
Haben die Nazis das Folterbuch für Guantánamo geschrieben?
Als im Mai 2004 Bilder von misshandelten Gefangenen aus Guantánamo in die Medien gelangen, ist der Aufschrei groß. Erst ist von Gewaltexzessen der Aufseher die Rede, später spricht die US-Regierung von „enhanced interrogation“ – eine Formulierung, die an den NS-Begriff „verschärfte Vernehmung“ erinnert und eine Umschreibung für Folter ist.
Freiheit gegen Wissen
Ein gutes Geschäft, finden die Amerikaner. Und tatsächlich nutzt man Blomes Wissen, um im Jahr 1953 das streng geheime Programm MKUltra zu starten. Das Ziel: Gedankenkontrolle. „Es gab eine Reihe von Versuchen mit LSD, Meskalin, Angel Dust und allem, was dazugehört, aber auch mit Psychochirurgie, chemischen Stoffen, Giften, Krankheitserregern – all das wurde an unwissenden Menschen getestet“, so der Historiker Bernd Stöver.