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Feste feiern, wie sie fallen: Die kuriosesten Gedenktage der Welt

Feste feiern, wie sie fallen: Die kuriosesten Gedenktage der Welt

Ob „Tag des Bieres“ oder „Tag des Butterbrotes“: Fast täglich wird eines besonderen Gegenstands oder skurrilen Anlasses gedacht. Der 26. August etwa ist offizieller „Tag des Toilettenpapiers“. Doch wer meint, dies sei schon der kurioseste Gedenktag im Kalender, liegt ganz schön daneben.
  • Murmeltier

    Imago/Xinhua

    Jeden, wirklich jeden Morgen um sechs Uhr geht der Radiowecker an und spielt „I got you Babe“ von Sonny und Cher. Jeder Tag ist der gleiche Tag, dessen Ablauf sich nur minimal ändert, je nach Verhalten des missmutigen Wetter-Reporters Phil Connors. Er befindet sich in einer Kleinstadt, um dort über den „Groundhog-Day“, den Tag des Murmeltiers, zu berichten und hängt dabei in einer Zeitschleife fest, aus der er sich erst durch persönliche Läuterung befreien kann. Die Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ machte den „Groundhog-Day“ weltweit bekannt und setzte ihm ein filmisches Denkmal. Seit etwa 1886 versammeln sich in Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania jedes Jahr am 2. Februar die Einwohner und mehrere tausend Schaulustige auf einer Waldlichtung, um sich von Phil, dem Murmeltier, das Ende des Winters vorhersagen zu lassen. Sieht Phil seinen Schatten nicht, so ist der Überlieferung zufolge das Ende des Winters nah. Ist es jedoch sonnig, verkriecht sich Phil angeblich wieder in seinem Bau, schläft noch ein wenig und der Winter kehrt mit aller Macht zurück. Der „Groundhog-Day“, der auch in anderen Teilen Nordamerikas gefeiert wird, wurde in Pennsylvania von deutschen Einwanderern eingeführt.

  • Baby mit Toilettenpapier

    iStock/Louis-Paul St-Onge

    Liebevoll in eine Häkelmütze verpackt, an einem Halter befestigt oder schnöde in der Ecke stehend bekommt das Toilettenpapier meist erst dann Aufmerksamkeit, wenn die Rolle aufgebraucht ist. Um diesen Missstand auszugleichen steht es zumindest einmal im Jahr im Rampenlicht – am 26. August, dem „Tag des Toilettenpapiers“. Modernes Toilettenpapier besteht aus einer schmalen Bahn Zellstoff mit bis zu fünf Lagen und ist meist auf eine Papprolle gewickelt. In bestimmten Abständen ist es perforiert, um das Abreißen und Portionieren zu erleichtern. Toilettenpapier gibt es bunt bedruckt, weiß oder ungebleicht, trocken oder feucht, aus Holz- oder Recyclingfasern, je nach persönlicher Vorliebe. Doch nicht immer gab es diese Vielfalt. Bevor das industriell produzierte Toilettenpapier ab Mitte des 19. Jahrhunderts seinen endgültigen Siegeszug durch die Welt antrat, benutzen die Menschen meist Blätter, alte Lumpen, Papier oder sogar nur Ihre (linke) Hand und Wasser, um sich nach dem großen Geschäft den Hintern zu säubern. In Anbetracht dieser Zustände ist es mehr als angemessen, dem oft missachteten Toilettenpapier zumindest einmal jährlich die gebotene Aufmerksamkeit zu schenken.

  • Lou Bega

    Imago/APress

    Wer kennt sie nicht: Lieder, die im Sturm die Hitparade erobern, die jeder mitsingen kann, die hunderttausend Mal gekauft werden – und deren Interpreten danach sang- und klanglos wieder in der Versenkung verschwinden. Insbesondere der Sommerhit gilt als klassischer Tummelplatz der One-Hit-Wonder. 1990 rief der Musikjournalist Steve Rosen am 25. September den „One-Hit-Wonder-Day“ ins Leben, um an das kurze Aufflackern des Ruhms der Sänger oder Gruppen zu erinnern, die nie mehr an ihren einen großen Erfolg anknüpfen konnten. Der Soundtrack für diesen Tag: Lou Bega (Bild) „Mambo No. 5“, Los del Rio „Macarena“, Lipps Inc. „Funkytown“ , OMC „How Bizarre“ oder Chumbawamba „Tubthumping“ – je nach persönlichem Geschmack.

