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Juri Gagarin: Der erste Mensch im Weltall

Juri Gagarin: Der erste Mensch im Weltall

Im Jahr 1961 stieß die Menschheit in ein neues Zeitalter vor: Juri Gagarin flog als erster Mensch ins Weltall und umrundete die Erde in einer Raumkapsel. Es war der Beginn der bemannten Raumfahrt – und gleichzeitig der Anfang einer echten Heldenerzählung.
  • Juri Gagarin in der Raumkapsel

    imago/Eastnews

    Am 12. April 1961 stieß die Menschheit in ein neues Zeitalter vor: die Ära der bemannten Raumfahrt. Als erster Mensch flog der russische Kosmonaut Juri Gagarin ins All und umrundete die Erde in einer Raumkapsel. Die UdSSR gewann damit einen deutlichen Vorsprung gegenüber den USA im Wettlauf der beiden Supermächte um die Eroberung des Weltraums. Er war der Sohn eines russischen Zimmermanns – und der Pionier der bemannten Raumfahrt: Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin war der erste Mensch, der mit einer Rakete ins Weltall flog, unseren Heimatplaneten in einer Raumkapsel umkreiste und sicher wieder auf die Erde zurückkehrte. Das Jahr 1961 machte ihn unvergesslich. Die Aufnahme zeigt den damals 27-jährigen Juri Gagarin in der Kapsel des Wostok-Raumschiffs und entstand kurz vor dem Start der Rakete ins Weltall am 12. April. Sieben Jahre später, am 27. März 1968, verunglückte Gagarin tödlich, bei einem Übungsflug mit seiner „MiG-15“.

  • Juri Gagarin

    imago/ITAR-TASS

    Juri Alexejewitsch Gagarin wurde am 9. März 1934 in einem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Gschatsk (heute Gagarin) in der UdSSR geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs machte er zunächst eine Ausbildung zum Gießer, um später in Saratow ein Studium zum Diplom-Gießereitechniker zu absolvieren. Bereits während seines Studiums wurde Juri Gagarin Mitglied des Aeroklubs von Saratow und trat im Jahr 1955 in die sowjetischen Streitkräfte ein. Von 1957 bis 1959 war er als Jagdflieger bei Murmansk stationiert. Im Jahr 1960 wurde Juri Gagarin dann als potentieller Kosmonaut ausgewählt und absolvierte von März 1960 bis Januar 1961 das dementsprechende Kosmonautentraining. Angeblich war es sein ruhiges Temperament, das die Wahl für den ersten Menschen im All auf ihn fallen ließ.

  • Hündin Laika im Satellit Sputnik

    imago/United Archieves Interantional

    Juri Gagarin sollte zwar der erste Mensch im All werden, nicht aber das erste Lebewesen: Bereits 1957 wurde die Hündin „Laika“ an Bord des Satelliten „Sputnik 2“ in den Weltraum geschossen. Tragischerweise starb Laika bereits wenige Stunden nach dem Start – wie man heute weiß, waren Überhitzung und Stress die Gründe für das vorzeitige Ableben der Hündin. Dennoch galt die Mission als Erfolg; die während Laikas Flug gewonnen Daten waren enorm wichtig für die Planung des ersten bemannten Raumflugs von Juri Gagarin, der nur vier Jahre später stattfand.

  • Wostok-Rakete

    imago/ITAR-TASS

    Ein Wort schrieb rund um den Start von Juri Gagarin Geschichte: „Wostok“. Dieses russische Wort bedeutet „Osten“ und war nicht nur der Name der Trägerrakete, die den Kosmonauten ins All befördern sollte. Auch die Raumkapsel, in der Gagarin während seines Fluges untergebracht war, trug diesen Namen, ebenso wie die gesamte Mission und das komplette russische Raumfahrtprogramm, das in Konkurrenz zum NASA-Programm „Man in Space soonest“ gestartet wurde. Die Wostok-Trägerrakete, die ursprünglich auf einer Rakete vom Typ R7 basierte, wurde von der Sowjetunion kontinuierlich weiterentwickelt und noch bis in die frühen 1990er-Jahre genutzt, um Satelliten ins All zu befördern.

  • Blick auf die Erde aus dem All

    iStock/Dvougao

    Wenige Sekunden vor dem Start der Wostok-Rakete mit Juri Gagarin an Bord begann die Zündung der fünf Haupttriebwerke und der ersten beiden Raketenstufen. Nach Erreichen der vollen Schubkraft - rund 400 Tonnen -, lösten sich die Haltearme von der Trägerrakete. Um 17:06:59 MEZ am 12. April 1961 war es dann soweit: Wostok 1 startete mit Juri Gagarin an Bord zum ersten bemannten Raumflug in der Geschichte der Menschheit - angeblich untermalt von folgenden Worten Gagarins: „Auf geht's! Auf Wiedersehen, bis bald, liebe Freunde.“ Rund 15 Minuten nach dem Start erreichte das Raumschiff mit Juri Gagarin dann seinen vorgesehen Orbit um die Erde. Folgende Worte soll er verwendet haben, um seine ersten Eindrücke zu schildern: „Ich sehe die Erde! Ich sehe die Wolken, es ist bewundernswert, was für eine Schönheit!“

  • Wostok-Rakete beim Start

    imago/ITAR-TASS

    Der erste bemannte Raumflug war eine kurze Angelegenheit - kaum eine Stunde nach dem Eintritt des Raumschiffs Wostok in den Erdorbit begann bereits der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Dabei hatte der Kosmonaut Juri Gagarin mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen: Ein Teil des Raumschiffs wurde nicht rechtzeitig von der Raumkapsel abgelöst, was zu unkontrollierten Flugmanövern führte. Durch die enorme Hitze beim Wiedereintritt behob sich das Problem allerdings nach einigen Minuten von selbst. Die Verbindungskabel schmorten durch und die Landekapsel steuerte, wie berechnet, mit Gagarin an Bord auf die Landestelle zu. In einer Höhe von 7.000 Metern wurde Gagarin dann per Schleudersitz aus der Kapsel katapultiert und legte den Rest seines Weges am Fallschirm zurück. Die Raumkapsel stürzte nahe der Landezone in eine Schlucht – an dieser Stelle befindet sich bis heute ein Denkmal.

  • Zeitungsmeldung über Gagarins Raumfahrt

    imago/Chernykh

    Bereits während sich Gagarin noch im Weltall befand, wurde sein erfolgreicher Flug von den Behörden der UdSSR propagandistisch genutzt. Mit folgenden Worten vermeldete Radio Moskau den ersten bemannten Raumflug: „Achtung! Hier spricht Radio Moskau.“ Diese Meldung wird von allen Radiostationen in der Sowjetunion gesendet: Wostok, das erste Raumschiff der Welt, ist heute von der Sowjetunion aus mit einem Menschen an Bord in einen Orbit über der Erde gestartet worden. Der Kosmonautenpilot des Raumschiffs Wostok ist ein Bürger der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Luftfahrtmajor Juri Gagarin. Ebenfalls noch während seines Fluges wurde Gagarin vom Oberleutnant zum Major der Roten Armee befördert.

  • Jubelnde Menschen rund um Juri Gagarin

    imago/ITAR-TASS

    Wie zu erwarten, nutzte die Sowjetunion die Tatsache, dass nach dem ersten Satelliten auch der erste Mensch im All aus dem kommunistischen Lager stammte, zu Propagandazwecken. Nach Gagarins Ankunft in Moskau säumte die größte Menschenmenge seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Straßen der sowjetischen Hauptstadt, um ihren Helden zu feiern. In einem Autokorso wurde der Kosmonaut durch die Straßen Moskaus gefahren - das Ziel: der Rote Platz. Dort warteten hochrangige Vertreter der Parteiführung der KPdSU, darunter Nikita Chruschtschow und Leonid Breschnew, um sich gemeinsam mit „ihrem“ Helden feiern zu lassen.

  • Amerikanische Astronauten

    imago/UPI Photo

    Ähnlich wie ein Jahr zuvor, als die Sowjetunion mit dem „Sputnik“ den ersten künstlichen Satelliten in einen Erdorbit schoss, so führte auch die Meldung des erfolgreichen Fluges von Juri Gagarin zu einem Schock in den USA - dort war man noch ein gutes Stück davon entfernt, einen vergleichbaren Flug durchzuführen. Besonders hart traf dieser zweite Rückschlag das US-amerikanische Raumprogramm in ideologischer Sicht, da die UdSSR - Hauptgegner der USA im Kalten Krieg - einen weitaus größeren technischen Rückstand bei der Raketentechnologie aufholen musste. Schließlich hatte die Sowjetunion aufgrund des deutschen Vernichtungskrieges besonders hart unter dem Zweiten Weltkrieg zu leiden, der keine 15 Jahre zuvor endlich sein Ende gefunden hatte.

  • Gagarin mit seinen Orden an der Uniform

    imago/Eastnews

    Während man in den USA am augenscheinlichen Vorsprung der UdSSR auf dem Gebiet der Raumfahrt hart zu knabbern hatte, wurde Juri Gagarin in der Sowjetunion zum absoluten Überhelden stilisiert. Er erhielt den Leninorden, wurde zum „Helden der Sowjetunion“ ernannt und der Tag seiner erfolgreichen Erdumrundung wurde im darauffolgenden Jahr zum „Tag der Kosmonauten“ - ein Feiertag, der selbst im heutigen Russland noch begangen wird.

  • Gagarin bei den Dreharbeiten

    imago/ITAR-TASS

    Unter dem Titel „First journey to stars“ wurde der erste bemannte Raumflug in der Sowjetunion sogar verfilmt. Dieses Foto entstand während der Dreharbeiten zu dem Film über die Erdumrundung des Juri Gagarin - so ausgelassen wie hier war der Kosmonaut vor dem echten Start mit Sicherheit nicht.

  • Gagarin und ein Kollege in Fliegerkleidung

    imago/NBL Bildarchiv

    Trotz seines Erfolgs als Kosmonaut und seines Status' als sowjetischer Nationalheld war Juri Gagarin nach wie vor Kampfpilot in Ausbildung - und diese wollte er unbedingt beenden. Zunächst sträubte sich die Führung der UdSSR zwar dagegen, ihren Helden unnötig in Gefahr zu bringen, stimmte aber letztendlich zu. Eine Entscheidung, die tragische Folgen hatte ...

  • Menschen trauern um Juri Gagarin

    imago/ITAR-TASS

    Denn am 27. März 1968 verunglückte Juri Gagarin, Träger des Leninordens und Held der Sowjetunion, tödlich beim Absturz seiner MiG-15 in der Nähe Moskaus. Lange Zeit waren die genauen Umstände unklar, erst im April 2011 wurden die Akten zu dem Unfall freigegeben. Danach hat sich der Absturz höchstwahrscheinlich in Folge einer Beinahe-Kollision mit einem Wetterballon ereignet.

  • Grab Juri Gagarins

    imago/ITAR-TASS

    Seinem Status als Nationalhelden der UdSSR entsprechend wurde Juri Gagarin nach seinem Tod in der Nekropole an der Kremlmauer beerdigt, neben seinem Pilotenkollegen Wladimir Serjogin, der zusammen mit Gagarin bei dem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Die Nekropole an der Kremlmauer diente im 20. Jahrhundert als Ehrenfriedhof der Sowjetunion - eine Beerdigung hier gilt als eine der höchsten Auszeichnungen, die das kommunistische Imperium einem Verstorbenen zukommen ließ.

  • Schild:

    imago/Werek

    Auch nach dem Tod Juri Gagarins wurde der verstorbene Kosmonaut als Held weiterverehrt und unauslöschlich ins kollektive Gedächtnis der Sowjetbürger eingepflanzt – so taufte man beispielweise die Stadt Gschatsk, die in der Nähe von Gagarins Heimatdorf liegt, noch im Jahr seines Todes in „Gagarin" um. Übrigens wurde Gagarin nicht nur in der Sowjetunion zum Helden stilisiert, sondern auch in anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks – schließlich stand er als Person nicht nur für die Erforschung des Weltraums, sondern auch für die Überlegenheit des politischen Systems des Kommunismus. So finden sich bis heute in vielen Städten der ehemaligen DDR Straßen, die nach dem Kosmonauten benannt sind.

  • Briefmarke mit dem Profil Juri Gagarins

    imago/Fotoimedia

    Auch Jahrzehnte nach dem Ableben Gagarins wird dem ersten Menschen im All gedacht, und zwar auf völlig unterschiedlichen Wegen: Von Briefmarken über Statuen bis hin zu Tattoos – Juri Gagarin ist sprichwörtlich überall. Er inspirierte verschiedene Künstler zu Alben- und Songtiteln – es gibt sogar eine deutsche Elektroband, die sich nach ihm benannt hat. Ein französisches Schiff trägt seinen Namen und der Pokal der russischen Eishockeyliga wurde ebenfalls nach dem sowjetischen Kosmonauten benannt. Die Bedeutung, die dem ehemaligen Helden der Sowjetunion weltweit zugesprochen wird, ist einfach nicht zu übersehen.

  • Menschen feiern Juri Gagarin und lassen Luftballons steigen

    imago/ITAR-TASS

    Sogar eine Party findet anlässlich des ersten bemannten Raumfluges statt – und benannt ist sie nach Juri Gagarin, wie könnte es auch anders sein. Erstmalig im Jahr 2001 veranstaltet, zelebriert die „Yuris Night“ alljährlich das Jubiläum der Erdumrundung durch den sowjetischen Kosmonauten. Was damals mit 64 parallelen Veranstaltungen startete, hat sich bis heute zu einem globalen Mega-Event ausgeweitet: Sage und schreibe 444 Partys fanden ihm zu Ehren anlässlich des 50. Jahrestages seines Raumfluges statt.

Im Jahr 1961 stieß die Menschheit in ein neues Zeitalter vor: Juri Gagarin flog als erster Mensch ins Weltall und umrundete die Erde in einer Raumkapsel. Es war der Beginn der bemannten Raumfahrt – und gleichzeitig der Anfang einer echten Heldenerzählung.

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