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30 Körper-Mythen im Faktencheck

30 Körper-Mythen im Faktencheck

Falsche Diagnosen, riskante Therapien, veraltetes Wissen oder eigene Interessen: Wenn Mediziner es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, kann es für Patienten schnell gefährlich werden …
  • Bild: CHROMORANGE / Imago

    Es gibt unzählige falsche Vorstellungen über unseren Körper, seine Funktionen und wie er auf äußere Einflüsse, etwa auf Lebensmittel, reagiert. Viele dieser Vorstellungen werden auch von Ärzten verbreitet. Welt der Wunder hat diese Mythen gemeinsam mit Experten einem Faktencheck unterzogen – mit häufig verblüffendem Ergebnis.

  • Blickwinke, Imago

    Es ist durchaus gesund, auch täglich ein Ei zu essen. Zwar enthält es viel Cholesterin, doch Studien haben ergeben, dass Eier die Blutfettwerte nicht beeinflussen. Im Gegenteil: Das im Ei enthaltene Lecithin schützt Leber und Dickdarmschleimhaut, verbessert die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung. Außerdem verhindert es sogar die Aufnahme des Cholesterins aus dem Eigelb in der Darmwand. (Quelle: European Food Safety Report)

  • Imago, Joana Kruse

    Zwar hat die Ernährung Auswirkungen auf das Hautbild. Doch ein Zusammenhang zwischen Akne und erhöhtem Zucker- und Fettkonsum konnte nicht belegt werden. Der Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer vermutet hinter dem Pickel-Problem in der Pubertät eher den Einfluss von Sexualhormonen sowie des Stresshormons Cortisol: „Diese Botenstoffe beeinflussen die Talgdrüsen der Haut und können somit Akne verursachen.“ (Studie der Columbia University, New York City)

  • Imago, Chromorange

    Auch Diabetiker können Kaffee trinken. Er reduziert den Flüssigkeitshaushalt des Körpers nur sehr geringfügig und kann durchaus in die Flüssigkeitsbilanz pro Tag eingerechnet werden. Zudem beugt Kaffee durch seinen Magnesiumgehalt Diabetes vor. (Studie des Medical Center der Universität Utrecht)

  • Imago, Mint Images

    Nein, solche weißen Flecken sind völlig harmlos. Meist gehen sie auf falsche Pflege oder übermäßiges Zurückziehen der Nagelhaut zurück. Calciummangel ist jedenfalls nicht dafür verantwortlich. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

  • Imago, Mc Photo

    Es gibt keinen eindeutigen medizinischen Beleg dafür, dass große Dosen Vitamin C vor einer Ansteckung schützen. Bei Männern und Frauen, die ab Beginn ihrer Erkältung Vitamin C einnahmen, verkürzte sich die Erkrankungsdauer nicht. Viel wichtiger sind Zink und Magnesium. (Studie der Australian National University)

  • Imago, Blickwinkel

    Lieber nicht, zumindest nicht langfristig! Es führt in vielen Fällen zu unnatürlichem, maskenhaftem Aussehen. Denn Botulinumtoxin ist eines der stärksten Nervengifte der Welt, das bei unsachgemäßer Anwendung zu Lähmungen führen kann. (Studie der ETH Zürich)

  • Imago, Science Photo Library

    Wenn sie noch nicht durchgebrochen sind und keine Schmerzen verursachen, ist eine Operation völlig unnötig. Auch für die Behauptung, dass sie die vorderen Frontzähne verschieben, fehlt ein Beleg. (Studie der Universität Bergen)

  • Imago, Mc Photo

    Nein. Liebemachen stimuliert sogar die Durchblutung und Regeneration des lebenswichtigen Pumporgans. Sexuelle Aktivität kann zwar insbesondere während des Orgasmus zu einem Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks führen, allerdings nur kurzfristig für wenige Sekunden. Außerdem wird dabei selten ein Puls von 130 pro Minute und ein Blutdruck von 170 Millimeter-Quecksilbersäule überschritten“, sagt Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen. Die Ausschüttung der Glückshormone hilft aber über ängstlich-depressive Phasen nach der Erkrankung hinweg. Die Grundregel lautet allerdings: Bitte alles sehr langsam angehen lassen. (Wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association)

