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Akte Google – die dunklen Seiten der digitalen Weltmacht

Akte Google – die dunklen Seiten der digitalen Weltmacht

Alles begann mit einer guten Idee: ein Algorithmus, der Suchanfragen im World Wide Web schneller als alle anderen beantwortet. Doch aus der Suchmaschine Google ist längst eine Geldmaschine geworden. Kritiker prangern die Gefahren der Weltmacht Google an. Doch was ist Paranoia, was reale Bedrohung?
  • Gläserne Bürger hinter Google Glass?

    Imago/Cord

    Die ganze Welt googelt. Nicht nur Suchanfragen werden über Google gestellt, das Unternehmen bietet mit Chrome auch einen eigenen Browser, das Betriebssystem Android ist Klassenprimus auf Smartphones. Mit YouTube gehört auch der wichtigste Onlinedienst für bewegte Bilder zum Google-Mutterschiff. Street View-Autos kartographieren die ganze Welt, Projekte wie die Datenbrille Google Glass könnten uns zum gläsernen Bürger machen, da der in die Brille eingebaute Mini-Computer unauffällig die Umgebung des Trägers ausspähen könnte (siehe Bild). Google kauft sich in Unternehmen aus den Bereichen Robotik, Drohnen und Smart Home ein. Nicht nur Verschwörungstheoretikern liegt da eine Frage auf der Zunge: Wo soll das alles hinführen?

  • Ohnmacht gegen die digitale Weltmacht?

    Imago/UPI Photo

    Google ist – egal wie sehr sich Wirtschaft und Politik dagegen zu wehren versuchen – längst zu einer Weltmacht aufgestiegen. Umso drängender stellt sich die Frage: Will das kalifornische Unternehmen die Welt erobern oder einfach nur besser machen? Gilt an der Führungsspitze das ursprüngliche Credo der Google-Macher noch: „Don´t be evil“ (zu Deutsch: "Sei nicht böse")? Im Verhaltenskodex für die Mitarbeiter steht es noch so geschrieben, doch der Aufsichtsratsvorsitzende Eric Schmidt nennt das Motto in einem Interview die „dümmste Regel aller Zeiten“. Ist Google nun gut oder böse? Diese Frage stellten sich die Autoren Torsten Fricke und Ulrich Novak in ihrem Buch „Die Akte Google“. Der Untertitel verrät, was sie von den Gefahren halten: „Wie der US-Konzern Daten missbraucht, die Welt manipuliert und Jobs vernichtet“.

  • Sind Daten das neue Öl?

    Herbig

    Google beantwortet in einer einzigen Sekunde über 4.500 Suchanfragen – vermeintlich kostenlos. Doch in Wirklichkeit zahlen wir dafür mit einer völlig neuen Währung: unseren persönlichen Informationen. „Daten sind das neue Öl“, sagt Autor Ulrich Novak. „Daten, die unser privates Leben abbilden, werden immer wertvoller. Verbrauchergewohnheiten werden davon ableitbar und damit wird auch passgenaue Werbung optimiert.“ Alte Global Player wie Exon stehen plötzlich im Börsenwert hinter Google. Während Öl früher der Grundstoff für wesentliche Industriezweige war, sind heute Daten unverzichtbar für Technologiekonzerne. Whistleblower Edward Snowden stuft Google als „gefährlichen Dienst“ ein, den man besser vermeiden sollte. Hat er Recht?

  • Können unsere Daten gegen uns verwendet werden?

    Imago/Ralph Peters

    Dass unser digitales öffentliches Leben ganz reale Folgen haben kann, weiß jeder, der schon mal ein peinliches Selfie auf Facebook veröffentlicht hat. Das allerdings ist harmlos gegen andere Beispiele. So hat eine ältere Dame in den USA exzessiv auf Google über Krankheiten recherchiert. Das Ergebnis: Ihre Krankenkasse bewertete ihren gesundheitlichen Status schlechter. Völlig zu Unrecht, wie sich herausstellte, denn die Frau wollte sich für ihren großen Freundeskreis informieren, der - im Gegensatz zu ihr – unter den gegoogelten Beschwerden litt. Diese Beispiele wurden durch Medienberichte bekannt - man kann also davon ausgehen, dass es sich nur um die Spitze des Eisbergs handelt…

  • Können Suchmaschinen Rufmord begehen?

    Imago/Mika

    Die Funktion „Autocomplete“ („Autovervollständigen“) sorgte bereits für Schlagzeilen. Denn neben der eigentlichen Affäre um den Bundespräsidenten Christian Wulff geriet auch seine damalige Gattin Bettina in den Fokus der Öffentlichkeit. 2012 schlug die Suchmaschine Begriffe aus dem Rotlicht-Milieu in Verbindung mit dem Namen Bettina Wulff vor. Wulff ging juristisch gegen diese Unterstellungen vor. Man einigte sich schließlich außergerichtlich. Google sah sich technisch gesehen allerdings im Recht, denn die automatischen Vorschläge basieren auf den häufigsten Suchanfragen zum Thema, nicht auf der Meinung des Unternehmens. Mittlerweile bietet Google ein Beschwerdeformular an, für den Fall, dass sich User durch die automatischen Begriffsvorschläge in ihren Persönlichkeitsrechten angegriffen fühlen.

