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Fukushima heute: Eine Chronologie des atomaren Super-GAUs

Fukushima heute: Eine Chronologie des atomaren Super-GAUs

Am 11. März 2011 kommt es in Japan zum Super-GAU: Ein Tsunami zerstört das Atomkraftwerk von Fukushima. Was ist seitdem passiert? Wie sieht die Gegend fünf Jahre nach der Katastrophe aus?
  • Gegend von Fukushima 2011

    Imago/KyodoNews

    So sah die Gegend von Shinchi im Nordosten von Japan nahe des Kernkraftwerks von Fukushima am 12. März 2011 aus. Ein Tag, nachdem das verheerende Erdbeben mit einer Stärke von 9,0 die Küste Japans erschütterte und einen gewaltigen Tsunami auslöste.

  • Gegend von Fukushima 2016

    Imago/KyodoNews

    Dieselbe Helikopter-Perspektive fast fünf Jahr später. Wo früher überflutete Reisfelder das Bild prägten, sprießen heute große Solarkraftwerke aus dem Boden. Das Foto entstand am 2. März 2016.

  • Fukushima – 2011 und heute

    imago/AFLO

    Es ist die stärkste Erschütterung seit Beginn der Erdbebenaufzeichnungen in Japan, die am 11. März 2011 die Region Tohoku erschüttert. Das verheerende Erdbeben löst zwei weitere Katastrophen aus: Zunächst verwüstet ein Tsunami mit bis zu 15 Meter hohen Wellen weite Landstriche entlang der japanischen Ostküste. Es kommt zu Unfällen in mehreren Kernkraftwerken. Am Standort Fukushima-Daiichi schließlich nimmt eine folgenschwere Unfallserie ihren Lauf. Die Kernschmelze tritt ein, und weite Gebiete der Umgebung werden verstrahlt. Mit Entsetzen blickt die Welt nach Fukushima – und fürchtet ein zweites Tschernobyl. Rund 150.000 Menschen macht die Evakuierung der Todeszone um den Katastrophen-Reaktor zu Flüchtlingen. Noch immer sterben viele Menschen an den gesundheitlichen Folgen der Strahlung.

  • Die Opfer der Nuklearkatastrophe

    imago/Xinhua

    Mindestens 15.884 Menschen kommen durch die Folgen des Erdbebens, des Tsunamis und der Reaktorkatastrophe ums Leben. Realistische Schätzungen gehen allerdings von bis zu 20.000 Opfern aus. Etliche Leichen können nicht geborgen werden. Auch können Experten kaum einschätzen, wie viele Menschen tatsächlich an den Spätfolgen der Strahlenbelastung sterben werden.

  • Die Katastrophe beginnt

    imago/AFLO

    Es ist 14.47 Uhr am 11. März 2011, als die sechs Reaktorblöcke von Fukushima wie Basketbälle zu springen beginnen. Zu diesem Zeitpunkt treffen die ersten seismischen Wellen des Erdbebens auf die japanische Küste. Mit bis zu 5,5 Metern pro Sekunde bewegt sich das Atomkraftwerk auf und ab – ein Viertel schneller als die zulässigen Maximalwerte. Um 15.27 Uhr beginnt die Apokalypse …

  • Nuklearer Notfall

    imago/Xinhua

    Mehrere Tsunami-Wellen treffen das direkt am Meer gelegene Kraftwerk. Sie überspülen die 5,70 Meter hohe Schutzmauer und setzen das gesamte reguläre Kühlsystem außer Kraft. Einige Reaktoren stehen vier bis fünf Meter unter Wasser. Um 15.41 Uhr fällt auch der letzte Notstromgenerator aus. Der Betreiber Tokyo Electric Power Company (Tepco) meldet den nuklearen Notfall.

  • Sperrzone um den Katastrophenreaktor

    imago/AFLO

    Die japanische Regierung errichtet in einem 20-Kilometer-Radius rund um den Katastrophenreaktor eine Sperrzone. Rund 150.000 Einwohner müssen evakuiert werden. An manchen Stellen in unmittelbarer Nähe des havarierten Kraftwerks stirbt ein Mensch bereits nach wenigen Stunden den Strahlentod. In den darauf folgenden Jahren wird die Region Fukushima in verschiedene Sicherheitszonen eingeteilt: 20, 30, 40 und 80 Kilometer um den Ort des Super-GAUs herum.

