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Gestern Hightech, morgen Retro: Ein Rückblick auf (fast) vergessene Technik

Gestern Hightech, morgen Retro: Ein Rückblick auf (fast) vergessene Technik

Während früher alles groß und umständlich war, fällt Technik heutzutage minimalistisch und einfach aus. Doch mit fortschreitender Modernisierung geht auch viel Charme verloren – und so wird kein High-End-PC jemals den Kultstatus eines C64 erreichen und keine CD auch nur ansatzweise so viele Emotionen erzeugen wie ein selbstgemachtes Mixtape. Ein nostalgischer Rückblick.
  • Ein Rückblick auf vergessene Technik

    Thinkstock/dorian2013

    Wer nicht damit groß geworden ist, wird beim Anblick eines Commodore 64 auch nicht von einem Schwall Nostalgie gepackt. Der Uralt-Homecomputer - liebevoll auch „Brotkasten" genannt – feierte mittlerweile seinen 32. Geburtstag. Doch es gab noch mehr Technik, die heute fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Wer erinnert sich noch an den Bandsalat, der beim Abspielen von Kassetten immer mal wieder auf der Tagesordnung stand? Oder an die XXL-Ghettoblaster, die mehrere Kilogramm auf die Waage brachten? Welt der Wunder erinnert an die Technik vergangener Tage.

  • Commodore 64

    imago/K-P Wolf

    Im Fernsehen ein blauer Bildschirmhintergrund mit weißer Schrift. Auf einer überdimensionierten Tastatur tippen Finger „LOAD „*", 8,1" und schon rattert das gewaltige Diskettenlaufwerk des Commodore 64 los. Nur wenige Minuten später hat der rund 1 Megahertz schnelle Prozessor des 8-Bit-Computers mit Hilfe von insgesamt 64 Kilobyte Arbeitsspeicher das Spiel „Giana Sisters" geladen, eine Art Super-Mario-Verschnitt. Die Grafik unvorstellbar grob, die Musik verdient den Namen eigentlich nicht - und trotzdem dürfte es keinen Computerspieler aus dieser Zeit geben, der den „Brotkasten", wie der C64 auch genannt wurde, nicht geliebt hat.

  • Die Wiege der raubkopierten Software

    imago/Manngold

    Gründe für die Anziehungskraft des C64 zur damaligen Zeit gab es einige: Für kein anderes System existierten derart viele Spiele - vor allem nicht „umsonst", mit dem Boom des C64 begann seinerzeit auch der Siegeszug raubkopierter Software. Und dank Anleitungen in Zeitschriften wie „64er" konnte man auf dem C64 sogar als Laie verhältnismäßig einfach selber programmieren lernen. Manch heutiger IT-Experte hat seine ersten Gehversuche an einem Brotkasten unternommen. Um es kurz zu machen: Computerinteressierte Menschen kamen am C64 nicht vorbei, was auch der Grund sein dürfte, warum das Gerät bis heute absoluten Kultstatus genießt.

  • Datasette

    imago/Thomas Frey

    Wer in den 1980er Jahren einen Heimcomputer sein eigen nannte, dem ist auch die Datasette (im Bild links oben) ein Begriff - das unscheinbare Gerät ist sozusagen der Vorgänger des Diskettenlaufwerks. Wirklich praktisch war die Datasette nie. Da sich auf Magnetbändern Daten nur linear speichern lassen, musste der Anwender quasi permanent auf seinem „Laufwerk" herumspulen, um an die Stelle zu gelangen, an der die jeweils benötigten Daten gespeichert waren. Zusätzlich war Koordinationsfähigkeit gefragt: Um ein Programm zu starten, musste zunächst zur richtigen Stelle gespult, dann der richtige Befehl am Computer eingegeben und möglichst zeitgleich dazu die Datasette gestartet werden. Und all das für eine Datenkapazität von rund 100 kByte pro 30 Minuten Bandlänge. Kein Wunder, dass sich das Gerät heute höchstens noch in Technikmuseen finden lässt …

  • Kassetten

    imago/teutopress

    Kassetten wecken romantische Gefühle. Denn welch toller Einfall war es doch, der Jugendliebe ein selbst bespieltes Mixtape mit den schönsten Liebesliedern zu schenken. Doch es gab einen großen Nachteil: Waren Tonbandkassetten im Spiel, war der Bandsalat vorprogrammiert. Wenn beim Aufrollen des filigranen Magnetbands eine klitzekleine Unachtsamkeit dazu führte, dass das Band riss, wanderte die Lieblings-Kassette von einem Moment auf die andere in den Mülleimer.