  • Imago, Avanti

    Schokolade und andere Süßigkeiten gelten als häufige Auslöser von Migräne. Der Hintergrund: Bis zu 70 Prozent der Patienten berichten, dass sie vor der Attacke Heißhunger auf Süßes haben. Eine Studie hat nun gezeigt, dass die Süßigkeiten kein Auslöser sind. Die Lust darauf ist lediglich ein Signal für den bevorstehenden Anfall. Der Grund ist einfach: „Das Gehirn benötigt Energie für die kommende Attacke“, sagt der Kopfschmerzexperte Prof. Peter Kropp. Wer noch nie Migräne hatte, wird auch durch Schokolade keine bekommen. (Studie am Zentrum für Nervenheilkunde, Uni Rostock)

  • Imago, Niehoff

    Pflanzliche Öle und Fette können ebenfalls Arteriosklerose fördern. Außerdem entstehen bei der Herstellung des Brotaufstrichs sogenannte veränderte Fettsäuren, die sogar schädlicher sind als das Cholesterin in Schmalz oder Butter. (Empfehlung d. Deutschen Gesellschaft für Ernährung)

  • Imago, Rainer Unkel

    Der entscheidende Risikofaktor für Altersdiabetes ist nicht Zucker, sondern Übergewicht. Vor allem das sogenannte viszerale Bauchfett wird für die Entstehung von Typ-2-Diabetes verantwortlich gemacht. Dieses Gewebe schüttet besonders viele Entzündungsstoffe aus, durch die Körperzellen ihre Insulin-Sensibilität verlieren. Auch der Typ-1-Diabetes wird nicht durch Zucker verursacht, sondern durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst. (Studie des Deutschen Diabetes Zentrums)

  • Imago, CTK Candy Box

    Mehr als 90 Prozent aller Infektionen der oberen Atemwege werden durch Viren ausgelöst, gegen die kein Antibiotikum etwas ausrichten kann. Durch einen Abstrich kann der Arzt ermitteln, ob Bakterien Infektauslöser sind – nur dann sind Antibiotika sinnvoll. Allerdings führen Ärzte diesen Test selten durch. (Studie der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie)

  • Imago, Udo Kroener

    Völlig falsch. Ob jemand Krampfadern oder Besenreiser bekommt, hängt von seinen Genen ab. Starkes Rauchen und Bewegungsmangel begünstigen diese Veranlagung zur Bindegewebsschwäche allerdings. (Studie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie)

  • Imago, JunIArt

    Es kommt allein auf die Gesamtmenge der Kalorien an. Wann man wie viel isst, ist völlig unerheblich. Der Mythos, dass Zucker am Abend dick macht, beruht auf der These, dass unser Körper nachts seine Energie vor allem aus Fettspeichern zieht. Kohlenhydrate am Abend würden diesen Prozess verhindern, da sie den Insulinspiegel heben. Dieses Hormon aktiviert die Zuckeraufnahme in die Zellen und bremst die Fettverbrennung. Die wissenschaftlichen Beweise für diese Annahme fehlen jedoch. Es gibt im Gegenteil sogar eine Langzeitstudie, die belegt, dass Kohlenhydrate vor dem Schlafengehen das Abnehmen erleichtern. „Bei einer Gruppe, die über sechs Monate hinweg Kohlenhydrate hauptsächlich am Abend zu sich nahm, waren die Gewichtsverluste größer als bei denjenigen, die Kohlenhydrate über den ganzen Tag verteilt aßen“, verrät die Ernährungsexpertin Dr. Anette Buyken. (Langzeitstudie der Tufts University, Boston)

  • Imago, Peter Widmann

    Die Empfehlung stammt aus dem Jahr 1945, wissenschaftliche Belege fehlen jedoch. In die zwei Liter müsste auch die Flüssigkeit aus der Nahrung (Obst, Gemüse, Suppen usw.) eingerechnet werden. (Studie der University of Pennsylvania)

  • Imago, CHROMORANGE

    Vorsicht! Gerade älteren Menschen kann ein Übermaß an Ballaststoffen große Probleme bereiten. Zahlreich sind sie beispielsweise in Vollkornbrot, Kleie, Müsli oder Rohkost enthalten und können durch eine Veränderung der Aufnahme aus dem Darm den Wirkungseintritt etwa von Schmerzmitteln (Acetylsalicylsäure, Paracetamol) und Antibiotika (Penicillin, Trimethoprim) negativ beeinflussen. Daher sollten am besten keine ballaststoffhaltigen Lebensmittel vor bzw. nach der Einnahme dieser Medikamente gegessen werden. (Studie der Universität Gießen)

