weltderwunder.tv

INHALTE

FOLGEN SIE WELT DER WUNDER

Genussmittel

Alkohol-Kultur – Wie der Mensch auf Hochprozentiges kam

Alkohol-Kultur - Wie der Mensch auf Hochprozentiges kam

Keine Party ohne Alkohol – im Durchschnitt trinkt der Deutsche jährlich eine Badewanne voll mit einem Gemisch aus Bier, Wein, Sekt und Schnaps. Doch wie ist der Mensch einst auf den berauschenden Stoff gekommen? Und wieso macht es so viel Spaß, zu trinken?
  • Silhouette mit Flasche

    Imago Thomas Eisenhut

    Fast bei jedem gesellschaftlichen Anlass ist Alkohol im Spiel: Im Büro stehen die Sektgläser stets im Schrank bereit, auf jeder Hochzeit wird ordentlich gebechert und auf Garten- und Einweihungspartys dürfen ein paar Kästen Bier nicht fehlen. Alkohol ist jedoch nicht nur eine beliebte Partydroge: Auch im kirchlichen Kontext spielt er eine wesentliche Rolle. Beim Abendmahl symbolisiert der Wein seit zwei Jahrtausenden das Blut Christi und ist für die Gläubigen Zeichen spiritueller Kraft. Geschätzt wird Alkohol vor allem wegen seiner Wirkung: Er fördert die lockere Unterhaltung, hebt die Stimmung und regt den Geist an. Doch er ist auch ein Zellgift, das den Körper schädigt und abhängig macht. Wie kam der Mensch überhaupt dazu, Alkohol zu sich zu nehmen? Wie wurde aus einer zufälligen Entdeckung vor Tausenden von Jahren eine Tradition, die sich bis heute fortsetzt?

  • Statue von Baccus

    Istock TonyBaggett

    Vor etwa 8.000 Jahren begannen die Menschen, Wein anzubauen. In der Antike war der Wein wesentlicher Bestandteil der römischen und griechischen Kultur. In beiden wurde er deshalb sogar durch eine eigene Gottheit repräsentiert: Dionysos bei den Griechen und Bacchus bei den Römern. Der gegorene Traubensaft galt lange Zeit als besonders edel, er war sehr teuer und somit ein Privileg der Oberschicht.

  • Statue von Julius Caesar

    Istock Jule Berlin

    Das änderte sich jedoch bei den Römern, die den Weinanbau förderten und somit das beliebte Getränk in großen Mengen herstellen konnten. So kamen auch Menschen der unteren Schichten in den Genuss des edlen Tropfens, und schon bald wusste man auch um die desinfizierende Wirkung des Alkohols. Ein berühmtes Bespiel dafür: Der römische Feldherr und Imperator Gaius Julius Cäsar ließ seine Legionäre täglich zwei Liter Wein trinken – zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten.

  • Hopfen

    Imago alimdi

    Rund 10.000 Jahre ist es her, dass der Mensch begann, sesshaft zu werden und Ackerbau zu betreiben. Dadurch erschloss er sich eine weitere Alkoholquelle: Getreide. Der Vorteil gegenüber dem Weinanbau ist auch noch heute der, dass Getreide billiger ist und auch in einem kühleren Klima gedeiht. Bringt man Getreide zum Gären, entsteht Malz und daraus dann Bier. Als Ausgangsbasis für die Gärung nahm man früher oft auch vergorenen Brotteig. Die Bezeichnung von Bier als flüssiges Brot stammt noch aus dieser Zeit.

  • Arbeiter mit Bier

    Imago imagebroker bergsteiger

    Die alten Ägypter brauten bereits vor 3.500 Jahren ein Dutzend verschiedene Biersorten. In Ägypten war Bier lange Zeit Grundnahrungsmittel, da es billig und nahrhaft war. Man gab es den Pyramiden-Arbeitern, die einen hohen Flüssigkeits- und Kalorienbedarf hatten. Sogar einen Teil ihres Lohns bekamen sie in Bier ausgezahlt. Durch das Getränk wurde die monotone Schwerstarbeit in der glühenden Hitze erträglicher. Bier am Bau war also schon damals üblich.