  • Ghettoblaster

    Thinkstock/miflippo

    Während heutige Musikabspielgeräte wie MP3-Player und Smartphones in kleine Handtaschen passen, fanden Kassettenrekorder der 70er und 80er Jahre nur an einem Ort Platz: auf den Schultern von coolen Jungs. Beladen mit den schweren Kästen und dauerbeschallt durch die direkt neben dem Ohr platzierten Lautsprecher, schlenderten sie damit durch die Straßen. Dabei galt: Je schwerer der Ghettoblaster, desto lässiger der Typ. Vorzugsweise unterhielten Hip Hop-Beats die ganze Stadt.

  • Discman

    Thinkstock/Comstock

    Nach der Kassette kam die Compact Disc. Auf der Funkausstellung 1981 in Berlin wurde die CD das erste Mal vorgestellt. Mit der Compact Disc konnte die Kassette nicht konkurrieren. Der Vorteil lag klar auf der Hand: kein Bandsalat mehr. Als sich die CD bei den Verbrauchern etablierte, hatte der gute alte Walkman ausgedient. Folglich musste also ein neues mobiles Abspielgerät her: Der Discman kam 1984 auf den Markt. Seitdem der Markt für digitale Musikabspielgeräte stetig wächst, ist jedoch selbst die Compact Disc nicht mehr zeitgemäß.

  • Filterkaffeemaschine

    imago/Dean Pictures

    Wer bevorzugt im Zeitalter von Kaffeevollautomaten und aromatisierter Latte Macchiato tatsächlich noch einen frisch aufgebrühten Filterkaffee, angereichert mit etwas Zucker und Milch? Ob im Café oder zu Hause, beinah überall stehen vollautomatische Espressomaschinen - zum Unglück der Filterkaffeemaschine. Seitdem der Latte Macchiato mit cremigem Milchschaum immer mehr an Beliebtheit gewinnt, scheint der gute alte Filterkaffee abgedrängt zu werden, so dass man in Zukunft wohl nur noch ein Tässchen in Großmutters guter Stube ausgeschenkt bekommt.

  • Diaprojektoren

    Thinkstock/ErikaMitchell

    Menschen müssen ihre Erlebnisse festhalten. Das wissen wir seit der Höhlenmalerei. Heutzutage schießen wir mit Digitalkameras so viele Fotos, dass wir kaum damit hinter her kommen, sie in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Bis vor etwa 20 Jahren war dem nicht so. Damals gab es Dias - winzige Farbfotos, die über einen Projektor an die Wand geworfen werden konnten. Und es gab Diaabende, die in etwa so aussahen: Eine sperrige Leinwand, die schon etwas vergilbt ist und eigenartig riecht, zeigte mit Hilfe eines ratternden Diaprojektors die neueste Urlaubserinnerungen. Somit ist der Diaprojektor der Urgroßvater des Beamers.

  • Licht aus, Projektor an!

    imago/Gerhard Leber

    Ebenfalls einmalig: die Atmosphäre einer Diavorführung. Neben aufgetischtem Mettigel und Käsehäppchen surrt und klickt sich der Projektor in viel zu langsamem Tempo von Bild zu Bild. Manche Bilder stehen auf dem Kopf, weil die Dias nicht geordnet im Kasten liegen. Also neigen die Betrachter nun den Kopf, um auch ja alles gut zu erkennen. Für manche waren solche Diaabende eine Qual, andere fühlten sich als wahren Virtuosen an der Dia-Fernbedienung. Bei allem Charme der Retrotechnik: Manche Verluste sind gar nicht so schlimm. Fortschritt hat schließlich auch sein Gutes.

  • VHS-Kassetten

    Thinkstock/Kai_Wong

    Betrachtet man sich heutzutage die heimische Videothek mit DVDs und Blu-rays, so fällt es schwer zu glauben, dass dieser Bereich mehr als zwei Jahrzehnte lang von analogen Magnetbändern dominiert wurde. Tatsache aber ist: Zwischen 1980 und 2002 waren VHS-Kassetten die meistverkauften Videomedien in Deutschland. Wer die Zeiten der großen, klobigen VHS-Rekorder noch miterlebt hat, der weiß, was er an dem System alles nicht vermisst: Mit jedem Abspielen wurde die Bildqualität ein bisschen schlechter, früher oder später wurde wirklich jede Kassette gefressen und außerdem benötigte eine umfangreiche VHS-Sammlung aufgrund der Größe der Kassetten schnell mal mehrere Schrankwände zur Aufbewahrung.

  • Tamagotchi

    imago/Newscast

    In den 1990er Jahren konnte man einige Monate lang überall Menschen auf kleinen, eiförmigen Videospielen herumdrücken sehen. Was für den Außenstehenden nach einem Mini-Gameboy aussah, war eigentlich ein virtuelles Haustier - das Tamagotchi. Man konnte es füttern, mit ihm spielen und es ins Bett bringen. Wenn man alles in richtigen Maßen tat, entwickelte sich das Haustier recht schnell weiter. Bei falscher Handhabung war das Ergebnis aber weniger schön. Im schlimmsten Fall hatte man nach einiger Zeit ein überfressenes und ungezogenes Etwas, das seinen „Halter" permanent nervte. Sicherlich ist dies der Hauptgrund, warum das kleine Elektro-Ei genauso schnell wieder aus dem öffentlichen Leben verschwand, wie es aufgetaucht war.

  • Walkman

    imago/blickwinkel

    Auf einmal wurde Unmögliches wahr: lautstark Musikhören und das nicht mehr nur im heimischen Wohnzimmer vor der Hi-Fi-Anlag, sondern wann und wo man wollte. Und das ganze auch noch mit dem ästhetischen Aspekt großer Schaustoffüberzüge über den Ohren. Mit der Einführung des Walkmans wurde Musikhören mobil, entweder beim Joggen oder Spazierengehen, in der Straßenbahn und beim Einkaufen - mitten im Tumult konnte man plötzlich ganz alleine mit sich und der Musik sein. Kopfhörer auf, Musik an, Welt aus. Hoch lebe dabei das knallige Plastikgehäuse in Blau, Rot oder Schwarz, befestigt am Hosenbund oder Gürtel!

  • Digitale Schreibmaschine

    imago/biky

    Es ist schon ärgerlich, wenn man nur einen einzigen Rechtschreibfehler macht und gleich eine geschriebene Seite in den Mülleimer wandern muss. Derartige Zeitverschwendung sollte der Vergangenheit angehören, als die digitale Schreibmaschine eingeführt wurde. Indem das Geschriebene auf einem kleinen Display nachzuvollziehen war, konnten Buchstabendreher einfach berichtigt werden, ohne dass gleich eine ganze Seite neu geschrieben werden musste. Die digitale Schreibmaschine war eine Art Vorläufer des heutigen Computers. Das Display diente der Kontrolle des Geschriebenen. So musste man nicht immer gleich alle Seiten zerreißen, auf der sich ein Schreibfehler eingeschlichen hatte.

  • Walkie-Talkie

    imago/Jochen Tack

    Walkie-Talkies gibt es schon seit den Vierziger Jahren - in den späten Siebzigern wurden sie dann auch ohne einen Posten bei der Polizei oder einem Sicherheitsdienst für jedermann verfügbar. Um über ein Walkie-Talkie zu kommunizieren, musste man während des Sprechens eine Taste gedrückt halten. Die Möglichkeit, jederzeit (beziehungsweise solange sich die beiden Nutzer nicht mehr als 500 Meter voneinander entfernten) Kontakt aufnehmen zu können, brachte uns ein Stückchen näher an Helden wie „Face" aus dem A-Team, Angus MacGyver oder Colt Seavers. Walkie-Talkies rauschten meistens stark, waren mindestens zehn Mal so groß wie heutige Handys und hatten eine Antenne - dafür kostete die Unterhaltung darüber nichts weiter, als regelmäßig neue Batterien.

