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Die größten Lügen der Ernährungsforschung – Teil 2

Die größten Lügen der Ernährungsforschung - Teil 2

Wer regelmäßig ein Glas Milch trinkt, stärkt mit dem darin enthaltenen Calcium seine Knochen – oder doch nicht? Über kaum einen anderen Lebensbereich gibt es mehr Mythen und Irrtümer wie über unsere Nahrung. In einer wöchentlichen Reihe räumt Welt der Wunder die gängigsten Irrtümer auf.
  • Milch

    Thinkstock/Maximkostenko

    „Milch ist gut für die Knochen!“ Was jahrzehntelang als Mantra von Generation zu Generation weitergegeben wurde, ist in Wirklichkeit ein Mythos. Ein Forscherteam der Harvard Medical School in Boston zeigte, dass Milch trotz ihres hohen Calciumgehalts nicht zur Knochendichte beiträgt. Im Gegenteil: Milch kann sogar das Risiko von Knochenbrüchen erhöhen und Osteoporose auslösen. Der Grund: Milch übersäuert den Körper. Um die Säuren zu neutralisieren, benötigt der Körper Mineralstoffe, die er aus Knochen und Zähnen zieht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte ein Erwachsener rund ein Gramm Calcium pro Tag zu sich nehmen.

  • Milch

    Thinkstock/YelenaYemchuk

    Statt aus Milch kann man das Mineral aus Mohnsamen, Grünkohl oder Sesam beziehen. Hinzu kommt, dass der menschliche Körper nicht auf den Milchkonsum ausgelegt ist: Laut dem Journal of the American Dietetic Association leiden rund 75 Prozent der Weltbevölkerung an Laktoseintoleranz (Symptome sind u. a. Bauchkrämpfe, Blähungen oder Kopfschmerzen), also an der Unverträglichkeit von Milchzucker. Der Grund: Das Enzym Laktase, das zur Verdauung des Milchzuckers benötigt wird, wird etwa ab dem fünften Lebensjahr nicht mehr produziert – weil der Körper ab dann keine Milch mehr braucht; eigentlich …

  • Täglich zwei Liter Wasser

    Thinkstock/Vilches

    Nein, die zugrunde liegende Empfehlung stammt vom US-Ernährungsrat aus dem Jahr 1945. Sie besagt, dass ein Mensch täglich etwa zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen sollte. Wohl gemerkt: Flüssigkeit, kein Extra-Wasser! „Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass man zwei Liter Wasser am Tag trinken muss“, sagt Dr. Rachel Vreeman von der Indiana University School of Medicine. Auch Lebensmittel enthalten Wasser. Eine Kartoffel hat schon einen Wassergehalt von 75 Prozent. Feste Lebensmittel liefern im Durchschnitt etwa 900 Milliliter Wasser pro Tag.“ Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Getränken am Tag reichen aus.

  • Vitaminpillen

    Thinkstock/czekma13

    Ein eindeutiges Nein. Tatsächlich heißt es beim Deutschen Krebsforschungszentrum: „Isoliertes Betacarotin, Vitamin E und möglicherweise einige andere Stoffe können das Krebsrisiko erhöhen.“ Gekoppelt an bestimmte Lebensumstände, können Vitaminpillen sogar verheerende Folgen haben: „Raucher, die Carotine als Tablette einnehmen, bekommen häufiger Lungenkrebs. Männer, die Vitamin E und/oder Selen schlucken, steigern ihr Risiko für ein Prostatakarzinom.“

  • Vitaminpillen

    Thinkstock/Elena Elisseeva

    Der Ernährungswissenschaftler Michael Ristow von der ETH Zürich hat zudem die Wirkung von Vitamin-C- und -E-Tabletten auf Sportler untersucht. Sein Urteil: „Die Präparate können die gesunde Wirkung von Bewegung einfach aufheben.“ Wie das geht? Bewegung führt im Körper auf Zellebene zu chemischen Reaktionen, die Typ-2-Diabetes verhindern können. Dieser Effekt wird durch die Vitamine jedoch zunichtegemacht. Der Ratschlag, den viele weitere führende Ernährungswissenschaftler unterstützen: Vitaminpräparate können den Verzehr von frischem Obst und Gemüse nicht ersetzen.

