weltderwunder.tv

INHALTE

FOLGEN SIE WELT DER WUNDER

Deutsche Bio-Bauernhöfe: Hier fühlen sich die Bewohner sauwohl

Deutsche Bio-Bauernhöfe: Hier fühlen sich die Bewohner sauwohl

Wir Deutsche essen sehr viel Fleisch und das hat Folgen: Stichwort Intensivtierhaltung. Dabei werden die Tiere den Bedingungen angepasst und nicht umgekehrt. Auf einem Biohof hingegen zählen die Bedürfnisse der Tiere. Zwei Bauernhöfe zeigen, wie gut ökologische Tierhaltung funktionieren kann.
  • Bio-Bauernhöfe

    iStock/taxzi

    In Deutschland stehen inzwischen mehr als die Hälfte der Schweine in Betrieben mit über 1.000 Tieren. Masthühner und Legehennen leben häufig in Riesenställen mit mehr als 50.000 Tieren. Unter den dort herrschenden Bedingungen können die Tiere ihre natürlichen Bedürfnisse nach Bewegung und Sauberkeit unmöglich befriedigen. Es gibt aber auch Beispiele von Höfen, die sich nach den Bedürfnissen der Tiere richten - wie zwei Bauern aus Schleswig-Holstein zeigen. Sie haben sich für eine ökologische Tierhaltung entschieden, mit der sich Schwein und Huhn sichtbar wohl fühlen.

  • Neugier erlaubt

    WWF / Arnold Morascher

    Den Schweinen auf dem Biohof Spannbrück im Nordosten Schleswig-Holsteins geht es gut: Sie haben viel Platz im Stall, Stroh zum Wühlen und bekommen um sich herum viel mehr mit als in den dunklen, engen Ställen der konventionellen Tierhaltung. Ihr Bauer Sönke Thiesen sagt: „Solange die Schweine leben, sollen sie ein möglichst gutes Leben haben.“

  • Auslauf in „Sau-City“

    WWF / Arnold Morascher

    Hausschweine haben einen großen Bewegungsdrang und sind sehr reinlich und neugierig. Sönke Thiesens Sauen lernen das Leben auf der Weide kennen – in „Sau-City“, wie der Bauer es nennt. Für ihn gehört zur tiergemäßen Haltung, dass Schweine nach draußen können: „Die Schweine wollen mitkriegen was draußen läuft. Die wollen Sonne, Wind, Regen sehen, spüren, gucken, wer da entlang spaziert und mit den Hunden Kontakt aufnehmen.“

  • Futter vom eigenen Hof

    WWF / Arnold Morascher

    Bio-Bauer Sönke Thiesen kauft überhaupt keine Futtermittel mehr dazu, sondern produziert bis auf die Mineralfutterkomponenten alles selbst. Auf seinen 44 Hektar Ackerland wachsen Weizen, Gerste und Hafer zur Energieversorgung der Schweine, sowie Ackerbohnen und Erbsen zur Eiweißversorgung heran. Er hat eine eigene Mühle, um die Qualität seines Futters selbst zu bestimmen und immer frisch mahlen zu können.

  • Kreislaufgedanke

    WWF / Arnold Morascher

    Auf einem Biohof müssen mindestens 20 Prozent des Futters vom eigenen Betrieb oder aus regionalen Betriebskooperationen stammen. So auch auf dem Biohof Spannbrück, wo der Kreislaufgedanke konsequent zu Ende gedacht wird: Es gibt nur so viele Schweine wie Futter auf dem Biolandbetrieb wächst. Das ist gut für die Tiere, weil sie nicht in Massen gehalten werden. Und es ist gut für die Umwelt: Bei zu vielen Tieren pro Fläche entstehen sonst nämlich große Probleme durch zu viel Mist und Gülle. Kann der Boden die großen Mengen an Exkrementen nicht mehr aufnehmen, versickern Stoffe daraus ins Grundwasser und es kann zu Trinkwasser-Problemen kommen.