  • Eine Industrienation vor dem Super-GAU

    imago/AFLO

    Seit vier Jahren steuert eine der am höchsten entwickelten Industrienationen der Welt jeden Tag auf den nuklearen Super-GAU zu: Die vier zerstörten Reaktoren von Fukushima verseuchen täglich etwa 350 Kubikmeter Kühlwassser, das teilweise in den Boden abfließt und sich dort mit dem Grundwasser mischt.

  • 400 Tonnen nuklearer Brennstoff

    imago/M.Zettler

    Etwa 400 Tonnen nuklearer Brennstoff lagern in den vier zerstörten Reaktorblöcken. Wenn es nicht gelingt, das sich unkontrolliert spaltende Material ausreichend zu kühlen, kann es sich auf mehrere tausend Grad erhitzen, den Boden durchschmelzen und gewaltige Dampfexplosionen auslösen. Dann droht der Strahlentod Tausender Menschen – und eine noch größere atomare Verseuchung als bei der Katastrophe von Tschernobyl.

  • Rückbau der Anlage

    imago/Xinhua

    Rund 40 Jahre wird der Rückbau der gesamten Anlage dauern. Die geschätzten Kosten liegen bei mindestens 150 Milliarden Euro. Unter dem Atomkraftwerk entsteht aktuell der volumenmäßig größte Pool der Erde: Er soll das aus den zertrümmerten Reaktoren auslaufende radioaktive Kühlwasser auffangen. Das Besondere: Die unterirdischen Wände werden aus rund 100.000 Kubikmetern Eis geschaffen. Der dafür nötige gigantische Kühlschrank braucht bis zu zehn Megawatt Leistung – so viel wie ein kleines Kraftwerk erzeugt.

  • Radioaktiv kontaminiertes Wasser

    imago/AFLO

    An die 400.000 Kubikmeter radioaktiv verseuchtes Kühlwasser sind bislang angefallen. Bis zu seiner Entsorgung lagert der gefährliche Sondermüll in über 1.000 Tanks aus Metall rund um die Reaktoren. Bis März 2016 soll die Kapazität auf dem Gelände auf 800.000 Kubikmeter ansteigen. Doch die eilig zusammengeschweißten Behälter sind alles andere als auslaufsicher …

  • Informationen aus der Todeszone

    imago/Xinhua

    Der größte Teil aller Informationen zu Fukushima stammt von dem Betreiberunternehmen Tepco, das auch mit dem Management der Katastrophenfolgen beauftragt ist. Die japanische Atombehörde NRA kontrolliert den Ort der Katastrophe regelmäßig, auch die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA der Vereinten Nationen hat ein Auge auf die Entwicklungen in Japan. Am 10. März 2014 haben ausgewählte Medienvertreter Zugang zu der AKW-Ruine von Fukushima erhalten.

  • Abtransport der Brennelemente

    imago/AFLO

    Inzwischen konnte das Gebäude offenbar so umfangreich stabilisiert werden, dass es auch einem weiteren Megabeben standhalten könnte. Im November 2013 wurde mit dem Abtransport der Brennelemente begonnen. In den Reaktoren 1, 2 und 3 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi weiß immer noch niemand, wo sich die geschmolzenen Brennstäbe befinden. Der Atombetreiber Tepco und die Regierung hoffen, dass sie im Jahr 2020 mit der Bergung des Brennstoffs beginnen können.

  • Startschuss für die Energiewende

    imago/Müller-Strauffenberg

    Deutschland ist weltweit das erste Land, das nach der Katastrophe von Fukushima den Komplettausstieg aus der Kernenergie wagt. Wenige Tage nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima verkündet die Bundesregierung ein dreimonatiges Atom-Moratorium. Im Juni 2011 kommt es dann zur grundlegenden Entscheidung für den Atomausstieg. Bis zum Jahr 2022 sollen alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden und die erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Die Energiewende geht – mehr oder weniger schleppend – voran. Um das System der Energieversorgung grundlegend neu aufzustellen, braucht es Zeit. Vor- und Nachteile werden von den unterschiedlichen beteiligten Interessengruppen kontrovers diskutiert.

Am 11. März 2011 kommt es in Japan zum Super-GAU: Ein Tsunami zerstört das Atomkraftwerk von Fukushima. Bis heute tritt radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Reaktor, die Zone ringsum ist geisterhaftes Sperrgebiet. Noch immer kämpfen die Menschen vor Ort ununterbrochen gegen die Kernschmelze in den zerstörten Reaktorblöcken.

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