  • Können Suchmaschinen Rufmord begehen? Fortsetzung

    Imago/MiS

    Oft ermöglicht die Suchmaschine mit den vorgeschlagenen Zusatz-Begriffen eine schnellere Recherche, manchmal aber werden so – wenn auch unabsichtlich – Gerüchte unterstützt. Frei nach dem Motto: Google sagt, dass es so ist, also muss es wahr sein. Gefragt ist hier nicht nur Google, sondern auch ein mündiger, medienkompetenter User. „Einerseits ist die Autovervollständigen-Funktion ein Abbild der Schwarmintelligenz, doch besteht auch die Gefahr der Verblödung“, so Ulrich Novak. „Wer der Schwarmintelligenz komplett das Denken überlässt und nicht noch anderweitig weitersucht, wird sich keine eigene Meinung bilden. Tiefergehende Aspekte bleiben so verborgen, alternative Theorien lernt man nicht kennen. Irgendwann dreht man sich im Kreis, Feinheiten und weiterführende Aspekte bleiben außen vor.“

  • Was war das eigentliche Ziel von Operation Street View?

    Imago/Imagebroker

    Die ganze Welt kartographieren – das war das erklärte Ziel der Aktion Street View. Autos mit Hightech auf dem Dach waren in aller Herren Länder unterwegs. Die mobilen Augen von Google wurden ihrerseits teils neugierig, teils misstrauisch beäugt. Das Misstrauen war nicht ganz unangebracht, wie sich herausstellte. Zum einen, weil nicht jeder Hausbesitzer der Welt zeigen wollte, wie er wohnt…

  • Was war das eigentliche Ziel von Operation Street View? Fortsetzung

    Imago/Jochen Tack

    Die Schnappschüsse von Häusern waren aber nur die Spitze des Eisbergs in Sachen Street View. Der eigentliche Skandal: Es stellte sich heraus, dass Google bei der Mobilmachung nebenbei auch private W-Lan-Daten bis hin zu Passwörtern abgegriffen hatte. Das Unternehmen erklärte, es handele sich um ein Versehen. Nicht sehr glaubwürdig, findet der Autor Ulrich Nowak. „Wenn ein Feature entwickelt wird, das neben der fotografischen Aufnahme auch auf umliegende Router zugreifen kann, hat das mit Sicherheit eine Absegnung von höchster Stelle erfahren. Davon kann man in einer Firma, in der jedes Faxgerät von oben abgesegnet werden muss, ausgehen“, so Nowak. War das Sammeln von privaten W-Lan-Daten auch ein Teil des Plans von Street View?

  • Arbeitet Google mit CIA und NSA zusammen?

    Imago/Kickner

    Gegen die Vorwürfe, Google würde mit der NSA (Nationale Sicherheitsbehörde der USA) zusammenarbeiten, wehrte sich das Unternehmen zunächst mit Händen und Füßen. „Fakt ist jedoch: Eric Schmidt dient als Berater der amerikanischen Regierung“, sagt Ulrich Novak. „Es ist unwahrscheinlich, dass er über die Aktivitäten der NSA nicht Bescheid wusste. Der Schriftverkehr mit den Behörden beweist: Google hat nachgewiesenermaßen Daten abgeliefert und stand mit den fraglichen Institutionen in Kontakt.“

  • Bestimmt Google weltweit den Ausgang von Wahlen?

    Imago/Philip Szyza

    Geht der Einfluss der Datenkrake so weit, dass Google auch die Präsidentschaftswahl durch Algorithmen gesteuert hat? Im Buch „Die Akte Google“ wird unmissverständlich klar gemacht: Die technischen Möglichkeiten dazu hätte das Unternehmen, denn Google könnte, je nachdem welche Treffer in der Suchmaschine an welcher Position auftauchen würden, die Meinungsbildung noch unentschlossener Wähler beeinflussen. Sowohl was die Gewichtung der Einträge über den einen oder den anderen Kandidaten angeht als auch, ob die Funde ein positives oder negatives Bild zeichnen. „Wahlmanipulationen sind denkbar“, glaubt Ulrich Novak. „Google ist nicht unpolitisch. Dass bestimmte Politiker eher promoted werden als andere, halte ich für sehr wahrscheinlich.“

  • Buch-Tipp: „Die Akte Google“

    Herbig

    „Die Akte Google“ lautet der Sachbuch-Titel des Autoren-Duos Torsten Fricke und Ulrich Novak. Trotz des plakativen Untertitels („Wie der US-Konzern Daten missbraucht, die Welt manipuliert und Jobs vernichtet“) wollen die beiden Medienexperten Torsten Fricke und Ulrich Novak das Ergebnis ihrer Recherche nicht als reines „Google Bashing“ verstanden wissen: „Unser Buch ist kein Neidbuch, das wäre uns zu wenig. Es ist – trotz der Darstellung der Schattenseiten – auch eine Huldigung an die Leistungen des Unternehmens.“ Das Buch zeigt, wie eines der mächtigsten Unternehmen der Welt tickt, was mit unseren Daten geschieht und wie User sich schützen können, ohne auf die Vorzüge von Googles Angeboten zu verzichten. Denn eines ist sicher: Ganz ohne Google würde uns etwas fehlen. (Verlag: Herbig, 320 Seiten mit Grafiken, ISBN: 978-3-7766-2763-3, Preis: 22 Euro)

Alles begann mit einer guten Idee: ein Algorithmus, der Suchanfragen im World Wide Web schneller als alle anderen beantwortet. Doch aus der Suchmaschine Google ist längst eine Geldmaschine geworden. Kritiker prangern die Gefahren der Weltmacht Google an. Doch was ist Paranoia, was reale Bedrohung?

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