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Das geheime Wissen meines Körpers – Teil 2

Das geheime Wissen meines Körpers – Teil 2

Haben Muskeln tatsächlich ein Gedächtnis? Kann man an einem gebrochenen Herzen sterben? Erst allmählich entschlüsseln Forscher die unglaublichen Fähigkeiten, die in uns stecken – und öffnen die verborgenen Wissensarchive unseres Körpers.

Kann mein Gehirn die Gedanken anderer lesen?

Es ist eine der größten wissenschaftlichen Sensationen der vergangenen zehn Jahre: In einem Telepathie-Experiment ist jetzt erstmals mithilfe moderner Technik eine Gedankenübertragung von zwei Menschen über Tausende Kilometer Distanz gelungen. „Es ist so etwas wie die technologische Verwirklichung vom Traum der Telepathie, aber es ist definitiv nicht magisch“, sagt der an der Studie beteiligte Wissenschaftler Giulio Ruffini. Vielmehr zeigt es, dass unser Gehirn zu weitaus mehr in der Lage ist, als wir bisher angenommen haben.

Das konnte auch der Biologe Rupert Sheldrake vor Kurzem belegen. So sollten in seinem Experiment vier Versuchspersonen vorhersagen, wer sie anrufen würde. Dafür mussten sie vor Beginn des Versuchs jeweils vier Kontaktpersonen nennen, die dann vom Versuchsleiter angewiesen wurden, in einer zufälligen Abfolge die Testperson anzurufen. Diese sollte, bevor sie den Anruf annehmen würde, sagen, welcher der vier Freunde tatsächlich am anderen Ende der Leitung sei. Statistisch betrachtet, müsste die Testperson eine Trefferquote von 25 Prozent erzielen.

Bei Sheldrakes Experiment lagen die vier Probanden bei insgesamt 271 Anrufen in 45 Prozent der Fälle richtig. Ruffinis und vor allem Sheldrakes Versuchsergebnisse aus der Telepathieforschung widersprechen so ziemlich allem, was Naturwissenschaftler heute über die Welt annehmen. Dementsprechend hart wird Sheldrake von einigen Kollegen kritisiert. Beide Experimente sind jedoch nach höchsten wissenschaftlichen Standards durchgeführt worden und zeigen somit: Unser Gehirn verfügt über Fähigkeiten, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar waren.

Was wissen meine Gene über das Leben meiner Eltern?

Es ist ein Wissensarchiv, das bereits vor unserem ersten Herzschlag im Körper angelegt wird: Aussehen, Verhalten und Charakter – all diese Faktoren bestimmen die Gene unserer Eltern. Sie bilden das Fundament unseres Ichs. Damit jedoch nicht genug: Offenbar haben sogar Erfahrungen und Erlebnisse der Erzeuger einen Effekt auf die Persönlichkeit eines Ungeborenen. So stellte die New Yorker Neurologin Rachel Yehuda bei Babys, deren Mütter kurz vor der Schwangerschaft das Attentat auf das World Trade Center 2001 erlebt hatten, anomale Stressreaktionen fest.

Was bildet das Fundament unseres Ichs?

Aufgrund der Erlebnisse von 9/11 hat sich offenbar die Regulation mehrerer Gene verändert. Die manipulierten Erbanlagen wurden dann an die Nachkommen weitergegeben. Heute zeigen diese Kinder überdurchschnittlich hohe Angstreaktionen. „Es ist offensichtlich, dass auch traumatische Erlebnisse Spuren in unserem Erbgut hinterlassen“, erklärt Rachel Yehuda. Und auch der Zellbiologe Bruce Lipton ist überzeugt: „Wenn sich Zellen teilen, vererben sie Umwelteinflüsse und ,Eindrücke‘, die sie selbst geerbt oder im Lauf ihres Lebens erfahren haben – durch ihren Lebensstil, sogar durch ihre Gedanken.“

Auf der Suche nach dem Meta-Gedächtnis

Und damit nicht genug. So schreibt die amerikanische Neurowissenschaftlerin Candace B. Pert in ihrer Abhandlung über die „Moleküle der Gefühle“: „Erinnerungen werden nicht nur im Gehirn gespeichert, sondern in einem gigantischen psychosomatischen Netzwerk, das sich über den gesamten Körper erstreckt.“ Es sind Erkenntnisse wie diese, die Wissenschaftler Abschied nehmen lassen von der Überzeugung, dass ausschließlich das Gehirn Wissen speichern kann. Zunehmend freunden sie sich mit dem Gedanken an, dass wir über einen enormen Wissensschatz verfügen, auf den wir aber nur sehr begrenzt Zugriff haben. In zahlreichen Studien suchen Forscher derzeit unabhängig voneinander nach Möglichkeiten, gezielt auf dieses „Meta-Wissen“ zugreifen zu können.

Überlebt mein Bewusstsein meinen eigenen Tod?

