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Der Suchtatlas des Körpers: Marihuana

Der Suchtatlas des Körpers: Marihuana

Wer zur Entspannung oder aus Gewohnheit regelmäßig Marihuana raucht, schadet seinem Körper mehr, als es die grüne Pflanze mit den süßlich riechenden Blüten vermuten lässt. Wie die Droge unsere Psyche verändert, mit welchen Symptomen unser Körper auf einen Entzug reagiert und für wen Cannabis zum schmerzlindernden Medikament wird – WdW klärt auf.
  • Marihuana

    Imago/Christian Ohde

    Laut aktuellstem Weltdrogenbericht ist Marihuana, auch Cannabis genannt, mit Abstand die am häufigsten konsumierte Droge: 178 Millionen Menschen rauchen regelmäßig einen Joint. Weit abgeschlagen davon folgt auf Platz zwei mit 35 Millionen Konsumenten Amphetamin. Cannabis besitzt eine jahrtausendealte Tradition als Nutz- und Heilpflanze und gehört zu den ältesten bekannten Rauschmitteln. Aufgrund seiner bewusstseinsveränderten Wirkung wurde Cannabis zunächst in Indien in bestimmte kultische Handlungen einbezogen. Von dort aus verbreitete sich die Droge in die ganze Welt.

  • Angriffsziele im Körper

    Thinkstock/pixologicstudio

    U.a.: Immunsystem, Atemwege, Herz-Kreislauf-System, Zentrales Nervensystem

  • Wirkung

    imago/Florian Schuh

    In erster Linie psychotrop. Das bedeutet: Veränderungen der Psyche (angstlösend etc.); der Hauptwirkstoff THC wirkt zudem entzündungshemmend und auf das Herz-Kreislauf-System; appetitsteigernd, schmerzlindernd

  • Entzugserscheinungen

    imago/biky

    Etwa 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum

  • Entzugssymptome

    imago/imagebroker

    Nervosität, verminderter Appetit, Depressionen, Schwitzen, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen

  • Wie lang dauert ein Entzug?

    imago/Science Photo Library

    Eine bis mehrere Wochen; das psychische Verlangen kann noch weiterhin anhalten

  • Rückfallquote

    imago/medicimage

    Eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigt, dass mehr als 60 Prozent der Probanden rückfällig wurden.

  • Regenerationszeit

    imago/Science Photo Library

    Es gibt keine gesicherten Angaben. Jedoch fand Neuropsychologe Murat Yücel von der Universität Melbourne in einer Studie mit Cannabis-Konsumenten, die über 20 Jahre täglich etwa vier Joints rauchten, heraus: Cannabis (egal, ob Marihuana oder Haschisch) kann Teile des Gehirns schrumpfen lassen. So waren der Mandelkern (Emotionsverarbeitung) und der Hippocampus (Erinnerungsverarbeitung; siehe Bild) bei der Kiffergruppe um sieben bzw. sogar zwölf Prozent kleiner als bei der nicht rauchenden Vergleichsgruppe.

  • Angriff auf das Immunsystem

    imago/Science Photo Library

    Wissenschaftler der University of South Carolina fanden heraus: Der Konsum von Marihuana schwächt das Immunsystem. Dadurch treten bestimmte Infektionen und Krebsarten bei Kiffern häufiger auf als bei Nichtkiffern.

  • Cannabis auf Rezept

    imago/alimdi

    Für die meisten Menschen ist Cannabis ein nicht zu unterschätzendes Suchtmittel. Es gibt jedoch Menschen, bei denen das Gras schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt, ihre Ticks abschwächt und ihr Leben damit erleichtert. Seit 2009 darf Cannabis in Deutschland in Ausnahmefällen medizinisch verwendet werden. Patienten mit Multiple Sklerose, Rheuma, HIV oder dem Tourette-Syndrom berichten von der positiven Wirkung der Blüten. Um in Deutschland legal Hanf zu erwerben, müssen Patienten eine Ausnahmegenehmigung zur Selbsttherapie mit Cannabis bei der Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einholen. Noch sind die rechtlichen Vorbehalte gegenüber der umstrittenen Pflanze groß.

Wer zur Entspannung oder aus Gewohnheit regelmäßig Marihuana raucht, schadet seinem Körper mehr, als es die grüne Pflanze mit den süßlich riechenden Blüten vermuten lässt. Wie die Droge unsere Psyche verändert, mit welchen Symptomen unser Körper auf einen Entzug reagiert und für wen Cannabis zur schmerzlindernden Medizin wird – WdW klärt auf.

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