weltderwunder.tv

INHALTE

FOLGEN SIE WELT DER WUNDER

Menschlicher Körper

Körperfakten – Teil 10: Zehn Stoffe, die mein Gehirn auf Hunger programmieren

Körperfakten – Teil 10: Zehn Stoffe, die mein Gehirn auf Hunger programmieren

Macht Marmelade süchtig? Wie werden wir zu Salz-Junkies? Prof. Dr. Achim Peters ist Diabetologe und Hirnforscher und hat durch die Analyse von mehr als 10.000 Studien nachgewiesen, dass Süßstoffe sogar Diabetes auslösen können. In wdw erklärt er zehn Suchtstoffe.
  • Eine Schale mit Chips

    iStock/ValentynVolkov

    Glutamat ist in fast allem enthalten, was haltbar und salzig ist: Soßen, Wurst, Chips. Wirkung: Glutamat gilt als die Allzweckwaffe unter den Geschmacksverstärkern. Dabei schmeckt es eher salzig-süß, verändert also den Geschmack von Speisen, statt ihn zu verstärken. Studien belegen, dass Glutamat das Sättigungszentrum im Gehirn beeinflusst, indem es die Konzentration des „Schlankheitshormons“ Leptin verringert. Daraufhin sendet das Gehirn den Befehl: Iss etwas! Folge: Egal, wie viele Chips wir gegessen haben, wir greifen zur nächsten Kalorienbombe.

  • Teller mit Junkfood

    iStock/wildpixel

    Guanylsäure wird u. a. in Soßen und Fertiggerichten verwendet. Der Geschmacksverstärker entfaltet seine volle Wirkung in stark salzhaltigen Lebensmitteln. Das Problem: „Salz macht süchtig“, erklärt Wolfgang Liedtke von der Duke University in North California. Tatsächlich löst Salz im Körper ein Bedürfnis ganz ähnlich dem bei einer Drogensucht, etwa nach Opiaten und Kokain, aus. Denn je mehr Salz wir essen, desto mehr Salz fordert das Gehirn. Da Fertignahrungsmittel sehr viel Salz erhalten, damit die Guanylsäure wirkt, werden wir schnell süchtig nach Pizzen, Pommes etc.

  • Abgepackte Salate

    iStock/aerogondo

    Phthalate finden sich u. a. in Weichmachern für Kunststoffverpackungen, in Folien, Tüten und Deckeln. Phthalate sind nicht fest mit dem Plastik verbunden. Der Stoff kann sich etwa von einem Plastikdeckel lösen und so direkt in den Körper gelangen. Viele der Kunststoffverbindungen ähneln chemisch gesehen den körpereigenen Hormonen, die Hungergefühle auslösen. Das Gehirn wird verwirrt, wenn diese Plastikstoffe den Hormonhaushalt verändern. Die Sättigungshormone werden „ausgeschaltet“, der Mensch bekommt Hunger.

  • Cola-Flaschen

    iStock/Tommy Alvén

    Aspartam ist u. a. in Diät-Softdrinks enthalten und 200-mal so süß wie Zucker bei etwa gleicher Kalorienzahl. Der synthetische Süßstoff wird daher in viel geringeren Mengen als der natürliche Zucker verwendet und hat deshalb kaum Kalorien. Er regt jedoch den Appetit an. Aber anders als natürlicher Zucker bietet er dem Körper nichts, was das Hungergefühl während des Konsums wieder drosselt. „Das Gehirn denkt dadurch, dem Körper mangele es an Nährstoffen, da ja der Zucker fehlt – und befiehlt uns, mehr zu essen“, erklärt Hirnforscher Achim Peters. So kommen die Kalorien, die durch die Diät-Cola eingespart wurden, auf anderen Wegen in unseren Körper.

  • Industrie-Kessel

    iStock/nikitos77

    Tributylzinn ist in Pestiziden und Konservierungs- oder Desinfizierungsmitteln enthalten. Der Stoff ist für Mikroben und Pilze hochgradig giftig und wird deshalb etwa in Wassersystemen und Brauereien, aber auch bei der Plastikherstellung verwendet. Ist unser Körper Tributylzinn ausgesetzt, steigt die Anzahl der Fettzellen unkontrolliert. Diese produzieren immer mehr Hormone, die dem Gehirn die Botschaft übermitteln: „Füttere mich!“ „Tributylzinn fördert die Fettleibigkeit“, erklärt Bruce Blumberg, Biologe und Zellforscher.

