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Aufstieg und Fall: Die größten Mafiabosse der Geschichte

Aufstieg und Fall: Die größten Mafiabosse der Geschichte

“El Chapo” Guzmán ist der bekannteste Drogenboss der Welt. Vor einem Jahr gelang ihm die spektakuläre Flucht durch einen Tunnel des Hochsicherheitsgefängnisses Altiplano. Nun soll er an die USA ausgeliefert werden. Welt der Wunder präsentiert die spannendsten Fälle einflussreicher Mafiabosse.
  • Joaquín Guzmán Loera

    Imago/Xinhua

    Er war Mexikos meistgesuchter Krimineller: Joaquín Guzmán Loera, auch bekannt als „El Chapo“. Der Spitzname bedeutet „der Kleine“ und bezieht sich auf seine Körpergröße. Der Drogenboss ist der oberste Chef des Sinaloa-Kartells, das Drogenhandel, Geldwäsche und Menschenhandel betreibt. Bereits zwei Mal gelang ihm die Flucht aus Hochsicherheitsgefängnissen. Bei seinem ersten Ausbruch soll er in einem Wäschecontainer entkommen sein. Bei der zweiten Flucht im Juni 2015 entwischte er durch einen langen Tunnel, der ihn direkt aus seiner Dusche in die Freiheit führte. Allerdings war diese nur von kurzer Dauer. Ein halbes Jahr später, im Januar 2016, saß „El Chapo“ wieder im Gefängnis. Das mexikanische Außenministerium hat inzwischen seiner Auslieferung in die USA zugestimmt – da dagegen haben allerdings Guzmáns Anwälte Einspruch eingelegt. Ob und wann dem Drogenboss in den USA der Prozess gemacht wird, ist also weiterhin offen.

  • James „Whitey

    Imago/ZUMA Press

    Ein Leben auf der Flucht: Der mittlerweile 86-jährige Kriminelle James „Whitey" Bulger versteckte sich 16 Jahre lang vor der Polizei. Am 22. Juni 2011 wurde er endlich entdeckt und festgenommen. Es grenzte fast an ein Wunder, dass er und seine Lebensgefährtin Catherine Greig nicht schon viel früher ans FBI verraten wurden. Auf Bulger stand ein Kopfgeld von zwei Millionen US-Dollar, Informationen zu Greig waren mit 100.000 Dollar dotiert. Dann gelang der Polizei der Zugriff über einen Schönheitssalon, in dem die 60-jährige Freundin des Gangsterbosses sich regelmäßig aufhielt. James Bulger werden insgesamt 19 Morde vorgeworfen, außerdem soll er als Kopf einer landesweiten Verbrecherbrande fungiert haben.

  • Al Capone

    Imago/Leemage

    Einer der bekanntesten Bosse der Mafia war Al Capone: 1899 geboren, gelangte er während der Zeit der Prohibition schnell zu absoluter Macht. Im Chicago der zwanziger und dreißiger Jahre baute er sich ein militärisch straff organisiertes Imperium auf, bestach Richter und Politiker und hatte aufgrund seiner exzellenten Beziehungen zur Polizei kaum Strafen zu fürchten. Trotz seiner Verbrechen gelang es der Staatsanwaltschaft nie, Al Capone wegen eines Auftragsmordes anzuklagen. Obwohl er jahrelang mit Alkohol und Waffen gehandelt hatte, musste er letztlich nur wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Al Capone starb 1947 im Kreise seiner Familie an einer Lungenentzündung.

  • Auftragskiller

    Imago/mm images/Neudert

    Wie wäre wohl eine Begegnung zwischen Al Capone und Muskel-Adolf (Symbolbild) abgelaufen? Gut, die beiden Gangsterbosse trennte zwar der Atlantik, und sicherlich klingt "Muskel-Adolf" im Vergleich zum vollmundigen Namen Al Capone wie der eines Jahrmarkt-Burschen. Doch in puncto krimineller Organisationskunst und Brutalität hätten sie sich kaum etwas geschenkt. Im Schatten der großen Mafia-Päpste wie Scarface in den USA entwickelten sich im Berlin der Nachkriegszeit mit so genannten Ringvereinen Verbrecherorganisationen, die Polizei und Justiz an den Rand der Verzweiflung brachten. Vereins-Bosse wie Muskel-Adolf, Juwelen-Maxe und Pistolen-Manne regierten die Straßen der verarmten Hauptstadt mit Gewalt. Gesetze wurden missachtet. Die Polizei war nur Zaungast. Das wirtschaftliche Chaos der zwanziger Jahre war ein perfekter Nährboden für kriminelle Geschäfte. Diese stützten sich vor allem auf Schutzgeldzahlungen, Diebstahl und Zuhälterei.

