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Berühmte Spione: Die Geheimagenten der Großmächte

Berühmte Spione: Die Geheimagenten der Großmächte

Spione gibt es seit der Antike. Mit Geheimschriften, Undercover-Boten und versteckten Nachrichten experimentierten bereits die Herrscher im Alten Rom, in Ägypten oder Persien. Doch erst im 20. Jahrhundert kam die Zeit der Meisterspione. Zehn Menschen, die mit ihrem Doppelleben Geschichte schrieben.
  • Mata Hari

    Imago/Leemage

    Zahlreiche Legenden ranken sich um Mata Hari, die wohl berühmteste Spionin aller Zeiten. Die niederländische Striptease-Tänzerin, die mit bürgerlichem Namen Margaretha Geertruida Zelle hieß, stand vor und während dem Ersten Weltkrieg im Rampenlicht des Pariser Nachtlebens. Ihre wahre Herkunft verschleierte sie - stattdessen inszenierte sie sich selbst als schillernde Exzentrikerin mit indischen Wurzeln.

  • Matat Hari

    Imago/Leemage

    Neben ihrer Künstlertätigkeit arbeitete Mata Hari als Undercover-Agentin für den deutschen Geheimdienst. Da sie mit zahlreichen hochrangingen Politikern und Offizieren verkehrte, schien sie eine ideale Besetzung. Besonders erfolgreich war sie nicht: Bis heute ist unklar, wie viele vertrauliche Informationen sie tatsächlich weitergab. Möglicherweise nahm Mata Hari auch nur Geld an, um ihre Schulden zu tilgen, und verriet keine Geheimnisse.

  • Mata Hari

    Imago/Leemage

    1917 wurde ihr der Prozess gemacht. Trotz dürftiger Beweislage wurde die Tänzerin hingerichtet - vermutlich auch, um in Kriegszeiten gegenüber Bevölkerung ein Zeichen zu setzen.

  • Thomas E. Lawrence

    Imago/United Archives International

    Der begeisterte Archäologe und Arabienforscher Thomas E. Lawrence, dessen Geschichte in dem Kinoerfolg „Lawrence von Arabien“ verfilmt wurde, wurde bereits zu Lebzeiten als Held gefeiert. Er arbeitete während des Ersten Weltkriegs als Geheimagent für den britischen Nachrichtendienst. Großbritannien unterstützte damals die aufständischen Bestrebungen Arabiens. Lawrence setzte sich während seiner Tätigkeit vehement für dessen Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich ein. Er hatte äußerst gute Beziehungen zu Faisal I., dem Sohn des Emirs von Mekka, und konnte die eigentlich schwächeren arabischen Stämme tatsächlich zu einem Sieg führen.

  • Thomas E. Lawrence

    Imago/Leemage

    Doch kaum war der Krieg vorüber, offenbarte Großbritannien seine wahre Absicht: Nicht ein unabhängiges Arabien sollte unterstützt werden, sondern eigene Ansprüche wurden geltend gemacht. Thomas E. Lawrence zog sich, von schlechtem Gewissen gegenüber seinen arabischen Freunden geplagt, aus dem Geschehen zurück. Er starb 1935 in England.

  • Rainer Rupp

    Imago/imagebroker_Rosseforp

    Noch während seines Studiums in Mainz wurde der 23-jährige Rainer Rupp von Stasi-Mitarbeitern als Geheimagent angeworben - als „Kundschafter des Friedens“, wie Spione in der DDR genannt wurden. Unter dem Decknamen „Topas“, nach dem gleichnamigen Agententhriller von Alfred Hitchcock, lieferte er ab 1969 hochbrisante Informationen an die DDR - unter anderem aus dem Hauptquartier der NATO. Damit gehörte er zu den wichtigsten und gefährlichsten Agenten, die zu dieser Zeit im Einsatz waren.

