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Abendmahl am Grünmittwoch? Die größten Irrtümer der Bibel

Abendmahl am Grünmittwoch? Die größten Irrtümer der Bibel

Für gläubige Christen mag die Bibel die Wahrheit enthalten – wenn es um Details geht, sind sich aber selbst Theologen nicht einig. Welt der Wunder hat die größten Bibel-Irrtümer zusammengefasst.
  • Bibel

    Imago/imagebroker

    Aßen Adam und Eva wirklich einen Apfel – oder könnte es auch eine Kiwi, eine Banane oder anderes Obst gewesen sein? Und woher meinen wir zu wissen, dass das letzte Abendmahl an einem Donnerstag stattfand? Aktuelle Forschungsergebnisse widersprechen diesem Datum. Aber dies ist nicht der einzige Irrtum, den Forscher in der Bibel vermuten. Immerhin wurden die Originaltexte in den letzten 1.200 Jahren vielfach verändert, übersetzt und neu interpretiert. Was steht aber wirklich in der Heiligen Schrift?

  • Abendmahl

    iStock/sedmak

    An Gründonnerstag feiern Christen auf der ganzen Welt die Erinnerung an das letzte Abendmahl. Dem Neuen Testament zufolge aß Jesus an diesem Tag gemeinsam mit seinen Jüngern, bevor er dann von Judas verraten und folglich am Karfreitag gekreuzigt wurde. Ein britischer Forscher hat nun berechnet, dass es sich bei unserem Feiertag eher um einen Grünmittwoch handeln müsste - liegt die Bibel falsch?

  • Gründonnerstag

    Imago/CHROMORANGE

    Im Matthäus-, Markus- und Lukas-Evangelium wird berichtet, dass das letzte Abendmahl zeitgleich mit dem jüdischen Pessach-Fest stattgefunden hätte. Nur das Johannes-Evangelium schreibt, dass Jesus und seine Jünger schon vor dem Pessach-Fest gemeinsam aßen. Der Wissenschaftler Colin Humphrey überprüfte diesen Widerspruch nun anhand astronomischer Berechnungen. Er geht davon aus, dass Jesus sich nach dem alten, jüdischen Kalender gerichtet haben muss und nicht nach dem damals offiziellen Mondkalender. Außerdem verglich er das letzte Abendmahl mit anderen Daten in der Bibel. Humphrey kommt zu dem Ergebnis, dass Jesus' letzter Tag in Freiheit bereits der Mittwoch gewesen sein könnte.

  • Geburt Christi

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    Die Jungfräulichkeit Marias bei der Geburt ihres Sohnes Jesus ist zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens. Allerdings erwähnen die meisten Schriften des Neuen Testaments gar keine Jungfrauengeburt. Nur Lukas und Matthäus berichten davon. Im Lukas-Evangelium verkündet ein Engel Maria, dass sie als Jungfrau den Messias gebären wird.

  • Jungfrau Maria

    Imago/Imagebroker

    Matthäus begründet die Jungfräulichkeit mit einem älteren hebräischen Bibeltext. Beim Propheten Jesaja heißt es: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel geben.“ Doch hier handelt es sich um einen Übersetzungsfehler. Jesaja spricht von einer „alma“, einer jungen Frau im heiratsfähigen Alter. Das Wort „alma“ sagt nichts über die Jungfräulichkeit der Frau aus.

  • Athens Schutzgöttin

    Imago/Wassilis Aswestopulus

    In der griechischen Übersetzung wird „alma“ dann mit „parthenos“ übersetzt – es steht für „Jungfrau“. So entstand der Mythos der Jungfrauengeburt Marias. „Auch viele griechische Göttinnen waren häufig Jungfrauen, wenn sie Kinder bekamen“, sagt der Buchautor Walter-Jörg Langbein. „Deswegen passte man Maria an.“ Wahrscheinlich war sie eine ganz normale junge Frau, als sie Jesus zu Welt brachte.

  • Krippe Jesus

    ChrisGorgio/istock

    In der Geschichte der Heiligen Drei Könige heißt es, dass zur Geburt Jesu ein Stern am Himmel erscheint. Die Könige Kaspar, Melchior und Balthasar folgen ihm. Der Stern zieht vor ihnen her, bis sie an einen einsamen Stall in der Stadt Bethlehem gelangen. Dort finden sie das Jesuskind in der Krippe. Diese Szene gehört zu den beliebtesten Bildern des christlichen Glaubens.

  • heilige drei Könige

    Imago/Peter Widmann

    In der Bibel sucht man die Geschichte der Heiligen Drei Könige vergeblich. Nur eine einzige Textstelle im Matthäus-Evangelium weist darauf hin: „Siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem.“ Von Königen allerdings ist hier nicht die Rede. Im Original heißt es „Magoi“, das bedeutet „Astrologen“. Es werden weder Zahlen noch Namen genannt. Heilig sind die drei auch nicht – ein Heiliger muss von der Katholischen Kirche dazu erhoben werden, und das war bei den drei Königen nie der Fall.