  • Bier

    iStock/m-gucci

    Bier und Deutschland gehören zusammen wie Hopfen und Malz. In jedem Bundesland gibt es mindestens zehn verschiedene Brauereien, selbst im kleinen Stadtstaat Bremen stehen immerhin noch zwei. Kein Wunder also, dass es auch einen Gedenktag für das deutsche Bier gibt. Seit 1994 wird jedes Jahr am 23. April, dem „Tag des Deutschen Bieres“, der goldene Gerstensaft gefeiert, der in manchen Gegenden als Grundnahrungsmittel gilt. Erinnert wird dabei an den Jahrestag des Erlasses des Bayerischen Reinheitsgebots von 1516, das zur Herstellung von Bier nur Hopfen, Gerste, und Wasser als Zutaten festlegt. Na dann, Prost!

  • Butterbrot

    iStock/Elmik

    Ob üppig belegt oder nur mit Butter bestrichen: Brot ist Grundnahrungsmittel in Deutschland. Kinder nehmen es als Pausenbrot mit in die Schule, Wanderer stillen ihren Hunger damit, und der Sänger Reinhard Mey verewigte das gute alte Butterbrot sogar in einem Lied. Aber das ist noch lange nicht alles: Das Butterbrot hat sogar seinen eigenen Gedenktag! Die Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft CMA legte 1999 den letzten Freitag im September als „Tag der Deutschen Butterbrots“ fest. Viele Bäckereien rühren daher am 27. September die Werbetrommel und verteilen kostenlose Probeexemplare. Die man aber gut festhalten muss – angeblich fällt das Butterbrot immer auf die bestrichene Seite.

  • Luke Skywalker

    Imago/UPI Photo

    Als George Lucas 1977 mit seinem ersten Star-Wars-Film das US-Publikum im Sturm eroberte, hatte er bereits eine kleine Odyssee durch die verschiedensten Filmstudios hinter sich. Viele hatten es abgelehnt, den Film zu produzieren, da sie sich nur wenig Erfolg an den Kinokassen versprachen. Doch Lucas‘ Filmsaga über den immerwährenden Kampf zwischen Gut und Böse entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten „Imperien“ der Kinogeschichte. Einen großen Anteil daran hatte mit Sicherheit die Merchandising-Strategie, die den Filmstart begleitete. Jeder Fan konnte sich sein eigenes Star-Wars-Universum schaffen, Figuren, Kostüme und Ausstattung des Films kaufen. Es entwickelte sich rasch weltweit eine große Fan-Szene mit eigenen Regeln. Während die Stadtverwaltung von Los Angeles 2007 den 25. Mai zum offiziellen „Star-Wars-Tag“ erklärte, da 1977 an diesem Tag der erste Film in die Kinos kam, erkoren die eingefleischten Fans den 4. Mai zu ihrem Gedenktag. Grundlage der Datumswahl war ein Wortspiel: Der bekannteste Satz in den englischsprachigen Filmen ist „May the force be with you“ („Möge die Macht mit Dir sein“), der Abschiedsgruß der Jedi. Schnell ausgesprochen hört sich dies ähnlich an, wie „May the 4th “, also der 4. Mai.

  • Per Anhalter durch die Galaxis

    Imago/EntertainmentPictures

    Der britische Schriftsteller Douglas Adams wurde durch seine Romanreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ unsterblich, einer „vierbändigen Trilogie in fünf Teilen“. Er beschreibt darin auf satirische unterhaltsame Weise die Abenteuer des Arthur Dent auf seiner Reise durch Raum und Zeit, nachdem die Erde einer interstellaren Schnellstraße weichen musste. Sein wichtigstes Reise-Utensil ist ein Handtuch, denn das ist „so ziemlich das Nützlichste“, das man auf einer Reise durchs Universum mitnehmen kann. „Per Anhalter durch die Galaxis“ hat vor allem wegen des satirischen Humors und der skurrilen Begebenheiten weltweit eine große Anhängerschaft. Diese rief nach dem Tod von Douglas Adams 2011 den 25. Mai den „Towel-Day“ (Tag des Handtuchs) als Gedenktag für ihn ins Leben. Seine Fans laufen mit einem Handtuch herum, organisieren Lesungen oder andere Veranstaltungen. Und in manchen Restaurants oder Cafés bekommen Gäste, die ein Handtuch mitbringen, sogar ein kostenloses Getränk.

  • Fluch der Karibik

    Imago/Milestone Media

    Nicht erst seit „Fluch der Karibik“ erfreuen sich Seeräuber großer Beliebtheit. Zur Fastnacht haben sich Jung und Alt schon immer gerne als Pirat verkleidet. Vermutlich tragen neben der Aura von Freiheit und Gesetzeslosigkeit auch Augenklappe und Haken zur ungebrochenen Faszination bei. Und diese kann jeder am 19. September ausleben – am „International Talk Like a Pirate Day“ (Internationaler Sprich-wie-ein-Pirat-Tag). Seinen Ursprung hat der nicht ganz ernst gemeinte Gedenktag im Jahr 1995. John Baur und Mark Summers spielten Racquetball, eine Sportart ähnlich dem Sqash. Während des Spiels verfielen sie immer wieder in Piraten-Slang – ein „Arrr!“ hier, ein „Aye!“ dort. Da sie sich dabei köstlich amüsierten, erkoren sie den 25. September zum „Talk Like a Pirate Day“, den sie am Anfang ziemlich alleine feierten. Bis sie 2002 Dave Barry, einen bekannten US-Kolumnisten, über den Gedenktag informierten. Barry berichtete in einer seiner Kolumnen darüber und der „Talk Like a Pirate Day“ wurde zum Selbstläufer. Andere Medien weltweit nahmen die Geschichte auf, mittlerweile hat der Gedenktag Anhänger auf der ganzen Welt. Ahoi!

  • Schneemann

    Imago/Bernd Friedel

    Er liebt die Kälte, jeder Sonnenstrahl lässt ihn ein Stück weniger werden. Und mit seinen Kohlenaugen und seiner Karottennase erobert der Schneemann nicht nur die Herzen von Kindern. Cornelius Grätz sammelt seit über 25 Jahren alles, was mit Schneemännern zusammenhängt. Seine Begeisterung geht sogar so weit, dass er am 18. Januar den „Welttag des Schneemanns“ initiierte. An diesem Tag möchte er zum einen mit Aktionen, wie dem kollektiven Schneemannbauen, an die Klimaerwärmung erinnern, zum anderen soll jeder Einzelne dazu aufgerufen werden, mit karitativen oder sozialen Aktionen das menschliche Miteinander zu stärken.

  • Fischbrötchen

    iStock/juefraphoto

    Einer der kuriosesten Gedenktage ist der „Weltfischbrötchentag“. Trotz des Wortes „Welt“, das er im Namen führt, wird er nur in einem kleinen Gebiet in Norddeutschland gefeiert. 2011 rief der Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. den „Weltfischbrötchentag“ ins Leben, um den Tourismus in der Region mit Veranstaltungen und Aktionen rund um das Fischbrötchen anzukurbeln. Für Aufmerksamkeit sorgt die Namenswahl durch ihre Eigentümlichkeit auf jeden Fall.

  • Kamera

    iStock/Kurt Drubbel

    Als Gegenbewegung zur makellosen digitalen Fotografie erfreuen sich Lochkameras in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Die einfachste besteht aus einem lichtdichter Kasten, in dessen eine Seite ein kleines Loch gebohrt wird, das mit einer beweglichen Abdeckung geschlossen wird. Auf der Seite gegenüber dem Loch befindet sich ein lichtempfindlicher Träger, beispielsweise Fotopapier. Öffnet der Fotograf nun die Abdeckung über dem Loch, fällt Licht auf das Fotopapier. Je kleiner das Loch ist, desto mehr bündelt sich das Licht, die Abbildung wird schärfer. Die Belichtungszeit, die mehrere Minuten betragen kann, steigt, je kleiner das Loch der Kamera ist. Daher wird meist mit einem Stativ fotografiert. Allerdings muss der Anfänger viel Experimentierfreude mitbringen, da zum Beispiel die Wahl der richtigen Belichtungszeit einiges an Erfahrung benötigt. Im Internet stellen begeisterte Fotografen eigene Bauanleitungen für Lochkameras zur Verfügung, manch einer funktioniert sogar seine digitale Spiegelreflexkamera um. Aber es werden auch Fertigbausätze angeboten. Seit einigen Jahren gibt es den „Weltweiten Tag der Lochkamera-Fotografie“, der jährlich am letzten Sonntag im April gefeiert wird. An diesem Tag soll jeder mit seiner Lochkamera Aufnahmen machen, die dann auf einer Website veröffentlicht werden.

  • Nudeln

    iStock/5PH

    Lange stritten Chinesen und Italiener leidenschaftlich darum, wer sie denn nun zuerst erfunden hat, die Nudel. Bis 2005 in China bei Ausgrabungen ein 4.000 Jahre alter Topf mit Nudelresten gefunden wurde und der Streit somit vorerst entschieden scheint. Unstrittig ist jedoch, dass die Nudel nicht nur in den beiden Ländern eines der beliebtesten Nahrungsmittel ist. Ob lang und dünn, gerollt, gedreht oder von Hand gezogen, gefüllt, mit Soße begossen oder in einer Suppe schwimmend tritt die Nudel in vielerlei Gestalt in Erscheinung. Seit 1995 nutzen die Nudelhersteller jährlich den 25. Oktober, um mit dem „Weltnudeltag“ die große Auswahl zu feiern – und zu bewerben.

  • Schallplatte

    iStock/SergeKa

    Auch in Zeiten der ständigen Verfügbarkeit von Musik als mp3-File ist die Schallplatte trotz aller Unkenrufe nicht unterzukriegen. Ihr natürlicher Lebensraum befindet sich hauptsächlich in kleinen unabhängigen Second-Hand-, Indie- oder Electro-Plattenläden. Und die feiern jedes Jahr am dritten Samstag im April den „Record Store Day“. An diesem Tag lassen sie es richtig krachen. Bands geben im Laden Konzerte, es werden spezielle Sonderauflagen herausgegeben, die es nur an diesem Tag zu kaufen gibt, die Kunden können sich durch Plattenstapel hören und miteinander über Musik fachsimpeln. Was will der Vinyljunkie mehr?

  • Radio

    iStock/haryigit

    Trotz des Internets ist das Radio immer noch das Massenmedium mit der weltweit größten Reichweite. Empfangsgeräte sind relativ billig, sie können mit etwas Aufwand sogar selbst gebaut werden. Auch in den entlegensten Gegenden der Welt versorgen kleine Radiosender die Bevölkerung schnell und kostengünstig mit Nachrichten, Unterhaltung, Bildungsangeboten, Gesundheitsunterweisung oder Katastrophenwarnungen und die Menschen müssen weder lesen noch schreiben können, um an Informationen zu kommen. All die Vorteile veranlassten die UNESCO, auf Anregung der Academia Espanola de la Radio (Spanische Rundfunkakademie), Ende 2011 dazu, den 13. Februar als Welttag des Radios auszurufen. Rundfunkanstalten und Radiosender weltweit sollen an diesem Tag mit Aktionen und Sondersendungen an die Bedeutung des Mediums erinnern.

  • Legalize Weed-Demonstration

    Imago/ZUMA Press

    Der 20. April steht vor allem in den USA ganz im Zeichen von Marihuana. Naja, vielleicht nicht überall, sondern hauptsächlich in den Universitätsstädten des Westens, wie San Francisco oder Boulder. Am „Internationalen Kiffertag“ oder „4/20“, wie er in den USA heißt, treffen sich um 16:20 Uhr (4:20 p.m.) Cannabis-Aktivisten um gemeinsam einen durchzuziehen, zu feiern und für die Legalisierung von Marihuana zu demonstrieren. Über die Ursprünge des Aktionstages gibt es verschiedene Geschichten. Die charmanteste ist die der Waldos. Eine Clique von Schülern einer High-School in San Raphael suchte im Herbst 1971 nach einem abgeschiedenen Ort, um ungestört Gras zu rauchen, das sie zuvor auf einem verlassenen Marihuana-Feld entdeckt hatten. Ein Denkmal für Louis Pasteur auf dem Gelände der Schule schien ihnen dafür geeignet. Als Code für Zeit und Ort der Treffen wurde „4:20 Louis“ verwendet – jeder wusste Bescheid. Irgendwann wurde dies dann auf „4:20“ verkürzt. Nach und nach setzte sich der Begriff in den ganzen USA als Synonym für „einen Joint rauchen“ durch.

Ob „Tag des Bieres“, „Tag des Butterbrotes“ oder „Star-Wars-Tag“: Fast täglich wird eines besonderen Gegenstands oder skurrilen Anlasses gedacht. Der 2. Februar etwa ist offizieller „Groundhog Day“ – ein Murmeltier, das den Winter vorhersagt? Wer meint, dies sei schon der kurioseste Gedenktag im Kalender, liegt ganz schön daneben.

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