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Die größten Lügen der Ernährungsforschung – Teil 4

Die größten Lügen der Ernährungsforschung – Teil 4

Stevia gilt als der perfekte Ersatz für Zucker. Das vermeintliche Naturprodukt hat keine Kalorien und versüßt trotzdem Getränke und Mahlzeiten. Aber ist der Süßstoff aus der Pflanze wirklich so naturbelassen? Welt der Wunder deckt die Irrtümer und Falschaussagen unserer Nahrung auf.
  • Thinkstock/bdspn

    Nur ursprünglich. Stevia wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen – ihr Vorteil: sie hat null Kalorien! Doch der in der Pflanze enthaltene süße Stoff wird in Laboren industriell von der Pflanze isoliert und mit Lösungsmitteln bearbeitet. Das Endprodukt, das als E 960 deklariert wird, kann zwischen 70- und 450-mal so süß sein wie Zucker. Aber mal ehrlich: Sobald ein Stoff aus seinem natürlichen Zusammenhang gerissen wird, hat er mit seinem Ursprung nichts mehr gemein – und kann durchaus unangenehme Nebenwirkungen haben. Bereits in den 1960er-Jahren ergaben Versuche, dass mit Stevia gefütterte Ratten eine verminderte Fruchtbarkeit aufwiesen.

  • Thinkstock/Kesu01

    Glutamate sind Geschmacksverstärker (E 621 bis E 625), die laut Zusatzstoffzulassungsverordnung für die meisten Lebensmittel bis zu einer Höchstmenge von 10 Gramm pro Kilogramm zugelassen sind. Shahriar Koochekpour von der Universität in Buffalo hat Blut und Gewebeproben von 200 Männern mit Prostatakrebs untersucht. Ihr Fazit: Je aggressiver der Tumor, desto höher war der Glutamatspiegel im Blut und desto mehr Glutamat-Rezeptoren enthielt auch das Tumorgewebe. Die französische Forscherin France Bellisle vom Centre National de la Recherche Scientifique hat in einem Versuch zudem festgestellt, dass Menschen beim Verzehr von glutamathaltigen Lebensmitteln schneller und mehr aßen – der sogenannte Masteffekt.

  • Thinkstock/Mauro Matacchione

    Nur anfangs und in Maßen genossen. So der Hamburger Internist Dr. Peter Burchardt: „Bei übermäßigem Konsum sind Herzrasen, erhöhter Blutdruck oder Übelkeit die Folge. Als „übermäßig“ stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung mehr als einen halben Liter pro Tag ein. Schon diese Menge lässt den Blutdruck bei jungen Menschen binnen zwei Stunden um rund acht Prozent ansteigen, der Herzschlag beschleunigt sich um fünf bis sieben Schläge pro Minute.“ Besonders gefährlich: Die Kombi mit Alkohol oder starker körperlicher Anstrengung.

  • Thinkstock/Nomadsoul1

    Nicht unbedingt. Laut Definition der EU müssen diese Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, dürfen weder gentechnisch verändert noch mithilfe von Kunstdünger und Pestiziden herangezogen worden sein. Tatsächlich sind auch Bio-Lebensmittel nicht zu 100 Prozent frei von Pestiziden. Die Wissenschaftlerin Dena Bravata von der Universität Stanford wertete 223 Studien aus, die den Nährstoffgehalt oder die Belastung mit Bakterien, Pilzen und Pestiziden der Produkte miteinander verglichen. Ergebnis: Die Forscher fanden keinen Nachweis, dass Bio- Lebensmittel nährstoffreicher sind oder ein geringeres Gesundheitsrisiko bergen als andere Lebensmittel.

  • Thinkstock/Desnik

    In konventioneller Fleischhaltung werden Antibiotika prophylaktisch eingesetzt, um den massenhaften Ertrag zu sichern – die Tiere werden also „gesund gespritzt“, obwohl sie gar nicht krank sind. Das ist bei Bio-Fleisch anders. Hier werden Antibiotika zwar nicht als Vorbeugung eingesetzt. Doch sobald ein Tier erkrankt, verschreibt ein Tierarzt auch hier Antibiotika. Dass also Bio-Tiere keine Antibiotika bekommen, ist nicht ganz richtig: Geflügel und Schweine dürfen während ihres Lebens maximal einmal ein herkömmliches Antibiotikum oder ein Schmerzmittel bekommen, damit der Bauer sie später noch als Bio-Fleisch verkaufen kann. Bei zwei Behandlungen oder mehr darf das Fleisch nur als konventionelle Ware angeboten werden.