  • Imago, Karlheinz Parwlik

    Ein altes Hausmittel, das im schlimmsten Fall Infektionen auslöst. Brandwunden und Verbrühungen müssen leicht gekühlt und mit Feuchtigkeit behandelt werden, das heißt: Die Wunde reinigen und lauwarmes Leitungswasser vorsichtig längere Zeit darüberlaufen lassen. (Studie der Ruhr-Universität Bochum)

  • Imago, Emil Umdorf

    Es ist die zweithäufigste OP Deutschlands. Dennoch warnen immer mehr Experten vor der Kniespiegelung. Bei diesem Eingriff wird über einen winzigen Hautschnitt das Kniegelenk geöffnet und mit steriler Kochsalzlösung gespült, um etwa verschleißbedingte Knorpelschäden zu glätten. „Es besteht die Gefahr, dass am Knie irgendetwas entfernt wird, was mit der Krankheit nichts zu tun hat. Der Patient leidet anschließend unter den Folgen der Operation“, sagt Dr. Martin Marianowicz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wirbelsäulen-Endoskopie. (Review im „New England Journal of Medicine“)

  • Imago, Udo Kroener

    Doch! „Diese kosmetische Behandlung kann zu einer Überempfindlichkeit und zu irreparablen Schäden am Zahnschmelz führen. In der Folge kommt es häufiger zu Karies und zu einer gewissen Brüchigkeit“, sagt der Hamburger Zahnarzt Dr. Goran Bajic. „Auch viele Patienten mit sehr weißen Zähnen wünschen die Bleaching-Behandlung. Ich würde jedem davon abraten, dessen Zähne keine starken Verfärbungen aufweisen.“ Gebleacht wird mithilfe von Wasserstoffperoxid – der Chemikalie, die auch beim Haarebleichen eingesetzt wird. (Studie der Universität Regensburg)

  • Imago, Kathrin Schubert

    Die These, dass Salz den Blutdruck erhöht, erklären Mediziner damit, dass Salz Wasser bindet. Wenn mehr Salz im Blut ist, steigt dadurch auch das Blutvolumen und drückt stärker auf die Wände der Blutgefäße. Doch Forscher fanden heraus, dass dieser Mechanismus vor allem bei Patienten funktioniert, die empfindlich auf Salz reagieren. Der Großteil der Bevölkerung ist aber salztolerant, selbst wenn größere Mengen verzehrt werden. Tipp: Essen Sie Salz und messen Sie danach den Blutdruck. (Metaanalyse der Cochrane Collaboration)

  • Imago, Blickwinkel

    Viele Praxen bieten eine professionelle Zahnreinigung als Präventivmaßnahme an, die gesetzliche Krankenkassen jedoch nicht zahlen. Der Nutzen für die Kiefergesundheit ist jedoch nicht belegt. Laut Experten reicht gründliches Reinigen der Zähne mit einer ordentlichen Bürste, Mundwasser und Zahnseide mehrmals am Tag völlig aus. (Studie der Krankenkassen zu IGeL-Leistungen)

  • Imago, CTK, Candy Box

    Der Wirkstoff ASS verschärft sogar die Symptome einer Grippe, wie Wissenschaftler der Oxford University nachgewiesen haben. Außerdem kann eine mehrwöchige Einnahme des Schmerzmittels Magenblutungen und Schlaganfälle verursachen. (Fachaufsatz in „The Lancet“)

  • Imago, CTK Candy Box

    MSN Wissen 25 Juni 2014 | Von Welt der Wunder Magazin 30 Körper-Mythen im Faktencheck 23. Der Arzt sagt: Sport hilft gegen Muskelkater Teilen 36 Belügt mich mein Arzt? (© Bild: Imago) Weiter Zurück Bild: ImagoZeige Thumbnails Zurück24 von 31Weiter Lange ging man davon aus, Muskelkater werde durch Abfallprodukte des Stoffwechsels ausgelöst. Doch dieser Irrtum konnte nun widerlegt werden: Bei untrainierten Freizeitsportlern oder bei ungewohnten und intensiven Bewegungen wird die Muskulatur überlastet. Dadurch komme es zu kleinen Rissen in den Muskelfasern, erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Auch Dehnübungen sind deshalb nach Meinung vieler Sport-Experten eher kontraproduktiv, da die Muskelfasern durch sie noch mehr Schaden nehmen können. Besser ist es, sich eine Trainingspause zu gönnen und die schmerzenden Muskeln zu wärmen. (Studie der Deutschen Sporthochschule Köln)