  • Auch Schweine brauchen Freunde

    WWF / Arnold Morascher

    Schweine werden am besten in einer Gruppe gehalten, in der sie ihr Sozialverhalten ausleben können. Auf dem Biohof Spannbrück leben 250 Schweine in einem großen Stall und mit viel Auslauf. Durch die tiergemäße Haltung leben die Bioschweine von Bauer Sönke Thiesen mehr als doppelt so lang wie Schweine in konventioneller Tierhaltung: Sönke Thiesens Sauen werden zehn bis zwölf Jahre alt.

  • Angler Sattelschweine

    WWF / Arnold Morascher

    Auf dem Bioland-Hof lebt eine ganz besondere Schweinerasse: die Angler Sattelschweine. Das ist eine vom Aussterben bedrohte Nutztierart. Reinrassige Angler Sattelschweine haben einen schwarzen Kopf und ein schwarzes Hinterteil. Nur die Schulterpartie und die Vorderbeine sind weiß. Die helle Schulterpartie nennt man auch Sattel. So sind die Schweine zu ihrem Namen gekommen.

  • Diese Hühner dürfen campen

    WWF / Arnold Morascher

    Auf dem Bioland-Hof Andresen in Selk bei Schleswig haben die Hennen sozusagen dauernd Urlaub: Im Hühnercamper – einem mobilen Stall – können sie alle paar Wochen an einem neuen Standort den Auslauf erkunden. Hier können sie im Sand baden, nach Würmern und Insekten scharren und sich so zusätzlich zum Schrot eigenes Futter suchen.

  • Innovation Hühnercamper

    WWF / Arnold Morascher

    Den Hühnercamper haben die Biobauern Babette und Claus Andresen selbst entwickelt und gebaut. „Bei festen Ställen kommt es im Bereich der Ausläufe oft zu Problemen mit Parasiten, das umgehen wir so. Die mobilen Ställe ermöglichen ein problemloses, stressfreies Umstellen auf einen neuen Auslauf. So entdecken die Tiere auch neues Terrain“, erklärt Claus Andresen. Bio-Legehennen haben in ihren Ställen Sandbademöglichkeiten und erhöhte Sitzstangen. Dadurch können sie zum einen ihre Federn besser pflegen und zum anderen durch die Stangen voreinander fliehen – ein wichtiges und instinktives Schutzverhalten der Tiere, wenn sie sich beengt oder bedroht fühlen.

  • Gentechnikfreies Futter aus der eigenen Mühle

    WWF / Arnold Morascher

    In konventionellen Betrieben besteht ein großer Teil des Tierfutters aus Soja aus Südamerika, wo immer mehr Wälder den riesigen Monokulturen weichen müssen. Babette und Claus Andresen bauen das Futter für ihre Tiere selbst an – bis auf etwas Sojakuchen aus Italien, den die anspruchsvollen Bio-Hühner brauchen. „Aber der Anteil in der Futtermischung ist wesentlich geringer als bei der konventionellen Haltung von Hühnern“, betont Claus Andresen. Das Futter ist gentechnikfrei und wird in der hofeigenen Mühle gemahlen und gemischt.

  • Gut für die Tiere, für die Umwelt und für uns alle

    WWF / Arnold Morascher

    Beide Betriebe – Hof Spannbrück und Hof Andresen – sind nach Bioland-Richtlinien zertifiziert. Sie produzieren so umweltschonend wie möglich hochwertige Lebensmittel – ohne Einsatz von Gentechnik, ohne die Verwendung von chemisch synthetischen Düngern, ohne Einsatz von Importfuttermitteln und mit einer tiergerechten Haltung.

Auf einem Bio-Bauernhof zählen die Bedürfnisse der Tiere. Zwei Biohöfe in Schleswig-Holstein zeigen, wie gut ökologische Tierhaltung funktioniert.

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein:

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein: