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Lebensmittel

Die größten Lügen der Ernährungsforschung – Teil 3

Die größten Lügen der Ernährungsforschung – Teil 3

Viel Möhrengemüse hilft bei schlechten Augen und brauner Zucker ist die gesündere Alternative zu weißem? Weit gefehlt! Über kaum einen anderen Lebensbereich gibt es so viele Irrtümer und Falschaussagen wie über unsere Nahrung. Welche davon sind wahr und welche reine Erfindung bestimmter Interessengruppen? WdW deckt auf.
  • Mit Möhren besser sehen

    Thinkstock/HandmadePictures

    Nein. Möhren enthalten Betacarotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. „Dieses Vitamin ist wichtig für den Sehvorgang, unter anderem, weil es in der Netzhaut an der Hell-Dunkel-Anpassung des Auges beteiligt ist“, weiß der Hamburger Augenarzt Rüdiger Schwartz. Doch Fehlsichtigkeit heilt das Wurzelgemüse nicht. Aus dem Beta-carotin von 100 Millilitern Karottensaft stellt der Körper etwa ein Milligramm Vitamin A her – das deckt bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen.

  • Knäckebrot ist gesünder als Mischbrot

    Thinkstock/olgakr

    Knäckebrot enthält so gut wie kein Wasser – und besteht somit aus purem Vollkorn. Dadurch liefert es pro 100 Gramm über 300 Kalorien. Zum Vergleich: Die gleiche Menge Roggenmischbrot kommt auf 210 Kalorien. Und auch der Mythos, dass Knäckebrot gesünder als Mischbrot ist, konnte mittlerweile widerlegt werden: „Insbesondere luftgefüllte Knäckebrote enthalten eher Weißmehle“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Diese Mehle werden aus dem Inneren des Getreidekorns hergestellt – die Randschichten werden entfernt. Im Korninneren sind jedoch weniger Mineralien, Vitamine und Ballaststoffe enthalten.

  • genmanipulierten Lebensmittel

    imago/blickwinkel

    Diese Versicherung, die immer wieder von Lebensmittelherstellern geäußert wird, soll den Verbraucher beruhigen. Und schafft das auch. Die Wahrheit ist aber leider: Nein. Bei der Produktion tierischer Erzeugnisse können genmanipulierte Stoffe verwendet werden, ohne dass der Hersteller darauf hinweisen muss. Zum Beispiel dürfen Kühe mit genmanipuliertem Futter ernährt werden, ohne dass es auf der Milchtüte gekennzeichnet ist. Verzichtet der Hersteller erst drei Monate vor dem Melken auf Genfutter, darf das Etikett den Hinweis „Ohne Gentechnik“ tragen.

  • Obst

    Thinkstock/Olha_Afanasieva

    Abends genossen hat Obst gravierende Nachteile. Zitrusfrüchte wie Orangen, aber auch Ananas sind extrem säurehaltig und können in großer Menge das Verdauungssystem überfordern. Wenn man abends zu Obst greift, kann der Organismus im Schlaf den Säureüberschuss nicht abbauen – die Verdauung wird gestresst und der Schlaf gestört. Der Stresspegel im Körper kann so hoch ansteigen wie bei einem grippalen Infekt.

  • Meeresfrüchte

    Thinkstock/Shaiith

    Zwischen September und April darf man Fische und Muscheln essen, von Mai bis August riskiert man eine Lebensmittelvergiftung – ein Mythos. Er geht auf eine Zeit zurück, als es noch keine Kühlschränke gab. Ein EU-Gesetz gewährleistet sogar eine ganzjährige Kontrolle auf Giftstoffe bei Muscheln. „Allerdings ist der Geschmack von Muscheln im Sommer schlechter“, sagt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Zu dieser Zeit laichen die Muscheln und haben einen anderen Geschmack.

  • Kein Bier auf Wein trinken

    Thinkstock/MarkWagonerProductions

    Wein auf ein Glas Bier oder andere Spirituosen verursacht nicht schneller einen Kater. Allein die Menge macht den Kater. Bei Alkoholkonsum passieren zwei Dinge in unserem Körper: 1. Alkohol vermindert die Ausschüttung des Hormons ADH, das normalerweise Wasser im Körper hält. Folge: Wir dehydrieren. 2. Die auf Hochtouren arbeitende Leber braucht Energie aus Zucker, der dem Rest des Körpers fehlt. Dieser doppelte Mangel sorgt für Kopfschmerzen – und nichts anderes!

  • Alkohol wärmt von innen

    Thinkstock/rozmarina

    Das Wärmegefühl, das durch Alkohol verursacht wird, ist nur subjektiv. „Grundsätzlich führt der Wirkstoff Ethanol im Alkohol dazu, dass sich die Gefäße in der Haut weiten. So werden sie stärker durchblutet. Dadurch geht viel schneller Wärme über die Haut verloren. Wenn man nur ein Glas trinkt, dann ist der Wärmeverlust aber in der Regel noch nicht gefährlich“, sagt Alkoholforscher Professor Helmut Seitz von der Universität Heidelberg. Trinkt man zu viel, kann der Körper allerdings auskühlen.

  • Brauner Zucker

    Thinkstock/bhofack2

    Obwohl er irgendwie natürlicher aussieht, ist brauner Zucker keinesfalls so etwas wie die Vollkorn-Variante des weißen. Denn ob braun oder weiß: Beide Zuckerarten werden aus der gleichen Rübe gewonnen. Der Unterschied liegt in der Herstellung: Während der Zuckersirup Melasse beim braunen Zucker bestehen bleibt und ihm Farbe und Geschmack verleiht, siebt man bei der Herstellung des weißen Zuckers so lange weiter, bis er weiß wird. Brauner Zucker ist also nur ein Zwischenprodukt des weißen Zuckers. Beide haben gleich viele Kalorien und Kohlenhydrate. „Brauner Zucker ist nicht gesünder als weißer Zucker“, sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW.

  • Loser Tee

    Thinkstock/HeikeRau

    Der erste Impuls gibt dieser Behauptung recht, schließlich wird Beuteltee gepresst, während er lose seine wertvollen Inhaltsstoffe doch viel besser entfalten kann. Doch die Wahrheit ist: Trinken Sie Ihren Tee doch, wie Sie wollen! Das Institut für Lebensmittelchemie der TU Braunschweig hat die Qualität von Beuteltee und losem Tee untersucht. Getestet wurde der Gehalt an Koffein, gelösten Feststoffen und Polyphenolen. Das Fazit der Forscher: Es gibt kaum einen Qualitätsunterschied zwischen Beuteltee und losem Tee. Kein Wunder: In den Teebeuteln steckt der gleiche Tee, der auch lose verkauft wird: Sie stammen von den gleichen Feldern und werden zur gleichen Zeit geerntet.

  • Kirschen

    Thinkstock/tanjichica7

    Der Mythos hält sich seit Jahrzehnten: Kirschen in Kombination mit Wasser verursachen Bauchschmerzen. Fakt ist jedoch: Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die einen Zusammenhang bestätigt.

Über kaum einen anderen Lebensbereich gibt es so viele Irrtümer und Falschaussagen wie über unsere Nahrung. Viele davon haben sich in Jahrzehnten praktisch unauslöschlich in den Köpfen festgesetzt. Welt der Wunder unterzieht die wichtigsten Behauptungen einem Fakten-Check.

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