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Menschlicher Körper

Körperfakten – Teil 7: Die 10 größten Notfall-Mythen

Körperfakten - Teil 7: Die 10 größten Notfall-Mythen

Wie behandelt man Verbrennungen? Ist die stabile Seitenlage am wichtigsten? Dr. Norbert Rosenthal ist seit mehr als 20 Jahren Allgemeinmediziner. Er ist regelmäßig als Notarzt in Norddeutschland im Einsatz und erklärt in wdw die zehn größten Notfall-Mythen.
  • Sanitäter bei einer Wiederbelebung

    Imago/Jochen Tack

    Die Beatmung ist nicht das Wichtigste: Der Rest-Sauerstoff in der Lunge reicht noch einige Zeit aus, um den Körper zu versorgen. Viel wichtiger ist es, bei Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Denn wenn das Blut nicht zirkuliert, verdickt es. Der Sauerstoff wird nicht mehr im Körper verteilt – das Risiko eines Infarkts steigt. So geht‘s richtig: Rufen Sie den Notarzt! Legen Sie den Betroffenen auf den Rücken. Drücken Sie mit ihren verschränkten Handballen auf die Mitte des Brustkorbs, etwa 100-mal pro Minute. Die Drucktiefe sollte fünf Zentimeter betragen. Fahren Sie damit fort, bis der Rettungswagen da ist – das sind im Schnitt etwa 15 Minuten. Ohne das Pumpen verringern sich die Überlebenschancen pro Minute um zehn Prozent.

  • Junge in stabiler Seitenlage

    Imago/Niehoff

    Das denken viele Ersthelfer, weil die aufwendigen Handgriffe in Kursen so ausführlich erklärt werden. Die Folge: Oft werden Personen in die stabile Seitenlage gebracht, die eigentlich in Rückenlage wiederbelebt werden müssten. Tatsächlich sollte nur eine bewusstlose, aber selbstständig atmende Person sofort auf die Seite gedreht werden, damit sie nicht an Blut, Speichel oder Erbrochenem ersticken kann. So geht’s richtig: Bei der seitlichen Lagerung ist es wichtig, dass der Kopf leicht überstreckt ist – so bleiben die Atemwege frei. Öffnen Sie außerdem den Mund. Bei Oberkörper-Verletzungen sollten Sie darauf achten, dass der Patient auf der verletzten Seite liegt, dadurch hat die gesunde Lunge mehr Platz.

  • Ärzte verbinden einen Bruch

    Imago/Jochen Tack

    Das bringt meist wenig. Viel wichtiger ist es, Frakturen ruhigzustellen, damit Knochensplitter sich nicht verschieben oder zu weiteren Verletzungen führen. So geht’s richtig: Stabilisieren Sie die verletzte Gliedmaßen mit fest gerollten Kleidungsstücken, Decken oder Kissen. Mit einem Tuch kann zum Beispiel der Arm am Oberkörper fixiert werden.

  • 2 Gläser mit Tabletten

    Imago/Science Photo Library

    Ein weitverbreiteter Irrglaube, der lebensgefährliche Folgen haben kann. Nur wenn es sich um Tabletten handelt und der Betroffene noch bei Bewusstsein ist, darf Erbrechen herbeigeführt werden. Bei ätzenden Flüssigkeiten wie Putzmitteln oder Seifen kann es durch das „Heraufwürgen“ zu schweren Schäden an Atemwegen, Speiseröhre oder Magen kommen. So geht’s richtig: Verständigen Sie sofort den Notarzt, geben Sie auf gar keinen Fall etwas zu trinken! Bewahren Sie Giftreste oder die Verpackung auf, so kann sofort mit der richtigen Behandlung begonnen werden.

  • eine Qualle

    Imago/Imagebroker

    Unfug. Unser Urin hat je nach Tageszeit, Ernährung oder Erkrankung einen anderen pH-Wert: alkalisch oder sauer. Demnach kann der Harn die Wirkung des Nesselgifts sogar noch verstärken. Auch durch eine Behandlung mit Wasser können Nesselzellen auf der Haut aufplatzen und ihr Gift verteilen. So geht’s richtig: Beträufeln Sie die betroffenen Stellen sofort mit Essig oder Zitronensaft. Gehen Sie dabei behutsam vor und vermeiden Sie direkten Hautkontakt, denn je mehr man kratzt oder reibt, desto mehr Gift wird im Gewebe freigesetzt.

