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Gefängnisinseln: Wenn das Meer zur Mauer wird

Gefängnisinseln: Wenn das Meer zur Mauer wird

Kleine und möglichst entlegene Inseln dienen schon seit Jahrhunderten dazu, unliebsame Zeitgenossen sicher zu verwahren. Wo Steilklippen, Haie und eine eiskalte tosende See lauern, ist eine Flucht scheinbar unmöglich. Aber auch nur scheinbar …
  • Alcatraz

    Imago/View Stock

    Abgelegen, sturmumtost, Flucht unmöglich: Von entlegenen Inseln gibt es kein Entkommen. Ein idealer Ort für ein Gefängnis, möchte man meinen. Doch manch einem Häftling gelang selbst hier der Ausbruch - jedoch auf abenteuerliche Weise...

  • Alcatraz

    Imago/Joker

    Die wohl berühmteste Gefängnisinsel der Welt liegt in der Bucht von San Francisco: Alcatraz war nicht nur ein berüchtigter Hochsicherheitsknast, sondern auch Gegenstand zahlreicher Legenden und Filme. Einige der berüchtigtsten Kriminellen der USA wurden hier verwahrt: Al Capone zum Beispiel verbrachte fünf Jahre auf „The Rock“, dem Felsen. Der Mythos um Alcatraz entstand durch das Gerücht, dass eine Flucht von der Insel absolut unmöglich sei.

  • Gefängniszelle in Alcatraz

    Imago/Kai Koehler

    Bis heute ist kein Fall bekannt, in dem einem Häftling erfolgreich aus dem Hochsicherheitsgefängnis entkommen ist. Wer nicht erwischt wurde, ertrank meist in den eisigen Fluten vor der kalifornischen Küste. Dennoch verschwanden im Jahr 1962 drei Männer aus dem Gefängnis, deren Verbleib bis heute nicht geklärt werden konnte. Ob ihnen eine Flucht gelungen ist oder auch sie dem Meer zum Opfer fielen, wird wohl für immer im Dunkeln bleiben. Im März 1963, wurde Alcatraz geschlossen. Heute ist die Gefängnisinsel eine beliebte Touristenattraktion.

  • Château d'If

    Imago/imagebroker

    Die Felseninsel Île d'If liegt vor Marseille im Mittelmeer und wurde mehrere Jahrhunderte lang als Gefängnis genutzt. Hier spielt unter anderem „Der Graf von Monte Christo“, der berühmte Roman von Alexandre Dumas. Seine Hauptfigur Edmond Dantès verbringt 14 Jahre unschuldig auf der Festung. Im Roman gelingt dem Helden die Flucht - die realen Häftlinge hatten gegen die dicken Mauern jedoch keine Chance. Kein einziger konnte die Insel seit Mitte des 16. Jahrhunderts unbemerkt verlassen. Das Château d'If kann heute besichtigt werden.

  • St. Helena

    iStock/StHelena

    Auch Napoleon verbrachte viele Jahre in der Verbannung - auf St. Helena, einer winzigen Insel vor der Westküste Afrikas. Von 1815 bis zu seinem Tod 1821 residierte der einst so mächtige Herrscher auf dem abgeschiedenen Eiland. St. Helena ist keine Gefängnisinsel im klassischen Sinn, wurde jedoch im Laufe der Geschichte immer wieder als Verbannungsort für politische Feinde gewählt.

  • Robben Island

    iStock/bmvdwest

    Der spätere Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela war 18 Jahre lang auf einer Gefängnisinsel inhaftiert. Auf Robben Island vor dem südafrikanischen Kapstadt herrschten damals katastrophale Zustände. Die Häftlinge mussten schwere Arbeit in den Steinbrüchen leisten, besaßen keinen Komfort und nur schlechte Kleidung. Unter Nelson Mandela kam es zu heftigen Protesten gegen die schlechten Bedingungen. Mit Erfolg: nach den Streiks besserte sich die Lage auf Robben Island deutlich. Robben Island ist heute Weltkulturerbe. Das Gefängnis wurde 1996 aufgegeben. Auf der Insel leben nun ehemalige Wärter und Insassen friedlich nebeneinander.