  • Modell des Artemistempels

    Imago Andreas Neumeier

    Die Griechen tranken Bier bevorzugt bei religiösen Ritualen. Der vergorene Getreidesaft diente dabei oftmals als Seelenöffner: Die Teilnehmer der Rituale sollten über die Wirkung des Bieres eine höhere spirituelle Ebene erlangen. Bier als bewusstseinserweiternde Droge – im berühmten Tempel von Eleusis gab man dem Getränk sogar noch ein Mittel hinzu: den so genannten Mutterkornpilz, eine Vorläufersubstanz von LSD, die aus einem Getreideparasiten gewonnen wurde. Historischen Quellen zufolge soll die Wirkung im wahrsten Sinne umwerfend gewesen sein.

  • Betrunkener Ritter

    Istock fotofrankyat

    Im Mittelalter war Bier hierzulande Durstlöscher Nummer Eins – denn das Trinkwasser war oft verseucht. Wegen der schlechten sanitären Bedingungen in den Städten drohte den Menschen ständig Gefahr, sich über das Trinkwasser Krankheiten und Seuchen einzufangen. Der Alkohol im Bier hingegen wirkte keimabtötend und machte das Getränk haltbar. Die Folge: Im Mittelalter befand sich ein Großteil der Bevölkerung in einem permanenten Rauschzustand.

  • Berauschter Mann auf einem Volksfest

    Imago Stefan M.Prager

    Obwohl er schon so lange Erfahrung mit Alkohol hat, kann der Mensch oft immer noch nicht angemessen mit ihm umgehen: Jährlich sterben über 70.000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Und selbst wenn nicht gleich mit dem Schlimmsten zu rechnen ist: Ärzte warnen bei übermäßigem Alkoholkonsum vor dauerhaften Schädigungen des Gehirns und der inneren Organe sowie vor einem erhöhten Krebsrisiko.

  • Frau mit Bier

    Imago blickwinkel

    Alkohol löst Hemmungen auf. Im Normalzustand sind wir eher kontrolliert und zurückhaltend, denn würden wir unsere Impulse nicht gut kontrollieren, würden wir ständig auf eine Flut von Sinneseindrücken reagieren und könnten nicht funktionieren. Deshalb überwiegt im Gehirn das Prinzip der Hemmung. Doch Alkohol schaltet die hemmenden Gehirnzellen aus – der Mensch fühlt sich plötzlich mutiger und ist anderen Menschen gegenüber viel lockerer als sonst.

  • Mann an einer Bar

    Imago Westend61

    Noch aus einem anderen Grund macht Trinken so viel Spaß: Alkohol stimuliert das Belohnungssystem des Gehirns. Die betreffende Gehirnregion setzt körpereigene Glückshormone frei – der Mensch fühlt sich zufrieden. Der Belohnungsmechanismus kann jedoch zur Falle werden, denn das vorläufige Glücksgefühl wird vom Gehirn gespeichert und der Mensch will mehr ...

  • Gestresste Frau

    Imago Indiapicture

    Fast zwei Millionen Deutsche sind Alkoholiker. Der Reiz des Alkohols besteht für viele in seiner betäubenden Wirkung: Alkohol kann uns unempfindlicher gegen psychischen und sozialen Stress machen. Betroffene versuchen, ihre Angst und Traurigkeit einfach wegzutrinken. Ein großes Risiko, sich mit dem Alkohol zu sehr anzufreunden, bergen zudem regelmäßige gesellschaftliche Großveranstaltungen: Psychologen sind sich sicher, dass soziale Ereignisse wie zum Beispiel Partys oder Betriebsfeiern ohne Alkohol nur sehr schlecht funktionieren würden. Denn eine dichtgedrängte Menschenmenge erzeugt einen immensen sozialen Stress, den der Mensch nur unter einer gewissen Betäubung ertragen kann.

Keine Party ohne Alkohol – im Durchschnitt trinkt der Deutsche jährlich eine Badewanne voll mit einem Gemisch aus Bier, Wein, Sekt und Schnaps. Doch wie ist der Mensch einst auf den berauschenden Stoff gekommen? Und wieso macht Trinken so viel Spaß?

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein:

Abonniere unseren Newsletter

Schön, dass du uns gefunden hast. Du möchtest weitere Nachrichten aus der Welt der Wunder? Dann trag‘ dich hier ein: