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Die Raffinessen der modernen Langfinger

Die Raffinessen der modernen Langfinger

Seine Waffen sind längst nicht mehr nur Knarre, Sprengstoff und Lötkolben – und seine Auftritte sind beinahe Oscar-verdächtig: Der Ganove von heute rückt mit Hochleistungs-Staubsaugern an, gibt sich als Gärtner aus oder gräbt Tunnel, um sich die fette Beute unter den Nagel zu reißen.
  • Catherine Zeta-Jones in „Verlockende Falle“

    Imago/Unimedia Images

    Räuber und Diebe gab es schon zu allen Zeiten. Das klassische Motiv: sich materiell zu bereichern – vornehmlich mit Geld, Diamanten und Kunstwerken. Die Objekte der Begierde haben sich – von ungewöhnlichen High-Heels-Räubern mal abgesehen – nur wenig geändert. Aber die Masche der Banditen hat sich im Lauf der Zeit abenteuerlich entwickelt. Eine Liste der kuriosesten und originellsten Raubüberfälle der modernen Langfinger.

  • Banco do Brasil, Fortaleza

    Imago/Sepp Spiegl

    Woran denkt man, wenn drei muskulös aussehende Männer eine Gärtnerei eröffnen möchten? Sicherlich nicht, dass sie in filigraner Kleinarbeit Blumengestecke basteln. Aber bestimmt auch nicht, dass sie den größten Bankraub in der Geschichte Brasiliens planen, …

  • Tunnel, Bankraub

    dpa Picture Alliance

    … indem sie vier Meter unter der Erdoberfläche einen 80 Meter langen Tunnel graben, der direkt zum Tresor der nachbarschaftlichen Bank führt. Letzteres trug sich wahrhaftig im Juli 2005 in Fortaleza im Norden Brasiliens zu. Die Räuber erbeuteten durch diese filmreife Meisterleistung 150 Millionen Real (55 Millionen Euro). Insgesamt waren an dem Bankraub 122 Personen beteiligt: Kriminelle, Drogendealer, Wachmänner und sogar Angestellte der Bank.

  • Commerzbank-Filiale

    Imago/STPP

    Eine deutsche Version des Tunnelraubs ereignete sich am 27. Juni 1995 in Berlin-Zehlendorf und gilt als einer der spektakulärsten Banküberfälle in der Geschichte Deutschlands. Vier Syrer, ein Libanese und ein Deutscher mieteten eine Garage und gruben einen etwa 20 Meter langen Tunnel mit lediglich einem Meter Durchmesser in einen Abwasserkanal, folgten diesem etwa 100 Meter und gruben einen rund 50 Meter langen Tunnel bis zur Commerzbank-Filiale.

  • Tunnel, Banküberfall

    dpa Picture Alliance

    Wie Maulwürfe stießen zwei von ihnen durch den Kellerboden der Bank, während die anderen vier ganz normal zur Tür reinspazierten, um die Bank „offiziell“ zu überfallen. Sie nahmen 16 Geiseln und forderten 17 Millionen Mark Lösegeld, einen Hubschrauber und einen Fluchtwagen. Die Polizei umstellte das Gebäude und bezahlte einen Teil in Höhe von 5,62 Millionen Mark. Die Täter schnappten sich das Geld, knackten 207 der etwa 400 Schließfächer und flohen durch den Tunnel, während die Polizei ahnungslos vor dem Gebäude wartete.

  • Opa-Bande vor Gericht

    dpa Picture Alliance

    Sie wollten ihre Rente ein wenig aufstocken und sich ein kleines Finanz-Polster anlegen. Nach 14 Banküberfällen sahen Wilfried, Rudolf und Lothar jedoch noch älter aus als sie ohnehin schon waren: Das Landgericht Hagen verurteilte die 64-, 63- und 74-jährigen „Opa-Räuber“ zu hohen Haftstrafen. Zwischen neun und zwölf Jahren sollten die drei ältesten Bankräuber Deutschlands einen Großteil ihres Lebensabends hinter verschlossenen Türen verbringen. Zu Recht: Stets vermummt und schwer bewaffnet, mit Maschinenpistolen und einer Handgranaten-Attrappe, hatten sie mehrmals Bank-Angestellte und Kunden bedroht.

  • Mona Lisa

    Imago/Leemage

    Keinesfalls eine Lachnummer ist der mysteriöse Kunstraub der Mona Lisa. Mehr als zwei Jahre blieb das Rätsel um den Diebstahl ungelöst, nachdem es 1911 aus dem Louvre in Paris entwendet wurde. Als plötzlich das berühmteste Lächeln der Welt in Italien wieder auftauchte, glaubten die Kunstexperten zunächst an eine Fälschung. Der Italiener Vincenzo Peruggia, ein ehemaliger Louvre-Mitarbeiter, hatte das Gemälde in die Heimat gebracht und wollte es nun für 500.000 italienische Lire (2009 entsprach das einem Wert von etwa 1,5 Millionen Euro) zur Deckung seiner „Unkosten“ wieder verkaufen. Der Plan ging jedoch nicht auf. Peruggia wurde überführt und zu sieben Monaten Haft verurteilt.

