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Das Hotel im Nirgendwo

Das Hotel im Nirgendwo

Bergsee mit Gipfelpanorama und verlassenem Hotel

Eigentlich hätte alles ganz anders kommen sollen: An Weihnachten im Jahr 1930 wurde das Hotel Körbersee auf 1654 Meter Höhe eröffnet. In dieser Zeit wurde von den Nazis eine Passstraße geplant, welche die beiden Arlberg Gemeinden Schröcken und Lech vorbei am Körbersee verbinden sollte. An diesem idyllischem Hochgebirgssee war ein Verkehrsknotenpunkt vorgesehen. Der perfekte Ort für ein Hotel.

Das dachte sich auch der findige Tourismuspionier Franz Xaver Strolz und leitete den Bau des heutigen Hotel Körbersee ein, als er von den Straßenbauplänen der Nazis hörte. Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs, wurde aber der Ausbau der winterfesten Straße gestoppt – und bis heute nicht wieder aufgenommen. Zurück blieb ein Hotel im Nirgendwo. Oder: ein Hotel inmitten der wunderbaren Stille des Vorarlberger Lechquellengebirges. 

Die Straßenbaupläne existierten bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges nicht nur auf Papier. 300 Meter vom Hotel Körbersee entfernt, wurde bereits eine Straßenmeisterei errichtet – das sogenannte „Fuchswaldhaus”. In Talort Schröcken befindet sich noch immer der ehemalige Bauweg, der heute im Winter als Skiabfahrt genutzt wird. Weniger sichtbar sind dagegen die unterirdischen Relikte: Beginnend in Schröcken/Nesslegg sollte ein Tunnel in Richtung Körbersee führen. Zwangsarbeiter hatten damit begonnen ein Tunnelportal zu graben. Dieses existiert auch heute noch und ist bei Einheimischen als „Silberhöhle“ bekannt – Ein lokaler Outdoor-Anbieter in Warth-Schröcken bietet in ihr Inneres geführte Abenteuertouren an.

Heute liegt das Gebiet um den Körbersee inmitten eines Natur- und Wasserschutzgebietes, welches jegliche baulichen Maßnahmen unterbindet. Das Hotel Körbersee aber steht seit nun mehr gut 80 Jahren an Ort und Stelle – ein modernes 3* Hotel mit Seezugang, unzähligen Wandermöglichkeiten und Gepäckshuttle aus dem Tal. Hotelgäste erreichen ihr Urlaubsdomizil allerdings nach wie vor nur zu Fuß.

Im Winter liegt das Hotel eingebettet in einer weiß-glitzernden Landschaft, mit Skiliftanschluss an Ski Arlberg, das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. Damit die Schnee- und Lawinenlage immer eingeschätzt werden kann, betreut Hotelinhaber Fritz Schlierenzauer zusammen mit Tochter Ulrike täglich die Schneemessstation am Körbersee. Ihren Messungen ist es zu verdanken, dass das Skigebiet Warth-Schröcken heute mit durchschnittlichen elf Metern Neuschnee den Titel “schneereichstes Skigebiet Europas” trägt. Den absoluten Rekord maß Herr Schlierenzauer im Winter 1998/99 – damals kumulierten sich 16,49 Meter Neuschnee rund um den Körbersee! Natur mit all ihren Extremen erlebbar und belassen, wie sie ist – möglicherweise ein Grund dafür, weshalb der Körbersee 2017 vom ORF zum schönsten Platz Österreichs gekrönt wurde. 

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