  • Teflon-Pfanne

    iStock/vydrin

    Teflon (eigentlich Polytetrafluorethylen) wird häufig als Beschichtung von Pfannen und Töpfen eingesetzt. Wer mit solchen beschichteten Küchenutensilien kocht, nimmt täglich kleine Mengen Teflon auf. In einer Studie der University of Exeter wurden Blutproben von etwa 3.000 Personen genommen und darin die Polytetrafluorethylen-Konzentration gemessen. Die Teilnehmer mit den höchsten Konzentrationen dieser Chemikalie litten doppelt so oft an einer Unterfunktion der Schilddrüse wie der Rest. So kann diese Unterfunktion zu verlangsamtem Herzschlag, zu Depressionen sowie zu einem verlangsamten Stoffwechsel und damit zu Übergewicht führen.

  • Eine Hand mit Süßigkeiten, eine Hand mit einer Orange

    iStock/Laks-Art

    Fruktose findet man in Obst, aber auch als Süßungsmittel in Diätprodukten. Das Gehirn hat eine „Kontrollstelle“ im Körper, die bestimmt, was mit dem Zucker geschieht. Traubenzucker (Glukose) z. B. wird zur Energiegewinnung eingesetzt oder in Fettsäuren verwandelt. Fruktose dagegen kann das Gehirn und seine Kontrollstelle austricksen. Es wandelt sich in Fett um und treibt die Harnsäurekonzentration nach oben. Folge: eine mangelhafte Verwertung von Zucker und anderen Nährstoffen.

  • Leere Plastikflaschen

    iStock/monticelllo

    Bisphenol A wird bei Beschichtungen von Plastikbehältern, Getränke- und Konservendosen verwendet. Der Stoff unterdrückt das Hormon Adiponectin, das den Körper „instinktiv“ vor Gefahren wie Bluthochdruck, schlechten Cholesterinwerten, Diabetes und eben auch vor Übergewicht schützt. Das Gehirn – und damit der gesamte Körper – ist verwirrt. Durch die Unterdrückung der für die Gewichtskontrolle wichtigen Hormone können wir nicht mehr entscheiden, welche Nahrung gesund für uns ist und welche nicht.

  • Verschiedene Tabletten

    iStock/Phattana

    Antibiotika werden zur Behandlung von Infektionskrankheiten verwendet. Sie sollen Bakterien an der Vermehrung hindern bzw. sie abtöten. Dabei sind die „Kampfstoffe“ in den Medikamenten nicht wählerisch – sie töten oft auch Bakterien, die nicht schädlich sind. Das Problem: Forscher haben herausgefunden, dass besonders in der Darmflora ein Gleichgewicht an „guten“ und „schlechten“ Bakterien herrscht. Tötet das Antibiotikum zu viele nützliche Bakterien, kann deren Platz von ihren schädlichen Gegenstücken eingenommen werden. Das bringt die Hormonregulation durcheinander, die wiederum für Appetit und Sättigung zuständig ist.

  • Marmeladenbrote

    iStock/Shaiith

    Cyclamat wird unter anderem in Diät-Drinks, Desserts, Brotaufstrichen, etwa Marmeladen, verwendet. Der süße Geschmack des künstlichen Zuckers kann eine Insulin-Überproduktion auslösen. Das Hormon bringt unseren Körper dazu, Kalorien zu sammeln – und diese als Fett zu speichern! Das Problem: Wir essen heutzutage viel mehr süße, cyclamathaltige Diätprodukte als noch vor wenigen Jahren. Dieser Dauer-Konsum kann dazu führen, dass wir eine Abneigung gegen weniger süße Produkte entwickeln. In den USA ist Cyclamat übrigens seit Jahrzehnten verboten.

Macht Marmelade süchtig? Wie werden wir zu Salz-Junkies? Prof. Dr. Achim Peters ist Diabetologe und Hirnforscher und hat durch die Analyse von mehr als 10.000 Studien nachgewiesen, dass Süßstoffe sogar Diabetes auslösen können. In wdw erklärt er zehn Suchtstoffe.

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein:

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein: