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Das Upper Dolpo, eine fast vergessene Region: NGOs in Nepal, Teil 1

Das Upper Dolpo, eine fast vergessene Region: NGOs in Nepal, Teil 1

Das Upper Dolpo in Nepal

Das an Tibet grenzende Upper (oder auch innere) Dolpo in Nepal ist eines der höchst gelegenen bewohnten Gebiete der Welt. Die in etwa 7.000 Bewohner dieser Gegend, die Dolpa-Pa, leben in Dörfern auf bis zu 4.300 Metern Höhe. Bis 1993 war das Upper Dolpo Sperrgebiet und damit für ausländische Touristen nicht zugänglich. Wie leben diese Menschen in dieser Hohe und welche Rolle kann Bildung spielen? Einblicke gibt die Human Stiftung, die Schulprojekte in den ärmsten Regionen der Welt betreibt.

Je weiter im Norden die Dörfer angesiedelt sind, umso weiter entfernt liegt der Zugang zu einer befahrbaren Straße. Die Einheimischen gehen mindestens fünf Tage zu Fuß über 5000 Meter hohe Pässe. Im Upper Dolpo gibt es keine Stromversorgung, keine Handelsstruktur oder Einkaufsmöglichkeiten, nur an wenigen Stellen die Möglichkeit, zu telefonieren oder eine kurze Sprachnachricht zu schicken. Im Winter sind die Menschen für eine gewisse Zeit von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Pässe nicht passierbar sind.

Der Alltag hat ein Motto: überleben

Der Alltag der Dolpa-Pa ist primär darauf ausgerichtet, genügend Lebensmittel und Material zum Leben zu haben, primär durch Ackerbau, Viehzucht, Handel und das Sammeln des Yartsa-Gunbu-Pilzes. Abhängig vom Alter haben die Familienmitglieder verschiedene Aufgaben. Die Ältesten in der Familie bleiben meist zu Hause, die nächste Generation bestellt die Felder oder betreibt Viehzucht und verkauft einen Teil ihrer selbst erzeugten Produkte. Die Männer ziehen mit den Yaks noch vor dem Winter und dann wieder im Mai/Juni in die ihnen zugewiesenen Territorien und kehren mit Dung und Material zum Heizen wieder in das Dorf zurück.

Auf den Feldern werden je nach Höhenlage Kartoffeln, Mais, Weizen, Hirse, tibetische Gerste und lokale Ackerfrüchte angebaut und Milchprodukte von den eigenen Nutztieren erzeugt. Die Früchte werden als Lebensmittel, das Gras und Kraut der Pflanzen im Winter für die Tiere verwendet. Einmal jährlich besteht für kurze Zeit die Möglichkeit des Handelns an der tibetischen Grenze. Eine weitere Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen, bieten das Sammeln und der Verkauf des Heilpilzes Yartsa Gunbu.

Teilweise können die Menschen gegen kleine Löhne auch gewisse Arbeiten für die Regierung erledigen. Beide Möglichkeiten hat es in den beiden Corona-Jahren nicht gegeben, deshalb herrscht derzeit auch eine Lebensmittelknappheit. Die Wintermonate sind sehr hart und es ist ein ständiger Wettlauf mit der Zeit und dem Wetter, ausreichende Ernte einzubringen. Geld hat bis vor einigen Jahren kaum eine Rolle gespielt, das ändert sich aber auch zunehmend. Nicht jeder im Dolpo ist darüber glücklich.

Das harte Klima

Das Klima im inneren Dolpo ist eher arid. Auch im Himalaya ist der Klimawandel spürbar. Wasser ist ein kostbares Gut und muss von den umliegenden Bergen abgeleitet werden, es ist aber nicht in jedem Dorf ausreichend vorhanden. Die Monsunperiode ist nicht stabil planbar, mal regnet es ausreichend, mal zu wenig. Überschwemmungen gibt es primär im Lower Dolpo. Die Winter sind auch nicht mehr so schneereich wie noch vor Jahren. Es gibt nur gestrüppartigen Pflanzenwuchs. Mit Hilfe von NGOs wird versucht, kälteresistente Bäume anzupflanzen und es gibt vereinzelt Projekte, Gewächshäuser zu nutzen und so auch bei großer Kälte etwas Gemüse anzubauen. 

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