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Häuserblocks: Fingerabdruck einer Stadt

Häuserblocks: Fingerabdruck einer Stadt

Blockbau, Plattenbau, Karree oder Trabantenstadt. Unterschiedlich geformte Häuserblocks sind das einzigartige Wiedererkennungsmerkmal einer Großstadt.
  • Häuserblocks

    thinkstock/bopav

    Ob New York, Berlin oder Paris: Jede dieser Metropolen versprüht ihren ganz persönlichen Charme und beeindruckt mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Dennoch sind sich einige Städte in ihrer Struktur ähnlicher als andere. Plattenbau in Berlin Mitte oder Blockrandbau in Barcelona - französische Forscher haben nun anhand von Straßenmustern entdeckt, dass viele Städte durch unterschiedlich angeordnete Häuserblocks ihren ganz typischen „Fingerabdruck“ erhalten. Dabei nahmen die Forscher die Perspektive der Bewohnern ein und berechneten die Größe, Form und Verteilung von Häuserblocks.

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    Städte lass sich in vier verschiedene Kategorien einteilen, so Rémi Louf vom Institut für Theoretische Physik in Gif-sur-Yvette und Kollege Marc Barthelemy vom Zentrum für Analysen und Sozialmathematik in Paris. Die Hauptstadt von Argentinien zeichnet sich durch ein regelmäßiges Netz an gleichgroßen Häuserblocks (sogenannte „Cuadras“) aus und ist damit ein typischer Vertreter der ersten Kategorie.

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    thinkstock/ rusm

    Ganz anders verhält sich die Struktur in Athen. Dessen Häuserblöcke sind eher klein und haben ganz unterschiedliche Formen. Nach Angaben der Forscher könnte dieser zweite Typ charakteristisch sein für Städte mit einer sehr langen Geschichte.

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    Ganz für sich steht in der Stichprobe der Forscher die afrikanische Stadt Mogadischu: Mit ihren kleinen, aber extrem regelmäßigen rechteckigen Häuserblocks bilden sie eine eigene Kategorie.

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    thinkstock/Bruce Block

    Zur größten der vier Gruppen gehören fast alle europäischen und nordamerikanischen Städte aus der Stichprobe. Typischerweise haben sie, ähnlich wie Athen, unterschiedlich geformte Häuserblocks. Es dominieren aber Blocks mittlerer Größe.

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    In den USA findet sich aber auch ein charakteristisch amerikanischer Fingerabdruck: gleichmäßige Blöcke in einheitlichen Größen. Prominentes Beispiel ist New York.

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    imago/blickwinkel

    „Quadratestadt“ ist ein Beiname der Stadt Mannheim, da deren historische Innenstadt als Planstadt in Häuserblöcken anstatt in Straßenzügen angelegt ist. Dabei ist keines dieser „Quadrate“ ein Quadrat im Sinne der Geometrie – vielmehr handelt es sich um unterschiedliche Vierecke. Es gibt rechteckige, rhombische sowie trapezförmige „Quadrate“; zum Teil sind durch eine fehlende Querstraße zwei Quadrate-Blocks zu einem verschmolzen. Unter den Einwohnern heißt die ganze Innenstadt „die Quadrate“ - wobei alle von den Ringstraßen umgebenen Straßenzüge inklusive Bebauung gemeint sind.

  • Häuserblocks

    flickr.com

    Blockrandbebauung bezeichnet eine städtebauliche Gruppierung von Wohngebäuden in geschlossener Form um einen gemeinsamen Hof. Diese Architektur ist vor allem typisch für die Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Auf Grund der durchschnittlich sehr hohen Blockrandbebauung, wird Barcelona auch als kompakte Stadt bezeichnet. Der Architekt Ildefonso Cerdá entwarf damals das 625 Häuserblocks umfassenden Raster der barcelonesischen Stadterweiterung Eixample.

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    thinkstock/Si Khanh Nguyen

    Georges-Eugène Haussmann war Verwaltungsbeamter unter Napoléon III. und derjenige, der die heute noch anzutreffende innerstädtische Architektur der französischen Hauptstadt prägte. Napoléon III. gefiel das mittelalterlich geprägte Zentrum von Paris mit seinem labyrinthischen Netz dicht bebauter enger Straßen und Gassen nicht. Haussmann sollte deswegen nach seinen Wünschen das Stadtbild verändern. Im Zuge dessen kam es 1853 zu massenhaften Enteignungen. An die 20.000 Häuser fielen dieser Maßnahme zum Opfer. Die Maßnahmen der Haussmannisierung, also der Errichtung des modernen Stadtbilds, waren Anfang der 1870er Jahre abgeschlossen. Bis heute sind die regelmäßig fünfgeschossigen Häuser dem Pariser Stadtbild erhalten geblieben.