  • Kunstwerke von Munch

    Imago/Leemage

    Am 22. August 2004 ereignete sich im Osloer Munch-Museum vor den Augen der Besucher ein spektakulärer Raub: Bewaffnete und maskierte Männer rissen eine der drei Original-Versionen des Gemäldes „Der Schrei“ und das Werk „Madonna“ des norwegischen Expressionisten Munch von der Wand. Die in den Jahren 1893 und 1894 gemalten Kunstwerke verschwanden spurlos. Erst zwei Jahre später konnte eine Razzia die Kunstwerke wieder sicherstellen.

  • Dagobert Duck

    Imago/United Archives

    Sie sind die erfolglosesten Ganoven der Comic-Welt: die Panzerknacker aus Entenhausen. Die legendären Disney-Figuren mit der schwarzen Augenbinde haben es in ihrer gesamten Verbrecher-Karriere nie geschafft, den Geldspeicher von Dagobert Duck zu leeren. Umso erfolgreicher ist ihre Kopie: Eine „echte“ Räuberbande konnte von einer ihrer Methode profitieren. Die als „Staubsauger-Gang“ bekannten Diebe machten von 2006 bis 2010 ihrem Namen alle Ehren: Anstatt die Tresore ihrer Opfer, Filialen der französischen Supermarktkette Monoprix, aufzusprengen, rückten sie mit einem Hochleistungs-Staubsauger an…

  • Monoprix-Filiale

    Imago/PanoramiC

    Die Technik, die sie anwendeten, war so einfach wie genial zugleich, denn: Die Monoprix-Filialen waren mit einem Rohrsystem ausgestattet, damit die Angestellten das Geld schnell und sicher in den Tresor befördern können. Die Ironie dahinter: Das System, das eigentlich Diebstählen vorbeugen sollte, machten sich die Täter zunutze, indem sie die Rohre mit einem Staubsauger anzapften. Während Disneys Panzerknacker am Ende der Geschichte erwischt werden, blieben die Nachahmer auf freiem Fuß.

  • Pink Panther

    Imago/Entertainment Pictures

    Ein Cartoon als Inspirationsquelle für einen Raubüberfall zu nutzen – das dachte sich auch das 60-köpfige Verbrecher-Netzwerk, das mit dem Namen „Pink Panther“ in die Geschichte einging. Die Juwelendiebe, die weltweit knapp 300 Millionen US-Dollar ergatterten, versteckten im Jahr 1993 das wertvolle Diebesgut in einer Cremedose – eine Taktik, die aus der Kriminalkomödie „Der rosarote Panther“ bekannt ist. Immerhin schafften es die „Meisterdiebe im Diamantenfieber“ ebenfalls in die Kinos. Der gleichnamige Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 erzählt die spannende Geschichte der realen Pink Panther. Immer wieder konnte die Polizei vereinzelt Banden-Mitglieder schnappen – zuletzt im Frühjahr 2014.

  • High-Heels

    Imago/Westend61

    Der Pumps-Dieb von Bonn versetzte im Jahr 2009 rheinländische Frauen mit High-Heels in Angst und Schrecken. Wie sein Name schon sagt, hatte er es auf möglichst hochhackige Schuhe abgesehen. Er schubste Frauen auf offener Straße um und riss ihnen die Pumps von den Füßen. Nachdem der Schuh-Dieb tagelang sein Unwesen trieb und neun Frauen ihm zum Opfer fielen, wurde der 27-Jährige gefasst. Sein Motiv blieb unklar. Nach Ansicht von Psychologen litt der Mann eventuell an einer Sexualblockade – die Frauenschuhe hätte er als sexuelle Auslöser benutzt.

  • High-Heels

    Imago/McPhoto

    Diese Art von Schuhfetisch ist jedoch kein Einzelfall. Auch einem japanischen High-Heels-Räuber wurde seine kuriose Vorliebe zum Verhängnis. 450 Paare bunkerte der Dieb in einem speziell dafür eingerichteten Lagerraum – die Begründung des 28-Jährigen: Es habe ihm ein „Gefühl von Freude“ bereitet. Um das Hochgefühl zu erreichen, brach er in Umkleidekabinen für Hostessen ein und klaute dort seine Schätze. Eine Sicherheitskamera auf Tokios Luxusmeile Ginza entlarvte ihn letztendlich.

Seine Waffen sind längst nicht mehr nur Knarre, Sprengstoff und Lötkolben – und seine Auftritte sind beinahe oscarverdächtig: Der Ganove von heute rückt mit Hochleistungs-Staubsaugern an, gibt sich als Gärtner aus oder gräbt Tunnel, um sich die fette Beute unter seinen Nagel zu reißen.

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