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Die größten Lügen der Ernährungsforschung – Teil 8

Die größten Lügen der Ernährungsforschung – Teil 8

Enthält Früchtemüsli Obst? Macht Süßstoff schlank? Ist Kamillentee immer gesund? Weit gefehlt! Über kaum einen anderen Lebensbereich gibt es so viele Irrtümer und Falschaussagen wie über unsere Nahrung. Welche davon sind wahr und welche reine Erfindung bestimmter Interessengruppen? WdW deckt auf.
  • Viele kleine Mahlzeiten am Tag sind besser als drei große

    iStock/lewkmiller

    Das stimmt so nicht. Die Behauptung stammt von Ernährungsexperten, die davon ausgehen, dass viele kleine Mahlzeiten den Stoffwechsel ansteigen lassen und wir Essen besser verdauen können. Die Wahrheit aber ist: Die verbrauchte Energie hängt nicht von der Anzahl der Mahlzeiten, sondern von der Gesamtnahrungsmenge, die wir zu uns nehmen ab. Das hat u. a. eine Studie der Universität Ottawa belegt – tatsächlich fühlen sich einige Testpersonen mit drei Mahlzeiten am Tag sogar noch viel satter als mit sechs. Außerdem ist der menschliche Körper nicht dafür gemacht, andauernd gefüttert zu werden.

  • Vitamin C schützt vor Erkältungen

    iStock/photoworldwide

    Ein weiterer Mythos der Ernährungsforschung! So fand eine Gruppe internationaler Wissenschaftler heraus, dass die vorsorgliche Einnahme von Vitamin C (200 Milligramm pro Tag) keinen Einfluss auf die Entstehung von Erkältungen hat. Allerdings hatten Erwachsene und Kinder, die vor einer Erkrankung Vitamin C einnahmen, weniger starke Erkältungssymptome. Und der Erkältungszeitraum verkürzte sich – wenn auch um weniger als 24 Stunden.

  • Süßstoff macht nicht dick

    iStock/HeikeRau

    Das Gegenteil ist der Fall! Süßstoffe wie Aspartam oder Saccharin verwirren den Körper mit Falschinformationen: süßer Geschmack, aber ohne Energie in Form von Kalorien. In Experimenten mit Ratten fanden Susan Swithers und Terry Davidson von der Purdue University heraus, dass die Tiere irgendwann nicht mehr zwischen Süßstoff und echtem Zucker unterscheiden konnten. Folge: Sie verlangten nach immer mehr Essen und nahmen zu. Ein Problem auch bei Menschen. Experten geben künstlichen Süßstoffen eine Mitschuld an Extrem-Übergewicht.

  • Wildlachs ist besser als Zuchtlachs

    iStock/juefraphoto

    Erstaunlicherweise scheint das nicht zu stimmen: Die Stiftung Warentest hat 25 Filets untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Zuchtlachsfilets die bessere Alternative zu Wildlachs sind. Wildlachs schnitt geschmacklich schlechter ab als der aus der Zucht, weil Wildlachs nach dem Fang oft erst nach China geschifft wird, um dort weiterverarbeitet zu werden. Zuchtlachs dagegen wird durchgehend auf Eis gehalten und meist erst im Zerlegebetrieb tiefgefroren.

  • Meeresalgen sind gesund

    iStock/torohill

    Eigentlich spricht alles für die Meerespflanzen: Algen haben Mineralstoffe, Vitamine, Proteine, Ballaststoffe - und sind kalorienarm. Allerdings: Frischezustand, Konservierung, Erntezeitpunkt und Umweltbedingungen beeinflussen den Nährstoffgehalt. Außerdem sind viele Meeresalgen zudem mit Blei, Quecksilber oder Cadmium belastet. Gesündere Alternative: Süßwasseralgen.

  • Kamille heilt immer

    iStock/HeikeRau

    Grundsätzlich stimmt das. Kamillentee soll bei kleineren Beschwerden wie Erkältung oder Magenproblemen helfen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt allerdings vor sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden im Tee. Dieser Schadstoff kann in hoher Menge laut BfR die Organe schädigen und sogar Leberkrebs auslösen. Pyrrolizidinalkaloide sind nicht im Teekraut selbst enthalten, sondern in dem Unkraut, das zwischen der Kamille wächst. Bei einer Untersuchung wurden in zehn von 15 Kamillentees diese pflanzlichen Giftstoffe nachgewiesen.

