Psychologie

Wiederkehrende Symbole: Was Träume über uns verraten

Träume sind der Schlüssel zu unserem Unterbewusstsein. Seit jeher versuchen Menschen deshalb, die nächtlichen Erlebnisse zu deuten.

Frau träumt

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Ein gähnender Abgrund, das Gefühl, gefesselt zu sein, oder ein dunkler Schatten, der uns auf den Fersen ist – solche und ähnliche Bilder verfolgen Menschen aller Kulturen in ihren nächtlichen Träumen. Oft knüpft der Traum an unseren Alltag an, dann wieder erleben wir im Schlaf Dinge, die im realen Leben unmöglich wären, zum Beispiel, dass wir fliegen. Doch was bedeuten diese Bilder?

Die Frage, ob sich Träume deuten lassen und wenn ja, wie, beschäftigt Menschen schon seit dem Altertum. Eine einheitliche wissenschaftliche Meinung gibt es bislang nicht. Doch Sigmund Freud zum Beispiel war sich sicher, dass sich in Träumen unbewusste oder verdrängte Probleme offenbaren, die es zu ergründen gelte. Sein Kollege C. G. Jung ging sogar noch weiter, er glaubte, dass sich in Träumen archetypische Bilder zeigen, denen eine bestimmte Bedeutung zugrundeliegt – über alle Kulturen hinweg. Viele Psychotherapeuten legen auch heute noch ein besonderes Augenmerk auf die unbewussten nächtlichen Erlebnisse.

Archetypische Bilder?

Und tatsächlich gibt es spezifische Traumbilder, die viele Menschen kennen und nachts erleben – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität. Zahlreiche Autoren, die sich mit Träumen beschäftigen, haben versucht, sie zusammenzutragen und einheitliche Muster zu erkennen. So ist Verfolgung durch eine fremde Person beispielsweise ein weit verbreitetes Traumbild – in der Traumdeutung ein Sinnbild dafür, dass der Träumende vor einer Verantwortung oder dem Gefühl, versagt zu haben, flüchtet. Wer wiederum in einem Traum gefesselt oder gefangen ist, erlebt ein Gefühl der Ohnmacht – und kennt auch dieses Gefühl vielleicht aus dem Alltag. Vielleicht erlebt der Träumende im täglichen Leben ein Gefühl der Bedrängnis seitens der Eltern oder des Arbeitgebers oder fühlt sich gefangen in seiner derzeitigen Situation.   
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Auch ein gähnender Abgrund ist ein Traumbild, das viele Menschen kennen. In der Traumdeutung steht dieser Abgrund für kritische Situationen oder Schwierigkeiten im täglichen Leben. Wer schwindelnd oder gelähmt vor der Tiefe stehen bleibt, fühlt sich auch im realen Leben ängstlich, hilflos und verzweifelt. Der Sturz in den Abgrund steht für das Versagen und ist oft eine Warnung für den Träumenden, umzukehren oder die Situation zu überdenken, bevor es zu spät ist. Wer dagegen den Abgrund überfliegt, dem gelingt es, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Träume richtig lesen

Traumsymbole können ein wichtiger Bestandteil der Traumdeutung sein. Richtig gelesen, da sind sich viele Psychologen sicher, können uns Träume helfen, uns selbst und unserer Gefühle bewusst zu werden – eine wichtige Erfahrung zum Beispiel in einer Therapie. Doch auch wenn zahlreiche Menschen über ähnliche Traumbilder berichten, sind sie keine Schablone, sondern lediglich Anhaltspunkte, die in individuellem Kontext gesehen werden müssen. Entscheidend ist das Gefühl, das sie beim Träumenden auslösen, auch davon war bereits Freud überzeugt.

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