkältungen. Ihr Bedarf für die Medizin wird durch Kulturen, also den Anbau gedeckt. Auch bei Arnika gibt es inzwischen anbaufähige Züchtungen. Doch das ist nicht bei allen Heilpflanzen möglich.

  • Sonnentau

    Bernhard Bauske / WWF

    Der Rundblättrige Sonnentau wird auch Himmelstau, Herrgottslöffel oder Widdertod genannt. Er wurde seit dem 12. Jahrhundert für viele Hustenmittel verwendet und dafür wild gesammelt. Doch die riesige Nachfrage zusammen mit einem großen Lebensraumverlust durch die Trockenlegung von Mooren hat die Bestände der krautigen Heilpflanze dramatisch schrumpfen lassen. Heute sind alle Sonnentau-Arten in Deutschland streng geschützt. Der Bedarf an Sonnentau wird nun durch den kommerziellen Anbau gedeckt - sowie durch die Wildsammlung in anderen Ländern, was zum Beispiel eine auf Madagaskar vorkommende Sonnentau-Art in Gefahr gebracht hat.

  • Ginseng

    WWF

    Der stärkende Ginseng kommt aus Ostasien und wird mittlerweile sogar in der Lüneburger Heide und in Brandenburg angebaut. Allerdings ist das nicht einfach: Die Pflanze wächst sehr langsam, die Wurzeln brauchen Jahre, um eine ausreichende Heilkraft zu entwickeln und wild wachsender Ginseng hat meist immer noch den höchsten Wirkstoffgehalt. Genau aus diesen Gründen werden viele Heilpflanzen gar nicht angebaut, es lohnt sich für die Hersteller medizinischer Produkte nicht.

  • Exportschlager Teufelskralle

    WWF

    Die Afrikanische Teufelskralle ist ein beliebtes Mittel gegen Gelenkbeschwerden. Doch ihr Wirkstoff sitzt in der Wurzel und so besteht beim Sammeln eine besonders große Gefahr, die Pflanze zu zerstören. In einem Modellprojekt des WWF und des Bundesamts für Naturschutz (BfN) in Namibia wurde eine schonende Sammelmethode entwickelt: Nur die Seitenknollen der Wurzel werden entnommen, der Rest wieder eingegraben. So kann sich die Pflanze erholen und die Bestände bleiben dauerhaft erhalten und nutzbar.

  • FairWild-Siegel auf Teebeutel

    WWF

    Wer sichergehen möchte, dass für sein Naturheilmittel keine Pflanzenart in ihrem Bestand bedroht wird oder sogar aussterben muss, sollte auf dieses Siegel achten: FairWild ist ein international anerkannter Standard zur nachhaltigen Wildsammlung von Heil- und Aromapflanzen, entwickelt vom WWF, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Weltnaturschutzunion IUCN und dem Artenschutznetzwerk TRAFFIC gemeinsam mit Partnern aus der Industrie.

Umckaloabo, Arnika und Teufelskralle: Sie alle haben längst den Weg in die weltweiten Apotheken gefunden. Und gerade deswegen ist der Bestand der Heilpflanzen zum Teil akut gefährdet.

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