  • Gefängnisgitter

    Imago/Steinach

    Nur wer mindestens zwei Jahre Zuchthaus auf dem Buckel hatte, wurde in die straff organisierten Syndikate aufgenommen. Trotzdem wurde Wert auf "anständige" Ganoven gelegt. Mörder und Sexualstraftäter waren unerwünscht. Die wichtigste Regel lautete: Schnauze halten. Dafür versorgten sich die Mafia-Mitglieder mit Alibis. Wenn es hart auf hart kam, nahm man schon mal die Konsequenzen einer Falschaussage in Kauf. Loyalität wurde groß geschrieben, Schlüsselfiguren im Netzwerk wurden gedeckt. Auch wenn die "Arbeiter" dafür ein paar Tage Knast aufgebrummt bekamen, wurden sie aufgrund mangelnder Beweise meist wieder laufen gelassen. Selbst die größte Massenschlägerei, die Berlin je gesehen hatte, blieb für die rivalisierenden Banden ohne Folgen. Viele der Augenzeugen konnten sich plötzlich einfach an nichts mehr erinnern. Dieses System aus Treue und Gewalt zerbrach erst an einer noch viel brutaleren Herrschaft, die bald schon ganz Europa heimsuchen sollte...

  • Pablo Escobar

    Imago/ZUMA Press

    Sein Fall ist einzigartig in der Kriminalgeschichte: Pablo Escobar wurde durch industrialisierten Drogenschmuggel zu einem der reichsten Männer der Welt. Als zentrale Person des internationalen Drogenhandels vertrieb er Kokain in die gesamten Vereinigten Staaten. Sein geschätztes Vermögen belief sich auf fünf Milliarden Dollar. Durch seine finanziellen Mittel verschaffte sich Pablo Escobar politische Akzeptanz und weltweite Popularität. Gleichzeitig ist er vermutlich der mächtigste, gefährlichste und brutalste Drogenbaron, der je gelebt hat. Unzählige Morde soll er in Auftrag gegeben haben, wobei er – um potenzielle Gegner abzuschrecken – seine Feinde sogar mit der Kettensäge umbringen ließ. George H. W. Bush erklärte Pablo Escobar während seiner Amtszeit zum Staatsfeind Nummer eins.

  • John Gotti

    Imago/UPI Photo

    John Gotti gilt nach Al Capone als berühmtester Mafiosi der USA. 1940 geboren, wurde er schnell zu einem skrupellosen Gangster. Durch zahlreiche Einbrüche in die Lagerhallen des New Yorker JFK-Flughafens gelang es ihm, zum Oberhaupt der Gambino-Familie aufzusteigen, einem der einflussreichsten Mafia-Clans. Aufgrund seines eleganten Auftretens in der Öffentlichkeit nannte man ihn "Dapper Don", was etwa "der elegant gekleidete Don" bedeutet. John Gotti wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, blieb aber formales Oberhaupt der Gambino-Familie. 2002 starb er in Haft an Krebs.

  • Roulette

    Imago/McPHOTO

    Meyer Lansky, eigentlich Maier Suchowljansky, wurde 1902 in Weißrussland geboren und emigrierte 1911 nach New York. Der jüdisch-stämmige Mafiosi galt als der wichtigste Kopf der Kosher Nostro, der jüdischen Mafia. Mit Glückspiel und Alkoholhandel gelangte er zu viel Geld und Macht. Unter Gangstern hatte er den Ehrennamen "Honest Meyer", da es niemandem gelang, ihn gerichtlich für eine Tat zu belangen. 1983 starb er als freier Mann an einem Herzschlag.

  • Bernardo Provenzano

    Imago/Milestone Media

    Bernardo Provenzano wurde 1933 geboren und soll Chef der Corleonesi, der führenden Mafiafamilie Siziliens, gewesen sein. Fünfzig Morde werden ihm zur Last gelegt, unter anderem der an Michele Cavataio, einem der Hauptverantwortlichen des ersten Mafiakriegs im Jahre 1962. Am 11. April 2006 wurde er von der "Polizia di Stato" in der Nähe von Corleone festgenommen. 2012 sorgte er mit einem angeblichen Selbstmordversuch für Schlagzeilen, als er sich eines Nachts eine enge Plastiktüte über den Kopf zog.

  • Szene aus „Der Pate

    Imago/United Archives

    Der Mafia-Unterboss Carmen Salvatore DiNunzio (Bild: Szene aus dem Film „Der Pate“), auch bekannt als "Fat Bastard" oder "Big Cheese", wurde 2006 wegen Korruption und organisiertem Glückspiel verhaftet. Bekannt wurde der Bostoner Gangster für seine rauen Methoden beim Eintreiben von Schulden. Im September 2009 wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt.