  • Rainer Rupp

    Imago/bonn-sequenz

    Rupp hatte Zugang zu zahlreichen politischen und militärstrategischen Dokumenten, die für den Osten von unschätzbarem Wert waren. Doch möglicherweise profitierte auch der Westen von seiner Spionagetätigkeit: Rupps Informationen offenbarten der Sowjetunion, dass aus dem Westen kein unmittelbarer nuklearer Angriff zu erwarten war. In seinen Augen hatte dies dazu beigetragen, dass es damals nicht zu einem Atomkrieg kam.

  • Klaus Fuchs

    Imago/ZUMA/Keystone

    Das „Manhattan-Projekt“, mit dem die Amerikaner den Bau eine Atombombe vorantreiben wollten, hatte gerade erst begonnen. Klaus Fuchs, ein junger und vielversprechender Mann, sollte das Team im Forschungszentrum Los Alamos unterstützten. Niemand ahnte, dass hinter dem ehrgeizigen und hochbegabten Physiker ein Schnüffler steckte. Dieser lieferte die streng geheimen Baupläne an die Sowjetunion aus - und verschaffte den Ostmächten damit einen gewaltigen Vorsprung im Rüstungswettstreit.

  • Verhaftung von Klaus Fuchs

    Imago/ZUMA/Keystone

    1949 wurde Fuchs enttarnt und zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Er kam jedoch vorzeitig frei und lebte von da an in der DDR, wo ihm wegen seiner „Gesinnungstreue“ Ruhm und Ehre zuteil wurden. Für seine Verdienste wurde er sogar mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Der „Atomspion“ starb 1988.

  • Willy Brandt und Günter Guillaume

    Imago/RUST

    Er war einer der engsten Vertrauten Willy Brandts: Günter Guillaume. Der angebliche Zonenflüchtling und SPD-Funktionär wurde im Lauf der Jahre nicht nur zum persönlichen Referenten, sondern auch zu einem privaten Freund des Kanzlers. Umso schockierender und enttäuschender war für ihn die Tatsache, dass hinter dem Mann, der immer an seiner Seite war, eigentlich ein Stasi-Spion steckte.

  • Willy Brandt und Günter Guillaume

    Imago/Sven Simon

    Günter Guillaume, 1927 geboren, begann Anfang der fünfziger Jahre, für die Stasi zu arbeiten. Seine Frau Christel war ebenfalls Agentin. Beide engagierten sich sehr stark in der SPD, wodurch Guillaume ein rascher parteiinterner Aufstieg möglich wurde. In seiner Zeit an der Seite des Kanzlers konnte er zahlreiche geheime Informationen an die DDR weiterleiten. Die Guillaume-Affäre, der größte Spionageskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte, war der Auslöser für Willy Brandts Rücktritt 1974.

  • telefonierende Frau

    Imago/Steinach

    Nach ihrer Promotion im frühen zwanzigsten Jahrhundert reiste die junge Elsbeth Schragmüller nach Brüssel, wo sie den Generalgouverneur von der Goltz traf. Dieser legte den Grundstein für eine Karriere der ehrgeizigen Frau beim deutschen Geheimdienst: Elsbeth Schragmüller wertete zunächst beschlagnahmte Briefe aus, um dann während des Krieges mehrere Jahre in der Kriegsnachrichtensammelstelle zu arbeiten. Historiker glauben, dass sie auch Kontakte zu Mata Hari besaß. Warum sich „Mademoiselle Docteur“ später zurückzog und auch ihre berufliche Laufbahn aufgab, ist nicht bekannt. Ihre Geschichte jedoch entwickelte sich zum Stoff für zahlreiche Romane, Theaterstücke und Filme.

  • Geiselaustausch 1962

    Imago/ZUMA/Keystone

    Am zehnten Februar 1962 schritten zwei Männer über die Glienicker Brücke, die damals West-Berlin mit Potsdam verband: Gary Francis Powers, CIA-Spion, und Rudolf Iwanowitsch Abel, KGB-Agent - in jeweils verschiedene Richtungen. Die beiden Geheimdienstler wurden damals gegeneinander ausgetauscht. Rudolf Abel saß zuvor im Gefängnis von Atlanta. Dem unauffälligen Russen war es gelungen, in den USA einen Spionagering von gigantischem Ausmaß zu entwickeln - getarnt als Künstler Emil Goldfus und unter zahlreichen weiteren Pseudonymen.

