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Ein Stück Geschichte: Der geheime Wert gebrauchter Bücher

Ein Stück Geschichte: Der geheime Wert gebrauchter Bücher

Erst kürzlich erzielte ein Harry Potter-Buch bei einer Auktion in den USA stolze 68.000 Euro. Das zeigt einmal wieder, welchen Wert auch gebrauchte Bücher haben können – und das, obwohl sich inzwischen E-Books auf Tablets und Smartphones als praktikable Alternative anbieten.

Wer ein Buch in den Händen hält, die Seiten umblättert und die Fasern des Materials zwischen seinen Fingern spürt, wird durch ein Gefühl belohnt, dass kein Tablet-PC einem geben kann. Das ist wohl einer der Gründe, warum – trotz des digitalen Zeitalters – weltweit immer noch Bücher gekauft werden und auch zehntausende gebrauchte Schmöker im Umlauf sind. So viel, dass sie dazu ausreichen würden, ein dreimal so hohes Gebäude wie das Empire State Building zu errichten. 

Jährlich landen Millionen Tonnen von Büchern im Altpapier. Dabei handelt es sich nicht nur um Novellen und Romane, sondern auch um Sachliteratur, Fotobücher, Bedienungsanleitungen, Kataloge und Telefonbücher. Der meiste hier anfallende Rohstoff wird recycelt und bis zu 98 Prozent  für neue Werke wiederverwendet. So erhalten alte Bücher ein neues Leben in Form von Druckerpapier oder Zeichenblöcken. Doch gibt es eventuell auch andere Möglichkeiten mit alten Büchern zu verfahren? Und welche Geheimnisse verbergen sich in den Stapeln alter Literatur, die im ersten Moment banal aber auf den zweiten Blick faszinierend und wundervoll sind?

Antiquarische Wunder

Der Charme von Antiquariaten ist kaum zu verleugnen. Doch in ihnen findet sich mehr, als nur kostbare Werke aus den vergangenen Jahrhunderten, die niemand als “gebraucht” bezeichnen würde. Viele Antiquariate haben sich auch auf den Verkauf von zeitgenössischer gebrauchter Literatur spezialisiert. Grade hier sind so manche Schätze verborgen, die sich auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennen lassen.
 
Unzählige Bücher tragen Widmungen und dies ist eigentlich ein Geheimnis, dass jedem bekannt ist. Viele dieser Einträge stammen von Privatleuten, die Anderen ein schönes Geschenk bereiten wollten. Doch Schätzungen zufolge stammen etwa zehn Prozent aller Widmungen von bekannten und berühmten Persönlichkeiten. Besonders bei Büchern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist dies häufig der Fall. Daher kann es durchaus ratsam sein, die Bücher im eigenen Regal einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, bevor man sie einfach ins Altpapier gibt. Hier können sich Stücke verbergen, die den Namen so manch bedeutender Persönlichkeit tragen. Antiquare wissen da natürlich genau, worauf sie achten müssen.

Büchertausch statt Bücher-Recycling

Das ökologische Bewusstsein der Menschen wächst und mit diesem auch die Stapel an Büchern, die nicht mehr ins Altpapier gegeben werden. Diese dürfen dann oftmals auf dem Speicher verstauben. Dabei ist der neuste Trend, die Bücher an andere weiterzugeben, die man selbst nicht mehr liest. Mittlerweile haben sich richtige Bücherkränzchen entwickelt, wo die Werke in geselliger Runde begutachtet und nach dem eigenen Geschmack ausgewählt werden können. Und auch das Internet dient längst als Plattform zum Kaufen und Tauschen von gebrauchten Werken.

Besonders interessant ist, dass auf Flohmärkten jährlich hunderttausende von Büchern zum Kleinstpreis angeboten werden. Dabei befinden sich unter ihnen wahre Schätze. So geschah es auf einen Flohmarkt in den USA im Jahre 2003, dass hier eine vermeintlich günstig zu ergatternde Ausgabe des Erstlings von Ian Fleming “Casino Royale” über den Spion 007 zum Verkauf stand. Grade einmal zwei Dollar soll der glückliche Käufer für das Werk bezahlt haben. Dieses wäre sicherlich teurer ausgefallen, wenn der Verkäufer gewusst hätte, dass es vom Autor selbst im Jahre 1953 signiert wurde. 

Gebrauchte Bücher als Kunst

Immer mehr Künstler entdecken, dass man aus gebrauchten Büchern Skulpturen, Mosaike oder völlig eigene Kreationen erschaffen kann. Die Buchkunst ist dabei eine Disziplin, die heute erst so richtig ihren Anfang nimmt, da heutzutage Auflagen in Millionenhöhe gedruckt werden und man einfach kostengünstig an viel Material herankommt.

So erschufen die beiden Künstler Jacqueline Rush Lee und Nicholas Jones unabhängig voneinander Skulpturen und abstrakte Formen aus Büchern, die so noch nicht gesehen wurden. Auch Bücher mit 3D-Schriftzügen sind in der modernen Welt im Trend. Hierbei werden die Seiten des Buches mit Leim verklebt und dann in die Form von großen Buchstaben geschnitzt. Solche Werke können inzwischen sogar per Online-Konfigurator im Netz bestellt werden, mit der Möglichkeit seine eigenen gebrauchten Bücher auf diese Weise umgestalten zu lassen. Übrigens kommen neben dem reinen künstlerischen Effekt auch überaus praktische Alltagsgegenstände aus der Bastelei heraus. So werden gebrauchte Bücher auch zu Smartphone- oder Tablet-Haltern umfunktioniert, oder sie können sogar als stilsicheres Tablet genutzt werden. 
 
Auch im heimischen Gebrauch kann jeder selbst mehr aus den gebrauchten Büchern machen. Geleimte und aufgestellte Seiten bieten sich besonders als CD-Halter hervorragend an. Im Büro können sie zum Sortieren von Briefen verwendet werden und in der Küche kann der ausrangierte dicke Wälzer den schlichten Messerblock ersetzen. All dies lässt sich schnell in Eigenarbeit erledigen. 

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