  • Mineralwasser ist gesünder als Leitungswasser

    iStock/ed70

    Stiftung Warentest fand heraus: Oft enthält Leitungswasser mehr Mineralien als das aus der Flasche. Und auch Experten wie Professor Franz Daschner sagen: „Ich würde mir niemals Mineralwasser kaufen. Mein täglicher Bedarf an Mineralien ist durch die Ernährung komplett abgedeckt. Außerdem ist Leitungswasser sicherer: Beim Trinkwasser müssen 200 Inhaltsstoffe überprüft werden, beim Mineralwasser nur 55!“ Zudem gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, die besagt, dass Mineralwasser gesünder ist als ganz normales Leitungswasser.

  • Wildtiere sind gesünder als Zuchttiere

    iStock/BalazsKovacs

    Keine Massentierhaltung, keine engen Ställe – Wildtiere müssten doch eigentlich das gesündeste Fleisch überhaupt liefern. Weit gefehlt: Ob Hirschbraten, Rehrücken oder Wildschwein: Wenn Tiere mit bleihaltiger Munition geschossen wurden, kann der Verzehr nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gesundheitsschädlich sein. Denn Blei geht mit Eiweißen und Enzymen eine Wechselwirkung ein und kann somit in den Stoffwechsel eingreifen, die Leber- und Nierenfunktion schädigen und sogar in die Knochen gelangen. Untersuchungen haben ergeben, dass bis zu 40 Prozent der Kugel im Wild zerfallen, sodass Spuren davon immer zurückbleiben. In Jägerhaushalten werden Studien zufolge zwischen 51 und 91 Portionen mit je 200 Gramm Wildfleisch pro Jahr gegessen. Dabei enthält beispielsweise Wildschwein zwischen 0,02 und 4,7 Milligramm Blei pro Kilogramm Fleisch – das ist laut BfR das 7,2-Fache (Männer) beziehungsweise das 6,4-Fache (Frauen) der verträglichen Bleidosis. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung des BfR hat ergeben, dass mit bleihaltiger Jagdmunition erlegte Wild nicht nur an der Schussstelle, sondern auch in Rücken und Keule deutlich höhere Bleiwerte aufweist, als das Wild, das mit bleifreier Munition erlegt wurde. Gesundheitsgefährdet sieht das BfR vor allem Schwangere und Kleinkinder.

  • Innereien sind giftig

    iStock/Epsilon5th

    Tierische Reinigungsorgane wie Leber und Niere waren früher tatsächlich belastet, denn die Tiere wurden erst geschlachtet, wenn sie alt waren. Heute werden Schweine nach sechs Monaten, Rinder nach zwei Jahre geschlachtet – deswegen sind ihre Organe kaum belastet. Im Gegenteil: „Gerade Leber und Nieren enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, etwa Kupfer, Eisen, Zink, Folsäure sowie die Vitamine A, B, C“, sagt Ernährungwissenschaftlerin Ulrike Gonder.

  • Früchtemüsli enthält Obst

    iStock/Anna_Kurz

    Früchte enthalten abgepackte Früchtemüslis so gut wie gar nicht. Der Grund: Eine vorgeschriebene Mindestgrenze für den Fruchtgehalt gibt es nicht, weswegen Hersteller den ‚Fruchtgehalt‘ oft mit kostengünstigen Rosinen abdecken. Manche Müslis, die mit Äpfeln, Aprikosen, Birnen, Datteln, Feigen, Pflaumen und Pfirsichen werben, bestehen aus nur 0,3 Prozent Frucht. Der Rest sind Haferflocken, Cornflakes und manchmal Nüsse. Besser: Müsli pur kaufen und selbst Obst zufügen.

Enthält Früchtemüsli Obst? Macht Süßstoff schlank? Ist Kamillentee immer gesund? Weit gefehlt! Über kaum einen anderen Lebensbereich gibt es so viele Irrtümer und Falschaussagen wie über unsere Nahrung. Welche davon sind wahr und welche reine Erfindung bestimmter Interessengruppen? WdW deckt auf.

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