  • Cola

    imago/blickwinkel

    Der Körper verliert bei Durchfall viel Flüssigkeit und Salze. Viel Trinken hilft also – allerdings keine Cola. „Um Durchfall zu bekämpfen, ist Cola nicht geeignet“, sagt der Oberarzt Tom Ganten von der Uni-Klinik Heidelberg. Grund: „Zu viel Zucker führt zu einer vermehrten Wasserausscheidung – man verliert unter Umständen also noch mehr Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe wie Kalium.“ Hinzu kommt: In Cola ist Koffein enthalten, das Durchfall eher fördert als bekämpft.

  • Unbehandeltes Obst

    imago/Westend61

    Obst mit der Kennzeichnung „unbehandelt“ kann vor der Ernte mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein. Der Hinweis bedeuten nur, dass das Obst nicht mit Konservierungsstoffen länger haltbar gemacht wurde. Lediglich Obst mit Bio-Siegel ist tatsächlich unbehandelt.

  • Schnaps

    imago/Imagebroker

    Das Gegenteil trifft zu! Eine Studie vom Universitätsspital Zürich räumt mit dem Mythos vom Verdauungsschnaps auf: Wer nach einem schweren Essen Alkohol trinkt, verdaut die Nahrung sogar schlechter als ohne. „Alkohol entspannt offenbar intensiv die Muskeln der Magenwände und hemmt dadurch die Pumpbewegungen, die den Mageninhalt vorwärts bewegen“, sagt der Wissenschaftler Mark Fox. Tee und Wasser dagegen kurbeln die Verdauung an.

  • Traubenzucker

    imago/Imagebroker

    Im Gegenteil! Traubenzucker lässt den Blutzucker sofort in die Höhe schießen, woraufhin die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet. Insulin fördert die Speicherung von Glucose in Leber und Fettgewebe, der Blutzuckerspiegel sinkt schnell wieder ab – sogar unter das ursprüngliche Niveau. Die Folge: Man fühlt sich matt und müde, büßt Energie ein. In einer Studie der Universität Bern erzielten dagegen die Probanden bessere Ergebnisse in Gedächtnistests, die mehr Vitamin C und Betacarotin im Blut hatten.

  • Traubenzucker

    Thinkstock/ViktorCap

    Traubenzucker ist meist konzentrierte Glucose, die sogar zu einer Verschlechterung der Denkleistung führen kann, wie eine amerikanische Studie der Universität Virginia beweist. Bei sportlicher Betätigung gilt das allerdings nicht: Das beim Sport ausgelöste Adrenalin verhindert die Insulinausschüttung, sodass der Traubenzucker die Leistungsfähigkeit unterstützen kann.

  • Mittagsschlaf

    Thinkstock/nyul

    Dieser alte Leitsatz stimmt nur bedingt. Dazu Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Joost vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung: „Legen wir uns nach einer Mahlzeit hin, so führt das zu einer Verringerung des Verschlussdrucks des Magens. So kann im Liegen Magensäure eher in die Speiseröhre gelangen und Sodbrennen auslösen.“ Sinnvoller sei es, gerade nach üppigen Mahlzeiten eine halbe bis eine Stunde sitzen zu bleiben. Übrigens: Ein Kaffee hilft der Verdauung, da er die Produktion der Verdauungssäfte stimuliert.

  • Vollkorn

    Thinkstock/Shaiith

    In den scheinbar „vernünftigen“ Vollkornprodukten ist Stärke enthalten, die sättigt. Allerdings zerfällt die Stärke relativ schnell im Darm, weil das Getreide gemahlen und gebacken wurde. Die besten Sattmacher sind eiweißhaltige Produkte wie Steak oder Eier, die zwischen fünf und sieben Stunden lang verdaut werden.

  • Abendessen

    Thinkstock/Jupiterimages

    Ein weiterer Mythos – niedergeschrieben in Tausenden Diätratgebern. Fakt ist: Ob man morgens, mittags oder abends isst, ist für das Gewicht irrelevant. „Was wirklich zählt, ist die Energiebilanz des ganzen Tages“, sagt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. „Wichtig ist, dass der Körper nicht mehr Kalorien über den Tag verteilt aufnimmt, als er wieder verbraucht.“ Eine Studie mit über 7.000 Teilnehmern bestätigte, dass es keinen Unterschied macht, zu welcher Tageszeit man isst.

Wer regelmäßig ein Glas Milch trinkt, stärkt mit dem darin enthaltenen Calcium sein Knochen – oder doch nicht? Über kaum einen anderen Lebensbereich gibt es mehr Mythen und Irrtümer wie über unsere Nahrung. In einer wöchentlichen Reihe räumt Welt der Wunder die gängigsten Irrtümer auf.

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