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Der Clown: Charakterfigur mit vielen Gesichtern

Der Clown: Charakterfigur mit vielen Gesichtern

Der Clown ist eine schillernde Persönlichkeit: Während er auf der Bühne die Menschen zum Lachen bringt, schwankt sein Charakter unter der bunten Maske oft von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Eine Bildergalerie über lustige und traurige Clowns, arme Hofnarren, Serienmörder und Krusty.
  • Clown

    imago/i Images

    Überdimensionierte, bunte Kostüme, eine rote Knollnase und viel zu große Schuhe – an Karneval und Fasching spielen Kinder und Erwachsene gerne mal den Clown. Ein paar Stunden lang einfach albern, komisch und sorglos sein - so wie die berühmten Charaktere im Zirkus! In Wirklichkeit ist Clown-Sein aber seit Jahrhunderten ein Knochenjob und viele begnadete Berufskomiker waren immer wieder zwischen unbändiger Komik auf der Bühne und tiefer Traurigkeit im Leben hin- und hergerissen. Welt der Wunder ist den zahlreichen Facetten des Clowns auf die Spur gegangen, vom Dummen August bis zum umtriebigen Krusty bei den Simpsons.

  • Hofnarr

    imago/Cityfiles

    Im Mittelalter belustigten Narren oder Tore die feine Gesellschaft an den Fürstenhöfen. Schon damals lagen für den Vorfahren des Clowns Tragik und Komik, Genie und Wahnsinn, Bewunderung und Ächtung nah beieinander. Im frühen Hochmittelalter wurden körperlich Behinderte, Kleinwüchsige und Zwerge wie Raritäten zum Teil in Käfigen gehalten und sprichwörtlich zum Narren gemacht. Im Gegensatz zu diesen so genannten "natürlichen Narren", nutzten die "künstlichen" ihre Außenseiterstellung, um subtil Kritik zu üben und damit die Politik zu beeinflussen, sie genossen Narrenfreiheit. Die Menschen waren schon damals hin- und her gerissen zwischen ihrer Sympathie mit dem allzu menschlichen Verhalten dieser Figuren und der Ablehnung ihrer Dummheit.

  • Hanswurst

    imago/imagebroker

    Die Geschichte des Clowns in seiner modernen Gestalt geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als er im Komödien-Theater als Pausen-Unterhalter auftrat. Als Hanswurst erlangte er damals zweifelhafte Berühmtheit. Der Hanswurst war als bäuerlich-derbe Figur fester Bestandteil des deutschsprachigen Wander- und Stegreiftheaters, bis er als Kasper ins Puppentheater verbannt wurde - auch weil die Obrigkeit Angst vor seinem losen Mundwerk hatte.

  • Harlekin

    iStock/foto-rolf

    Als Alter Ego des Hanswursts trat der Harlekin als einer der Hauptcharaktere in der Commedia dell’arte im 16. Jahrhundert auf. Zunächst wurde er als Bürgerschreck mit dämonischen Zügen dargestellt, später war die Figur geprägt von ihrer doppelten Natur. Mithilfe seiner Kostüme und seiner schwarzen Augenmaske verwandelte sich der Harlekin immer wieder und sprang so zwischen unterschiedlichen Rollen und Welten umher, zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle, Spaßvogel und Gauner. Auch der Harlekin wurde zu Zeiten der Aufklärung wegen seiner Obszönitäten von der Bühne verbannt.

  • Dummer August

    iStock/AlexRaths

    Im Zirkus tritt bis heute der Dumme August in die Fußstapfen von Hofnarr, Hanswurst und Harlekin. Der Rotclown ist der Gehilfe und Gegenspieler des Weißclowns und gewinnt mit seiner unbeholfenen und liebevollen Art meist die Herzen der Zuschauer. Charakteristisch für den Dummen August – eine Kreation von Tom Belling für den Circus Renz - sind seine rote Knollnase und die Schminke auf Mund, Wangen und Augen. Ohne böse Absicht stolpert er bei seinen Auftritten von Missgeschick zu Missgeschick und vermasselt damit häufig die Auftritte des besserwisserischen Weißclowns.

  • Die Clowns

    imago/AGD

    Der begnadete italienische Regisseur Federico Fellini ging im Film „Die Clowns“ 1970 der Faszination für die Spaßmacher nach und erklärte den Streit der beiden Zirkusfiguren so: „Es ist der Kampf zwischen dem stolzen Kult der Vernunft, der zum anmaßenden Kult des Ästhetizismus wird, und dem Instinkt, der Freiheit des Triebes.“ Fellini wusste ganz persönlich um die zwei Gesichter des Clowns. Er selbst zog als Zehnjähriger mit dem Zirkus des Clowns Pierino umher, im Krieg schloss er sich als Sketch-Schreiber einer Schauspielertruppe an und schrieb Gags für Komiker.

