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Menschlicher Körper

Körperfakten – Teil 13: Die 10 geheimen Körpergrenzen

Körperfakten – Teil 13: Die 10 geheimen Körpergrenzen

Wo liegen unsere Belastungsgrenzen? Chirurgen, Neurologen und Psychologen erforschen die maximalen Grenzen des menschlichen Körpers. In Welt der Wunder geben sie faszinierende Antworten auf die spannendsten Fragen.
  • Blutbeutek

    iStock/vladm

    Bis zu sechs Liter Blut fließen im Körper eines Menschen. Die Hälfte kann man maximal verlieren, erst dann droht der Kreislaufschock. Registrieren die Chemorezeptoren in den Wänden der Blutgefäße allerdings ein größeres Leck am Körper, greift bei etwa 2,5 Liter Blutverlust ein Selbsterhaltungstrick: Er versetzt den Körper in eine Art Winterschlaf und fährt die Betriebstemperatur schlagartig auf 33 Grad Celsius herunter, um weniger Sauerstoff zu verbrennen. Deswegen frieren Menschen bei Blutverlust sogar bei tropischen Temperaturen. Gleichzeitig pumpt das Herz die verbleibende Menge Flüssigkeit entsprechend schneller durch den Kreislauf. Nach einem Blutverlust von drei Litern versorgt es nur noch das wichtigste Organ mit Sauerstoff: das Gehirn. Wenig später ist endgültig Schluss.

  • Frau beim Hochsprung

    iStock/IPGGutenbergUKLtd

    Der aktuelle Weltrekord liegt bei 2,45 Metern. Rekordhalter: Javier Sotomayor. Der 1,93 Meter große Kubaner holte sechs Weltmeistertitel, wurde 1992 Olympiasieger und ist der erfolgreichste Springer aller Zeiten. Das wichtigste Körperteil beim Hochsprung ist die Achillessehne. Sie überträgt Beschleunigung und Körpergewicht auf die Ferse. So wirken bei Rekordsprüngen Kräfte von 14.000 Newton auf die Sehne. Experten schätzen, dass bis zu 18.000 Newton möglich sind, bevor die Achillessehne reißt. Umgerechnet könnte ein Mensch also bis zu 3,15 Meter hoch springen.

  • Frau beim Joggen

    iStock/S_Chum

    Das Limit scheint fast erreicht: Während der Sprinter Usain Bolt eine 100-Meter-Strecke in nur 9,58 Sekunden zurücklegt, prophezeit der Biologe Mark Denny, dass es der Mensch in Zukunft auf maximal 9,48 Sekunden bringen werde – das entspricht 38 Kilometern pro Stunde.

  • Maßband um eine Wasserflasche

    Imago/McPhoto

    Der Hormonforscher Jerrold Olefsky gibt einem normalgewichtigen Menschen eine Chance von ca. 60 Tagen bis zum Hungertod – sofern er mit dem Wasser auch lebenswichtige Vitamine zu sich nimmt: Beim Hungern reduziert sich das Körpergewicht um ein Kilogramm pro Tag, später um 500 Gramm. Nach einer Woche geht der Körper an die Fettreserven, Blutdruck und Herzfrequenz sinken. Nach zwei Wochen beginnt das Muskelgewebe, sich abzubauen (auch der Herzmuskel), um den Körper mit Energie versorgen zu können. Der Hungertod erfolgt durch einen Mangel an Eiweiß. Bobby Sands (ein IRA-Hungerstreikender) schaffte 66 Tage, doch dann ist Schluss – normalerweise: In einem Versuch des Pathophysiologen Walter Siegenthaler kamen Übergewichtige 200 Tage ohne feste Nahrung aus. Denn jedes Kilo Körperfett versorgt einen Menschen mit 10.000 Kilokalorien Energie. Fazit: Je dicker, desto mehr bringen Übergewichtige auf die „Waage des Überlebens“.

  • Silhouette eines Tauchers

    iStock/dejan750

    Apnoetaucher tauchen ohne Pressluftflaschen und gehen bis an die Grenzen des Möglichen. Mit einem einzigen Atemzug tauchte Herbert Nitsch 2007 in rund 4,5 Minuten 214 Meter tief und wieder zurück. Bei dem Versuch im Jahr 2012, tiefer als 253 Meter zu kommen, hatte Nitsch einen Blackout und erlitt einen Hirnschaden. Wie weit zukünftige Sportler kommen werden, ist umstritten. Der Biomediziner John Fitz-Clarke glaubt, sie könnten 300 Meter erreichen. Sein Kollege Neal Pollock widerspricht dem und hält Nitschs Rekordtauchgang für das Limit, da in größeren Tiefen die Lunge durch den enormen Druck kollabieren würde.

