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Geheimnisvolle Geisterstädte: Wenn Orte aussterben

Mucksmäuschenstill

Einst waren sie lebendige Orte, heute pfeift nur noch der Wind durch die Ruinen: Geisterstädte üben eine merkwürdige Faszination aus. Manche erwecken den Eindruck, als wären sie gerade erst verlassen worden. Doch warum sterben manche Dörfer und Städte plötzlich aus?

Kolmannskuppe, Namibia
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Kolmannskuppe, Namibia

Der Ort Kolmanskuppe in Namibia wurde – wie der Name bereits verrät – Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von Deutschen gegründet. Hier, mitten in der Wüste vom damaligen "Deutsch-Südwestafrika", waren Eisenbahnbauer auf Diamanten gestoßen. Sie gründeten eine kleine Siedlung, die innerhalb kürzester Zeit zu großem Reichtum gelangte. Nach kaum mehr als zwanzig Jahren waren die Diamantenfelder abgegrast.
Verlassene Häuser in Kolmannskuppe, Namibia
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Verlassene Häuser in Kolmannskuppe, Namibia

Die Bewohner von Kolmanskuppe zogen weiter – und ließen ihre aufwändig in der Wüste errichteten Häuser inklusive Möbel zurück. Nach und nach holte sich die Natur zurück, was die Menschen ihr genommen hatten. In den verbliebenen Gebäuden häuft sich der Sand heute oft meterhoch; Wind und Hitze nagen an der Substanz.
Prypjat, Ukraine
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Prypjat, Ukraine

Sie kam und ging mit dem Kernkraftwerk Tschernobyl: Prypjat in der Ukraine wurde mit dem Bau der Reaktoren gegründet – und starb mit dem Super-GAU von 1986. Die kleine Stadt war der erste Ort, den die giftige Wolke erreichte. Bis heute gilt die komplette Gegend als verseucht.
Als die Zeit stehen blieb in Prypjat, Ukraine
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Als die Zeit stehen blieb in Prypjat, Ukraine

Nach dem Atomunfall ließ man die Einwohner von Prypjat zunächst in dem Glauben, dass es sich nur um einen kleinen Zwischenfall handele und sie bald in ihre Häuser zurückkehren könnten. Daher ließen viele Menschen ihr Hab und Gut in ihren Wohnungen zurück. Auch große Teile der Infrastruktur sind bis heute vorhanden – inklusive einem Rummelplatz mit Autoscooter und Riesenrad.
Hashima, Japan
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Hashima, Japan

Auf der japanischen Insel Hashima wurde fast neunzig Jahre lang unterseeisch Kohle abgebaut. Überirdisch wurden Wohnblöcke für die Arbeiter errichtet, die dort auf engstem Raum hausten. Sogar eine entsprechende Infrastruktur – Kneipen, Schulen und Geschäfte – quetschte man auf die gerade mal 7,2 Hektar. Als 1974 die Kohleförderung eingestellt wurde, verließen die Einwohner die Insel.
San Zhi, Taiwan
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San Zhi, Taiwan

Diese UFO-artigen Wohnungen im taiwanesischen San Zhi waren ursprünglich als Ferienanlage gedacht. Anfang der achtziger Jahre begann man mit den Bauarbeiten – doch schon bald ging den Unternehmern das Geld aus. Seit dem verrotten die spacigen Appartements zum Leidwesen der kommunalen Verwaltung vor sich hin. Da sich bereits zahlreiche Gerüchte um die verlassenen UFOs rankten – der Ort sei von Dämonen verflucht, Leichen lägen hier verschüttet – wurde die Geisterstadt Anfang 2009 abgerissen.
Varoscha, Zypern
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Varoscha, Zypern

Varoscha war einst ein blühender Touristenort – heute stehen hier nur noch verlassene Betonburgen. Während des Zyperkonflikts stritten Griechen und Türken noch erbittert um das florierende Städtchen. Dann wurde es zum militärischen Sperrgebiet erklärt und die tausenden Betten, Läden und Freizeiteinrichtungen blieben leer. Mittlerweile nutzen die gefährdeten Meeresschildkröten den Strand zum Brüten.
Rhyolite, Nevada (USA)
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Rhyolite, Nevada (USA)

Auch Rhyolite im US-Bundesstaat Nevada war einst ein Goldsucher-Zentrum. 1904 stießen Pioniere auf die ersten Nuggets. Doch innerhalb von nur zehn Jahren waren sämtliche Vorkommen erschöpft. Der Ort, einst die drittgrößte Stadt Nevadas, wurde zu einer Geisterstadt. Die meisten Häuser wurden aus Holz gebaut, wovon heute nur noch wenige stehen. Nur noch einige steinerne Gebäude sind erhalten geblieben. Heute ist die Geisterstadt ein Freilichtmuseum.
Craco, Süditalien
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Craco, Süditalien