  • Rikers Island

    Imago/Levine-Roberts

    Auf Rikers Island, einer Insel im New Yorker East River, befindet sich das größte Gefängnis der USA. Bis zu 130.000 Männer und Frauen sind jährlich hier, im so genannten „neuen Alcatraz“, inhaftiert, ein großer Teil davon in Untersuchungshaft. Die Infrastruktur ähnelt der einer kleinen Stadt: Hier gibt es eine Schule, ein Krankenhaus, eine Kapelle, einen Friseur und sogar eine Autowaschanlage. Bevor 1966 eine Brücke zur Insel errichtet wurde, war Rikers Island ausschließlich mit dem Schiff erreichbar. Dem Gefängnis ging lange Zeit ein übler Ruf voraus: Gewalt und Prügeleien waren hier an der Tagesordnung. Heute hat man die Lage angeblich in den Griff bekommen.

  • Fort Jefferson

    iStock/sly5800

    Wesentlich geruhsamer geht es dagegen auf Fort Jefferson zu. Die kleine Festung vor der Küste Floridas wurde nur wenige Jahre als Gefängnis genutzt. Doch auch als Militärbasis erfüllte das mühevoll und mit großem technischen Aufwand erbaute Fort mehr dekorative Zwecke: Seit seiner Gründung 1850 kam es hier zu keiner einzigen Kampfhandlung. Die gelangweilten Soldaten durften die Insel 1874 verlassen - danach wurde hier ein Vogelschutzgebiet errichtet.

  • Cockatoo Island

    iStock/lucielang

    Vor dem Hafen von Sydney liegt Cockatoo Island, das von 1839 bis 1869 als Gefängnisinsel genutzt wurde. Hier war der berühmte Ganove Frederick Wordsworth Ward untergebracht, der als „Captain Thunderbolt“ in die australische Geschichte einging. Der gesetzlose Bushranger war für seine Straßenüberfälle und Pferdediebstähle berüchtigt. Als er auf Cockatoo Island einsaß, schwamm seine Frau Mary Ann Bugg mit dem passenden Ausbruchswerkzeug zur Insel hinüber und befreite ihn und einen weiteren Häftling. Im Gegensatz zu Alcatraz war dieses Gefängnis also nicht sonderlich sicher. Cockatoo Island wurde später viele Jahre lang als Werft genutzt; heute finden hier regelmäßig große Kulturfestivals statt.

  • Teufelsinsel

    Imago/United Archives

    Die „Teufelsinsel“, 13 Kilometer vor der Küste Französisch-Guyanas gelegen, wurde über hundert Jahre lang als Strafkolonie genutzt. Von den zahlreichen politischen Gefangenen, Mördern und Schwerverbrechern verließen nur wenige die Insel lebend. Die unmenschlichen Bedingungen thematisiert der französische Film „Papillon“, in dem Henri Charrière, gespielt von Steve McQueen (Bild), jahrzehntelang unschuldig einsitzt. Viel Aufsehen erregte auch der Fall des jüdischen Offizier Albert Dreyfus, der jahrelang unschuldig auf der Teufelsinsel hinter Gittern saß. Sein Fall wurde zu einem der größten Skandale in der Geschichte Frankreichs. Nach seiner Rehabilitation gründete man in Frankreich die „Liga zur Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte“.

  • Fernando de Noronha

    iStock/daniel_wiedemann

    „Hier ist das Paradies“, schrieb der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci, als er 1504 Fernando de Noronha betrat. Diese Ansicht teilten die verurteilten Verbrecher, die über Jahrhunderte hinweg auf der Atlantikinsel inhaftiert waren, vermutlich weniger. Vor allem Brasilien nutzte das 18 Quadratkilometer große Eiland als Strafkolonie und militärischen Stützpunkt. Vor zwanzig Jahren wurde der Armeeposten aufgegeben und die Insel zum Naturschutzgebiet. Das Gefängnis existierte weiter - doch den letzten zwei Gefangenen, die auf Fernanando de Noronha einsaßen, gelang 2004 die Flucht.

  • Gorgona

    Imago/imagebroker

    Auf der italienischen Gefängnisinsel Gorgona gibt es keine Mauern: Auf dem kaum mehr als zwei Quadratkilometer großen Eiland im Ligurischen Meer können sich die Insassen frei bewegen. Sie arbeiten in der Landwirtschaft, in Wäschereien oder im Straßenbau - und sind auch sonst relativ autark: Die Häftlinge errichteten sogar eine eigene Solaranlage. Außenstehende können die Insel nur zu bestimmten Terminen, in kleinen Gruppen und unter strengen Auflagen besuchen. Die Strafkolonie feierte 2009 ihren 140. Geburtstag.

Kleine und möglichst entlegene Inseln dienen schon lange Zeit dazu, Verbrecher sicher zu verwahren. Wo Steilklippen, Haie und eine tosende See lauern, scheint eine Flucht unmöglich …

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