  • Grenzübergang Glienicker Brücke

    Imago/Heiko Feddersen

    Abel war einer der besten Spione der Sowjetunion: Unter anderem hatte er direkte Kontakte zu einem Mitarbeiter des Manhattan-Projekts, der ihm geheime Atomwaffen-Informationen lieferte. Nach seiner Enttarnung wurde er zu dreißig Jahren Haft verurteilt - bis zum berühmten Austausch auf der Glienicker Brücke.

  • Richard Sorge

    Imago/United Archives International

    Wie entscheidend das Wissen eines Spions für den Verlauf der Geschichte sein kann, zeigt der Fall Richard Sorge. Der in Deutschland aufgewachsene Russe hatte schon früh mit dem Kommunismus sympathisiert und arbeitete während des Zweiten Weltkriegs für den sowjetischen Geheimdienst in Japan. Dort erfuhr er, dass Japan nicht plante, die UdSSR anzugreifen - eine Information von unschätzbarem Wert. Denn nun konnte Stalin seine Truppen im Westen verstärken und die einmarschierenden Deutschen aufhalten.

  • Richard Sorge

    Imago/ZUMA/Keystone

    Seine Rolle als deutscher Journalist in Japan spielte Sorge durchaus überzeugend: Der Lebemann galt als charmant und kommunikativ, das Gegenteil eines zurückgezogenen Spiones. Nach seiner Enttarnung wurde er 1944 in Japan gehenkt. Die UdSSR verlieh ihm posthum den Titel „Held der Sowjetunion“.

  • Wolfgang Lotz

    Imago/ZUMA/Keystone

    Der Spitzname „Champagnerspion“ beschrieb Wolfgang Lotz durchaus treffend: Während seiner Spionagetätigkeit für den israelischen Geheimdienst in Ägypten ließ der Agent es nämlich so richtig krachen. Er führte ein ausschweifendes Leben, umgab sich mit hochrangigen Persönlichkeiten - und niemand kam auf die Idee, dass der angebliche Millionär nach seinen Partys geheime Informationen an den Mossad übermittelte. In seine Rolle fügte sich Wolfgang Lotz derart gut ein, dass er sogar ein zweites Mal heiratete. Seine erste Frau und sein Sohn Oded ahnten von diesem Treiben nichts.

  • Wolfgang Lotz

    Imago/ZUMA/Keystone

    Nachdem der „Champagnerspion“ entdeckt wurde, drohte ihm lebenslange Haft. Doch über einen Gefangengenaustausch kam er frei. Mit seinem ausschweifenden Leben war es allerdings vorbei - und auch seine Familie in Israel wandte sich enttäuscht von ihm ab. Wolfgang Lotz starb 1993 in Deutschland.

  • George Blake

    Imago/ZUMA/Keystone

    George Blake war ein Doppelagent: Ursprünglich arbeitete er für den britischen Geheimdienst, doch nach seinen Erfahrungen im Korea-Krieg wurde er zum Kommunisten. Von da an lieferte Blake heimlich Informationen an den KGB. Unter anderem verriet er die „Operation Gold“, bei der die Briten gemeinsam mit der CIA einen Tunnel zum sowjetisch besetzten Sektor in Berlin graben wollten, um dort unterirdische Telefonleitungen anzuzapfen. Acht Monate mühevolle Grabung wurden damit praktisch wertlos - und von der Sowjetunion als willkommene Propaganda ausgeschlachtet.

  • George Blake

    Imago/United Archives International

    George Blake wurde in Großbritannien verhaftet, doch einige Jahre später gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Heute lebt er in Moskau und hält Vorträge zum Thema Spionage.