Der mittelalterliche Ort Craco am Südende Italiens steht buchstäblich auf der Kippe. Durch Erosion und regelmäßige Hangabrutsche stürzt er nach und nach in die Tiefe. Heute lebt niemand mehr in Craco – die Bewohner wurden in den sechziger Jahren umgesiedelt.
Tatort Oradour-sur-Glane, Frankreich
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Tatort Oradour-sur-Glane, Frankreich

Der französische Ort Oradour-sur-Glane wurde 1944 Schauplatz eines unbeschreiblichen Kriegsverbrechens. Deutsche Soldaten trieben alle Einwohner des Dorfes in Garagen, Scheunen und die Kirche und brannten diese nieder. Nur eine Handvoll Menschen entkam lebend. Nach dem furchtbaren Massaker wurde Oradour-sur-Glane nicht wieder aufgebaut. Der Ort dient heute als Gedenkstätte.
Kayaköy, Dorf des Friedens, Türkei
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Kayaköy, Dorf des Friedens, Türkei

Nachdem die Türkei aus dem Krieg mit Griechenland als Sieger hervorgegangen war, wurde ein vom Völkerbund initiierter Bevölkerungstausch vollzogen. Die Folge: 1923 wurden 25.000 griechische Bewohner, die nach dem Ersten Weltkrieg in das Territorium des Osmanischen Reiches übersiedelten, in ihre Heimat zurückgeschickt. Der Ort Kayaköy in der Türkei gleicht seitdem einer Geisterstadt, die als Museumsdorf mit fast 3.500 Hausruinen umfunktioniert wurde. Bei der UNESCO steht Kayaköy für ein Dorf des Friedens.
Bodie, Kalifornien (USA)
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Bodie, Kalifornien (USA)

Das kalifornische Bodie ist eine von zahllosen Geisterstädten in den USA. Früher wurde hier nach Gold gegraben, doch als die Vorkommen erschöpft waren, zogen die Bewohner weiter. Ein Schicksal, das vielen Orten insbesondere im Mittleren Westen zuteilwurde. Bodie ist – als eine der am besten erhaltenen Geisterstadt der USA – mittlerweile eine beliebte Touristenattraktion. 1880 hatte die Stadt Bodie Ghost Town in der Sierra Nevada Range fast 8.000 Einwohner. Früher war es die zweitgrößte Stadt Kaliforniens – nach San Francisco.
Touristenattraktion Bodie, Kalifornien (USA)
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Touristenattraktion Bodie, Kalifornien (USA)

Wer die Geisterstadt Bodie State Park heute als einer der Touristenattraktion in Kalifornien besucht, erhält einen realistischen Eindruck davon, wie es einst ausgesehen haben mag als das kleine Städtchen während des Goldrausches nur so vor Menschen wimmelte. Obwohl einige Gebäude inzwischen sehr marode sind und beispielsweise mit Hilfe von Holzbalken gestützt werden müssen, sind die Räume bis zu diesem Zeitpunkt unangetastet geblieben. Zentimeter dicker Staub liegt auf den Möbeln, Bücher und Landkarten liegen immer noch da, als ob die Menschen die Stadt in großer Eile verließen.
Centralia, Pennsylvania (USA)
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Centralia, Pennsylvania (USA)

Die Hölle auf Erden: In Pennsylvania liegt die Kleinstadt Centralia, unter der seit über vierzig Jahren ein Feuer brennt. Eine Kohlemine hatte sich durch ein Feuer auf einer Müllkippe entzündet. Die Stadt ist unbewohnbar, dennoch weigern sich einige Einheimische, hier wegzuziehen.
Kennicott, Alaska (USA)
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Kennicott, Alaska (USA)

Die Geisterstadt Kennicott in Alaska beherbergte Arbeiter einer Kupfermine. In dem 1911 gegründeten Ort im Wrangell-St. Elias Nationalpark waren Alkohol und Glücksspiel verboten, vielleicht war die Mine deshalb die ertragreichste ihrer Zeit.
Sirte, Libyen
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Sirte, Libyen

Vom Krieg vertrieben wurden die Einwohner der libyschen Stadt Sirte. Bis es hier wieder so aussieht wie vor dem Krieg, werden noch einige Jahre vergehen. Sirte war die Geburtsstadt von Muammar al-Gaddafi. Hier tauchte der Diktator während des libyschen Bürgerkriegs unter.

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