  • Scall

    Thinkstock/zhudifeng

    In Zeiten, in denen annähernd jeder Mensch ein Handy besitzt, können sich wohl nur die wenigsten Jugendlichen vorstellen, dass es einmal eine Zeit gab, in der nicht jeder Mensch dauernd und überall erreichbar war. Abhilfe sollte da der Dienst „Scall" schaffen, der im Jahr 1994 ins Leben gerufen wurde. Wer den Dienst nutzen wollte, benötigte einen so genannten Pager, auf dem er dann kurze Nachrichten oder Telefonnummern empfangen konnte - allerdings nur im Umkreis von 25 Kilometern um seinen Wohnort. Wer jemandem eine Scall-Nachricht zukommen lassen wollte, tat dies über bestimmte Telefonnummern, über die er seine Nachrichten übermittelte. Der Ange"scallte" konnte dann zurückrufen. Trotz der schnellen Verbreitung der Mobiltelefonie in den späten 1990ern in Deutschland wurde der Dienst erst im Jahr 2002 abgeschaltet.

  • Polaroid-Sofortbildkamera

    imago/Imagebroker/theissen

    Es war immer eine spannende Angelegenheit, wie nach ein zwei Mal hin und her Wedeln plötzlich helle Konturen auf dem dunklen Hintergrund zu sehen waren. Kein ungeduldiges Warten mehr, ein Polaroid-Bild bestaunte man immer sofort. Obwohl das Polaroid-Bild einem Fotografen den langen Prozess einer Bild-Entwicklung in der Dunkelkammer ersparte, ließ die Qualität doch sehr zu wünschen übrig. Zu weiße Gesichter und rote Augen waren Standard. Seit dem Aufkommen der digitalen Fotografie aber wurden Polaroid-Sofortbildkameras beinah vollständig vom Markt verdrängt. 2008 stellte Polaroid die Produktion ein.

  • Plattenspieler

    imago/Sven Simon

    Eine kreisrunde schwarze Scheibe trat zu Beginn des 19. Jahrhundert ihren Siegeszug an. Mit der Schallplatte wurde der Beginn einer neuen Ära eingeläutet, eine Revolution für Musikliebhaber - der Anfang einer bewegten Zeit, in der Musik auf Kommando abgespielt werden konnte. Der unverkennbare Klang, den ein Schallplattenspieler erzeugt, weckt für so manchen längst vergessene Erinnerungen an alte Zeiten. Auch wenn dieses Gerät von moderner Technik verdrängt wurde, viele DJs und Nostalgiker schwören gerade heute wieder auf den Plattenspieler.

  • Telefon mit Wählscheibe

    imago/McPHOTO

    Heute ist man beim Telefonieren nicht mehr darauf beschränkt, sich in einem Radius von einem Meter zu bewegen, weil eine zu kurze Telefonschnur das Hin- und Herlaufen unmöglich macht. Auch dauert es keine halbe Ewigkeit mehr, bis man mit Hilfe der Wählscheibe die Telefonnummer eingegeben hat.

  • Jukebox

    imago/United International Archive

    In den 60er Jahren waren sie unverzichtbares Inventar in Kneipen, Bars und Restaurants. Mit ihnen wurde die Welt bunter, schöner, lauter. Es bedurfte bloß einer Münze, und schon spuckte der Schrank Musik aus, die zuvor per Tastendruck ausgewählt wurde. Mit der „Golden Age Ära" kam die flimmernde „Jukebox". Schon von weitem leuchtete das Gerät zum Abspielen von Musik in knalligen Farben: Rot, Blau, Gelb und Grün.

  • Röhrenradio

    imago/Imagebroker

    Groß waren die Erwartungen, als 1924 auf der ersten großen Deutschen Funkausstellung in Berlin der erste Rundfunk-Röhrenempfänger präsentiert wurde. Das Röhrenradio löste fortan den Detektorempfänger ab. Ein ganz entscheidender Vorteil des neuen Empfangsgerätes war, dass es nicht nur leise über Kopfhörer in direkter Sendernähe genutzt werden konnte. Als „Volksempfänger" wurde das Röhrenradio dann im Dritten Reich durch die Nazis zu Propagandazwecken genutzt - und fand Verbreitung in der Mehrzahl der Haushalte. Bis in die 1960er Jahre wurden Röhrenempfänger gebaut, jedoch ab Ende der 1950er Jahre durch das Transistorradio, auch bekannt als „Kofferradio", abgelöst.

Mit fortschreitender Modernisierung geht auch viel Charme verloren – und so wird kein High-End-PC jemals den Kultstatus eines C64 erreichen und keine CD auch nur ansatzweise so viele Emotionen erzeugen wie ein selbstgemachtes Mixtape. Ein nostalgischer Rückblick.

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