Vicky Noratuk erinnert sich noch an jedes Detail: die blauen OP-Kittel der Ärzte, deren Haarfarben. Sie kann deren Gesichter genau beschreiben. Obwohl sie bei ihrer Notoperation für kurze Zeit keinen Herzschlag mehr hatte und nicht bei Bewusstsein war, kann die damals 22-Jährige die Abläufe im OP-Saal exakt beschreiben. Die Ärzte bestätigen später Noratuks Schilderungen. Solche Nahtod-Erfahrungen sind heute keine Seltenheit mehr. Mit dem Fortschritt in der Notfallmedizin und immer besseren Reanimationstechniken können immer mehr Sterbende aus der Zone zwischen Leben und Tod zurückgeholt werden. Und doch ist Vicky Noratuk ein einzigartiger Fall: Weder vor noch nach der Not-OP hat sie jemals auch nur den kleinsten Umriss erkennen können – die Frau ist von Geburt an blind.

Besteht das Bewusstsein aus Informationen?

Der niederländische Kardiologe Pim van Lommel ist einer der bekanntesten Forscher für solche Erlebnisse. „In einem Zustand geringster Hirnaktivität, also bei Eintritt des klinischen Todes, zeigt das Gehirn seine geheimen Fähigkeiten“, sagt van Lommel. „Ich denke, das Gehirn ist eine Art Empfänger. In dem Raum, in dem Sie jetzt sind, befinden sich elektromagnetische Wellen von Tausenden von Mobiltelefonen und von Hunderten Fernsehprogrammen. Wenn Sie einen bestimmten Empfänger anschalten, etwa Ihr Mobiltelefon, können Sie eine dieser informativen Wellen empfangen. Wenn Sie den Empfänger wieder abschalten, dann nehmen Sie nicht mehr wahr, dass all diese Informationen um Sie herum sind. Aber sie sind immer noch da.“

Wenn jedoch das Gehirn große Teile seiner „Empfangsstationen“ – etwa bei einem Herzstillstand – abschaltet, besteht dann die Möglichkeit, dass jetzt Informationen ins Gehirn gelangen, die sonst überlagert werden von der übrigen Flut der Informationen? Die Hinweise, dass das so ist, verdichten sich: Wenn das Bewusstsein den Körper verlässt, entwickelt es Fähigkeiten, bei denen die Forscher an ihre Grenzen stoßen. Ausgerechnet Quantenphysiker scheinen dem Phänomen jetzt aber auf die Schliche zu kommen. Sie sind sicher, dass das gesamte Universum nicht auf Materie, sondern auf Informationen aufbaut. Wenn der Körper die Verbindung zum Bewusstsein kappt, werden diese Informationen freigesetzt – und leben nach dem Tod weiter.

Haben meine Muskeln ein Gedächtnis?

Sind Muskeln einmal trainiert, vergessen sie diesen Zustand nicht mehr. Überraschender Effekt: Leistungssportler, die 20 Jahre nicht mehr trainiert haben, benötigen für den Muskelaufbau 40 Prozent weniger Zeit als Untrainierte. Forscher haben nun auch herausgefunden, warum das so ist: Muskeln haben eine Art Gedächtnis, mit dem sie sich an vergangene Erfolge erinnern können. Diese Erinnerung wird in der DNA der Muskelzelle gespeichert, die durch das Training gewachsen ist. „Eine Muskelzelle ist so groß, dass ein Zellkern für die Versorgung nicht ausreicht“, sagt Kristian Gundersen von der Universität Oslo in Norwegen. Der Forscher fand heraus, dass, bevor der Muskel wachsen kann, zunächst neue Zellkerne gebildet werden. Verkümmert der Muskel wieder, sterben die Zellkerne aber nicht sofort ab.

Wie lange erinnert sich ein Muskel an Erfolge?

Bei Versuchen mit Mäusen starben die Zellkerne erst nach drei Monaten ab – ein langer Zeitraum für ein Lebewesen, das kaum älter als zwei Jahre wird. „Wie lange dieser Effekt bei Menschen genau anhält, ist unklar“, sagt Gundersen. Hochgerechnet, könnte man aber rund 30 Jahre das Training ruhen lassen. So lange bleiben die neuen Zellkerne erhalten – die Infrastruktur zum Wachsen steht bereit.

Was weiß mein Herz über meine Beziehung?

Mary Tamm stirbt im Sommer 2012 nach einem langen Krebsleiden. Die britische Schauspielerin wurde durch ihre Rolle in der BBC-Serie „Doctor Who“ bekannt. Nur wenige Stunden nach ihrer Beerdigung stirbt auch ihr Ehemann Marcus Ringrose – an gebrochenem Herzen. Nicht im poetischen Sinne, sondern ganz real. Das sogenannte Broken-Heart-Syndrom äußert sich wie ein Herzinfarkt: mit Schmerzen in der Brust und Atemnot. Auch auf dem Elektrokardiogramm (EKG) deutet mit der veränderten Herzstromkurve zunächst alles auf einen Infarkt hin. Erst wenn die Ärzte erfolglos nach verstopften oder verengten Herzkranzgefäßen suchen, wird klar: Es gab nie einen Infarkt. Nur die linke Herzkammer ist ungewöhnlich aufgebläht.

Extreme psychische Belastungen, wie der Tod eines geliebten Menschen, die Trennung in einer Beziehung, aber auch positive Emotionen wie ein Lottogewinn, lösen das Broken-Heart-Syndrom aus. Was im Körper dabei genau passiert, ist noch nicht vollständig entschlüsselt. Die Ärzte wissen aber, dass dabei Unmengen Stresshormone wie Adrenalin und Dopamin ausgeschüttet werden. Zu Todesfällen kommt es selten, das Herz heilt sich innerhalb von einigen Wochen selbst.

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