  • Feuerwehrmänner bei der Bergung eines Unfallopfers

    Imago/Becker&Bredel

    Richtig ist: Verletzte sollten immer so wenig wie möglich bewegt werden, um zusätzliche Schäden zu vermeiden. Besteht jedoch Lebensgefahr, geht die Rettung der Person dem Schutz ihrer Gesundheit vor. Kann sich das Opfer nicht allein aus seiner Lage befreien, sollten Sie eingreifen. Bringen Sie dabei aber nicht sich selbst in Gefahr! So geht’s richtig: Wenn Sie allein am Unfallort sind, setzten Sie sich hinter den Verletzten. Unter seinen Achseln hindurchgreifen, den Oberarm über die Brust legen und umfassen. Dabei greift der Daumen auf derselben Seite wie die anderen Finger. Dann aufrichten, rückwärts in Sicherheit gehen.

  • Mottoradunfall auf einer befahrenen Straße

    Imago/Xinhua

    Wenn das Unfallopfer ansprechbar ist und ohne Probleme atmet, muss der Helm nicht entfernt werden. Verliert der Betroffene jedoch das Bewusstsein oder setzt die Atmung plötzlich aus, dürfen Sie keine Zeit verlieren – dann gilt HONDA: Helm ohne nähere Diagnose abnehmen! So geht’s richtig: Im Idealfall sind Sie zu zweit. Der erste Helfer kniet oberhalb des Kopfes und umfasst von oben mit beiden Händen den Helm und Unterkiefer. Der zweite Retter öffnet das Visier, löst den Kinnriemen – er übernimmt nun die Stabilisierung der Halswirbelsäule und des Schädels. Nun kann der erste Helfer den Helm vorsichtig abziehen. Der Kopf darf dabei nicht ruckartig zur Seite kippen. Jetzt mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

  • Hand auf einer Herdplatte

    Imago/Steinach

    Auf keinen Fall! Zum einen kann das verletzte Gewebe durch den Temperaturschock noch weiteren Schaden nehmen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass der Patient bei einer zu intensiven Kühlung schwere Kreislaufprobleme bekommt. So geht’s richtig: Verbrennungen sollten nur mit handwarmem Wasser behandelt werden. Das reicht aus, um ein „Weiterbrennen“ der Hitze in tiefere Hautschichten zu verhindern. Kühlen Sie nur so lange bis der Schmerz nachlässt – jedoch nicht länger als 15 Minuten.

  • Kind mit hochgestützen Beinen

    Imago/Niehoff

    Das hilft nur im Falle einer Ohnmacht. Sonst kann es sogar schaden: Bei einem unterkühlten Patienten kann das „eisige“ Blut aus den Beinen einen Herzstillstand auslösen. Bei Herzversagen kann das zurückfließende Blut das Organ überlasten. Prüfen Sie zuerst, ob der Patient atmet – wenn nicht, sofort mit der Wiederbelebung beginnen! Eine Kreislaufschwäche erkennen Sie an einem schwachen, aber gleichmäßigen Puls und einer flachen Atmung.

  • Grüne Schlange im Baum

    Imago/blickwinkel

    Das ist reine Zeitverschwendung – und unter Umständen sogar für den Ersthelfer gefährlich, weil er sich selbst vergiften kann. Auch verbreiten sich Giftstoffe (Toxine) zu schnell im Körper, um einfach herausgesaugt werden zu können. So geht’s richtig: Beruhigen Sie das Opfer, es sollte sich so wenig wie möglich bewegen. Gerät es in Panik, beschleunigt sich der Herzschlag, und das „vergiftete“ Blut zirkuliert schneller im Körper. Spülen Sie die Wunde aus und kühlen Sie sie, das reduziert die Durchblutung des Gewebes. Damit im Krankenhaus das richtige Gegenmittel bereitsteht, sollten Sie eine möglichst genaue Beschreibung des Tiers an die Rettungskräfte weitergeben.

Wie behandelt man Verbrennungen? Ist die stabile Seitenlage am wichtigsten? Dr. Norbert Rosenthal ist seit mehr als 20 Jahren Allgemeinmediziner. Er ist regelmäßig als Notarzt in Norddeutschland im Einsatz und erklärt in wdw die zehn größten Notfall-Mythen.

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