  • Kontinente

    iStock/Nasared

    In frühen Darstellungen kommen zunächst mal zwei, mal sogar vier Könige nach Bethlehem. Da man aber im 14. Jahrhundert glaubte, dass die Erde drei Kontinente habe (Europa, Asien und Afrika), sollte schließlich aus jedem dieser Erdteile ein König kommen, um das Christuskind zu verehren. Seitdem werden auf Bildern immer drei Könige abgebildet.

  • David und Goliath

    iStock/ilbusca

    David und Goliath gehören zu den bekanntesten Figuren des Alten Testaments. Der Kampf zwischen dem Riesen und dem Hirtenjungen wird bis heute als Vergleich für ungleiche Gegner herangezogen.

  • Goliath

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    Goliath ist der Vorkämpfer der Philister. Auf dem Schlachtfeld verhöhnt er Gott und das gegnerische Heer. Der Hirtenjunge David hört die lästerlichen Äußerungen des Riesen. Nur mit einer Steinschleuder bewaffnet, tritt er dem kampferprobten Riesen entgegen. Ein einziger, gut gezielter Steinwurf bringt den überlegenen Goliath zu Fall und tötet ihn.

  • Altes Testament

    Imago/Chromorange

    Im Alten Testament gibt es allerdings noch eine zweite Version der Geschichte. Im Zweiten Buch Samuel, Kapitel 21, Vers 19, war es Elhanan, der Sohn Jairs aus Bethlehem, der Goliath zur Strecke brachte. Und tatsächlich ist diese Geschichte viel älter: Sie entstand etwa 950 vor Christus, während die Version, in der David Goliath bezwingt, erst um 580 vor Christus geschrieben wurde. Der Autor wollte den jungen David, der später König von Israel werden sollte, heldenhaft erscheinen lassen und machte ihn deshalb kurzerhand zum Sieger über Goliath.

  • Garten Eden

    Imago/Leemage

    Auch bei einem anderen berühmten Paar der Bibel hat sich ein Fehler eingeschlichen. Adam und Eva leben der Schöpfungsgeschichte nach im Garten Eden, in dessen Mitte sich ein Baum mit verbotenen Früchten befindet. Von einer Schlange verführt, beißt Eva in einen Apfel und überredet auch Adam, davon zu essen. Die Folge: Beide werden aus dem Paradies vertrieben.

  • Adam und Eva

    iStock/Mallivan

    Allerdings: Ein Apfel wird in der Bibel nicht erwähnt. Gott verbietet Adam und Eva lediglich, vom Baum in der Mitte des Gartens zu essen. Die Frucht wird nie genannt. Wie kam also der Apfel ins Paradies?

  • Apfel Schlange

    Imago/Steinach

    Die Ur-Geschichte von Adam und Eva wurde zwischen dem zehnten und siebten Jahrhundert vor Christus auf Hebräisch verfasst. Sie nennt keine konkrete Obstsorte. Der Apfel taucht erst im vierten Jahrhundert nach Christus auf, in einer lateinischen Übersetzung der Bibel. Apfel heißt auf lateinisch „malum“. Das kann allerdings auch „das Böse“ bedeuten. So wurde aus „der verbotenen Frucht“ ein Apfel.

  • Kamel Nadelöhr

    Imago/Westend61

    Im Matthäus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 25 sagt Jesus: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Öhr der Nadel geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.“ Hat er wirklich eine solch blumige Übertreibung benutzt, oder handelt es sich auch hier um einen Übersetzungsfehler?

  • Nadel

    Imago/INSADCO

    Tatsächlich unterscheidet sich das griechische Wort für Kamel nur durch einen Vokal von dem Wort „Schiffstau“. Die Wahrscheinlichkeit für einen Übersetzungsfehler ist also nicht gering. Trotzdem vermuten viele Bibelforscher, Jesus habe tatsächlich „Kamel durch Nadelöhr“ gesagt. Jesus sprach Aramäisch. Die Sprache gilt als äußerst blumig und die damaligen Redewendungen beinhalteten viele Übertreibungen. Ein Vergleich wie „ein Kamel durch ein Nadelöhr zwängen" war keine Besonderheit. Auch im altjüdischen Talmud wird eine ähnliche Formulierung verwendet. Hier ist von einem Elefanten die Rede, der nicht durch ein Nadelöhr passt.

  • Hölle

    Ig0rZh/iStock

    Nach Ansicht vieler Christen kommen die Seelen von Sündern nach dem Jüngsten Gericht in die Hölle. Dort werden sie für den Rest der Ewigkeit gequält und gefoltert. Diese Vorstellung ist stark von der Offenbarung des Johannes geprägt. Sie besagt, dass nach der Apokalypse alle Sünder in einen feurigen Pfuhl geworfen werden und dort den zweiten Tod erleiden.

  • Hölle

    Imago/Imagebroker

    Dieser feurige Pfuhl wird oft fälschlicherweise mit der Hölle gleichgesetzt. Doch die wird in der Bibel gar nicht erwähnt; Jesus spricht lediglich von „Gehenna“. Der Name ist hebräisch und bedeutet „Tal von Hinnom“. Dieses Tal ist ein realer Ort und liegt südlich von Jerusalem. Zu alttestamentlicher Zeit wurden hier bei kultischen Handlungen dem Ammoniter-Gott Moloch Kinder geopfert. „Gehenna“ wurde später einfach mit „Hölle“ übersetzt. Die schrecklichen und grausamen Vorstellungen von diesem Ort entstammen aber nicht der Bibel, sondern wurden im Mittelalter durch Wanderprediger geprägt. Die Angst vor der Hölle sollte die Menschen davon abhalten, zu sündigen. Nach modernen Vorstellungen ist die Hölle ein Ort der Einsamkeit, an dem Gott nicht wirken kann.

  • Engel

    Imago/Westend61

    Jedes Kind weiß, wie ein Engel aussieht: eine bildhübsche, junge Frau, manchmal auch ein Mann, in weißem, langem Gewand mit großen Flügeln auf dem Rücken. Engel kommen zwar in der Bibel vor - dort unterscheiden sie sich aber gravierend von unserer heutigen Vorstellung.

  • Engel

    Imago/Leemage

    In der Bibel sind Engel die Boten Gottes. Sie sind immer männlich und können nicht fliegen. Die göttlichen Boten leben im Himmel und rufen, wie im Buch Mose, ihre Botschaft an die Menschen einfach herunter. Im Buch Hiob nutzen sie eine Leiter für ihren Weg zur Erde. Mit unserer romantischen Vorstellung von geflügelten Wesen hat das wenig zu tun.

  • Jesus am Kreuz

    Imago/biky

    Das Kreuz ist DAS Symbol des christlichen Glaubens. Es symbolisiert den Opfertod Jesu Christi, der die Schuld der Welt auf sich nimmt und stellvertretend für die Menschheit stirbt. Die Darstellung von Christus am Kreuz ist auf der ganzen Welt bekannt. Kaum zu glauben, dass ein Kreuz in der Urbibel nie erwähnt wird.

  • Jesus am Kreuz

    Imago/Dieter Matthes

    „Kreuz ist ein Übersetzungsfehler“, sagt der Autor Walter-Jörg Langbein. „Im Original kommt das Wort in der gesamten Bibel nicht vor.“ Die Schriften des Neuen Testaments sind in einer alten griechischen Sprache aufgezeichnet worden. In allen vier Evangelien ist einstimmig von „stauros“ die Rede, was auf Griechisch so viel bedeutet wie „aufrecht stehender Stamm“ oder „Pfahl“. In späteren Bibelübersetzungen wird „stauros“ einfach als „Kreuz“ übersetzt. Das bedeutet aber nicht, dass Jesus nicht an einem Kreuz starb. Der senkrechte Pfahl blieb an der Hinrichtungsstätte und wurde immer wieder benutzt. Der Verurteilte musste den Querbalken dort hintragen. Auf diesen Querbalken wurde er festgenagelt und dann an dem Stamm emporgehoben.

  • Symbol Jesus

    iStock/robodread

    Die ältesten Darstellungen von Jesus mit einem Kreuz sind erst 500 Jahre nach seinem Tod angefertigt worden. Die frühen Christen maßen dem Kreuz noch keine religiöse Bedeutung bei. Ihr Symbol war ein Fisch. Dieser Fisch ist ein geheimer Code: Auf Griechisch bedeutet Fisch „Ichthys“. Diese Buchstaben ergeben die Initialen von „Jesus Christus - Gottes Sohn Erlöser“. Das Kreuz bekommt erst im vierten Jahrhundert nach Christi seine Bedeutung, als das Christentum im Römischen Reich als Staatsreligion anerkannt wird.

Für gläubige Christen mag die Bibel die Wahrheit enthalten – wenn es um Details geht, sind sich aber selbst Theologen nicht einig. Aßen Adam und Eva wirklich einen Apfel – oder könnte es auch eine Kiwi, eine Banane oder anderes Obst gewesen sein? Und woher meinen wir zu wissen, dass das letzte Abendmahl an einem Donnerstag stattfand? Die größten Bibel-Irrtümer.

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