  • Thinkstock/Idildemir

    Das lässt sich nicht ohne Weiteres bestätigen oder verneinen – dafür existieren zu wenige Studien über die langfristigen Auswirkungen dieser Stoffe im Körper. Nur für wenige existieren zumindest Verdachtsfälle. Beispiel: Natriumdisulfit E 223, das im Verdacht steht, die Darmwände zu schädigen. In Wurst oder Fertiglebensmitteln stecken zur Haltbarmachung chemisch hergestellte Säuren oder auch Salze, die entweder mit einer E-Nummer oder einer genauen Bezeichnung (z. B. Benzoesäure, Sorbinsäure, Kaliumnitrit oder Natriumnitrat) auf der Verpackung deklariert werden. Zugelassen werden solche Stoffe nur, wenn sie toxikologisch unbedenklich sind. Unter Konservierungsstoffe fallen jedoch auch bestimmte Pestizide, die etwa Obst vor Schimmelbefall schützen und damit auch länger haltbar machen. Und solche Stoffe haben sich zumindest in Tierversuchen als krebserregend herausgestellt. Ansonsten bleibt nach derzeitigem Stand der Forschung nur der Verweis auf die Verlautbarung des European Food Information Council (EUFIC), der sowohl von der EU-Kommission als auch von Lebensmittelunternehmen unterstützt wird: „Ohne Konservierungsstoffe wären unsere Nahrungsmittel und ihre Herstellung längst nicht so sicher, wie sie es heute sind.“

  • Thinkstock/frentusha

    Das behauptet die Werbung zwar, es stimmt aber nicht ganz. Probiotika sind lebende Bakterien oder Hefepilze, die in milchsauren Produkten wie Joghurt, Buttermilch und Kefir vorkommen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist es erwiesen, dass probiotische Mittel die Laktoseverdauung unterstützen, bei Darminfektionen die Durchfalldauer verkürzen und die Konzentration gesundheitsschädlicher Stoffwechselprodukte im Körper senken. Dass probiotische Keime aber das Immunsystem stärken, ist nur in vitro – also unter Laborbedingungen – erwiesen. In vivo – also im lebendigen Organismus – dagegen nicht: „Dafür liegen uns bisher zu wenig aussagekräftige Studien vor“, erklärt die Gastroenterologin Dagmar Mainz.

  • Thinkstock/Janvanwelt

    Klar, in einem Glas Orangensaft stecken viel mehr Vitamine als in einem Glas Orangen-Limo. Aber was ist mit den Kalorien? „In einem Liter Saft befinden sich etwa genauso viele Kalorien wie in einem Liter Cola oder Limonade: nämlich durchschnittlich 500 Kilokalorien“, sagt Professor Volker Schusdziarra, Leiter der Ernährungsambulanz im Zentrum für Prävention, Ernährung und Sportmedizin am Münchner Klinikum. „Ein Liter Saft am Tag hat also etwa so viele Kalorien wie eine Hauptmahlzeit“, sagt Ernährungsmediziner Schusdziarra. „Im Gegensatz zu fester Nahrung sättigen Kalorien aus Flüssigkeiten jedoch nicht, weil sie den Magen nach kurzer Zeit wieder verlassen. Fünf große Äpfel machen satt, ein Liter Saft aber nicht.“ Zum Durstlöschen empfiehlt es sich daher, Saft mit Wasser im Verhältnis von eins zu mindestens zwei zu mischen.

  • Thinkstock/OlgaMiltsova

    Die saure Frucht wurde längst von diesem Spitzenplatz vertrieben. Sicher: 100 Gramm Zitronen enthalten 53 Milligramm Vitamin C – was tatsächlich viel ist. Doch es gibt eine Reihe an Lebensmitteln, die diesen Vitamin-C Gehalt überbieten: 100 Gramm Kiwi enthalten mit knapp 93 Milligramm schon fast die doppelte Menge des Vitamins. 100 Gramm schwarze Johannisbeeren liefern 177 Milligramm und 100 Gramm der Tropenfrucht Guave sogar 270 Milligramm Vitamin C. Und auch Gemüsesorten schlagen locker den Vitamin-C-Gehalt der Zitrone: 100 Gramm Brokkoli liefern 115 Milligramm Vitamin C; 100 Gramm rote Paprika liefern 140 Milligramm, grüner Chili sogar 242,5 Milligramm Vitamin C! Und es geht noch mehr: Die Vitamin-C reichsten Lebensmittel sind die Acerola- Beeren (1700 Milligramm pro 100 Gramm).

  • Thinkstock/oleksajewicz

    Gluten, auch Klebereiweiß genannt, ist ein Stoffgemisch aus Proteinen und wird aus Getreide gewonnen. Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel enthalten diese Eiweiße, die in Nudeln oder Brot zum Einsatz kommen. Eine Studie von Peter Gibson an der australischen Monash University kam zu dem Ergebnis, dass eine Glutenunverträglichkeit fast immer nur ein sogenannter Nocebo-Effekt ist – also das Gegenteil vom Placebo-Effekt. Demnach fühlen sich Menschen nach dem Konsum glutenhaltiger Lebensmittel nur unwohl, weil sie oft lesen oder hören, dass Gluten eine Unverträglichkeit auslösen kann – nach Gibson ist es oft Einbildung. Laut Gibson leiden rund ein Prozent der Amerikaner tatsächlich an einer Glutenunverträglichkeit – allerdings kaufen 18 Prozent der Amerikaner glutenfreie Lebensmittel: Es ist weltweit ein Milliardengeschäft: Allein in den USA wurden 2013 rund 10,5 Milliarden Dollar für glutenfreie Lebensmittel ausgegeben.

Stevia gilt als der perfekte Ersatz zu Zucker. Das vermeintliche Naturprodukt hat keine Kalorien und versüßt trotzdem Getränke und Malzeiten. Aber ist der Süßstoff aus der Pflanze wirklich so naturbelassen? Welt der Wunder deckt die Irrtümer und Falschaussagen unserer Nahrung auf.

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