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Gesundheits-Samen

Chia-Samen: Was verbirgt sich hinter dem Wunder-Saatgut?

Chia-Samen: Was verbirgt sich hinter dem Wunder-Saatgut?

Sie liegen im Trend und sind heiß begehrt: Chia-Samen dürfen bei ernährungsbewussten Menschen nicht fehlen. Die feinen Kerne haben den Ruf, wahre Wunderwaffen der Gesundheit zu sein. Sie sollen nicht nur die Leistungsfähigkeit erhöhen, sondern auch das Herz-Kreislauf-System stärken.
  • Chia-Samen

    iStock/AnjelaGR

    Bei der Trendpflanze handelt es sich um das mexikanische Chia. Chian bedeutet „ölig“ und kommt aus der Nahuatl-Sprache, die vom Stamm der Azteken verwendet wurde. Das bräunliche Saatgut erobert derzeit auch den hiesigen Gesundheitsmarkt und wird besonders in den Medien als ultragesundes Nahrungsmittel – als Superfood – angepriesen. Welt der Wunder verrät, was wirklich hinter dem vermeintlichen Alleskönner steckt.

  • Karte von Mittelamerika

    iStock/PeterHermesFurian

    Mexikanisches Chia gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler und zur Gattung der Salbeipflanzen. Diese Pflanzenart erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 1,75 Meter. Die Blütenblätter sind kelchförmig und entwickeln eine blaue bis violette Farbe. Auf dem europäischen Markt erst entdeckt, sind die weißen oder schwarzen Samen vor allem in Mittelamerika bereits seit tausenden Jahren sehr bekannt.

  • Mittelamerikaner

    imago/blickwinkel

    Chia-Samen waren für das Volk der Maya und Azteken von größter Bedeutung und zählten zu ihren Grundnahrungsmitteln. Das Saatgut galt als sattmachend – vor allem die Dienstboten, die ständig in Bewegung waren, nutzten die rohen und getrockneten Samen als Energiespender. Bereits im 15. Jahrhundert wurde die beliebte Pflanze durch spanische Seefahrer zum ersten Mal nach Europa gebracht. Doch erst in den vergangenen Jahren entwickelte sich ein wahrer Chia-Boom.

  • Chia-Samen auf Brot

    iStock/Heike Rau

    Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erlaubte 2009 den Verkauf von Teigwaren mit fünf Prozent Chia-Samen. 2013 erhöhte sich der Anteil auf zehn Prozent, da der Verzehr dieser Menge auch noch als unbedenklich galt. Chia-Samen sind zwar nicht lebensgefährlich, können jedoch bei übermäßigem Verzehr zu Verstopfungen und starken Blähungen führen. In Reformhäusern sind die Trendsetter leicht erhältlich. Die Verpackung muss den Verbraucher jedoch darauf hinweisen, dass die Dosis von 15 Gramm pro Tag nicht überschritten werden sollte. Laut aktuellen Studien, gilt diese Menge als gesundheitlich unbedenklich. Doch wie lassen sich die Samen zubereiten und weshalb gelten sie – trotz empfohlener geringer Aufnahme – als gesund?

  • Chia-Samen im Smoothie

    imago/Westend61

    Die mexikanische Salbeipflanze ist vielseitig einsetzbar. Sowohl in Smoothies als auch in Müsli oder Eis findet die besondere Zutat der Maya und Azteken Verwendung – sei es in roher oder gerösteter Form. Eine weitere Zubereitungsmöglichkeit stellen Backwaren dar. Mit Wasser, Soja- oder Mandelmilch aufgegossen, entsteht ein Gelee, welches beim Backen die Eier ersetzt. Die Pflanze fungiert als pflanzliches Bindemittel und ist dadurch besonders bei Veganern beliebt.