  • Polizei

    iStock/Gennaro Leonardi

    Nach zwanzigjähriger Fahndung konnte die italienische Polizei das Oberhaupt der kalabrischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta, Pasquale Condello, verhaften. Der auch als "Il Supremo" bekannte Condello war seit Ende der achtziger Jahre auf der Flucht. Nach ihm wurde unter anderem wegen Mord, Erpressung und illegalem Waffenbesitz gefahndet. Er stand auf der Liste der dreißig meistgesuchten Mafiosi Italiens. Der damals 57-Jährige wurde 2006 in einem Wohnhaus in Reggio Calabria von den Ermittlern überrascht und sitzt seither in Haft.

  • Carlo Gambino

    Imago/ZUMA Press

    Carlo Gambino wurde 1902 geboren und bereits an seinem 19. Geburtstag in die "ehrenwerte" Gesellschaft der Mafia eingeladen. Als Vollblut-Italiener wurde er zum Chef einer der fünf Cosa Nostra Mafiafamilien, der Gambino-Familie, und zu einem der bekanntesten Mafiosi New Yorks. 1976 starb er eines natürlichen Todes. Carlo Gambino diente Francis Ford Coppola als Vorbild für die Romanverfilmung von "Der Pate".

  • Lucky Luciano

    Imago/United Archives

    Lucky Luciano gilt als einer der größten amerikanischen Verbrecher des zwanzigsten Jahrhunderts. 1896 geboren, wurde er nach zahlreichen Raubzügen und Auftragsmorden zum Fahrer und Leibwächter des Mafiagangsters Joe Masseria. Luciano ließ Masseria und ein weiteres ranghohes Mafiamitglied, Salvatore Maranzano, allerdings später töten - um selbst an die Spitze zu kommen. 1962 starb er an einem Herzinfarkt, am Flughafen von Neapel, als er seine Biografien abholen wollte.

  • Francesco Castiglia

    Imago/United Archives International

    Francesco Castiglia, bekannt als Frank Costello, wurde 1891 in Kalabrien geboren. Als Oberhaupt der New Yorker Mafia war sein Einfluss so groß, dass er auch "Premierminister" genannt wurde. Bereits mit dreizehn Jahren wurde er Mitglied der berühmten Five Points Gang, der auch Lucky Luciano angehörte, und arbeitete sich durch Raub, Erpressung und Zuhälterei hoch. Costello besaß unter anderem einige Casinos in Las Vegas, etwa das Copacabana, in dem auch Frank Sinatra auftrat. Nachdem er einige Attentate auf seine Person überlebte - unter anderem durch seinen Rivalen Vito Genovese, starb er 1973 an einem Herzanfall.

  • Vito Genovese

    Imago/United Archives International

    Vito Genovese wurde 1897 bei Neapel geboren und war das Oberhaupt der nach ihm benannten Genovese-Familie. Er war nicht nur ein Funktionär der Mafia, sondern ab 1937 auch ein Freund des Diktators Benito Mussolini. Vito Genovese regelte die Drogenlieferungen an Mussolinis Außenminister und Schwiegersohn Graf Ciano. Um zum "Boss aller Bosse" zu werden, tötete er Verbündete des damaligen Paten der Luciano-Familie, Frank Costello. Darüber hinaus beseitigte er alle Zeugen, die gegen ihn wegen Mordes aussagten, und auch sonst jeden, der ihm in die Quere kam. 1969 starb Vito in Haft, nachdem er von Meyer Lansky und Lucky Luciano verraten wurde.

  • Roberto Saviano

    Imago/Christian Thiel

    Wer glaubt, die Mafia sei längst Geschichte, irrt gewaltig: Laut Aussagen einiger Experten ist sie heute einflussreicher denn je zuvor. Einblicke in die mafiösen Strukturen gab beispielsweise 2006 der italienische Schriftsteller (Bild) in seinem viel beachteten Buch "Gomorrha", das 2008 auch verfilmt wurde. Seit 2014 wird die gleichnamige Fernsehserie ausgestrahlt. Bereits nach kurzer Zeit war das Buch ein Bestseller und ließ die Mafia auf ihn aufmerksam werden. Nach mehreren Morddrohungen ist er nun gezwungen, an einem geheimen Ort zu leben – außerhalb Italiens. Dabei wird er so streng bewacht, dass ein normales Leben für ihn nicht mehr möglich ist. Lediglich zu seiner Familie hält er noch Kontakt.

Morde, Drogenschmuggel und Menschenhandel gehören zum Alltag der Mafiabosse. Viele von ihnen agieren Jahrzehnte lang ohne von der Polizei geschnappt zu werden. Welt der Wunder erzählt die Geschichte der einflussreichsten Gangster.

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