  • Krusty, der Clown

    iStock/ powerofforever

    In der TV-Serie „Die Simpsons“ tritt mit Krusty, dem Clown, eine Clownsfigur mit extrem zweifelhafter Moral auf. Zigaretten-, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Sexexzesse und Glücksspiel gehören zu seinen Gepflogenheiten, was seiner Geltungssucht in der Öffentlichkeit in die Quere kommt. „Krusty, der mit bürgerlichem Namen Herschel Krustofski heißt, ist eine gespaltene Figur: Abseits der Kamera und seiner Rolle als gut gelaunter Kinderheld ist er miesepetrig, depressiv und bisweilen aggressiv – was angesichts seiner unglücklichen Kindheit und gescheiterten Ehen nicht verwundert.

  • Es

    imago/ United Archives

    Der wahrscheinlich angsteinflößendste Clown-Charakter ist Pennywise aus dem Roman von Stephen King und gleichnamigem Horror-Film „Es“. Das namenlose Monster tritt in Gestalt der größten Angst der Person auf, die Es überfällt, quält, ermordet und frisst. Meist aber nimmt die Romanfigur den Charakter des Clowns Pennywise mit buntem Kostüm und Luftballons an, weil sich Kinder so zu ihm hingezogen fühlen.

  • John Wayne Gacy

    imago/ Entertainment Pictures

    Als „Pogo der Clown“ trieb Serienmörder John Wayne Gacy in den 1970er Jahren sein Unwesen in den USA. Der als Killer-Clown bekannt gewordene Pädophile trat im selbstgenähten Kostüm bei Straßenfesten auf und suchte sich dort seine jungen Opfer. Wegen Vergewaltigung und Tötung von 33 Jungen und jungen Männern wurde er offiziell 21 Mal zu lebenslanger Haft und zwölf Mal zum Tode verurteilt. Die Geschichte kam 2003 als Psychothriller mit dem Titel „Gacy“ in die Kinos.

  • Angst vor Clowns

    iStock/ tobkatrina

    Dank Pogo und Pennywise scheint es also nicht verwunderlich, dass manche Menschen eine krankhafte Angst vor Clowns, die so genannte Coulrophobie, entwickeln. Eine Studie der Universität im englischen Sheffield befragte 250 Kinder im Alter zwischen vier und 16 Jahren. Das Ergebnis: Keines fand die Clownsbilder im Krankenhaus lustig, stattdessen fürchteten sich auffallend viele davor. Diese kindliche Angst liegt der Studie zufolge im unbekannten Aussehen und Auftreten der Clowns begründet. Bei Erwachsenen hat die Angst meist mit der Maskierung und dem ungewöhnlichen Verhalten der Clowns zu tun, was Unsicherheiten auslöst.

  • Clowndoktor

    iStock/ petruzurek

    Entgegen aller Schreckensgespenster werden Clowns auch immer beliebter im Umgang mit kranken und benachteiligten Menschen. Als Clowndoktoren oder „CliniClowns“ treten die maskierten Spaßmacher in Krankenhäusern und in Kinderheimen auf, um Kinder zum Lachen zu bringen. Für die international tätige Organisation „Clowns ohne Grenzen“ reisen sie ehrenamtlich in Krisengebiete, um dort für die Menschen zu spielen und Workshops zu geben.

  • Oleg Popow

    imago/ Dünhölter SportPresseFoto

    Der 84-jährige Oleg Popow ist wohl der berühmteste Clown der heutigen Zeit. In beinahe 60 Jahren Zirkuskarriere hat er es zu größten Ehren gebracht. In einem Interview mit der Berliner Zeitung wirkte er 2001 allerdings beinahe wehmütig. "Eine gute Clownsnummer braucht manchmal Jahre, bis sie ausgereift ist", sagte er. "Es ist wie mit einem Diamanten: Man muss ihn so lange schleifen, bis er in seiner vollen Pracht erstrahlt." Deswegen könne er sich auch mit der Schwemme von Comedy-Shows im Fernsehen nicht so recht anfreunden: "Die haben da gar keine Zeit mehr, lange über etwas nachzudenken. Sie müssen jeden Tag neue Pointen, neue Gags haben, und das merkt man dann auch."

  • Zirkus

    imago/GlobalImages

    Doch trotz Fernsehen, Blödelshows und Computerspielen glaube Oleg Popow an die Zukunft des Zirkus. Schon wegen der Kinder: "Die sehen hier manchmal zum ersten Mal bewusst eine Taube oder ein Pferd aus der Nähe oder meinetwegen auch nur eine Ente. Und es ist, als ob sie im Zirkus eine ganz neue Welt für sich entdecken", erzählte der berühmteste Clown der Welt im BZ-Interview.

Der Clown ist eine schillernde Persönlichkeit: Während er auf der Bühne die Menschen zum Lachen bringt, schwankt sein Charakter unter der bunten Maske oft von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Eine Bildergalerie über lustige und traurige Clowns, arme Hofnarren, Serienmörder und Krusty.

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