  • Imago, Mc Photo

    Nein. Menschen, die besonders viel schlafen, sind weniger widerstandsfähig und anfälliger für Depressionen. Der Grund für ihre Abgeschlagenheit ist vermutlich fehlendes Licht, das schwächt Knochen und Abwehr. Ideal sind sieben bis acht Stunden Schlaf. Wer mehr als zehn Stunden im Bett verbringt, erhöht sein Risiko, frühzeitig zu sterben, sogar um 30 Prozent. Denn Herzkrankheiten, Schlaganfall und Diabetes treten durch ein Zuviel an Schlaf gehäuft auf. (Studie der Universität San Diego)

  • Imago, blickwinkel

    Nein, auch bei pflanzlichen Wirkstoffen fallen die Wechselwirkungen oft stark aus. Bestes Beispiel ist das Johanniskraut, das als Stimmungsaufheller eingesetzt wird. Es kann die Wirkung von Herz- oder Magenschutzmitteln aushebeln. (Quelle: Review im „Int. Journal of Clinical Practice“)

  • Imago, Imagebroker

    Zwar schadet normalerweise ein Gläschen pro Tag der Gesundheit nicht. Aber für den Schlaf ist es nicht förderlich (Rosé wirkt sogar sehr belebend). Zwar kann man nach dem Genuss von Rotwein oft besser einschlafen. Während des Alkoholabbaus im Körper gibt das Gehirn jedoch einen Weckimpuls. Man wacht häufiger auf, fühlt sich am Morgen nicht erholt. Weiterer Nachteil: Alkohol entspannt die Muskeln im Rachenraum und verstärkt so das Schnarchen. (Studie am Londoner Sleep Center)

  • Imago, CHROMORANGE

    Falsch! Nichts hilft bei den meisten Rückenproblemen so gut wie sanfte Bewegung. „Um den Schmerzen aus dem Weg zu gehen, nimmt der Körper Schonhaltungen ein, die über kurz oder lang zu weiteren schmerzhaften Verspannungen führen. Es entsteht ein Teufelskreis, der oft in chronischen Rückenschmerzen endet“, sagt der Orthopäde Jörg Klocke. Wichtig: gezieltes Muskeltraining. (Studien der Deutschen Sporthochschule Köln)

  • Imago, CHROMORANGE

    Nein. Zwar enthält es in der Regel gesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel erhöhen. Dieser Umstand allein löst aber noch keine Herz-Kreislauf-Erkrankung aus. Wichtigere Faktoren sind Übergewicht, Rauchen, Stress und Bewegungsmangel. Rind- und Lammfleisch sind sogar besonders gesund, da sie viele Vitamine und Mineralien enthalten. Selbst die viel gescholtene Salami ist extrem reich an Vitamin C. (The European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC-Studie)

  • Bild: McPhoto / Imago

    Jeden Tag sitzen wir circa sieben Stunden – dabei ist unser Rücken für längeres Sitzen gar nicht geeignet. Und gerade das aufrechte Sitzen mit nach vorne gekipptem Becken, herausgestreckter Brust und erhobenem Kopf beansprucht Bandscheiben mehr, als wenn wir entspannt auf dem Sofa lümmeln. Tipp: aufrecht sitzen mit leicht abfallenden Oberschenkeln und etwas nach hinten geneigtem Rücken. Alle 15 Minuten sollte man kurz aufstehen. (Studie der Deutschen Sporthochschule Köln)

  • Imago, Becker Bredel

    Auch wenn es schwerfällt: „Bei Gelenkschmerzen sollte man sich keineswegs schonen“, sagt Dr. René Conrads aus Köln. „Denn nur bei Bewegung produziert der Körper genügend Gelenkschmiere.“ Wichtig jedoch: Für Brustschwimmen gilt das ganz und gar nicht. Denn beim Beinschlag werden die inneren Gelenke so stark belastet, dass sich die Arthrose verschlimmern kann. Eher unbedenklich: Rückenschwimmen, Kraulen oder Aqua-Gymnastik. (Studie der Deutschen Sporthochschule Köln)

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