  • Häuserblocks

    thinkstock/Ingram Publishing

    Der Amsterdamer Grachtengürtel gilt als Beispiel für die Baukunst des Goldenen Zeitalters und brachte Amsterdam den Beinamen „Venedig des Nordens“ ein. Er war Teil eines Erweiterungsplans, der im frühen 17. Jahrhundert notwendig wurde, um für die wachsende Bevölkerung Amsterdams Platz zu schaffen. 1612 wurde nach den Plänen von Stadtbaumeister Hendrick Jacobsz Staets damit begonnen, in der Brache im Westen der Stadt drei Hauptgrachten anzulegen. 1658 erfolgte der Durchbruch zur Amstel und anschließend weiter östlich bis an die Oostelijke Eilanden. So erhielt die Stadt ihr einzigartiges Kanalsystem mit seiner typischen Halbmondform. Seit August 2010 zählt der Grachtengürtel zum UNESCO Weltkulturerbe.

  • Häuserblock

    thinkstock/Willy Horsch

    Das Agnesviertel, benannt nach Kölns zweitgrößter Kirche, ist ein weiteres Beispiel des Blockhausbaus. Eine markante Mischung aus früherem Arbeiterviertel und einem der nobelsten Wohnviertel Kölns im 19. Jahrhundert - dafür steht das Agnesviertel.

  • Häuserblocvk

    imago/Ipon

    Die Plattenbauweise – auch Großtafelbauweise genannt – beschreibt ein weit verbreitetes Bauverfahren. In der Umgangssprache wird der Begriff „Plattenbau“ häufig auf einheitlich gestaltete Wohnplattenbauten in Großwohnsiedlungen beschränkt. Plattenbauten sind fast überall in Deutschland und in ganz Europa wiederzufinden. Besonders in Berlin hat der eigentlich hässliche Baustil einen regelrechten Kultcharakter erlangt - vor allem durch den Umbau der „Platte“ in Designerwohnungen.

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    Charakteristisch für das urbane Blockrandquartier in der Nordstadt von Hannover ist, dass die Gebäude direkt nebeneinander und bis zum Straßenrand gebaut wurden. Selten gibt es noch kleine Vorgärten, meist befindet sich im Innenhof ein gemeinsamer, ruhiger Garten.

  • Häuserblock

    imago/imagebroker

    Der Bau des Kontorhausviertels begann 1912 und wurde durch die wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Ersten Weltkrieg verstärkt vorangetrieben. Als dann Ende der 20er Jahre die Weltwirtschaftskrise ausbrach, ging zwar die Nachfrage nach Büroflächen zurück, doch es wurde weiter gebaut. Die Häuser im Kontorhausviertel haben zwei gemeinsame Prinzipien: Sie sind als Stahlbeton-Skelettbauten konstruiert und die Fassaden sind mit Backstein verkleidet. Laut den damals maßgeblichen Architekten Hans und Oskar Gerson werde der Backstein mit zunehmendem Alter immer schöner und die Häuser würden an Reiz gewinnen.

  • Häuserblock

    imago/Schöning

    134 rote Holländerhäuser in vier Karrees wurden vom Architekten Jan Bouman ab 1732 im Auftrag des Soldatenkönigs in Potsdam gebaut. Die Anlage, die zur zweiten barocken Stadterweiterung gehört, stellt das größte geschlossene holländische Bauensemble außerhalb der Niederlande dar. Fertigstellung des Viertels war 1742. Ursprünglich war geplant, die Häuser nur an Holländer zu vergeben, was aber an der geringen Zahl der Einwanderer scheiterte. Bis Mitte der 70er Jahre verfiel das Ensemble, dann wurde aber durch Beschluss des Stadtrates mit der Rekonstruktion begonnen.

  • Häuserblocks

    thinkstock

    Trabantenstädte sind Vororte einer größeren Stadt, die nicht eigenständig sind, sondern hauptsächlich aus Wohngebieten für Pendler bestehen und sich durch eine geringe Arbeitsplatzdichte auszeichnen. Bekannte Beispiele für Trabantenstädte sind der Wohnvorort Hässelby im Nordwesten Stockholms, viele Pariser Vororte wie z.B. Sarcelles, Guyancourt, Chanteloup-les-Vignes oder Voisins-le-Bretonneux oder Ashford in der Nähe von London.

  • Häuserblocks

    imago/blickwinkel

    Bratislava ist auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders attraktiv. Noch heute stört der ein oder andere architektonische Fehlgriff das im Grunde schöne, mittelalterliche Stadtbild. So z.B. die angeblich größte Plattenbausiedlung Europas: Ptrzalka, von petrzlen, was im Deutschen so viel wie Petersilie bedeutet. Insgesamt wurden zwischen 1958 bis 1987 im Stadtgebiet von Bratislava 21 Plattenbausiedlungen mit etwa 113.000 Wohneinheiten errichtet. Heute leben darin 68 Prozent der Bevölkerung von Bratislava.

Blockbau, Plattenbau, Karree oder Trabantenstadt. Unterschiedlich geformte Häuserblocks haben in jeder Stadt ein einzigartiges Wiedererkennungsmerkmal – wie die DNA einer Großstadt.

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