  • Chia Fresca

    iStock/chokja

    Daneben gibt es noch das beliebte mexikanische Getränk Chia Fresca. Die Samen quellen durch die Zugabe von Wasser, Limettensaft und Zucker auf – es entsteht ein dickflüssiger Drink. Anstelle von Limetten und Zucker, kann auch Zitronen- und Agavendicksaft verwendet werden. Das erfrischende Getränk ist aufgrund seiner vitalisierenden Wirkung speziell bei Ausdauersportlern sehr gefragt.

  • Fische

    iStock/NinaMarya

    Die Zubereitungsmöglichkeiten der Chia-Samen sind genauso zahlreich, wie die vielen positiven gesundheitlichen Auswirkungen, die das Gewächs hat. Das Lippenblütengewächs besteht zu 30 Prozent aus Fett. Einen großen Anteil davon stellen Omega-3-Fettsäuren dar. Diese werden häufig über die Aufnahme von Fisch zugeführt und sind für den Menschen lebensnotwendig. Funktionen, wie beispielsweise die Bildung körpereigener Abwehrzellen oder die Produktion von Hormonen, wäre ohne diese Fettsäuren nicht möglich.

  • Chia-Samen in Kelle

    iStock/Heike Rau

    Doch Chia kann noch mehr: Neben Kalzium und Eisen, enthält das Saatgut auch Antioxidantien. Diese Stoffe schützen Körperzellen, indem sie freie Radikale einfangen. Gleichzeitig sorgen noch andere Inhaltsstoffe für weitere positive Auswirkungen. Der hohe Ballaststoffanteil sorgt beispielsweise für ein anhaltendes Sättigungsgefühl und für eine bessere Verdauung. Zudem soll sich Chia positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken, da Kohlenhydrate langsamer zu Zucker verarbeitet werden. Somit wird die Energie aus der Nahrung langsamer freigesetzt und die Ausdauer wird gesteigert.

  • Tränendes Auge

    iStock/YanLev

    Neben den vielen positiven Aspekten, können auch Nebenwirkungen eintreten. Bei dem Verzehr einer zu großen Menge an aufgequollenem Chia kann es zu Verstopfungen und Blähungen kommen. Die Samen nehmen im Magen weiter an Größe zu und entziehen dem Darm dadurch notwendige Flüssigkeit für den Verdauungsprozess. In seltenen Fällen können sogar allergische Reaktionen auftreten. Typisch sind Hautausschläge und tränende Augen. Aufgrund dieser negativen Auswirkungen sollte man nicht mehr als 15 Gramm am Tag verzehren.

  • Nüsse

    iStock/olvas

    Des Weiteren ist vor allem bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, Vorsicht geboten: Die Salbeipflanze wirkt wie ein natürlicher Blutverdünner. Der Verzehr sollte demnach bei Menschen, die solche Medikamente einnehmen, zuvor mit dem Arzt abgesprochen werden. Ein weiterer Minuspunkt der aztekischen Pflanze ist der Preis, der mit durchschnittlich 40 Euro pro Kilo sehr kostspielig ist. Eine billigere Alternative findet sich in verschiedensten Nüssen, Rapsöl und Leinsamen wieder. Diese regionalen Produkte besitzen eine ähnliche Fettzusammensetzung wie die Wundersamen, sind jedoch deutlich preisgünstiger.

  • Frau denkt nach

    iStock/Mckyartstudio

    Es existieren erst wenige wissenschaftliche Studien, die sich mit den tatsächlichen Auswirkungen der Chia-Samen auf den menschlichen Körper beschäftigen. Jedoch steht außer Frage, dass die Pflanze der Azteken und Maya sehr viele gesunde Inhaltsstoffe enthält, sie lange satt hält und besonders vielseitig einsetzbar ist. Jedoch sollten sich besonders Menschen mit Verdauungs- und Blutbildproblemen zunächst beraten lassen, ob eine Aufnahme der Samen für sie gesundheitlich ungefährlich ist.

Ihnen eilt ein guter Ruf voraus: Chiasamen sind in aller Munde und werden für ihre gesundheitsfördernde Wirkung gefeiert. Doch es gibt auch eine Kehrseite.

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