Bomben in Deutschlands Boden: So arbeitet der Kampfmittelräumdienst

Welt der Wunder Redaktion
30. Januar 2021

Die letzten beiden Weltkriege haben ein gefährliches Erbe hinterlassen: Circa zehn Prozent der Bomben, die damals über Deutschland abgeworfen wurden, sind nicht explodiert. Die genaue Anzahl der sogenannten Blindgänger ist für Experten nicht genau zu sagen, schätzungsweise liegen fast 100.000 Tonnen Kampfmittel immer noch im Erdreich – allein in Berlin vermuten Experten etwa 3000 Tonnen.

Sie sind oft noch scharf und werden von Jahr zu Jahr gefährlicher. Der Aufprall auf den Erdboden und Korrosionen haben die empfindlichen Zünder stark in Mitleidenschaft gezogen. Jede Berührung kann eine verheerende Explosion auslösen.

Vor allem Industriestandorte waren Angriffsziel der alliierten Streitkräfte. Wenn heute in solchen Gebieten gebaut wird, müssen spezielle Räumdienste zunächst den Untergrund nach Kampfmitteln absuchen. Wenn sie auch nur einen Blindgänger übersehen, besteht Lebensgefahr für Bauarbeiter und Anwohner.

Kein ungefährlicher Beruf

Wird der Kampfmittelräumdienst fündig, entschärft oder sprengt er den Blindgänger vor Ort oder transportiert ihn ab – je nach Zustand und Gefahrenpotenzial. Aus Sicherheitsgründen wird bei einer Entschärfung die nähere Umgebung evakuiert. Die bisher größte Aktion der deutschen Nachkriegsgeschichte fand im September 2017 in Frankfurt am Main statt: 60.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. 

Eher selten kommt es bei Entschärfungen zu schlimmeren Unfällen – glücklicherweise werden oftmals nur Häuser oder Fenster beschädigt, wie 2013 bei einer Sprengung in Oranienburg in Brandenburg, wo ein Wohnhaus zerstört und weitere Gebäude demoliert wurden. Dennoch bleibt der Beruf Sprengmeister gefährlich. 2010 kamen in Göppingen bei einer Routine-Entschärfung drei Sprengmeister ums Leben, zwei Menschen wurden schwer verletzt. 

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