Frage der Woche

Wie gefährlich sind Kreuzotter wirklich?

Kreuzotter gibt es in großen Teilen Europas. Auch in Deutschland ist die Giftschlange zuhause. Selten bekommt man die scheuen Tiere zu Gesicht und das ist gut so, denn der Biss ist schmerzhaft. Doch wie gefährlich ist er für Menschen?

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Die tagaktive Vipernart lebt in Mooren, feuchten Wiesen und am Waldrand. Wenn Gefahr droht, flüchtet sie normalerweise. Die Begegnung mit Menschen meiden sie, meist verkriecht sie sich bei der kleinsten Erschütterung des Bodens. Wenn ihr jemand zu nahe kommt und sie sich in die Enge getrieben fühlt, faucht und zischt sie; nur in größter Not greift sie zur Verteidigung an. 

Beißt sie einen Menschen mit ihren zwei Giftzähnen, fühlt es sich wie ein besonders schmerzhafter Wespenstich an. Die Haut schwillt an und verfärbt sich violett. Es können Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Starke Nebenwirkungen sind Atemnot und Kreislaufbeschwerden. Die Dosis des Giftes ist für gesunde Menschen ungefährlich, erst ab etwa sieben Bissen einer Kreuzotter wird es riskant. Nur für Kinder (aufgrund ihres geringen Körpergewichts) sowie kranke und alte Menschen kann ein Biss lebensgefährlich werden. 

Nach einem Schlangenbiss ist es hilfreich, zu versuchen noch ein Blick auf das Tier zu erhaschen und die Art zu identifizieren. Zum einen können auch ungiftige Schlangen zubeißen und zum anderen kann der Arzt nur das richtige Gegengift spritzen, wenn er die Schlangenart kennt. Auf keinen Fall sollten Betroffene versuchen die Wunde auszubrennen, auszusaugen, abzubinden oder mit Alkohol desinfizieren. Ein loser Verband zum Kühlen, die betroffene Stelle ruhigstellen und ein Arztbesuch sind ratsam.

Die braune oder graue Kreuzotter erkennt man an ihrem gezackten Muster, handelt es sich um ein schwarzes Exemplar ist sie komplett einfarbig. Die Vipernart ist sehr selten, deshalb steht sie in Deutschland unter Naturschutz. In manchen Bundesländern gilt sie als vom Aussterben bedroht. Schuld daran sind vor allem die Verluste ihrer Lebensräume, denn immer mehr Weiden und Wälder verschwinden.

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