  • Viele verschiedene Farbkreise

    iStock/Nastyaaroma

    Ein Tetrachromat ist ein Mensch mit einem ausgeprägten Supersinn: Es sieht 99 Millionen Farbschattierungen. Normalerweise nimmt ein Mensch nur etwa 500.000 Farbempfindungen wahr. Aber aufgrund eines Gendefekts haben die Augen mancher Menschen vier statt nur drei Arten von Farbrezeptoren, ähnlich manchen Insekten und Spinnen.

  • Digitale abstrakte Darstellung des Gehirns

    iStock/gsandrew

    Unser Gehirn gleicht einem Superrechner: Es besteht aus rund einer Milliarde Zellen, die jeweils etwa 1.000 Verbindungen zu anderen Zellen aufbauen. Dieses dichte Netzwerk verfügt über eine Speicherkapazität von 2,5 Millionen Gigabyte – damit könnten wir uns theoretisch alles merken. Doch es gibt ein Problem: Während unsere Speicherleistung ausreicht, fehlt unserem Gehirn die Fähigkeit, alles wieder aufzurufen, sprich: Das Erinnern fällt uns schwer.

  • Vulkan beim Ausbruch

    Imago/Westend61

    Gefährlich wird es bei 90 Dezibel, was dem Geräusch eines Rasenmähers entspricht. Länger als eine Stunde sollten unsere Ohren dieser Lautstärke nicht ausgesetzt sein. Auch das Benutzen von Kopfhörern mit einer Lautstärke über 100 Dezibel kann bereits nach fünf Minuten zu Hörschäden führen. Bei 110 Dezibel, etwa der Lautstärke eines Presslufthammers, liegt die Grenze bei gerade einmal 30 Sekunden. Alles über 120 Dezibel, wie Gewehrfeuer oder ein startender Jumbojet, liegt über der Schmerzgrenze und kann sofort zu schweren Hörschäden führen. Das lauteste jemals gemessene Geräusch wurde beim Ausbruch des Krakatau-Vulkans 1883 registriert, der Knall betrug noch in 160 Kilometern Entfernung 180 Dezibel.

  • Dummie im Crash-Test

    Imago/Aflo

    Tests haben gezeigt: Bei einem Auto-Frontalaufprall mit 50 Stundenkilometern ist es vor allem die Leber, die ungebremst gegen die Rippen schnellt. An einer Hightech-Puppe wurden Belastungen vom 200-fachen der Erdbeschleunigung (g) gemessen. Das entspricht etwa dem 200-fachen Gewicht der Leber – circa 300 Kilo! Trotzdem entsteigen manche Unfallopfer ihrem Auto unversehrt. Wie das geht? Unsere Organe sind mit einem schützenden Netzwerk überzogen, den Faszien. Sie gehören zum Bindegewebe, dienen als Stoßdämpfer. „Eine gesunde Faszie ist wie eine Damenstrumpfhose aufgebaut“, sagt der Bindegewebsexperte Thomas Myers. „Die Scherengitter-Anordnung lässt stärkste Beschleunigung in alle Richtungen zu, ohne zu reißen.“

  • Digitale Darstellung der Niere

    iStock /HYWARDS

    Etwa 63 Prozent Wasser zirkulieren ständig durch unseren Organismus. Es ist der wichtigste Bestandteil unseres Körpers. Nur in Wasser gelöst, kann unser Blut mit all seinen lebenswichtigen Inhaltsstoffen (u. a. Sauerstoff) durch den Körper und in die Niere transportiert werden. „Sie gleicht einem Hochleistungslabor“, sagt Nierenexperte Professor Gerhard Müller. Hier werden täglich 1.800 Liter Blut gewaschen, Giftstoffe wie Harn und Medikamentenreste entschärft. Und selbst bei einem Wasserverlust von 15 Prozent – das entspricht etwa 72 Stunden ohne Flüssigkeit – arbeitet die Niere noch reibungslos. „Dann pumpt das Herz das nun klumpige Blut mit Überdruck zum Waschen in die Niere“, erklärt Müller. Spätestens nach fünf Tagen fällt der Mensch ins Koma. Der biologische Tod folgt kurz darauf durch Nierenversagen.

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